29.12.2025
STATEMENTS

Das sind die Startup-Sprüche des Jahres 2025

Die österreichische Startup- und Innovationsszene ist auch heuer nicht auf den Mund gefallen. Von Sisi-Mythos, verkauftem Glück und geretteten Ärschen.
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Startup Sprüche 2025
© Maschmeyer Group/Coworking Salzburg/planqc/ Pamela Rußmann/Bitpanda/brutkasten - (v.l.o.) Carsten Maschmeyer, Romy Sigl, Alexander Glätzle, (v.l.u.) Theresa Imre, Eric Demuth und Sebastian Kurz.

Auch dieses Jahr war eines mit professionellen und wohlüberlegten Aussagen aus der heimischen Startup- und Innovationszene – schön montiert wie ein IKEA-Möbelstück, und angepasst an die eigene Zielgruppe. Doch manchmal stechen Zitate aus dieser Konformität heraus und werden zu interessanten Sprüchen. Hier eine kleine brutkasten-Auswahl aus diesem Jahr:


Kaiserin, KI und Europa

„Wir haben mehr als 4.500 Entwicklerjahre eingespart“Swami Sivasubramanian, Vice President für Agentic AI bei Amazon Web Services (AWS) sprach im brutkasten-Interview über den aktuellen Stand bei KI-Agenten – und ihr langfristiges Potenzial.

„Schöne Seen und Sisi-Mythos retten uns nicht die Zukunft“ – Im Rahmen der Slush in Helsinki gab Andreas Klinger, Investor und Mitinitiator der EU-INC, einen Einblick in die Lobbyarbeit rund um EU-INC und erklärte, was Europa braucht, um seinen Innovationsstandort nachhaltig zu stärken.

„Wir sollten nicht groß verhandeln, sondern einfach Dinge tun“Franz Zöchbauer, Managing Director Verbund Ventures, hatte eine klare Vorstellung zur heimischen Spin-off-Strategie.

„Klarer Tenor: AI or bye bye“Carsten Maschmeyer, einer der bekanntesten Investoren Deutschlands, schilderte seine Eindrücke von der „SF Tech Week“ in San Francisco.

Glück, Unglück und EU

„Ich kann mich nicht auf das Glück verlassen, denn das verkaufen wir ja“ – Der Serial-CEO Andreas Bierwirth fand 2025 einen neuen Job: Nach bemerkenswerten Laufbahn-Schritten – unter anderem im Flug- und Telco-Wesen – wurde der mehrfache Aufsichtsratsvorsitzende in den Vorstand der Casinos Austria AG bestellt.

„Wenn man mit großen Playern in Konkurrenz tritt, funktioniert ‚Klein-Klein‘ nicht“ – Nach seinem Abgang aus der Politik wurde Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) 2022 Co-Founder des auf Cybersecurity spezialisierten KI-Startups Dream mit Sitz in Tel Aviv. Im brutkasten-Studiotalk erläuterte er, wie es dazu kam und warum er als Startup-Gründer erst lernen musste, in Finanzierungsthemen nicht zu konservativ zu denken.

„Auf einmal stehst du da und merkst, dass es nicht mehr weitergeht“Theresa Imre wollte mit markta Supermärkte neu denken. Was als Onlineshop für regionale Lebensmittel begann, erlebte während der Pandemie ein unerwartetes Wachstum. Doch mit der Rückkehr zur Normalität veränderte sich auch das Konsumverhalten. Die Gründerin passte ihr Geschäftsmodell an: Aus dem digitalen Marktplatz wurden zwei Filialen in Wiens bester Lage. Und dann kam sie: die Nachricht, vor der jede:r Gründer:in Angst hat – markta muss Insolvenz anmelden.

„Die EU ist zu einem bürokratischen Tumor geworden“ – Nach der Einigung zum Handelsdeal zwischen der EU und den USA äußerte sich Bitpanda-Gründer Eric Demuth in einem LinkedIn-Posting deutlich.

Liebe, Meditation und Nobel

„Eigentlich war der Nobelpreis mein Ziel“ – Von der TU Wien ging KI-Forscher Ramin Hasani in die USA. Dort gründete er ein Startup, das mit zwei Milliarden Dollar bewertet wurde. Doch eigentlich hatte sich der Liquid AI Co-Founder in der Wissenschaft gesehen, wie er erzählte.

„Wenn du keine Zeit hast, eine Stunde zu meditieren, dann solltest du gleich zwei Stunden meditieren“ – Seit seinem Burnout zählt für Shadowmap-Gründer Georg Molzer die mentale Gesundheit zu den nicht verhandelbaren Prioritäten. Nur wer im Kopf klar bleibe, könne langfristig ein Unternehmen führen.

„Ich glaube, dass KI weinen können wird, dass sie sich verlieben können wird. Ich glaube nicht, dass sie in der Lage sein wird, ein Medikament zu entwickeln“Christoph Lengauer ist Mitgründer der US-Venture-Capital-Gesellschaft Curie.Bio, die über eine Mrd. Dollar und über 30 Unternehmensbeteiligungen verwaltet. In einer Keynote in Wien gab er heuer Einblicke in die aktuelle Lage der Biotech-Branche und widmete sich der Frage, was Künstliche Intelligenz in der Medikamentenentwicklung leisten kann.

„Man wird nicht über Nacht zu einer Führungskraft, und der Titel allein macht dich sicher nicht dazu“Olena Kondratenko, COO von the female factor, hat eine klare Meinung zu Leadership.

Mars, Überleben und Animosität

„Quantencomputer zu bauen, ist eine Mission to Mars“Alexander Glätzle, planqc Co-Founder und CEO über seinen 30-Mio-schweren staatlichen Auftrag.

„Hat uns den Arsch gerettet“ – Wenn große Firmen fallen, ziehen sie oftmals andere mit. So geschehen im Falle von KTM, deren Insolvenz einige Folgen hatte und ein paar Firmen in Schwierigkeiten brachte oder sie ganz zerstört hat. Nicht so Lean-Coders. Partner Markus Kirchmaier erklärte, wie man trotz des plötzlichen Ausfalls von mehr als 200.000 Euro an kalkulierten Einnahmen überlebte.

„Ich rate dir, dich in Zukunft von Startups und ähnlichen Projekten fernzuhalten“ – Am 29. März endete die Ära des Coworking Salzburg mit einer Abschlussparty. Rund um diese Vorgänge erhielt Gründerin Romy Sigl damals eine anonyme Nachricht mit einem „Ratschlag“, machte dies auf LinkedIn öffentlich und startete damit nicht nur eine Diskussion, sondern zeigte auch gleich auf, mit welchen vereinzelten Animositäten die Startup-Kultur in Österreich weiterhin zu tun hat. Coworking Salzburg kehrte im August mit neuem Konzept zurück.

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Wyoming E-Auto-Verbot E-Auto-Förderung , Ladepunkt, Charging, E-Mobility
© Unsplash

„Elektromobilität ist in Österreich angekommen“. So lautet eine aktuelle Meldung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI). Demnach waren im Juli 2026 erstmals mehr als 300.000 rein batterieelektrische Pkw (BEV) auf Österreichs Straßen unterwegs. Konkret lag der hochgerechnete Bestand Ende Juli bei 304.328 E-Pkw. Gleichzeitig setze sich der dynamische Hochlauf bei den Neuzulassungen fort: Im Juli waren 27,39 Prozent aller neu zugelassenen Pkw rein elektrisch, insgesamt wurden im Juli 7.073 E-Pkw neu zugelassen.

E-Autos: Drei Jahre später

„300.000 E-Pkw auf Österreichs Straßen sind ein starkes Signal: Die Elektromobilität ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Besonders erfreulich ist, dass wir gleichzeitig bei den Neuzulassungen einen Rekord sehen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein E-Auto, weil das Angebot größer wird, die Technologie ausgereifter ist und die Ladeinfrastruktur kontinuierlich wächst. Diesen Weg werden wir mit eMOVE Austria (Anm.: Dachmarke des Bundes für emissionsfreie Mobilität) weitergehen“, kommentiert Mobilitätsminister Peter Hanke.

Blickt man etwas mehr als drei Jahre zurück, sah die Lage noch anders aus: Damals zeigte eine Deloitte-Umfrage unter rund 1.000 Österreicher:innen ein zurückhaltendes Stimmungsbild: Nur neun Prozent der Befragten planten der im Jänner 2023 erschienenen Befragung nach, sich als nächstes Auto ein E-Fahrzeug anzuschaffen. Verbrennungsmotoren blieben damals für die Mehrheit weiterhin die erste Wahl, während Plug-in-Hybride an Zuspruch gewannen.

Allerdings: Eine heuer veröffentlichte Deloitte-Studie stützt teilweise die Erkenntnisse des BMIMI: Der österreichische E-Automarkt komme laut aktueller Untersuchung spürbar in Bewegung, auch wenn Verbrenner bei Konsument:innen weiterhin beliebt bleiben.

Von Jänner bis November 2025 wurden – wie in der Untersuchung angeführt – laut Statistik Austria 158.000 Elektro- oder Hybridautos neu zugelassen, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die Kaufentscheidung zugunsten eines E-Autos sprechen aus Sicht der rund 1.000 befragten Österreicher:innen vor allem geringere Treibstoffkosten (45 Prozent) und Umweltaspekte (37 Prozent), während Zweifel an der Reichweite (50 Prozent) und hohe Anschaffungskosten (40 Prozent) weiterhin als größte Hürden gelten.

Bei der Frage nach dem nächsten Autokauf hat sich der Wert gegenüber der Erhebung von vor drei Jahren hingegen kaum verändert: Rund zehn Prozent der Befragten würden sich für ein reines E-Auto entscheiden, weitere zehn Prozent für einen Plug-in-Hybrid und 15 Prozent für einen klassischen Hybrid als Einstieg.

Ladeinfrastruktur weiterhin Thema

Als zweiten zentralen Faktor identifiziert die aktuelle Deloitte-Studie die Ladeinfrastruktur: 38 Prozent nennen lange Ladezeiten als Hemmnis, und obwohl sich beim Netzausbau zuletzt viel getan habe, bleibt vor allem außerhalb Wiens Aufholbedarf. Auch bei privaten Lademöglichkeiten zeigt sich eine Lücke: Zwar würde die Mehrheit (63 Prozent) ihr E-Auto am liebsten zuhause laden, doch etwa ein Drittel (30 Prozent) verfügt gar nicht über eine eigene Ladestation.

Deloitte-Partner Matthias Kunsch bringt es so auf den Punkt: „Beim Thema Laden besteht erheblicher Handlungsbedarf. Investitionen in das Schnellladenetz sind – gerade außerhalb von Wien – dringend notwendig. Grundsätzlich ist es aber erfreulich, dass der E-Auto-Markt hierzulande endlich in Fahrt kommt. Doch Fakt ist auch: Erst durch ein effizient ausgebautes, flächendeckendes Ladenetz und vor allem leistbare Fahrzeuge wird sich die Elektromobilität wirklich bei der Masse durchsetzen.“

40.000 Ladepunkte als Sommerziel

In diesem Sinne spricht das BMIMI von einer „zunehmenden Dynamik“ bei diesem Thema: „Die Marke von 100.000 batterieelektrischen Pkw wurde in Österreich im September 2022 erreicht. Für die nächsten 100.000 Fahrzeuge waren anschließend 27 Monate notwendig. Für den Sprung von 200.000 auf 300.000 E-Pkw brauchte es hingegen nur noch rund 19 Monate. Damit beschleunigt sich der Hochlauf der Elektromobilität deutlich. In einzelnen Bundesländern liegt der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen mittlerweile sogar bei über 30 Prozent“, liest man in der Aussendung.

Parallel zur steigenden Zahl an E-Fahrzeugen würde auch die öffentliche Ladeinfrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Im Juli wurden 676 neue öffentliche Ladepunkte errichtet, seit Jahresbeginn 2026 damit insgesamt 3.817. Damit verfügt Österreich derzeit über rund 39.500 öffentliche Ladepunkte, die Marke von 40.000 soll noch im Sommer erreicht werden, so der Plan.

„Der Hochlauf der E-Mobilität funktioniert dort besonders gut, wo Fahrzeugangebot und Infrastruktur zusammenspielen. Deshalb setzen wir mit eMOVE Austria gezielt auf den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur“, erklärt Hanke. „Unser Ziel ist klar: E-Mobilität soll für die Menschen einfach, alltagstauglich und verlässlich sein – unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder am Land leben.“

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