19.06.2020

One Change A Week: Das tragen Startup-Gründer:innen aus Österreich zum Klimaschutz bei

One Change a Week ist das wöchentliche TV-Magazin des brutkastens zum Thema "Klimakrise & Innnovation". Zum Jahresende liefern wir euch einen Best-of.
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Welchen Beitrag können Startup-Gründer:innen mit ihren Geschäftsmodellen leisten, um die negativen Folgen der Klima- und Biodiversitätskrise abzuschwächen? Dieser Frage geht der brutkasten im wöchentlichen TV-Magazin „One Change a Week“ gemeinsam mit Markus Linder, Nachhaltigkeitsexperte und Gründer des Wiener Impact-Startups Inoqo, nach.

Zum Jahresende werfen wir in einem Best-of einen Blick zurück auf die Startups, die 2021 zu Gast waren und ihre nachhaltigen Lösungen präsentierten – angefangen vom Thema Ernährung über Mobilität bis hin zur Energie. Neben Gründer:innen kamen in der TV-Show auch Investor:innen, Expert:innen und Poltiker:innen zu Wort. Zudem gab es 2021 auch eine Reihe an Spezial-Ausgaben, unter anderem zu den Themen „Ökosoziale Steuerreform“, „Erneuerbaren Ausbaugesetz“ und „COP26“.


Digitale Lösungen für den Klimaschutz

Anna Alex | Planetly

Das Berliner Startup Planetly hilft Unternehmen, ihre CO2-Bilanz zu berechnen und in weiterer Folge zu reduzieren. Im Interview mit dem brutkasten spricht Co-Founderin Anna Alex darüber, wie dies genau funktioniert. Zudem gab die Serienunternehmerin erste Einblicke zur bevorstehende Expansion nach Österreich. Anfang Dezember wurde bekannt, dass Anna Alex gemeinsam mit ihrem Co-Founder das Startup an das US-Unternehmen OneTrust verkaufte.

Circly | Eric Weisz

Das niederösterreichische GreenTech-Startup Circly rund um den Serienunternehmer Eric Weisz hat ein KI-basiertes Prediction-System für den Lebensmittelhandel entwickelt, das das Kaufverhalten vorhersagt und so dabei hilft, Lagerbestände und Bestellungen zu optimieren. Das Startup konnte sich für das weitere Wachstum 2021 insgesamt 320.000 Euro von Austria Wirtschaftsservice und tecnet equity sichern.


Finance & VCs

Elisabeth Müller | Cleanvest

„Wir prüfen aktuell 4000 Anlageprodukte und über 12.000 Asset-Klassen auf unsere Nachhaltigkeitskriterien, die wir gemeinsam mit Partnern aus der Zivilgesellschaft definiert haben“, so Elisabeth Müller, ehemalige Country Managerin bei ESG Plus. Das Wiener Sozialunternehmen hat sich auf Nachhaltigkeitsberatung für den Finanzsektor spezialisiert und betreibt zudem die Online-Plattform Cleanvest, die Fonds auf Kinderarbeit oder fossile Energie prüft. Mittlerweile ist Müller zum Wiener Mobility-Startup Eloop gewechselt.

Philippe Singer | Leaders for Climate Action

Wie funktioniert eine Sustainability-Klausel für Risikokapitalgeber? Philippe Singer von Leaders for Climate Action hat uns im Frühjahr 2021 bei „One Change a Week“ mehr darüber erzählt. Zudem startete der gemeinnützige Verein am 22. April zum World Earth Day eine breit angelegte Klimaschutz-Kampagne. Insgesamt beteiligten sich mehr als 200 Tech-Firmen und zahlreiche Startups an der Aktion – angefangen von Spotify bis hin zu Tier Mobility.

Pale Blue Dot | Heidi Lindvall

Pale Blue Dot ist ein im schwedischen Malmö angesiedelter VC-Fonds, der in ClimateTech-Startups aus ganz Europa und den USA investiert. Im Interview spricht General Partner Heidi Lindvall über den Investmentfokus von Pale Blue Dot und erläutert, warum es bei Startups oftmals schwer ist, ihren Impact zu messen. Innerhalb von nur 18 Monaten konnten die drei Co-Founder von Pale Blue Dot Heidi Lindvall, Hampus Jakobsson und Joel Larsson rund 87 Millionen Euro für den neuen schwedischen ClimateTech-Fonds einsammeln – das Closing erfolgte im Frühling 2021.


Ernährung

Revo-Foods | Robin Simsa

Bereits im April diesen Jahres kündigte das Wiener Startup Revo Foods an, dass für Herbst 2021 die Listung im heimischen Einzelhandel erfolgen soll. Im Herbst war es dann soweit: Revo Food startete erstmals mit dem Verkauf seiner Räucherlachs-Alternative im Supermarkt. Zudem konnte sich Revo Foods 2021 Wachstumskapital in Millionenhöhe sichern und expandiert nun international.

Tolstoy | Daniil Klubov & Oliva Tucek

Das Wiener Startup Tolstoy rund um Gründer Daniil Klubov hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt. Mit einem transparenten Franchise-Modell und einem eigens entwickelten IT-System soll Europas größte rein pflanzliche Restaurant-Kette entstehen. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, setzt das junge Wiener Startup auf ein firmeneigenes IT-System namens „TolstoyIS“. Das System steuert so ziemlich jeden Prozess im Gastronomiebetrieb. Dies beginnt beim Inventar- und Mitarbeiter-Management, umfasst die Abläufe in der Küche und reicht bis zum Bestellsystem, das über die neuesten Self-Service-Computer mit Touchscreen wie bei Mc Donalds verfügt.

Vytal | Alexandra Brandl

Im Sommer diesen Jahres wurde das Wiener Startup HeroBox wurde vom deutschen Startup Vytal gekauft, dass in Deutschland erfolgreich ein pfandfreies Mehrwegsystem mit mehr als 1400 Partnern anbietet. Bei „One Change a Week“ spricht Alexandra Brandl über die Hintergründe zum Exit und erklärt, wie Vytal nun zum größten pfandfreien Mehrwegsystem Österreichs werden will.

One Meal A Day | Felix Günther

Vegane Ernährung umfasst weit mehr als nur „Kartoffeln und Salat“, so One Meal A Day Wien-Gründer Felix Günther, der Österreichs erste rein pflanzenbasierte Koch-Box auf den Markt gebracht hat. Bei One Change a Week spricht er über die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und wie wir sie im Kampf gegen die Klimakrise rund um das Thema Ernährung für uns nutzen können. Tipp der Redaktion: Als Gastautor liefert Günther für den brutkasten auch Experten-Inputs zu diesem Thema.

Zirp | Christoph Thomann

Das Wiener Startup Zirp rund um Gründer Christoph Thomann brachte 2021 ein neues Burger-Pattie auf den Markt, das zu 40 Prozent aus Buffalowürmern besteht. In diesem Jahr erfolgte auch die Listung im österreichischen Einzelhandel. Zudem konnte sich das Startup für das weitere Wachstum ein Investment von Biogena sichern. Bereits in der Vergangenheit hat Biogena in nachhaltige Food-Lösungen aus Österreich investiert. Neben Zirp ist die Unternehmensgruppe auch bei Neoh und Rebel Meat beteiligt.

Die Pflanzerei | Nadina Ruedl

Nadina Ruedl hat das Wiener Startup Die Pflanzerei gegründet. Gemeinsam mit einem Netzwerk an Metzgern produziert sie rein pflanzlichen Leberkäse. Bei „One Change a Week“ sprach die überzeugte Veganerin über außergewöhnliche Zusammenarbeit mit Metzgern und erläutert die nächsten Wachstumsschritte ihres Startups. 2021 wurde sie zu den Top-10 greenstart Finalisten gekürt, dem


Mobilität

Eddi Bike | Stephan Ziegler & Bastian Kleindienst

Das „Netflix des Radfahrens“: Das Wiener Startup Eddi Bike ist 2021 in Österreich mit einem neuartigen Leihkonzept für Fahrräder an den Start gegangen. Über ein monatliches oder jährliches All-Inclusive-Abo können sich Nutzer:innen dauerhaft ein Fahrrad mieten. Im Abopreis ist zudem die Wartung & Reparatur inkludiert, die innerhalb von 48 Stunden gewährleistet wird. 2021 konnte sich Eddi Bike zudem eine sechsstellige Wachstumsfinanzierung sichern. 2022 möchte das Startup in Graz an den Start gehen.

Traivelling | Elias und Matthias Bohun

Das Wiener Startup Traivelling bietet vorab geschnürte Ticketpakete für Zugfernreisen von Europa bis nach Asien an. Zudem arbeitet das Startup rund um die Gründer Elias und Matthias Bohun an der Entwicklung eines innovativen Buchungstools, wodurch es der Branche erstmals möglich sein wird, internationale Zugreisen weitgehend automatisiert (fast) so einfach zu planen und zu buchen wie Flugreisen.

Energie

Gresco Power | Wieland Schmid-Schmidsfelden

Aus Holzabfällen der Industrie nachhaltig Energie zu erzeugen, diese Vision verfolgt Wieland Schmid-Schmidsfelden. Gemeinsam mit weiteren Partnern gründete er 2017 das österreichische Unternehmen Gresco Power, das mittlerweile nach siebenjähriger Entwicklungszeit zu einem weltweiten Technologieführer für Holzgaskraftwerke zählt und über zahlreiche Patente in diesem Bereich verfügt. Aktuell stehen die Zeichen auf internationale Expansion.

Kraftblock | Martin Schichtel

Das in Saarbrücken ansässige Startup Kraftblock entwickelt Hochtemperatur-Energiespeichersysteme, die Sonnen und Windenergie in Thermalenergie umwandelt und zudem Abwärme aus der Industrie speichern kann. Bei „One Change a Week“ hat Gründer und CEO Martin Schichtel über das Potential der Technologie und die Beteilung von Frank Thelen gesprochen.

WIR Energie | Matthias Nadrag

WIR-Energie Gründer Matthias Nadrag spricht bei One Change a Week über den Launch seiner neuen Plattform, die künftig das Gründen von Energiegemeinschaften vereinfachen soll. Im Sommer hat der Nationalrat das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) beschlossen, das den Ökostromausbau für die nächsten zehn Jahre festlegt und Energiegemeinschaften ermöglicht.

Blue Power | Kathrin Zettel

Bei „One Change a Week“ spricht Ex-Skistar Zettel darüber, warum sie sich für Blue Power engagiert und welche Bedeutung Erfolg für sie persönlich hat. In diesem Zusammenhang geht sie auf Unterschiede zwischen ihrer Karriere als Ski-Profi und Erfolge in der Unternehmenswelt ein. Das Unternehmen entwickelt und produziert Kleinwindkraftanlagen für den B2B und B2C Bereich.

Landwirtschaft

Pixofarm | Farid Edrisian

Das Wiener Startup Pixofarm hat eine AI-gestützte Smartphone-Lösung entwickelt, die Obstbauern bei ihrer Ernteprogonose unterstützt. Als strategischer Investor stieg im Sommer der auf nachhaltige Landwirtschafslösungen spezialisierte Konzern UPL ein, der in über 130 Ländern weltweit aktiv ist. Das Startup konnte sich ein Investment in Millionenhöhe sichern.

Kern Tec | Luca Fichtinger

Das österreichische Startup Kern Tec hat eine vollautomatisierte Technologie zur Aufspaltung, Sortierung und Veredelung von Steinobstkernen entwickelt. Kern Tec hat 2020 rund 1000 Tonnen Kerne verarbeitet und wurde nun in den renommierten Food Accelerator von Plug and Play aufgenommen. Der brutkasten hat mit Co-Founder Luca Fichtinger über die Teilnahme am Programm und die damit verbundenen Chancen gesprochen.

Beetle ForTech | Sebastian Vogler

„Interpol hat Schätzungen, die besagen, dass 30 Prozent des weltweiten Holzeinschlags illegal ist“, so Beetle ForTech Gründer Sebastian Vogler im One Change a Week Special am European Forum Alpbach. Das Tullner Startup entwickelt Technologien, die eine nahtlose Rückverfolgung von Holz bis zurück zum Ort der Fällung ermöglichen. Im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche konnte sich Co-Founder Sebastian Vogler das zweite Österreich-Ticket für das Finale des internationalen Ideenwettbewerbs „Falling Walls Lab“ sichern.

Social Impact

Share | Sebastian Stricker

Das Social-Startup Share spendet für seine verkauften Produkte ein vergleichbares Produkt an Menschen in Not – angefangen von Mineralwasser über Bio-Nussriegl bis hin zu Hygieneartikel. Bei „One Change a Week“ erläutert Co-Founder Sebastian Stricker, wie das „buy one, give one“-Modell funktioniert und welche Initiativen konkret unterstützt werden.

Impactory | Elke Pichler

Zum Start der Weihnachtszeit launchte das Wiener Social Startup Impactory eine mobile Spenden-App für Smartphones. Das Startup möchte so den Markt für Dauerspenden digitalisieren und NGOs die finanzielle Planungssicherheit vereinfachen. Für 2022 steht die weitere Expansion nach Deutschland am Programm.


Early Stage Startups

Reeduce | Birgit van Duyvenbode

Um einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Lärmschutz und im Straßenbau zu leisten, hat Reeduce rund um Gründerin Birgit van Duyvenbode eine ökologische Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm entwickelt.


Spezial-Ausgaben

COP26 | Kami Krista

Wie laufen die Verhandlungen bei COP26 in Glasgow hinter den Kulissen ab bzw. wie kann auf die Entscheidungsträger:innen Einfluss genommen werden? Einen Einblick lieferte uns der UN-Jugenddelegierte Kami Krista, der einen exklusiven Zugang zur blauen Zone am Konferenzort hatte, wo auch die Verhandlungen geführt werden. Kami Krista ist zudem Gründer des ClimatTech-Startups Elio, das Forschungsdaten zur Klimakrise sammelt und anschließend Entscheidungsträgern zugänglich macht.

Herkunftspflicht für Lebensmittel + regionale Direktversorgung + Innovation in der Landwirtschaft | Bundesministerin Elisabeth Köstinger

Im Mai 2021 war Bundesministerin Elisabeth Köstinger zu Gast bei „One Change a Week“. Im Videotalk diskutiert sie mit dem Brutkasten-Nachhaltigkeitsexperten Markus Linder über die Herkunftspflicht für Lebensmittel. Zudem bezieht sie Stellung zur damaligen Kritik der Bauernvertreter:innen rund um die Billa Regional Boxen und gab einen Ausblick zur Digitalisierung der Landwirtschaft.


Ökosoziale Steuerreform | Elisa Gramlich & Markus Linder von Inoqo

Ein erster Schritt für mehr Klimaschutz oder doch zu wenig ambitioniert? Wie ökologisch ist die neue Steuerreform wirklich? Darüber diskutieren im „One Change a Week“-Special die beiden Nachhaltigkeitsexperten und Inoqo-Gründer Markus Linder und Elisa Gramlich – angefangen vom CO2-Preis über den Klimabonus bis hin zum Dieselprivileg.


Erneuerbaren Ausbaugesetz (EAG) | Lorena Skiljan & Peter Gönitzer von der Nobilegroup

Welche Chancen bietet das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz für die Energiewende? Eine Antwort darauf liefern im Brutkasten-Talk Lorena Skiljan und Peter Gönitzer von der Nobilegroup. Mit elene haben die beiden Gründer eine Plattform entwickelt, die für Interessenten an Energiegemeinschaften das nötige Werkzeug und Know-how für die Gründung derartiger Gemeinschaften bereitstellt.

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20.08.2026

Teslakee: Österreichischer Sicherheitsforscher baute App um Tesla-Schwachstellen entgegenzuwirken

Die toothR new media GmbH, ein österreichisches IT-Sicherheitsunternehmen im Wissenspark Urstein bei Salzburg, das unter der Marke IT Wachdienst.com kleine und mittlere Unternehmen berät, veröffentlicht die Android-App TeslaKee. Sie entschärft eigenen Angaben nach zwei dokumentierte Schwachstellen des Bluetooth-Autoschlüssels von Tesla.
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Tesla
(c) Tesla

Der österreichische Sicherheitsforscher Martin Herfurt hat bereits vor Jahren eine Sicherheitslücke bei Tesla entdeckt, wie er damals auf der Videoplattform YouTube demonstrierte: Der digitale Autoschlüssel am Smartphone sei zwar bequem, jedoch bei allen Tesla-Fahrzeugen ohne Ultra-Breitband-Technik (UWB) grundsätzlich angreifbar. ToothR new media bzw. IT-Wachdienst.com veröffentlicht nun mit TeslaKee eine Smartphone-App, die dokumentierte Schwachstellen des Bluetooth-PhoneKey-Protokolls entschärfen soll: den Relay-Angriff, der zum Fahrzeugdiebstahl in Sekunden führt, und die sogenannte BlueBait-Attacke, mit der sich Fahrerinnen und Fahrer über gefälschte Fahrzeug-Signale orten lassen — selbst dann, wenn das eigene Auto kilometerweit entfernt steht.

Teslakee-Founder: „App beantwortet jede Authentifizierungsanfrage“

„Tesla-Fahrzeuge entriegeln, sobald sich das gekoppelte Smartphone in Bluetooth-Reichweite meldet. Die eingesetzte Kryptografie ist solide. Die Schwachstelle liegt eine Ebene darüber, in der Logik: Die offizielle App beantwortet jede Authentifizierungsanfrage — bedingungslos, ohne zu prüfen, ob die Situation überhaupt plausibel ist. Genau das macht zwei Angriffe möglich“, beschreibt Herfurt per Aussendung das Tesla-Problem.

Bei einem Relay-Angriff arbeiten zwei Täter mit zwei handelsüblichen Funkmodulen zusammen. Einer folgt Fahrzeughaltern ins Einkaufszentrum, der zweite steht am Auto auf dem Parkplatz. Die Funkstrecke zwischen beiden verlängert die Bluetooth-Reichweite künstlich um beliebige Distanzen. Für das Fahrzeug sieht es so aus, als stünden Besitzer direkt daneben. Das Auto entriegelt, lässt sich starten und wegfahren — während das Handy unberührt in der Jackentasche steckt.

Der Angriff wurde von Herfurt im Rahmen des Projekts TEMPA auf Sicherheitskonferenzen live demonstriert und als Video dokumentiert. Er benötige keine Kenntnis von Passwörtern, keinen Tesla-Account und hinterlasse keine Einbruchsspuren — ein Umstand, der in der Schadensregulierung regelmäßig zu Problemen mit Versicherungen führt, wie der Sicherheitsforscher sagt.

Das Bluetooth-Problem

Neuere Fahrzeuge begegnen diesem Problem mit UWB-Distanzmessung: Das Auto misst hierbei physikalisch, wie weit das Telefon tatsächlich entfernt ist, und ein weitergeleitetes Signal fliegt auf. Diesen Schutz hat die große Mehrheit der Fahrzeuge jedoch nicht. Die weltweite Tesla-Flotte mit Bluetooth-PhoneKey wird derzeit auf rund acht Millionen Fahrzeuge geschätzt. Davon sind jedoch nur etwa 20 Prozent mit UWB ausgestattet.

Der zusätzliche Schutz kam erst mit den jüngsten Modellgenerationen – für rund sechs Millionen Fahrzeuge bleibt Bluetooth damit die Grundlage des Zugangs. Beim Model S und Model X wurde UWB ab 2021 (Palladium) eingeführt, beim Model 3 ab 2024 (Highland) und beim Model Y ab 2025 (Juniper). Betroffen sind damit alle älteren Modelle der jeweiligen Baureihen.

Erschwerend komme hinzu: UWB schütze nur, wenn Fahrzeug und Smartphone die Technik beherrschen. Ein Großteil der verbreiteten Android-Geräte hat, Herfurt zufolge, keinen UWB-Chip. Selbst Besitzer eines neuen Fahrzeugs würden damit still auf die ungeschützte Bluetooth-Ebene zurückfallen.

BlueBait-Attacke

Weniger bekannt, aus Sicht des Datenschutzes aber gravierender, sei ein Angriff, den die Forschung als BlueBait-Attacke bezeichnet — nach dem Köder, mit dem gearbeitet wird: Die offizielle App antwortet auch auf gefälschte Fahrzeuge. Wer einen nachgebauten Tesla-Beacon betreibt — ein Gerät für wenige Euro, wie Herfurt betont — bekommt von jedem vorbeigehenden Tesla-Fahrer eine Antwort des Smartphones. Damit lässt sich zuverlässig feststellen: Diese konkrete Person war zu dieser Uhrzeit an diesem Ort.

„BlueBait funktioniert vollkommen unabhängig davon, wo das Auto steht. Die Halterin muss nicht in der Nähe ihres Fahrzeugs sein — es genügt, dass sie ihr Telefon dabei hat. Mehrere solcher Beacons, verteilt über eine Stadt, ergeben ein Bewegungsprofil“, beschreibt Herfurt diese Gefahr. „Die Anwendungsfälle sind unangenehm konkret: Stalking, häusliche Gewalt und Nachstellung, verdeckte Beobachtung durch Dritte, kommerzielles Kunden-Tracking im Einzelhandel, das Ausspähen von Fahrzeugen als Vorbereitung eines Diebstahls. Betroffene bemerken davon nichts — es gibt keine Anzeige, keinen Hinweis, kein Protokoll.“

Entscheidend dabei ist, dass UWB nicht gegen BlueBait helfe. Die Distanzmessung greife erst, wenn das Fahrzeug die Nähe des Telefons überprüft — sie verhindert den Diebstahl. Die Ortung entstehe jedoch schon eine Stufe davor, allein dadurch, dass das Telefon auf eine Anfrage überhaupt reagiere. Von der Ortbarkeit sind deshalb auch Halterinnen und Halter brandneuer Fahrzeuge mit UWB betroffen. Solange die Entscheidung, ob geantwortet wird, nicht auf dem Telefon selbst getroffen wird, bleibe das Problem bestehen. Hier kommt die App von Herfurt ins Spiel.

Die Idee hinter TeslaKee

Die zentrale Idee hinter TeslaKee besteht nicht darin, die offizielle Tesla-App zu ersetzen, sondern eine ganz konkrete Schwachstelle in Teslas eigener Umsetzung zu schließen: den Bluetooth-basierten digitalen Schlüssel, mit dem sich das Smartphone am Fahrzeug authentifiziert.

Eine Policy-Engine prüft jede Authentifizierungsanfrage gegen einen selbst definierten Regelsatz, bevor eine Antwort erfolgt. Passt der Gerätekontext nicht zu einer plausiblen Annäherung, bleibt die Reaktion aus, das Angreifersignal läuft ins Leere, das Fahrzeug bleibt verschlossen, und auch ein BlueBait-Köder erhält keine verwertbare Antwort. Fahrzeug- und Privatsphärenschutz laufen so über denselben Mechanismus, so der Claim.

Alle internetbasierten Funktionen der Tesla-App, etwa Navigationsziele, Updates, Supercharger-Planung oder der Fernzugriff über hunderte Kilometer, bleiben eigenen Angaben nach unverändert erhalten, da sie über Teslas Server laufen. „Beide Apps sind parallel nutzbar: TeslaKee übernimmt nur den Bluetooth-Nahbereich, in dem die Schwachstellen liegen, und dafür wird der offiziellen App lediglich die Berechtigung „Geräte in der Nähe“ entzogen, ihr Schlüssel bleibt im Fahrzeug hinterlegt“, liest man in der Aussendung.

Kern des Tesla-Schutzes

Den Kern des Tesla-Schutzes bildet ein Baukasten aus zehn konfigurierbaren Kontextregeln (Pflicht- oder optionale Regel mit Quorum), etwa Bewegungserkennung, GPS-Geofence, Abgleich mit dem letzten Parkplatz samt Mobilfunkzellen, bekanntes WLAN, Zeitfenster, Signalstärke, Schrittzähler, barometrische Höhe, Bildschirmstatus und erlaubte Funkzellen. Für Ausnahmen wie Fahrzeugübergabe oder Werkstattbesuch gibt es eine befristete manuelle Übersteuerung (15/30/60 Minuten), und ein Live-Policy-Test zeige jederzeit nachvollziehbar, welche Regel gerade greift.

„Die Verschlüsselung von Tesla ist in Ordnung — das Problem ist, dass das Telefon jede Frage beantwortet, ohne sich zu fragen, wer da eigentlich fragt. Ein Auto, das aufgeht, weil jemand mein Signal aus dem Supermarkt auf den Parkplatz verlängert hat, ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte ist, dass ein zwanzig Euro teures Bastelgerät am Straßenrand mitschreiben kann, wann ich vorbeigegangen bin — dafür muss mein Auto nicht einmal in der Nähe sein“ präzisiert Herfurt. „Gegen den Diebstahl hilft UWB tatsächlich, aber nur bei neuen Fahrzeugen mit passendem Telefon. Gegen das Mitschreiben hilft es überhaupt nicht: Das Telefon antwortet dem gefälschten Beacon weiterhin, auch im nagelneuen Auto. Deshalb muss die Entscheidung, ob überhaupt geantwortet wird, auf das Telefon — und genau das macht TeslaKee.“

TeslaKee ist ab sofort für alle Interessierten öffentlich verfügbar — für Android ab Version 10, vorausgesetzt wird ein Gerät mit StrongBox-Sicherheitschip (verbreitet ab Baujahr 2019). Parallel läuft weiterhin ein internes Testprogramm, dessen Rückmeldungen in die Weiterentwicklung einfließen. Kompatibel sind Tesla Model 3, Y, S und X mit Bluetooth-PhoneKey. Für die einmalige Schlüsselanmeldung wird die NFC-Keycard des Fahrzeugs benötigt. An einer TeslaKee-App für das iPhone wird bereits gearbeitet.

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One Change A Week: Das tragen Startup-Gründer:innen aus Österreich zum Klimaschutz bei

In der wöchentlichen Serie „One Change A Week“ geht Markus Linder, Gründer von Inoqo und Impact-Investor, der Frage nach, welchen Beitrag wir als Konsumenten leisten können, um die negativen Folgen der Klima- und Biodiversitätskrise abzuschwächen. Hier ein Überblick über die vier Themenbereiche der ersten Staffel.

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