21.02.2020

Open Data: Auf diesen Portalen finden Entwickler Daten für ihre Projekte

In Österreich ist data.gv.at die erste Anlaufstelle für Entwickler von Open Data-Projekten. Weitere nützliche Datensätze gibt es unter anderem von ÖBB, RTR und ZAMG. Und auch im Ausland werden Datenschürfer fündig.
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(c) Adobe Stock / Gorodenkoff

Egal, ob es die Fahrpläne für Öffentliche Verkehrsmittel, Unwetterwarnungen oder die Standorte historischer Denkmäler in einer Stadt sind: Offene Daten, die von öffentlichen Institutionen, NGOs und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, sind eine gute Basis für Entwickler in Startups, um ihre eigenen Apps und Portale mit nützlichen Services anzureichern.

Der brutkasten hat die Wichtigkeit dieses Themas erkannt und veranstaltet daher gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien, Stadt Wien und EFRE am 5. 3. 2020 ein Open Data Meetup im Tribe.Space (Kandlgasse 19-21, 1070 Wien). Dort werden unter anderem Brigitte Lutz, Data Govenance Koordinatorin der Stadt Wien, und Michael Hirschbrich, CEO und Co-Founder von Apolllo.AI, sprechen. Als Startup-Pitches sind MostlyAI, Kompany, LeReTo und Artificial Researcher angekündigt.

der brutkasten Meetup #opendata2020

Data.gv.at als erste Open Data-Anlaufstelle in Österreich

Doch wie kommen die Entwickler an die offenen Daten? Als erste Anlaufstelle für Open Data-Projekte gilt in Österreich die Website data.gv.at. Hier werden personenbezogene, maschinenlesbare Daten der Verwaltung veröffentlicht, die von Privatpersonen und von Unternehmen durch die Verwendung von offenen Lizenzen (CC-BY) für Projekte genutzt werden können. Das BRZ betreibt den zentralen österreichischen Datenkatalog.

+++Open Data in Österreich: Wie die Daten nutzbar wurden+++

Derzeit gibt es laut der Startseite von data.gv.at dort über 27.000 Datensätze von rund 1200 Organisationen. Bisher wurden circa 500 Anwendungen mit den auf data.gv.at verfügbaren offenen Daten entwickelt. Die Bandbreite der Projekte reicht hier von einfachen Visualisierungen über Portale und Apps bis zu wissenschaftlichen Publikationen. Wer spezifisch nach Daten der Stadt Wien sucht oder eine eigene OGD-Idee einreichen möchte, der kann das über eine eigene Website der Stadt Wien unter diesem Link tun.

Als weitere Meta-Anlaufstelle sollte als Ergänzung zu data.gv.at außerdem das Open Data Portal Österreich erwähnt werden. Hier findet sich offene Daten aus Wirtschaft, Kultur, dem NGO/NPO-Bereich, sowie aus Forschung und Zivilgesellschaft. Unter anderem verrät hier die Brau Union, welche ihrer Biere welche Allergene beinhalten, und die Österreichische Post bietet ein Verzeichnis aller Postleitzahlen in Österreich. Von der Wirtschaftskammer Österreich gibt es ganze 143 Datensätze. Weitere Sammlungen von Daten aus Österreich finden sich schließlich unter diesem Link, sowie hier.

Offene Daten von ÖBB, ZAMG und RTR

Anfang Jänner verkündete data.gv.at in der eigenen News-Sektion, dass außerdem nun auch Daten der ÖBB über das Portal abrufbar sind. Dabei geht es konkret um die folgenden drei Datensätze:

Ergänzend dazu betreiben die ÖBB ein eigenes Open Data Portal unter diesem Link. Die Daten werden unter der Lizenz CC-BY 3.0 bzw. 4.0 zur Verfügung gestellt und dürfen auch für kommerzielle Zwecke verwendet werden, sofern bei den Daten keine andere Lizenz oder ein Hinweis angegeben ist.

Weitere nützliche Daten gibt es bei der Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik (ZAMG) unter diesem Link. Besonders erwähnenswert ist wegen seiner umweltpolitischen Brisanz – Stichwort: Klimawandel – wohl der HISTALP-Datensatz mit homogenisierten monatlichen Klimaaufzeichnungen, der eine Analyse der Klimaentwicklung im Alpenraum ermöglicht – und zwar rückblickend bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts.

Für Interessierte an Medien- und Technologiethemen gibt es außerdem offene Daten von der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR). Unter diesem Link können etwa Daten zu PresseförderungPublizistikförderung, Privatrundfunkfonds, Nichtkommerzieller Rundfunkfonds und Fernsehfonds Austria abgerufen werden. Außerdem findet man hier ein Verzeichnis der Fernsehveranstalter und ein Verzeichnis der Hörfunkveranstalter, sowie die berühmten Daten zum Thema Medientransparenz. Startups aus dem Telco-Bereich können unter diesem Link auf Daten des RTR-Netztest zugreifen.

Internationale Open Data-Portale

Wer über Österreichs Staatsgrenzen hinausblickt, der findet wiederum auf europäischer Ebene mit dem European Data Portal eine umfangreiche Anlaufstelle. Zum aktuellen Zeitpunkt finden sich hier 1.018.976 Datensätze aus diversen europäischen Ländern mit einer entsprechend großen thematischen Bandbreite. Das jüngste hier veröffentlichte Projekt ist eine Datenbank mir rund 30.000 Ausstellungsstücken des Louvre in Paris, inklusive Beschreibung in englischer Sprache.

Ein besonderes Augenmerk liegt innerhalb Europas freilich auf Österreichs größtem Exportmarkt: Deutschland. Hier heißt es seitens den deutschen Innenministeriums, dass man auf Forderung eines G8-Plans hin im Rahmen des Open-Data-Gesetzes die entsprechenden Rohdaten zur Verfügung stelle. Diese Daten sind über die Website govdata.de abrufbar.

Ergänzend dazu gibt es auch in Deutschland mit offenedaten.de ein Portal, welches sich als Ergänzung zu govdata.de versteht und unter anderem auch Datensätze aus einzelnen deutschen Städten bietet: Wer es braucht, der findet hier unter anderem alle Hotspots von Gelsenkirchen im JSON- und XML-Format.

Die WU Wien weiß, wo die Datenschätze liegen

Die WU Wien wiederum hat mit dem Open Data Portal Watch einen Katalog erstellt, welcher die aktuelle Entwicklung internationaler Datenportale darstellt. Laut aktuellem Ranking ist Kanada mit über 83.000 Datensätzen führend bei der Open Data-Strategie, data.gv.at rangiert nach www.data.gouv.fr und offenedaten.de auf Platz 4. Mit einem Anteil von 15,42 Prozent machen CSV-Dateien übrigens den Löwenanteil der Dateiformate aus.

Und schließlich betreibt die WU Wien noch ihr eigenes Datenportal, welches offene Daten rund um das Studentenleben bietet – darunter einen Überblick über alle Räume des WU Campus. Auch keine schlechte Idee angesichts der Größe des Areals.

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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Open Data: Auf diesen Portalen finden Entwickler Daten für ihre Projekte

Egal, ob es die Fahrpläne für Öffentliche Verkehrsmittel, Unwetterwarnungen oder die Standorte historischer Denkmäler in einer Stadt sind: Offene Daten, die von öffentlichen Institutionen, NGOs und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, sind eine gute Basis für Entwickler in Startups, um ihre eigenen Apps und Portale mit nützlichen Services anzureichern. Der brutkasten hat die Wichtigkeit dieses Themas erkannt und veranstaltet daher gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien, Stadt Wien und EFRE am 5. 3. 2020 ein Open Data Meetup im Tribe.Space. Dort werden unter anderem Brigitte Lutz, Data Govenance Koordinatorin der Stadt Wien, und Michael Hirschbrich, CEO und Co-Founder von Apolllo.AI, sprechen. Als erste Anlaufstelle für Open Data-Projekte gilt in Österreich die Website data.gv.at. Als weitere Meta-Anlaufstelle sollte als Ergänzung zu data.gv.at außerdem das Open Data Portal Österreich erwähnt werden. Ergänzend dazu betreiben stellen ÖBB, RTR und ZAMG Daten auf ihren Websites zur Verfügung. Auch in Deutschland und auf EU-Ebene gibt es spezielle Portale.

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