10.10.2024
INVESTMENT

Easelink: 1,5 Mio. Euro Investment von Verbund X Ventures für Grazer Startup

Verbund X Ventures will das auf automatisiertes E-Auto-Laden spezialisierte Grazer Startup Easelink nicht nur finanziell unterstützen.
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(c) Easelink

In den vergangenen Jahren sorgte das Grazer Startup Easelink immer wieder für brutkasten-Schlagzeilen. Mit seiner „Matrix Charging“-Technologie für automatisiertes, konduktives Laden von E-Autos, konnte es nicht nur im Heimatmarkt, sondern vor allem auch im chinesischen Markt überzeugen. In Wien und Graz wird die Technologie etwa im Projekt „eTaxi Austria“ für das Laden von E-Taxis genutzt. In China brachte sich das Unternehmen sogar als Lieferant der Standard-Lade-Lösung für das ganze Land ins Spiel, wie brutkasten berichtete.

Neuerliches Millioneninvestment

Seine Ambitionen unterstrich Easelink auch mit dem Abschluss einer 8,3 Millionen Euro schweren Series-A-Finanzierungsrunde im Jahr 2022 – brutkasten berichtete. Nun holte sich das Grazer Startup weiteres Kapital. Verbund X Ventures, der Corporate VC des Energieanbieters Verbund, investiert 1,5 Millionen Euro in das Unternehmen. Die Zusammenarbeit mit dem Startup soll aber über das rein Finanzielle hinausgehen. Das Geld soll für die weitere Internationalisierung und die Weiterentwicklung der Technologie genutzt werden. „Das Investment unterstützt Easelink beim Ausbau internationaler Kundenbeziehungen mit Automobilherstellern und bei der Weiterentwicklung des globalen Industriestandards“, heißt es von Seiten des Unternehmens.

(c) Easelink

Bei der aktuellen Runde handelt es sich um ein Einzelinvestment von Verbund X Ventures. Erst im September gab es für das Startup eine vorgelagerte Finanzierungsrunde mit Angel- und Bestandsinvestoren sowie Industry Advisors. Zudem wurde ein Advisory Circle gegründet, dem künftig Axel Strotbek (ehemaliger CFO der AUDI AG), Konstantin Neiß (R&D Mercedes AG) und Thomas Dauner (ehemaliger Senior Partner and Global Lead of Industrial & Automotive Goods Practice bei Boston Consulting Group) angehören. Aktuell befindet sich Easelink in Vorbereitung einer Series-B-Finanzierungsrunde.

„Easelink verfolgt ein hohes Ambitionsniveau mit einer potenziell disruptiven Technologie, entwickelt in Österreich. Diese Innovation passt zu unserer Strategie, disruptive Technologien zu fördern. Besonders wichtig ist uns eine enge Zusammenarbeit mit Easelink, um das Unternehmen bei der Skalierung und Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle zu unterstützen“, kommentiert Franz Zöchbauer, Geschäftsführer bei Verbund X Ventures.

Und Michael Strugl, CEO Verbund AG, meint: „Die automatisierte Ladelösung von Easelink bietet das Potenzial, die Elektromobilität maßgeblich zu unterstützen und den Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem zu beschleunigen.“ Mit dem Investment leiste man „einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung im europäischen Raum, indem wir innovative, kundenorientierte Lösungen im Bereich der Elektromobilität weiterentwickeln“.

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(c) x-tention / syndena

In den Kliniken liegt medizinisches Wissen aus Jahrzehnten überwiegend als Freitext vor. Für systematische Auswertungen und Forschung ist es damit nur mit erheblichem manuellem Aufwand nutzbar. Genau hier setzt syndena an: Das Unternehmen wandelt gewachsene klinische Dokumentation über einen KI- und NLP-gestützten Prozess mit menschlicher Qualitätssicherung in eine konsistente, interoperable Datenbasis um. Die so entstehenden Real World Data sollen laut Aussendung klinische Forschung und Versorgungsanalysen unterstützen, ohne die klinische Beurteilung zu ersetzen. Möglich werden sollen dadurch ein besseres Verständnis der Wirksamkeit von Therapien in der Versorgung sowie eine breitere Patientenrepräsentation.

Health-IT-Gruppe mit rund 850 Beschäftigten

Mit der nun verkündeten Mehrheitsübernahme erweitert x-tention sein Lösungsportfolio im Umfeld klinischer Daten. Die 2001 von Herbert Stöger gegründete Gruppe ist tief im Bereich Gesundheits-IT verankert: Sie deckt unter anderem Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Heute beschäftigt x-tention rund 850 Mitarbeiter:innen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie in einem Office im Silicon Valley. Erst im Mai berichtete brutkasten über das von x-tention mitgegründete Cybersecurity-Startup SecurITe, das eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich abschloss (brutkasten berichtete).

syndena bleibt in Innsbruck verankert

Der Hauptsitz von syndena bleibt laut Aussendung in Innsbruck, auch Forschung und Entwicklung sollen weiterhin von Tirol aus vorangetrieben werden. Zugleich soll die Partnerschaft dem Unternehmen die überregionale und internationale Skalierung der Technologie ermöglichen. Zu Kaufpreis und genauer Beteiligungshöhe machen die Unternehmen keine Angaben.

Vorbereitung auf den European Health Data Space

Hintergrund der Beteiligung ist der European Health Data Space (EHDS): Ab 2029 gelten erste zentrale Bestimmungen, darunter Regeln für die Sekundärnutzung der meisten Kategorien elektronischer Gesundheitsdaten. x-tention will österreichische Gesundheitseinrichtungen nach eigenen Angaben frühzeitig anschlussfähig an den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.

„Gesundheitsdaten sind das wertvollste und sensibelste Gut im System. Mit dem European Health Data Space rückt der verantwortungsvolle Umgang damit jetzt europaweit in den Fokus, und genau dafür holen wir syndena an Bord“, sagt Herbert Stöger, Geschäftsführer von x-tention.

Datenhoheit bleibt bei den Einrichtungen

Die Datenverarbeitung erfolgt laut den Unternehmen pseudonymisiert, die Datenhoheit verbleibt demnach bei der jeweiligen Einrichtung: Für Forschung und multizentrische Auswertungen werden Daten nur nach deren Freigabe bereitgestellt. Auf dieser Grundlage sollen auch Kooperationen mit Forschungs- und Life-Science-Partnern stattfinden. x-tention positioniert die Beteiligung zudem ausdrücklich als Gegenmodell zur Abhängigkeit von außereuropäischen Datenplattformen: europäisch, DSGVO-nativ und auf souveräner IT-Infrastruktur basierend.

„In den Krankenhäusern liegt ein jahrzehntelanger Wissensschatz, der bisher nur mit erheblichem Aufwand nutzbar ist. Wir machen ihn für Versorgung und Forschung systematisch nutzbar, ohne dass die Einrichtungen die Kontrolle über ihre Daten verlieren“, sagt Roman Weger, CEO von syndena.

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