28.03.2020

Mahrer zur Coronakrise: „Rasche Lösung für Gründer und Startups“

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer will sich für eine schnelle Lösung für Gründer und Startups in der Coronakrise stark machen.
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Mahrer zu Startups und Coronakrise - Epidemiegesetz - Härtefallfonds
Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer

Rund 6000 unternehmen hätten derzeit noch keinen oder zu wenig Anspruch auf Zahlungen aus den bisher beschlossenen Hilfstöpfen zur Coronakrise, wie Kurzarbeit und Härtefallfonds, schätzt Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer gegenüber der APA. Auch für sie brauche es eine rasche Lösung. Dabei betont Mahrer: „Gründer und Startups liegen mir besonders am Herzen“. Diese seien „enorm wichtig für die Zukunft“ und, genauso wie andere Unternehmen, stark von den Einschränkungen durch die Coronakrise betroffen. Der brutkasten berichtete bereits über entsprechende Forderungen von Key-Playern der Szene.

+++ Coronakrise: Down-Rounds gegen das Startup-Sterben? +++

Investors Talk: Startups in der Coronakrise

Investors Talk | Status Quo der Startups in der Coronakrise

Im heutigen Investors Talk sprechen wir über den Status Quo der Startups in Zeiten der Coronakrise und warum Down-Rounds gefährlich für das Ökosystem sind. Unsere Gäste sind Oliver Holle (CEO Speedinvest), Andreas Nemeth (CEO UNIQA Ventures), Florian Gschwandtner (CEO 8eyes), Julian Teicke (CEO wefox Österreich) und Astrid Woollard (Partner Scytale Ventures).

Gepostet von DerBrutkasten am Montag, 23. März 2020

Zweifel an Wirksamkeit der Hilfsmaßnahmen für Startups

In der Startup-Szene wurden zuletzt Bedenken über die Wirksamkeit der gesetzten Hilfsmaßnahmen bei Startups geäußert. Gerade Jungunternehmen, die über die erste Phase hinaus seien, hätten mit den maximal 6000 Euro aus dem Härtefallfonds zwar zu wenig, könnten aber zugleich die finanziellen Ansprüche aus der Kurzarbeitsregelung nicht vorfinanzieren, so eine häufige Kritik. Der zweite Punkt wurde mit einem heute kommunizierten Übereinkommen zwischen Finanzministerium und Kreditgebern ausgeräumt. Demnach reicht eine Bestätigung des AMS (für die Abwicklung der Kurzarbeitsregelung verantwortlich), um von der eigenen Hausbank schnell und unbürokratisch einen Betriebsmittelkredit zu bekommen (auch wenn, wie bei Startups häufig, Verluste vorliegen).

Mahrer begrüßt auch Banken-Vorfinanzierung für Kurzarbeit

Auch Mahrer begrüßt diese Entwicklung in einer Aussendung: „Diese Maßnahme ist besonders wichtig, denn so können wir gewährleisten, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer weiterhin ihre Kosten decken können und niemand in Österreich um sein Gehalt fürchten muss“, so der WKÖ-Präsident. Bereits in den vergangenen Tagen habe man viele Punkte bei der Corona-Kurzarbeit weiter vereinfachen und entbürokratisieren können. So seien etwa Lösungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenstand und für Auszubildende gefunden worden.

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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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AI Summaries

Mahrer zur Coronakrise: „Rasche Lösung für Gründer und Startups“

  • Rund 6000 unternehmen hätten derzeit noch keinen oder zu wenig Anspruch auf Zahlungen aus den bisher beschlossenen Hilfstöpfen zur Coronakrise, wie Kurzarbeit und Härtefallfonds, schätzt Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer gegenüber der APA.
  • Es brauche eine rasche Lösung, Startups und Gründer lägen ihm besonders am Herzen, so der WK-Präsident.
  • Tatsächlich wurden in der Startup-Szene zuletzt Bedenken über die Wirksamkeit der gesetzten Hilfsmaßnahmen bei Startups geäußert.
  • Gerade Jungunternehmen, die über die erste Phase hinaus seien, hätten mit den maximal 6000 Euro aus dem Härtefallfonds zwar zu wenig, könnten aber zugleich die finanziellen Ansprüche aus der Kurzarbeitsregelung nicht vorfinanzieren, so eine häufige Kritik.
  • Der zweite Punkt wurde mit einem heute kommunizierten Übereinkommen zwischen Finanzministerium und Kreditgebern ausgeräumt.

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  • Es brauche eine rasche Lösung, Startups und Gründer lägen ihm besonders am Herzen, so der WK-Präsident.
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  • Tatsächlich wurden in der Startup-Szene zuletzt Bedenken über die Wirksamkeit der gesetzten Hilfsmaßnahmen bei Startups geäußert.
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  • Der zweite Punkt wurde mit einem heute kommunizierten Übereinkommen zwischen Finanzministerium und Kreditgebern ausgeräumt.

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  • Rund 6000 unternehmen hätten derzeit noch keinen oder zu wenig Anspruch auf Zahlungen aus den bisher beschlossenen Hilfstöpfen zur Coronakrise, wie Kurzarbeit und Härtefallfonds, schätzt Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer gegenüber der APA.
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Mahrer zur Coronakrise: „Rasche Lösung für Gründer und Startups“

  • Rund 6000 unternehmen hätten derzeit noch keinen oder zu wenig Anspruch auf Zahlungen aus den bisher beschlossenen Hilfstöpfen zur Coronakrise, wie Kurzarbeit und Härtefallfonds, schätzt Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer gegenüber der APA.
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