Venture Clienting: Diese Vorteile hat der Ansatz in der Praxis

CORPORATE VENTURING

Schneller zur Lösung dank Venture Clienting: In dieser Folge der brutkasten-Serie „Corporate Venturing“ diskutieren Christian Fencz (Head of Innovation bei den Wiener Stadtwerken) Fernando Garrido (Gruppenleiter Innovation & Förderung bei Wien Energie) und Alexander Schultmeyer (Partner bei AKELA) über den Einsatz von Venture Clienting und damit verbundene rechtliche Aspekte.


Fencz und Garrido erörtern dabei, wie Venture Clienting, also die gezielte und systematische Nutzung von Startup-Lösungen als Kunde, bei den Wiener Stadtwerken und Wien Energie umgesetzt wird. Sie erklären, wie dabei konkrete Problemstellungen aus den Abteilungen adressiert werden und eine schnelle Pilotierung von Innovationen gelingt. Zudem diskutieren sie, warum der Ansatz für ihre Unternehmen bessere Ergebnisse liefern kann, als etwa direkt in die Startups zu investieren. Schultmeyer beleuchtet zudem spezielle rechtliche Herausforderungen, insbesondere im regulierten öffentlichen Sektor, etwa in den Bereichen Datenschutz, Cybersicherheit und Vergaberecht.


Die brutkasten-Serie „Corporate Venturing“ is powered by AKELA, Raiffeisen Bank International AG, UNIQA Insurance Group, Mavie Next, VERBUND, whataventure — New business. Powered by entrepreneurs. und Wien Energie GmbH.


Um diese Themen geht es im Videotalk:

Konzept & Relevanz des Venture Clienting

  • Venture Clienting ist ein aufstrebendes Konzept, das erstmals 2024 im Gartner Hype Cycle Report erwähnt wurde und es Unternehmen ermöglicht, innovative Lösungen von Startups schnell zu identifizieren, zu erproben und zu implementieren.
  • Der Ansatz zielt darauf ab, konkrete interne Problemstellungen („Pains“) mit existierenden Startup-Lösungen am Markt zu matchen, um so die externe Kreativkraft für die Weiterentwicklung des Kerngeschäfts und zur Erzielung eines schnellen Marktvorsprungs zu nutzen.

Strategische Umsetzung & Erfahrungen

  • Die Wiener Stadtwerke haben einen Strategiewechsel vollzogen und konzentrieren sich nun auf die Pilotierung und Erprobung von Startup-Lösungen anstatt auf direkte Investments, indem sie das Budget in Proof of Concepts (POCs) umleiten.
  • Die Wien Energie integriert Venture Clienting bereits seit 2015 über ihre „Innovation Challenges“, die sich über die Jahre hinweg stark professionalisiert haben und nun darauf abzielen, konkrete Pilotprojekte mit messbarem Mehrwert zu liefern und die Innovationskultur im Unternehmen zu stärken.

Rechtliche Rahmenbedingungen & Herausforderungen

  • Venture Clienting wird als schlanker und schneller Weg zu Produktinnovationen gesehen, der im Vergleich zu Corporate Venturing oft weniger komplexe rechtliche Hürden im Beihilfen-, Kartell- oder Gesellschaftsrecht aufweist.
  • Besondere rechtliche Herausforderungen im regulierten, öffentlichen Sektor betreffen Datenschutz (DSGVO), Datensicherheit, Cybersicherheit (NIS 2) und das Vergaberecht, wobei Startups für die Notwendigkeit dieser regulatorischen Anforderungen sensibilisiert werden müssen.

Zukunftsperspektiven & Empfehlungen

  • Die Zukunft der Innovation liegt in der Kollaboration mit einer vielfältigen Startup-Landschaft, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung/Technologie (z.B. KI) und Greentech, um große Herausforderungen wie Klimaneutralität zu meistern.
  • Empfohlen wird für Corporates, Problemstellungen klar zu definieren, Wissen aus Kooperationen zu internalisieren und stets zu prüfen, ob interne Lösungen bereits vorhanden sind, bevor externe Startups eingebunden werden.

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