24.01.2022

Veganuary: Diese Startups für pflanzliche Ernährung aus Österreich solltet ihr kennen

In den letzten Jahren wurden in Österreich immer mehr Startups und Unternehmen gegründet, die Alternativen für eine rein pflanzliche Ernährung anbieten. Anlässlich des Veganuary – eine Initiative sich im Jänner einen Monat lang vegan zu ernähren – liefern wir euch einen Überblick über aufstrebende Startups am Markt.
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Alternativen zu tierischen Produkten boomen und sind seit langem kein Nischenthema mehr. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine rein pflanzliche Ernährung. Schätzungen der Statistik Austria leben in Österreich mittlerweile mehr als 100.000 Menschen vegan und rund 800.000 rein vegetarisch. Die treibende Kraft am Markt stellen allerdings die sogenannten Flexitarier dar, die einfach nur weniger Fleisch essen wollen.

Und der Markt für Fleischalternativen wächst. Die Beratungsfirma Boston Consulting Group spricht von einem Marktvolumen von 290 Milliarden US-Dollar bis 2035. Nicht zuletzt zeigen auch große Player am Markt, wohin die Reise geht. Beyond Meat machte 2020 einen Umsatz von gut 400 Millionen US-Dollar und der Haferdrink-Hersteller Oatly wird aktuell mit rund zehn Milliarden US-Dollar bewertet.

Neben diesen internationalen Playern gibt es auch in Österreich immer mehr Startups und Unternehmen, die sich mit ihren Produkten am Markt behaupten wollen. In den vergangenen Jahren etablierten sich zahlreiche Startups und schafften sogar den Sprung in den Einzelhandel, der teilweise sehr kapitalintensiv ist. Zudem gibt es bereits einige österreichische Startups, die sich aktuell in der internationalen Skalierung befinden. Auch VC-Investments in Millionenhöhe sind möglich, wie es das Wiener Startups Revo Foods mit seiner pflanzlichen Lachsalternative im vergangen Jahr beindruckend veranschaulicht hat.

Anlässlich des Veganuary wirft Brutkasten Earth einen Blick auf die heimische Startup-Landschaft und hat für euch eine Liste mit aufstrebenden Unternehmen zusammengestellt – angefangen von Early-Stage-Startups bis hin zu etablierten Playern am Markt.


Die Pflanzerei

Die Pflanzerei ist eine vegane Metzgereikette aus Wien. Bei ihrem Produkt rund um den “pflanzlichen Leverkas” setzen sie auf Genuss und authentischen Geschmack. Das Team rund um Gründerin Nadina Ruedl holt klassische österreichische Fleischprodukte auf die vegane Speisekarte und schafft mit dem “Gustl” im Vergleich zu tierischen Produkten eine Reduktion der CO2-Bilanz um 78 bis 89 Prozent. Zudem ist durch die Faktoren Regionalität und Saisonalität auch eine stärkere Kundennähe gegeben. Den veganen Leberkäse kann man online bestellen und in Wien vor Ort abholen. An weiteren Liefermöglichkeiten wird aktuell noch gearbeitet. Zudem wurde Die Pflanzerei im vergangenen Jahr zu den Top 10 Startups von greenstart gekürt, dem Accelerator des Klima- und Energiefonds.

(c) Die Pflanzerei

easyvegan

Das Salzburger Startup easyVegan hat die Linse für sich entdeckt. Mit Tiefkühlprodukten auf Linsen-Basis will das 2017 gegründete Startup eine pflanzliche Alternative zu Fleisch anbieten. Die auf Tellerlinsen basierenden Laibchen, Bällchen, Taler und Stäbchen sind auch im Lebensmitteleinzelhandel zu finden. Außerdem sind die Produkte gluten-, laktose- und palmölfrei sowie halal und koscher. Zudem sind die Produkte von easyvegan mittlerweile im österreichischen Einzelhandel erhältlich – angefangen von Billa über Spar bis hin zum Gastrogroßhändler Metro. Mit ihrer Idee wurden die beiden Gründer:innen Cassandra Winter und Martin Jager 2021 ebenfalls zu den Top-10 Startups von greenstart gewählt.

Cassandra Winter und Martin Jager von easyVegan | (c) easyVegan:

Keine Maerchen

Das oberösterreichische Startup Keine Maerchen verarbeitet überschüssige Bio-Karotten zu einer Räucherlachsalternative. Gründerin Magdalena Schwarzenlander weiß, dass neben dem hohen Fleischkonsum auch die Überfischung der Meere ein Problem darstellt. Dazu kommen zerstörte Ökosysteme und illegale Fischerei. Daher lässt sie mit Keine Maerchen Karotten wie Fisch schmecken. Kleine Filestücke des orangenen Gemüses werden in einer Mischung aus Leinöl und Algen eingelegt und erhalten so den typisch fischigen Geschmack.

Gründerin Magdalena Schwarzenlander | (c) keine Maerchen

Revo Foods

Das Wiener Food-Startup Revo Foods hat sich auf die Entwicklung einer pflanzlichen Alternative für Räucherlachs spezialisiert. Erst Anfang November erfolgte die Listung im österreichischen Einzelhandel – konkret ist der pflanzliche Lachs österreichweit in allen Billa Plus Filialen erhältlich. Zudem schaffte das Startup kurz vor Weihnachten die Listung im deutschen Einzelhandel und ist seitdem in über 70 Testmärkten bei Rewe Süd erhältlich. Neben Österreich und Deutschland wird das Produkt mittlerweile auch in kleineren Läden in Spanien und Dänemark vertrieben. Zudem konnte Revo Foods für das weitere Wachstum VC-Kapital in Millionenhöhe aufnehmen.

Das Gründerteam rund um Robin, Theresa und Manuel | (c) Revofoods

Swing Kitchen

Das familiengeführte Unternehmen Swing Kitchen hat sich zum Ziel gesetzt, traditionelles Fast Food durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. 100 Prozent vegan versteht sich dabei von selbst. 2015 von Charly & Irene Schillinger in Wien gegründet, verfügt das Unternehmen mittlerweile über 150 Mitarbeiter:innen und elf Restaurants in drei Ländern. Zudem beteiligte sich unter anderem der bekannte österreichische Investor Martin Rohla am Unternehmen.

Charly & Irene Schillinger gelten als Vorreiter der veganen Ernährung in Österreich | (c) Swing Kitchen

Tolstoy

Das Wiener Startup Tolstoy rund um Gründer Daniil Klubov hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt. Mit einem transparenten Franchise-Modell und einem eigens entwickelten IT-System soll Europas größte rein pflanzliche Restaurant-Kette entstehen. Die erste Gastro-Filiale eröffnete das Startup im Heberst 2020 in Wien, die zugleich als Prototyp für die internationale Skalierung dienen soll. Zudem hat Tolstoy im letzten Jahr Österreichs ersten veganen Automaten-Supermarkt eröffnet.

Tolstoy
Das Gründertrio von Tolstoy Rares Bacila (CTO), Daniil Klubov (CEO) und Oliva Tucek (Chef de Cuisine) v.l.n.r. | (c) Tolstoy

Vegan Cheffry

Das Grazer Startup Vegan-Cheffrey möchte veganes und nachhaltiges Kochen digital vereinfachen. Mit veganen Rezepten und smarten Funktionen wie einem berührungslosen Koch-Modus, einer automatisch generierten Kochliste sowie einem Wochenplan möchten die Gründer Menschen zum nachhaltigen und veganen Kochen bewegen. Zurzeit bietet Vegan Cheffrey seinen Nutzer:innen über 100 vegane Rezepte. Jede Woche sollen fünf weitere Rezepte dazukommen.

Das Vegan Cheffrey Gründer-Team | (c) Montage: brutkasten

Veganista

Veganista ist der Platzhirsch in Österreich, wenn es um veganes Eis geht. Den ersten Eisladen eröffneten die beiden Gründerinnen Cecilia Havmöller und Susanna Paller bereits im Jahr 2013 in Wien. Mittlerweile ist die Anzahl auf über zwölf Läden angestiegen, vor denen sich in den Sommermonaten teilweise lange Schlangen bilden. Zudem wurde Veganista in das Young & Urban-Programm von Spar aufgenommen und ist somit auch im österreichischen Einzelhandel erhältlich. Neben Eis aus Sojamilch bietet Veganista auch Eissorten aus Hafer-, Mandel-, Reis- oder Kokosmilch an.

Die Gründerinnen Cecilia Havmöller und Susanna Paller | (c) Veganista

VIFFFF (VIF4)

Das nächste Feelgoodfood von Viffff könnte demnächst auf deinem Teller landen. Das Grazer Startup möchte vegane und glutenfreie Speisen als warme und schnelle Mahlzeiten in Supermärkte bringen. Mit ihrer Idee möchten die Gründer:innen nachhaltig, umweltschonend, regional und leistbar ihre relativ eng gewählte Zielgruppe bedienen. Optisch erinnert das Essen an einen Schwamm. Tatsächlich werden die Viffff-Knödeln aus Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten hergestellt. Zurzeit führen die Co-Founder noch eine Crowdfunding-Kampagne durch. Schon bald sollen Kund:innen die Swamm-Knödel in vier Geschmacksrichtungen in Mikrowellen-geeigneten und biologisch abbaubaren Verpackungen aus Zellulose im Lebensmitteleinzelhandel kaufen können.

Das Gründer-Duo Neena Gupta-Biener und Johannes Biener | (c) VIFFFF

Dein Lieblings Startup, das sich mit pflanzlichen Alternativen beschäftigt, fehlt auf dieser Liste? Dann schreib uns gerne unter [email protected]

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Manuel Prohaska ist Gründer von MPC² | (c) LA-Cinematics / MPC²

Es ist eines dieser Themen, mit denen sich Normalverbraucher:innen im Alltag zwar nicht beschäftigen, die aber letztlich indirekt alle betreffen: Korrosionsprüfung. Oder sehr vereinfacht gesagt: Rohre müssen leckagefrei sein und bleiben, vor allem dort, wo nicht nur sinnbildlich mit Hochdruck gearbeitet wird.

Doch die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit kritischer Komponenten bei bestehenden Anlagen ist mit dem derzeitigen Standard-Prozedere schwierig bis schlicht unmöglich. „Die regelmäßige Korrosionsprüfung ist in manchen Märkten und Anwendungen verpflichtend, kann jedoch verlässlich nur im Labor durchgeführt werden. Dazu müssen Bauteile ausgebaut werden, was teilweise einfach nicht möglich ist. Daher behilft man sich oft mit separaten ‚Qualifizierungsstücken‘, vor allem während der Fertigung der Komponenten. Und dann dauert die Überprüfung im Labor mindestens eine, oftmals bis zu sechs Wochen“, sagt Manuel Prohaska, Gründer des steirischen Startups MPC².

Korrosionsprüfung direkt vor Ort in Stunden statt Wochen

Mit dem patentierten System „Corrosion Ray“ arbeiten er und sein Team an einer Lösung. „Wir versuchen, die Korrosionsprüfung zu revolutionieren, indem wir sie zum Kunden bringen, anstatt der Kunde die Proben zu uns ins Labor“, sagt Prohaska. Mit dem mobilen Gerät lassen sich Rohre und insbesondere deren Schweißnähte ohne Beschädigung direkt vor Ort prüfen. „Wir nutzen dazu elektrochemische Methoden und liefern Ergebnisse, die qualitativ und vor allem quantitativ Laborergebnissen entsprechen“, so der Gründer.

Nicht nur die Überprüfungszeit lasse sich damit von Wochen auf Stunden reduzieren. „Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Wir sparen mit der Methode im Vergleich zur konventionellen Auslagerungsprüfung 99 Prozent der Energie, brauchen kaum Chemikalien und deutlich weniger Wasser“, sagt Prohaska. Für Kunden sei aber der finanzielle Aspekt am entscheidendsten. „Bei großen Anlagen bedeutet ein Tag Ausfall sechs- bis siebenstellige Einbußen“.

„Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit“

Prohaska weiß sehr genau, wovon er spricht. In seinen früheren beruflichen Stationen baute der studierte Werkstoff- und Korrosionswissenschaftler nicht nur genau die fachliche Expertise auf, die er jetzt mit MPC² umsetzt. Als Geschäftsführer von Betrieben mit mehreren Hundert Mitarbeiter:innen lernte er auch die betriebswirtschaftliche Seite genau kennen.

(c) LA-Cinematics / MPC²

Aktuell befindet sich „Corrosion Ray“ aber noch im fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Die Technologie dahinter nicht: Schon jetzt setzen mehrere Stahlkonzerne, Komponenten-Hersteller und Chemie-Riesen, die auch die Zielgruppe für das neue System sind, auf die bestehenden Korrosionsprüfungs-Angebote von MPC² – teilweise mit sechsstelligen Auftragseingängen. „Wir haben einen speziellen Prüfstand, mit dem wir unsere Methode auch mit konventionellen Korrosionsprüfungen vergleichen. Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit, als mit den alten Methoden, die lange dauern und gleichzeitig relativ ungenau sind“, so Prohaska.

Mit Predictive Maintenance auf den Weltmarkt

Momentan ist das Angebot mit diesem Prüfstand noch der lukrativste Geschäftsbereich des Unternehmens. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis 2035 will MPC² auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz anwachsen. Davon soll „Corrosion Ray“ laut Plan 65 bis 70 Prozent bringen. Technologisch soll dann der Bereich Predictive Maintenance im Zentrum stehen. „Wir können Kunden schon jetzt sehr genau sagen, wo es in ein paar Jahren Probleme beim Material geben wird. Mit den Daten, die wir jetzt dazu sammeln, wollen wir diese Lebensdauer-Vorhersage mit Hilfe von KI künftig noch deutlich präziser machen“, erklärt Prohaska.

Um diese Ziele umzusetzen, will das vierköpfige Team in einem ersten Schritt 600.000 Euro Investment-Kapital aufnehmen, mit dem die Kleinserienfertigung von „Corrosion Ray“ aufgebaut werden soll. „Wir halten schon jetzt Ausschau nach strategischen Investoren. Noch wichtiger werden die, wenn es in einigen Jahren an die große Produktion geht“, sagt der Gründer. Dann sei auch eine größere Kapitalrunde geplant.

aws als größter Fördergeber – „sonst wären wir nicht so weit gekommen“

Bislang finanziert sich das Unternehmen aus den eigenen Umsätzen und aus Förderungen. Dank der hohen Auftragseingänge werden kommendes Jahr die Unternehmenseinnahmen erstmals den Förderbetrag übersteigen. Dennoch sei man noch auf die Fördergelder angewiesen. „Den mit Abstand größten Anteil beim Fördervolumen hatten die Programme aws Preseed und aws Seedfinancing – Deep Tech“, erzählt Prohaska. „Das war extrem wichtig, sonst wären wir nicht so weit gekommen.“ Dabei betont der Gründer auch das Service: „Wenn man etwas gebraucht hat, waren sie immer da.“


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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