05.10.2022

Aktienbruchteile: Trade Republic ermöglicht Investieren für jedes Budget

Der deutsche Neobroker Trade Republic möchte Investieren für alle zugänglich und einfach machen. Nun hat das Unternehmen ein neues Produkt in sein Portfolio integriert, das die Mission des FinTechs unterstützt.
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Neobroker Trade Republic erweitert sein Angebot © Wirestock/AdobeStock
Neobroker Trade Republic erweitert sein Angebot © Wirestock/AdobeStock

Ab Mittwoch, den 05.10.2022 bietet der deutsche Neobroker Trade Republic die Möglichkeit, dass Bruchteile von Aktien und ETFs zu den gleichen Spreads und zum gleichen Kurs wie ganze Aktien gehandelt werden. “Mit Aktienbruchteilen können Anleger:innen ihr Portfolio weiter diversifizieren, da nun auch Aktien mit hohen Preisen für kleinere Budgets möglich sind”, erklärt Trade Republic über das Update. Damit wollen sie ihre Mission weiter verfolgen, das Sparen am Kapitalmarkt für alle einfacher und zugänglicher zu machen. 

Investieren einfach gemacht

Mit ihrem Angebot versteht sich das Unternehmen als „das neue Sparbuch„. Die Idee des neuen Produkts: Anleger:innen soll somit eine breite Diversifizierung und der Zugang zu sämtlichen Vermögenswerten ermöglicht werden. 

Aktien entsprechend des eigenen Budgets

“Mit der Einführung von Aktien- und ETF-Bruchteilen treiben wir die Demokratisierung des Vermögensaufbaus für alle Menschen weiter voran. Aktienbruchteile ermöglichen allen, am Erfolg von hoch bewerteten Unternehmen wie Tesla, Adyen oder Booking.com zu partizipieren”, meint Christian Hecker, Gründer von Trade Republic. Schließlich seien die hohen Aktienpreise laut Hecker eine der Hauptgründe, weshalb Menschen nicht investieren würden.

Da viele das Gefühl hätten, nicht ausreichend Geld investieren zu können, wolle Trade Republic mit seinem neuen Angebot einen leichteren Zugang bieten und dieses Problem mit dem Handel von Aktienbruchteilen ändern. “Wir machen den Anleger:innen den Einstieg in Aktien und ETFs noch leichter: Unsere Kund:innen können nun jede Aktie entsprechend ihres Budgets erwerben”, so Hecker.

Beim neuen Angebot sei zudem zu beachten, dass Kund:innen nicht nur die zugrunde liegende Aktie besitzen, sondern auch Dividenden erhalten würden und die Bruchstücke außerdem Teil des Sondervermögens seien. “Der Handel erfolgt zum gleichen Spread wie die Ausführung der Transaktion mit einer ganzen Aktie”, meint Trade Republic. Mit aktuell mehr als 280 Millionen Kund:innen in sechs verschiedenen Ländern Europas möchte das Unternehmen kontinuierlich sein Produktportfolio erweitern.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.

Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.

Bei der SPÖ nicht durchzubringen

Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“

Für Zehetner „nächster logischer Schritt“

On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.

Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion

Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.

„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.

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