01.04.2022

Time100-Liste: Too Good To Go zählt zu den 100 einflussreichsten Unternehmen 2022

Im August 2019 startete das dänische Unternehmen in Österreich erstmalig mit seiner App gegen die Lebensmittelverschwendung und verzeichnete seither ein rasantes Wachstum. Nun gab's eine Auszeichnung: Die Liste der Time100 "Most Influential Companies" hebt die 100 Firmen hervor, die weltweit einen außergewöhnlichen Einfluss haben.
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Mette Lykke ist CEO von Too Good To Go
Mette Lykke, CEO Too Good To Go | © Too Good To Go

Too Good To Go wurde für ihre Arbeit zur Lösung des globalen Problems Lebensmittelverschwendung mit einem Platz auf der Time100-Liste der einflussreichsten Unternehmen des Jahres ausgezeichnet. Aktuell ist die dänische App in 17 Ländern aktiv und seit August 2019 in Österreich vertreten. Für die Erstellung der Time100-Liste nominierten Branchenexpert:innen auf der ganzen Welt Unternehmen aus verschiedenen Bereichen – von Gesundheit und Unterhaltung bis hin zu Transport und Technologie. Anschließend wurden sie von der Time-Redaktion nach Schlüsselfaktoren wie Relevanz, Einfluss, Innovation, Führung und Erfolg bewertet.

Bereits eine Million Nutzer:innen in Österreich

Die Nominierung erhält Too Good To Go für seinen direkten Impact auf Lebensmittelverschwendung durch die App, die Konsument:innen mit Betrieben mit überschüssigem Essen verbindet. Auch in Österreich arbeitet das 40-köpfige Team landesweit mit Betrieben wie Spar, Figlmüller, Der Bäcker Ruetz oder Aida zusammen und zählt über eine Million registrierte Nutzer:innen (brutkasten berichtete). Darüber hinaus führt das Unternehmen Projekte in Kooperation mit Entscheidungsträger:innen, damit Lebensmittel nicht im Müll landen, wie etwa der Zusatz zum Mindesthaltbarkeitsdatum „Oft Länger Gut“ auf Lebensmittelverpackungen.

„Wie Unternehmen ihren Einfluss nutzen?“

„Seit unserer Gründung hat sich die Diskussion von der Frage, wie wir Sinn und Gewinn in Einklang bringen, zu der Frage hin entwickelt, wie Unternehmen ihren Einfluss nutzen können, um sinnvolle Veränderungen zu bewirken“, hebt Mette Lykke, CEO von Too Good To Go hervor. „Diese Anerkennung ist nicht nur unserem gesamten Team zu verdanken, sondern auch unseren Partnern und Nutzerinnen und Nutzern. Wir sind privilegiert, mit mehr als 100.000 engagierten Partnern und Millionen von Userinnen und Usern weltweit zusammenzuarbeiten, um jeden Tag Lebensmittel zu retten.“

Die Liste der einflussreichsten Unternehmen von Time ist eine Erweiterung der jährlichen Liste der einflussreichsten Menschen der Welt – die vollständige Liste kann hier eingesehen werden.

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(v.l.) Peter Hajek, Monika Köppl-Turyna, Lisa-Marie Fassl und Markus Raunig © Tobias Gärtner

Wie steht es um das Interesse an der Selbstständigkeit in Österreich? Eine Online-Befragung von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft liefert dazu aktuelle Daten. Im Befragungszeitraum vom 22. Mai bis 8. Juni 2026 wurden insgesamt rund 1.500 Personen der österreichischen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt. Die Zahlen zeigen, wie stark das direkte Umfeld die Neigung zum Unternehmertum in Österreich prägt.

Der „Eltern-Effekt“ als zentraler Einflussfaktor

Der zentralste Befund der Untersuchung liegt in der familiären Prägung: Der Wunsch und die konkrete Absicht zu gründen gehen laut den Studiendaten maßgeblich mit der unternehmerischen Tätigkeit der eigenen Eltern einher. Insgesamt geben 20 Prozent der Befragten an, mindestens einen selbstständigen oder unternehmerischen Elternteil zu haben. Laut Umfrage verändert diese Erfahrung die Haltung grundlegend: Während sich ohne unternehmerischen Hintergrund lediglich 27 Prozent der Befragten eine Gründung grundsätzlich vorstellen können, steigt dieser Wert bei Personen mit unternehmerischem Elternhaus auf 47 Prozent.

Noch drastischer unterscheidet sich die konkrete Planung: Bei Befragten ohne unternehmerische Eltern geben derzeit nur 7 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate konkret eine Gründung zu planen. Hat mindestens ein Elternteil ein Unternehmen geführt oder gegründet, springt diese Gründungsabsicht auf 18 Prozent, also mehr als das Doppelte. Das Elternhaus senkt somit laut Studie die subjektiven Hürden von der bloßen Vorstellung hin zur konkreten Absicht.

Eklatanter Mangel an sichtbaren Vorbildern im Alltag

Dass die familiäre Herkunft in den Daten eine so dominante Rolle spielt, deckt sich mit einem deutlichen Mangel an sichtbaren Alternativen im öffentlichen Raum. Laut Umfrage fällt fast der Hälfte der Gesamtbevölkerung (49 Prozent) spontan kein einziger Name einer Unternehmerin oder eines Unternehmers ein.

Unter den Befragten zwischen 16 und 29 Jahren geben sogar 60 Prozent an, niemanden nennen zu können. Werden überhaupt Namen genannt, handelt es sich meist um prominente Großunternehmer wie Mateschitz (13 Prozent), Haselsteiner (5 Prozent), Benko (3 Prozent), Swarovski (3 Prozent) oder Elon Musk (2 Prozent). Greifbare Vorbilder aus dem alltäglichen Leben fehlen in der Wahrnehmung vieler Befragter.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung: Wer im unternehmerischen Umfeld aufwächst oder entsprechende Kontakte hat, würde im Falle eines Gründungsvorhabens eine nahestehende Person laut Eigenangabe mit 37 Prozent mehr als doppelt so oft aktiv bestärken wie Personen ohne dieses Umfeld (17 Prozent).

Breiter Ruf nach Wirtschaftsbildung an Schulen

Unterstützung aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Faktor, doch soll er laut den Befragten nicht der einzige sein, der über die berufliche Zukunft entscheidet, wie sich aus weiteren Ergebnissen ablesen lässt. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits in der Schule stärker lernen sollten, wie man Unternehmen gründet oder führt. Zudem hätten sich 75 Prozent selbst mehr praktische Wirtschaftsbildung gewünscht.

Für Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, liefern die Befragungsergebnisse deshalb einen klaren Auftrag an die Bildungspolitik. Seine zentrale These formuliert Raunig bei der heutigen Pressekonferenz als Kernversprechen der Stiftungsarbeit: „Unsere Überzeugung als Stiftung lautet: Es darf nicht davon abhängen, was für Eltern oder welches Umfeld man hat, ob man unternehmerisch tätig wird oder nicht.“

Durch praxisnahe Schulprogramme, den Aufbau eigener Medienkanäle zur Veranschaulichung des unternehmerischen Alltags und die gezielte Sichtbarmachung nahbarer Vorbilder soll dieses Herkunfts-Delta geschlossen werden.

Wachstumsorientierte Startups als echter Jobmotor

Aus volkswirtschaftlicher Sicht kommt es jedoch nicht bloß auf die reine Anzahl an Gründungen an, sondern auf deren Qualität, das betont Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Die auch als Vorstandsmitglied der Stiftung agierende Wirtschaftsforscherin hebt hervor, dass vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen als entscheidender Motor für Beschäftigung und Innovation wirken und überproportional viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Auf der Pressekonferenz spitzte Investorin und Stiftungs-Vorstandsmitglied Lisa-Marie Fassl die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Haltungswende zu: „Das einzige, was uns hilft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben als Standort, ist Innovation. […] Es muss gesamtgesellschaftlich gesehen einfach wieder sexy sein, einen Beitrag zu leisten. Wir leben in einem Land mit einer massiven Vollkaskomentalität, wo man darauf wartet, dass irgendwer etwas für einen richtet.“

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