18.02.2026
CYBERSECURITY

Mit Blick auf NISG 2026: techbold geht Partnerschaft mit Cyber Trust Austria ein

Techbold geht eine Partnerschaft mit der Cyber Trust Austria ein. Gemeinsam will man mittelständische Unternehmen bei regulatorischen Herausforderungen unterstützen.
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V.l.n.r.: Ralph Scott-Wenighofer, CSO techbold; Mathias Mödler, CTO techbold; Thomas Stubbings, Geschäftsführer der Cyber Trust Services GmbH. | © techbold/Marin Lazarov

Lange lässt techbold heuer nicht auf erste Neuigkeiten warten. Wer das Wachstum des 2015 gegründeten IT-Dienstleisters verfolgt, hätte durchaus mit einer weiteren Übernahme rechnen können. Insgesamt 18 Unternehmen hat techbold seit seiner Gründung akquiriert und in die Techbold Secure IT GmbH integriert (brutkasten berichtete).

Sicherheitsniveau bei KMU erhöhen

Diesmal jedoch steht keine Expansion durch Zukauf im Vordergrund, sondern eine strategische Partnerschaft: Gemeinsam mit Cyber Trust Austria will techbold Unternehmen auf verschärfte regulatorische Anforderungen vorbereiten. 

Ziel der Zusammenarbeit sei es, “kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gezielt bei der Umsetzung regulatorischer Cybersecurity-Anforderungen – insbesondere im Hinblick auf das NISG 2026 [Anm.: kurz für Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz] – zu unterstützen und deren Sicherheitsniveau nachhaltig zu erhöhen”, heißt es in einer Presseaussendung.

„Das Cyber Trust Austria Label ermöglicht Unternehmen, nach außen sichtbar zu machen, dass Cybersicherheit einen hohen Stellenwert in ihrer Organisation hat und essenzielle Maßnahmen umgesetzt wurden“, erklärt Mathias Mödler, CTO von techbold. „Das zugrunde liegende Assessment ist eine hervorragende Vorbereitung auf die Anforderungen des NISG 2026 und unterstützt Unternehmen dabei, strukturiert und effizient Compliance herzustellen.“

Regulatorische Herausforderungen

Das NISG 2026 tritt mit 1. Oktober 2026 in Kraft. Spätestens dann müssen alle betroffenen Unternehmen die vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt haben. Die zuständige Behörde rechnet mit rund 4.000 bis 5.000 Unternehmen in Österreich, die direkt unter das Gesetz fallen.

Das Regelwerk verpflichtet vor allem mittelständische Betriebe in kritischen Sektoren dazu, verbindliche Cybersicherheitsmaßnahmen einzuführen. Dazu zählen unter anderem Verschlüsselungslösungen, regelmäßige Backups sowie ein strenges System zur Meldung von Sicherheitsvorfällen.

Darüber hinaus müssen Unternehmen ihre gesamte Lieferkette auf potenzielle Sicherheitsrisiken prüfen und technische Standards etablieren, um ihre Dienste widerstandsfähiger gegenüber Cyberangriffen zu machen. Neu ist auch die klare Verankerung der Verantwortung auf Führungsebene: Die Geschäftsführung haftet persönlich für die Umsetzung der Maßnahmen und ist gesetzlich zur regelmäßigen Teilnahme an Cybersicherheits-Schulungen verpflichtet.

Vorbereitung auf NISG 2026

Techbold positioniert sich in diesem Umfeld als Begleiter durch den NISG-Prozess – von der Risikoanalyse bis zur laufenden Absicherung der IT-Infrastruktur. Im Rahmen der Kooperation dient das Cyber Trust Austria Label als standardisierter und anerkannter Nachweis über die Umsetzung wesentlicher Mindestsicherheitsstandards. Das Angebot richtet sich sowohl an direkt betroffene Unternehmen als auch an deren Lieferanten.

„Ich freue mich sehr, techbold als Partner für das Cyber Trust Austria Label gewonnen zu haben. Mit seiner ausgeprägten Cybersecurity-Expertise passt techbold ideal zu unserem gemeinsamen Anspruch, mittelständische Unternehmen praxisnah auf NISG 2026 und DORA vorzubereiten”, kommentiert Thomas Stubbings, Geschäftsführer der Cyber Trust Services GmbH, die Zusammenarbeit.

Anmerkung: Mit DORA ist der sogenannte „Digital Operational Resilience Act“ gemeint. Die EU-Verordnung soll die IT-Sicherheit im Finanzsektor stärken.

2025: Personelle Veränderungen bei techbold

Gegründet wurde techbold von Damian Izdebski, der das Unternehmen auf sichere IT-Systeme für mittelständische Unternehmen ausrichtete. Im April 2025 gab Izdebski nach rund zehn Jahren seine Rolle als CEO ab (brutkasten berichtete). Seither führen Gerald Reitmayr und Matthias Stieber die Geschäfte der Techbold Secure IT GmbH. Beide waren zuvor bereits in leitenden Funktionen im Unternehmen tätig. Izdebski wechselte in den Aufsichtsrat.

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beel, Tokenize.it-Founder Christoph Jentzsch und Head of Development Lukas Fiedler | Foto:
beel-Founder Christoph Jentzsch und Head of Business Development Lukas Fiedler | Foto: Tokenize.it

Zum Start des Syndikats-Features von beel rund um Gründer Christoph Jentzsch und Head of Business Development Lukas Fiedler, haben bereits drei bekannte Akteure aus der deutschen Startup- und Venture-Capital-Szene eigene Syndikate auf beel eingerichtet. Andy Bruckschlögl ist Unternehmer, Investor und Mitgründer von Bits & Pretzels. Er war zudem Gründer des SEO-Softwareunternehmens Ryte und ist seit vielen Jahren als Business Angel aktiv. Alex von Frankenberg indes ist seit rund zwei Jahrzehnten im Venture-Capital- und Startup-Bereich tätig. Er war langjähriger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), der sich auf Frühphasenfinanzierungen von Technologie-Startups konzentriert. Seit 2025 ist er als Venture Partner bei May Ventures tätig.

Und Roland Fassauer ist Unternehmer, Investor und Professor an der CODE University of Applied Sciences in Berlin. Er war unter anderem als Gründer tätig und beteiligt sich als Investor an Startups. Zudem ist er mit der Berliner Startup- und Hochschulszene verbunden. Über ihre Syndikate können weitere Investoren an ausgewählten Startup-Investments dieser drei Angels teilnehmen.

beel: Syndikat-Lead im Zentrum

Zur Erklärung: Im Zentrum jedes Syndikats steht der Syndikat-Lead, der in der Regel ein erfahrener Angel-Investor ist und das Syndikat, also seine Investment-Community, leitet. Der Lead legt die Beitrittsregeln fest und entscheidet, ob sein Syndikat öffentlich für alle zugänglich oder privat geführt wird. In beiden Fällen bestätigt er jeden Investor individuell.

Mit dem Beitritt schließen Investor:innen einen Vertrag mit dem Syndikat-Lead ab, der eine vom Lead festgelegte Carry Fee bei Auszahlungen (Exit oder Dividenden) vorsieht. Auf diese Weise können Angels ihren Dealflow monetarisieren. Im Gegensatz zu klassischen VC-Fonds wird kein Kapital gepoolt. Jeder Investor investiert eigenständig und direkt über virtuelle Anteile in das jeweilige Startup. Dadurch entfallen die Strukturen und Kosten eines klassischen Fonds, heißt es per Aussendung. Der Syndikat-Lead gibt lediglich eine Anlageempfehlung ab. Die Entscheidung über eine Investition und deren Höhe liegt beim jeweiligen Investor oder bei der jeweiligen Investorin.

Ohne Fonds

„Syndikate sind das fehlende Puzzle-Teil der deutschen Startup-Community. Starke, erfahrene Investoren können Carry-Fees durch ihren gut kuratierten Dealflow verdienen, ohne dass sie dafür einen Fonds benötigen. Neue Investoren oder Business Angels müssen sich nicht durch hunderte Pitch-Decks kämpfen, sondern treffen ihre Investmententscheidungen basierend auf gut vorselektierten Startups. Das wird eine Menge Kapital hebeln”, kommentiert Jentzsch. “Mit Andy Bruckschlögl, Alex von Frankenberg und Roland Fassauer haben wir gleichzeitig drei Lead-Investoren an Bord, deren Dealflow und Erfahrung eine Benchmark für die Qualität der Syndikate sein wird.“

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