04.02.2026
STUDIE

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

Keine andere Technologie stellt die Welt derzeit so auf den Kopf, wie Künstliche Intelligenz. Unternehmen erwarten sich durch den Einsatz vor allem Effizienzsteigerungen und Umsatzwachstum. Nur wenige sind aber auch bereit, ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen, wie eine Deloitte-Studie zeigt.
/artikel/ki-unternehmen-nicht-bereit-geschaeftsmodell-anzupassen
KI, Deloitte
© Deloitte/feelimage - Bernhard Göbl und Christa Janhsen von Deloitte.

Mit dem aktuellen „The State of AI in the Enterprise“-Report gibt Deloitte erstmals einen Einblick in die vielfältigen Anwendungsbereiche von Artificial Intelligence (AI) im Unternehmensumfeld. Die Studie, für die über 3.000 Führungskräfte weltweit befragt wurden – darunter auch 50 aus Österreich – zeigt: KI ist in der Wirtschaft längst angekommen. Aber: Beim Übergang von der Pilotphase hin zum täglichen, wertschöpfenden Einsatz sei es noch ein Weg.

Vier von zehn nutzen KI im Arbeitsalltag nicht

„Laut unserer Umfrage hat sich der Zugang zu AI für Mitarbeitende in Unternehmen innerhalb eines Jahres um 50 Prozent erhöht. Das ist ein rasanter Anstieg und im Sinne des Fortschritts grundsätzlich erfreulich“, erklärt Bernhard Göbl, Partner im Bereich Technology & Transformation bei Deloitte Österreich. „Die schlechte Nachricht dabei: Vier von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern setzen die Technologie im Arbeitsalltag noch gar nicht ein. Viel Innovationspotenzial bleibt hier also noch ungenützt.“

Während AI in Unternehmen bereits jetzt zu weitreichenden Effizienz- und Produktivitätssteigerungen führe, ließen die Vorteile der Technologie in anderen Bereichen hingegen auf sich warten. So gilt etwa das Umsatzwachstum durch den Einsatz von AI derzeit noch als Ziel für die Zukunft.

Neue Aufgaben

„74 Prozent der Unternehmen hoffen darauf, ihren Umsatz durch den Einsatz von AI in Zukunft zu steigern, 20 Prozent konnten dies bereits erreichen“, weiß Göbl. „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es beim Erfolg von AI nicht nur um Effizienzsteigerung und Umsatzwachstum geht, sondern vor allem auch um strategische Differenzierung und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.“

Der erfolgreiche Einsatz von AI stellt Unternehmen zudem vor die Aufgabe, ihre Arbeitsweisen und Prozesse anzupassen. Dabei wählen sie unterschiedliche Zugänge. Während rund ein Drittel (34 Prozent) AI zum Anlass nimmt, um Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern, gestaltet ein weiteres Drittel (30 Prozent) zwar wichtige Prozesse im Hinblick auf die Technologie neu, hält aber am bestehenden Geschäftsmodell fest, so eine Erkenntnis der Studie. Weitere 37 Prozent nutzen AI vor allem oberflächlich und nehmen nur geringe oder gar keine Änderungen an bestehenden Abläufen vor.

„Der Einsatz von AI kann für Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen hilfreich sein. Wenn Unternehmen AI aber nicht tiefgreifend in ihr Geschäftsmodell integrieren, laufen sie Gefahr, von Wettbewerbern überholt zu werden. Traditionelle, lineare Skalierungsmodelle müssen überwunden werden. Agilität ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Göbl.

KI fordert Anpassung der Unternehmensstruktur

Neben der strategischen Einbindung von AI in das Geschäftsmodell sei vor allem die Anpassung der Unternehmensstruktur an die neue Technologie – die sogenannte Governance – der entscheidende Erfolgsfaktor. Besonders wichtig dabei: Datenschutz und -sicherheit bereiten einem Großteil der Unternehmen (73 Prozent) Kopfzerbrechen. Und auch hinsichtlich geistigen Eigentums und Regulatorik (50 Prozent) gebe es noch viele offene Fragen.

„Die Governance ist das Fundament von Innovation und Voraussetzung für eine erfolgreiche Skalierung von AI. Unternehmen sollten diesbezüglich eine strategische Herangehensweise wählen und diese bereits jetzt implementieren, um für die Zukunft vorbereitet zu sein“, sagt Christa Janhsen, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Es geht vor allem darum, AI sicher und im regulatorischen Rahmen anzuwenden und damit das Vertrauen der Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie sonstigen Stakeholder in den sicheren Umgang mit AI zu stärken.“

Deine ungelesenen Artikel:
25.08.2026

„Die Gebäude von 2050 stehen schon“: Wiener Startup druckt Sandfassaden für die Altbausanierung

Das 2024 gegründete Wiener Startup Joyh nutzt 3D-Druck, um historische Gründerzeithäuser mit Sandfassaden thermisch zu sanieren. Das modulare System soll die Architektur erhalten, den Energieverbrauch senken und langfristig als Software-Abo skalieren.
/artikel/die-gebaeude-von-2050-stehen-schon-wiener-startup-druckt-sandfassaden-fuer-die-altbausanierung
25.08.2026

„Die Gebäude von 2050 stehen schon“: Wiener Startup druckt Sandfassaden für die Altbausanierung

Das 2024 gegründete Wiener Startup Joyh nutzt 3D-Druck, um historische Gründerzeithäuser mit Sandfassaden thermisch zu sanieren. Das modulare System soll die Architektur erhalten, den Energieverbrauch senken und langfristig als Software-Abo skalieren.
/artikel/die-gebaeude-von-2050-stehen-schon-wiener-startup-druckt-sandfassaden-fuer-die-altbausanierung
Oliver Hamedinger und Jade Bailey, Gründungsduo von Joyh © Joyh Design OG

Ein Spaziergang durch die Wiener Innenstadt oder den Gürtel genügt: Stuckfassaden, hohe Fenster, verzierte Erker – jene Gründerzeithäuser, wegen derer jährlich Millionen Tourist:innen nach Wien kommen. Fast alle sind heute begehrte Wohnadressen. Dasselbe Bild findet sich auch in vielen anderen europäischen Städten wieder, von Paris bis Berlin.

Doch während die Gebäude nach außen mit ihrer Schönheit glänzen verbirgt sich im Inneren ein Energieeffizienz-Alptraum. Rund 80 Prozent der österreichischen Gebäude stammen aus der Zeit vor der ersten OIB-Wärmeschutzrichtlinie, und liegen großteils in einer der schlechtesten Energieklassen. Die Sanierungsrate lag zuletzt bei 1,2 Prozent, denn aufgrund der Fassadenerhaltung scheitert es meist an der Genehmigung. Genau hier will das Wiener Startup Joyh ansetzen. Mit Sandfassaden aus dem 3D-Drucker will man die Gründerzeithäuser energietechnisch in die Neuzeit holen.

Designideen der dämmenden, 3D-gedruckten Fassaden © Joyh Design OG

Ideenfindung auf der Dubai Design Week

Die Idee dazu entstand zufällig: 2023 druckten und gestalteten die beiden Gründer:innen eine Sandskulptur für die Dubai Design Week. Tagelang stand sie in praller Sonne im Freien. „Wir haben gemerkt, dass sie sich beim Anfassen gar nicht aufgeheizt hat“, erzählt Mitgründer Oliver Hamedinger.

Der Grund liegt in der Porosität des Materials: „Der beste Wärmedämmstoff ist Luft“, erklärt Hamedinger – und 3D-gedruckter Sand enthält davon mehr als Beton oder Ton. Mit dieser Erkenntnis in der Tasche gründeten Oliver Hamedinger und Jade Bailey 2024 ihr Sanierungsstartup mit einer klaren Haltung: „Die Gebäude von 2050 stehen schon. Wir müssen nur einen neuen Weg finden, sie zu sanieren“, sagt Co-Founderin Bailey.

Die 3D-gedruckte Skulptur aus Sand auf der Dubai Design Week © Joyh Design OG

Ein Bauteil statt vieler Schichten

Joyh setzt hier mit seinem System „Brian“ an: mineralische Bauteile, gedruckt per Binder-Jetting aus Sand – demselben Verfahren, mit dem sonst Formen für den Stahlguss entstehen. Aktuell arbeitet man für den Druck der einzelnen Fassadenteile mit der voestalpine Foundry Group zusammen, die über die nötigen Maschinen verfügt.

Für die Sanierung wird die Fassade zuvor digital gescannt. So entsteht auch ein digitaler Zwilling, der vor allem bei Reparaturen interessant wird. Die einzelnen Fassadenelemente sind laut Hamedinger rund 12 bis 15 Kilogramm schwer“ die Größe, die ein Bauarbeiter allein auf der Baustelle handhaben darf“ und werden ohne Kleber ineinandergesteckt. Das ermöglicht laut Gründerduo nicht, nur eine simple Anbringung sondern auch einen separaten Austausch.

Eine vollständige thermische Sanierung kostet aktuell 600 bis 800 Euro pro Quadratmeter. Das ist zwar mehr als klassisches WDVS (Wärmedämmverbundsystem), eine mehrschichtige Konstruktion an der Außenseite von Gebäuden, die zur effektiven Wärmedämmung dient, für Gründerzeitfassaden, durch die ganzheitlich benötigte Abtragung allerdings ungeeignet. „Ein großer Teil des Wiener Altbestands fällt aus der Sanierungslogik heraus, weil die üblichen Systeme dort nicht infrage kommen. Genau diese Gebäude wollen wir erreichen“, sagt Mitgründerin Jade Bailey.

Erster Prototyp beim Ars Electronica Festival 2025: Die größte selbsttragende Wand aus 3D-gedrucktem Sand. © Joyh Design OG

Software soll skalieren

Die operative Sanierung soll allerdings nicht bei Joyh bleiben. Skalieren will man hingegen über die dazugehörige Plattform „D2P“, die aktuell aus den Gebäudedaten die fertigungsfertige Druckdateien erzeugt. Diese soll langfristig als Abo-Modell an Architekt:innen und Fertigungspartner:innen weltweit lizenziert werden. „Ein Produkt kann man kopieren. Ein System, das mit jedem Projekt dazulernt, nicht“, sagt Hamedinger.

Von Architektur und Technik zum Startup

Hamedinger bringt technisches Know-how mit, unter anderem aus seiner Zeit bei Siemens, Bailey ist ausgebildete Architektin mit Erfahrung in Österreich, Deutschland, Großbritannien und den USA. Finanziert haben die beiden ihr Startup bislang aus mehreren Quellen: Rund 30.000 Euro brachten sie privat ein, dazu kam eine FFG-Patentförderung. Zuletzt sicherte sich das Team 202.000 Euro aws-PreSeed-Deep-Tech-Förderung und gewann das nationale Finale des ClimateLaunchpad Austria.

Bevor ihr System auf reale Fassaden kommt, muss es sich noch durch Brandschutz-, Statik- und Frost-Tau-Prüfungen beweisen, erste Pilotprojekte sind für Anfang 2027 geplant. „Der eigentliche Test kommt erst, wenn wir es auf echte Fassaden bringen“, sagt Bailey. Ab Mitte desselben Jahres will das Gründerduo zusätzlich strategische Investor:innen an Bord holen.

Erster Prototyp-Scan eines Ornaments an einem Wiener Altbau © Joyh Design OG
Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

KI: Unternehmen nicht bereit Geschäftsmodell anzupassen