Calm/Storm-Partner Blaschke: “Es kriegen nur mehr die Fonds Geld, die es kriegen sollten” 

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Johannes Blaschke ist Partner bei Calm/Storm. Die Wiener Venture-Capital-Gesellschaft mit Schwerpunkt auf Digital Health befindet sich kurz vor dem Final Closing ihres zweiten HealthTech-Fonds, der das Volumen des ersten Fonds von 20 Mio. Euro deutlich übertreffen soll.

Im brutkasten-Talk spricht Blaschke über das Fundraising, die jüngsten Investments und über aktuelle Trends im DigitalHealth-Bereich. Außerdem geht er auf die Veränderungen in der Venture-Capital-Landschaft in den vergangenen Jahren ein und berichtet von den Storm Days, bei denen 500 Teilnehmer:innen, 50 Portfoliofirmen und über 120 VCs in Wien zusammengekommen sind. 


Storm Days und Community-Aufbau

 - Die Storm Days sind das zentrale Networking-Event von Calm/Storm mit 500 Teilnehmern, 50 Portfoliofirmen und über 120 VCs.

 - Das Event dient nicht nur der Vernetzung, sondern wird gezielt genutzt, um Investoren und Startups zusammenzubringen.

 - Calm/Storm nutzt die Veranstaltung auch für das eigene Fundraising und um Momentum für laufende Investitionen aufzubauen.

• Fundraising und Investitionsstrategie

 - Blaschke berichtet, dass Calm/Storm kurz vor dem Final Closing seines zweiten Health-Tech-Fonds steht, der das Volumen des ersten Fonds von 20 Millionen Euro deutlich übertreffen soll.

 - Investoren des Fonds kommen aus verschiedenen Bereichen – unter anderem aus Pharma, Versicherungen und dem Gesundheitssektor, um strategischen Mehrwert für Start-ups zu bieten.

 - Der Fonds setzt laut Blaschke verstärkt auf europäische Health-Tech-Start-ups, insbesondere im Bereich digitale Gesundheitslösungen.

 - Trotz positiver Entwicklungen sei Fundraising aktuell deutlich herausfordernder als in früheren Jahren, da Investoren zurückhaltender agieren.

• Entwicklungen im Digital-Health-Sektor

 - Calm/Storm unterscheidet laut Blaschke zwischen Digital-Health-Frontend (Apps und Lösungen für Patienten) und Backend (Software für Ärzte und medizinische Infrastruktur).

 - Die Bedeutung von KI und Automatisierung nimmt zu, insbesondere um den Fachkräftemangel in der Medizin abzufedern.

 - Blaschke betont, dass Prävention im Gesundheitswesen bisher zu wenig Beachtung findet, obwohl jeder investierte Euro langfristig vier Euro an Einsparungen bringt.

 - Gesundheitslösungen, für die Patienten selbst zahlen (Out-of-Pocket-Modelle), gewinnen an Bedeutung, weil viele Leistungen im klassischen System nicht schnell genug abgedeckt werden.

• Marktveränderungen und Trends im Venture-Capital-Bereich

 - Laut Blaschke haben sich die Bewertungsmaßstäbe für Startups nach den Boom-Jahren 2020/21 normalisiert.

 - Investoren prüfen Startups genauer, insbesondere hinsichtlich Umsätzen und Geschäftsmodellen, wodurch sich Finanzierungsrunden länger hinziehen.

 - Der Fachkräftemangel stellt auch im Investmentbereich eine Herausforderung dar, da innovative Lösungen gefragt sind, um Engpässe zu überbrücken.

 - Blaschke sieht den Exit-Markt als angespannt: Weniger Übernahmen und Börsengänge erschweren die Skalierung und Kapitalrückflüsse für VCs.

• Calm/Storms Engagement in Österreich

 - Mit dem Austrian Angel/Founder Fund hat Calm/Storm ein Vehikel geschaffen, um gezielt österreichische Gründer:innen zu unterstützen.

 - Der Fonds investiert industrieagnostisch, solange ein klarer Österreich-Bezug durch das Gründerteam gegeben ist.

 - Anders als der Hauptfonds setzt der Austrian Founder Fund auf kleinere Pre-Seed- und Seed-Tickets, um frühphasige Start-ups zu unterstützen.

 - Blaschke sieht das Modell als sinnvolle Ergänzung zur europäischen Health-Tech-Investmentstrategie von Calm/Storm.

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