05.11.2025
AWARDS

Das sind die Sieger:innen des „Innovator of the Year 2025“

Zum fünften Mal in Folge vergab brutkasten den "Innovator of the Year". Heuer mit einer großen Premiere: Die Awards wurden heute Abend live auf der großen Bühne vergeben.
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Die Sieger:innen des "Innovator of the Year 2025" | Foto: Marko Kovic

Knapp einen Monat lang hatte die brutkasten-Community die Qual der Wahl: Wer hat heuer mit innovativen Ideen, Mut und Tatkraft besonders überzeugt? Im großen Online-Voting konnte sie abstimmen und jene Personen wählen, die aus ihrer Sicht Österreichs Innovationslandschaft in diesem Jahr am meisten geprägt haben.

Am heutigen Abend war es dann so weit: Im Rahmen einer feierlichen Award Ceremony wurde im Palais Auersperg in Wien der Innovator of the Year 2025 vergeben. Und hier sind sie: Die Zweit- und Drittplatzierten sowie die Gewinner:innen in den Kategorien Startups, Scaleups, Corporate Innovation und BOLD Innovation.

Kategorie: BOLD Innovation

Im Mittelpunkt der Kategorie BOLD Innovation stehen die sogenannten BOLD Minds: Vordenker:innen und Pionier:innen aus Wirtschaft, Politik, Forschung und den Creative Industries. Allesamt Persönlichkeiten, die wichtige Themen von gesellschaftlicher Relevanz aktiv vorantreiben. Sie schaffen neue Impulse, vernetzen unterschiedlichste Bereiche und tragen dazu bei, dass Österreich international als Standort für zukunftsweisende Ideen sichtbar bleibt.

** Die „Innovator of the Year“-Kategorie BOLD Innovation wird durch die BOLD Community unterstützt.


Christina Hirschl | © SAL

Das Voting konnte Christina Hirschl von Silicon Austria Labs (SAL) mit einem klaren Vorsprung für sich entscheiden. Das Spitzenforschungszentrum für Elektronik- und softwarebasierte Systeme (ESBS) hat 2025 bereits mehrere großangelegte Projekte gestartet – ein Beleg für den Innovationsgeist, den Hirschl als Geschäftsführerin verkörpert. Mit ihrem Engagement treibt sie Hightech-Innovationen in Österreich voran und stärkt damit den Wirtschaftsstandort nachhaltig.

Platz zwei ging an Johanna Pirker, Professorin für N-Dimensional User Experience an der TUM School of Computation, Information and Technology der Technischen Universität München sowie an der TU Graz. Den dritten Platz sicherte sich Julia Eisner. Sie lehrt und forscht an der FH Wiener Neustadt und leitet seit dem vergangenen Jahr das AI-Literacy-Team.

Kategorie: Corporate Innovation

Mit dem Innovator of the Year in der Kategorie Corporate Innovation zeichnet brutkasten auch heuer wieder Persönlichkeiten aus, die in etablierten Unternehmen den Wandel vorantreiben -Menschen, die Brücken zwischen Konzernstrukturen und Startup-Dynamik schlagen, internationale Impulse nach Österreich holen und eine lebendige Innovationskultur in großen Organisationen fördern.

** Die „Innovator of the Year“-Kategorie Corporate Innovation wird durch die Erste Bank unterstützt.


Lisa Kratochwill | © Verbund X

In diesem Jahr geht der erste Platz an Lisa Kratochwill, Leiterin des Accelerator-Programms bei Verbund X. Es soll Startups und Unternehmen dabei unterstützen, gemeinsam leistungsstarke Innovationen zu entwickeln. Der Accelerator verbindet führende Startups, Scaleups und Tech-Champions mit Branchenführern, um Innovationen in den Bereichen Energie und Infrastruktur voranzutreiben. Das Programm kann viele erfolgreiche Kooperationsprojekte von innovativen Unternehmen mit Verbund-Teams, aber auch mit mehreren Corporate-Partnern vorweisen.

Auf Platz zwei folgt Christoph Knogler, CEO des Linzer Technologieunternehmens Keba. Den dritten Platz sicherte sich Philippe Thiltges, Co-Founder und CEO des Wiener Venture Builders whataventure

Kategorie: Startups

Als Leitmedium für die Gestalter:innen der Zukunft vergibt brutkasten den Innovator of the Year natürlich auch in der Kategorie Startups. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gelang es zahlreichen Gründer:innen, bemerkenswerte Fortschritte zu erzielen, ihre Unternehmen weiterzuentwickeln und Lösungen zu schaffen, die den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig stärken.

**Die „Innovator of the Year“-Kategorie Startups wurde durch die Österreichische Notariatskammer unterstützt.


Korbinian Kasinger | © kW-Solutions

Gewonnen hat diese Kategorie Korbinian Kasinger, Gründer und CEO von kW-Solutions. Das junge Unternehmen hat 2025 entscheidende Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Mit seiner Lösung Charly Smart Charging integriert das Startup erstmals automatisch negative Strompreise in den Ladevorgang von E-Autos – ein Schritt, der vor allem in Mehrparteienanlagen spürbare Kostenvorteile ermöglicht.

Platz zwei ging an Ewa Lenart, Gründerin des Wiener ConstructionTech-Startups Howie. Auf dem dritten Platz landete Jakob Zenz, Co-Founder und CEO des Wiener ClimateTech-Startups EcoNetix.

Kategorie: Scaleups

In der Kategorie Scaleups stehen wachstumsstarke Unternehmen im Fokus, deren Gründer:innen oder Führungsebene es geschafft haben, ihre Geschäftsmodelle erfolgreich zu skalieren und über regionale Grenzen hinaus in internationale Märkte zu wachsen.


Laura Tacho | © Laura Tacho, LinkedIn

Die Kategorie Scaleups konnte Laura Tacho klar für sich entscheiden. Sie ist CTO beim US-Scaleup DX aus Salt Lake City in Utah. Tacho sitzt allerdings im niederösterreichischen Bad Vöslau – und hat das Unternehmen von dort zu einem Milliarden-Exit begleitet. Das Scaleup DX hat eine Lösung entwickelt, mit der die Produktivität von Developer:innen gemessen werden kann.

Platz zwei ging an Tamás Petrovics, Co-Founder und CEO von Xund. Platz drei teilen sich Florian Wimmer, CEO und Co-Founder des Linzer Krypto-Scaleups Blockpit, und Storebox-Co-Founder und -CEO Johannes Braith.


Innovator of the Year
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Daniel Cracau Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic
Daniel Cracau ist Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Eigentlich, erzählt er, hatte er sich eine berufliche Auszeit vorgenommen, als die IT:U Anfang 2025 bei ihm angeklopft habe. Dort habe man einen „Macher, nicht nur einen Verwalter“ für die Schnittstelle zur Wirtschaft gesucht. „Ich habe mich mit einem radikalen Konzept beworben und gleich klargestellt, dass ich meinen eigenen Kopf habe und Unbequemes anspreche.“ Das Konzept wurde angenommen, Cracau trat im Sommer seinen Dienst an. „It’s my project. I love it, und seitdem bin ich all-in“, sagt er heute.

„Ein System, das sich permanent verändern kann“

Der Reiz der IT:U liege darin, dass sie als öffentliche Hochschule komplett neu errichtet werde, ohne verkrustete Legacy-Probleme. Ziel sei es, zu beweisen, dass man eine moderne Universität von Anfang an richtig konzipieren könne. Das bedeute vor allem auch Wandlungsfähigkeit: „Auf die Frage, wie die IT:U in 15 oder 20 Jahren aussehen wird, antworte ich: ‚Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie auf jeden Fall nicht so aussieht wie heute.‘ Ich glaube, das ist auch der Kern dieses ganzen Projekts: diese Fähigkeit, sich an die Realität der Welt anzupassen.“ IT-Fakultäten an etablierten Universitäten könnten diese Agilität in der vorhandenen Struktur nicht erreichen. „Und wenn wir jetzt kein System bauen, das sich permanent verändern kann, ist die IT:U in zehn Jahren auch veraltet“, so Cracau.

Dieses Umfeld ziehe auch „Rebels“ an, die Dinge neu denken wollen – sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Studierenden. „Masterstudierende, die sich trauen, in ein Studium einzusteigen, das keine Referenz hat, haben dieses Pionier-Gen“, ist Cracau überzeugt. Und das brauche man auch für Spinoffs. Auch dass Englisch die offizielle Sprache an der IT:U ist, ziehe eine tendenziell gründungsaffine Zielgruppe an: „Die Ausgründungsrate bei internationalen Studierenden ist bis zu fünfmal höher“, so Cracau.

Gelernt wird an der IT:U projektbasiert in Kleingruppen direkt an Technologien wie Robotik und KI. Das Ziel sei die Verschmelzung von technischer Expertise und Future Skills. Dabei müsse man einem Problem erst interdisziplinär auf den Grund gehen, bevor man es lösen könne. Cracau: „Gründerinnen und Gründer suchen sich ihre Probleme, gehen mit offenen Augen durch die Welt und beißen sich dann an etwas fest, das sie wirklich interessiert.“ Dennoch dürfe man sich beim Thema Ausgründungen keinen Illusionen hingeben: „Die Vorstellung, dass man jede beliebige Forschende oder jeden beliebigen Forscher zu Gründerinnen und Gründern ausbilden kann, ist romantisch.“

Und aktuell befinde sich die IT:U auch noch in einer Bringschuld, die einen zentralen Punkt in der öffentlichen Spinoff-Debatte betrifft: „Wir arbeiten noch an unserer IP-Policy. Die wollen wir Schritt für Schritt aufbauen“, sagt Cracau. Das Ziel sei dabei klar: Sie soll „maximal gründungsfreundlich“ werden. Und er spricht auch das zweite Großthema rund um universitäre Ausgründungen an: den Zugang von Universitäten zu Unternehmensanteilen. „Wenn die Universität früh mit einem hohen Anteil – sagen wir: zehn Prozent – und Mitspracherecht reingeht, killt das die Erfolgschancen des Spinoffs“, warnt Cracau. Internationale Vorbilder wie die ETH Zürich und die TU München mit UnternehmerTUM würden zeigen, dass flache Beteiligungsstrukturen besser funktionieren. „Der Mehrwert kommt langfristig über erfolgreiche Alumni zurück, die das Ökosystem unterstützen“, so Cracau.

Kooperationen im Zentrum

Um angehende Gründer:innen ganz konkret zu fördern, setzt die IT:U auf Begleitung ab Tag eins bereits in der „Welcome Week“. Ausgründen sei „nicht nur eine Möglichkeit, sondern es wird proaktiv gefördert“. Neben dem Aufbau einer eigenen finanziellen Anschubförderung soll im nächsten Jahr ein „Startup Partner“ als erster Ansprechpartner an Bord kommen. „Diese Person muss echte Gründungserfahrung mitbringen, um ein authentischer und kompetenter Begleiter zu sein“, betont Cracau. Den entscheidenden Hebel sieht er letztlich in der Praxisnähe: „Der absolut größte Breaking Point ist Go-to-Market. Durch das projektbasierte Arbeiten an realen Industrieaufgaben ist die Basis für den Marktstart von vornherein viel besser.“ Diese Industriekooperation passiert etwa in einem kürzlich eröffneten gemeinsamen Labor mit Infineon Austria.

Als Vision skizziert Cracau ein noch größeres Ziel: „Letztlich soll der Mehrwert der IT:U darin bestehen, nicht nur Graduates hervorzubringen, die direkt in die Wirtschaft gehen, sondern auch als Anker im Ökosystem für eine Gründungswelle zu stehen und diese institutionell zu begleiten.“ Das könne aber nur mit einem breiten Schulterschluss gelingen – nicht nur mit anderen Unis, wie es etwa mit der „Schwester-Uni“ JKU bereits der Fall sei, sondern auch mit Wirtschaft und Industrie: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Denn am Ende ist ganz Österreich nur ein kleines Ökosystem.“

Die Hochlauf- und Entwicklungskurve bleibe jedenfalls steil und anspruchsvoll. Als entscheidender Meilenstein für den weiteren Erfolg der IT:U gilt die anstehende Wahl der Universitätsführung Mitte 2027.

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