15.12.2020

Notarielle Tätigkeiten bleiben dauerhaft online möglich

Nach einer vorübergehenden Regelung im Zuge der Coronakrise, wurde nun der Beschluss gefasst, die notariellen Online-Tätigkeiten ins Dauerrecht zu überführen.
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Michael Umfahrer zur Austria Limited - die notariellen Tätigkeiten bleiben dauerhaft online möglich
Michael Umfahrer, Präsident der Österreichischen Notariatskammer. (c) ÖNK / R. Tanzer
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  • "Notare sind so digital wie nie zuvor - zumindest bis 31. Dezember" titelte der brutkasten im August.
  • Der Hintergrund: Nachdem u.a. die GmbH-Gründung bereits seit 2019 digital möglich war, kam im Frühling Lockdown-bedingt mit einem Schlag eine ganze Reihe von weiteren notariellen Amtshandlungen als Online-Angebot hinzu, die sonst schrittweise eingeführt worden wären.
  • Allerdings war die den digitalen Amtshandlungen zugrunde liegende Gesetzesänderung bislang bis 31. Dezember 2020 befristet.
  • Das änderte sich nun mit einem entsprechenden Nationalratsbeschluss.
  • "Die gegenständliche Gesetzesänderung bestätigt den Weg, den der Berufsstand in den letzten Jahren in Bezug auf die Digitalisierung gegangen ist - nämlich diese Möglichkeit, Klienten und Klientinnen zu bieten, aber keine Abstriche bei der Rechtssicherheit und der Qualität unserer Urkunden zu akzeptieren", schreibt Notariatskammer-Präsident Michael Umfahrer.
  • "Ich bin mir jedoch sicher, dass das Notariat diese Herausforderung zur Zufriedenheit Ihrer Klientinnen und Klienten jedenfalls meistern wird und damit auch weiterhin ein wichtiger Teil der Rechtsvorsorge für die Wirtschaft und die Bevölkerung bleiben wird", so Umfahrer.

„Notare sind so digital wie nie zuvor – zumindest bis 31. Dezember“ titelte der brutkasten im August. Der Hintergrund: Nachdem u.a. die GmbH-Gründung bereits seit 2019 digital möglich war, kam im Frühling Lockdown-bedingt mit einem Schlag eine ganze Reihe von weiteren notariellen Amtshandlungen als Online-Angebot hinzu, die sonst schrittweise eingeführt worden wären. Allerdings war die den digitalen Amtshandlungen zugrunde liegende Gesetzesänderung bislang bis 31. Dezember 2020 befristet.

Nationalrat beschloss Überführung in Dauerrecht

Das änderte sich nun mit einem entsprechenden Nationalratsbeschluss. „Die Beschränkung auf eine spezialgesetzliche Normierung (wie im GmbHG) als Voraussetzung für ein Tätigwerden auf dem ‚Online-Weg‘ wurde aufgehoben. Weiters wurde der § 90a NO so geändert, dass auch auf Wunsch der Parteien eine notarielle Amtstätigkeit ‚online‘ stattfinden kann; die gesetzliche Formpflicht als Voraussetzung für eine ‚Online-Tätigkeit‘ des Notars – wie dies im derzeitigen § 90a NO vorgesehen ist – wurde gestrichen“, heißt es dazu in einem Schreiben der Notariatskammer.

Schon in der Übergangsregelung und auch weiterhin von der Möglichkeit ausgenommen sind letztwillige Verfügungen, sprich Testamente. „Die gegenständliche Gesetzesänderung bestätigt den Weg, den der Berufsstand in den letzten Jahren in Bezug auf die Digitalisierung gegangen ist – nämlich diese Möglichkeit, Klienten und Klientinnen zu bieten, aber keine Abstriche bei der Rechtssicherheit und der Qualität unserer Urkunden zu akzeptieren“, schreibt Notariatskammer-Präsident Michael Umfahrer.

Umfahrer: „Nebeneinander“ von analogen und digitalen notariellen Angeboten

Es liege auch auf der Hand, dass es über viele Jahre ein Nebeneinander der herkömmlichen Art, Urkunden zu errichten, mit der digitalen Urkundenerrichtung geben werde. „Ich bin mir jedoch sicher, dass das Notariat diese Herausforderung zur Zufriedenheit Ihrer Klientinnen und Klienten jedenfalls meistern wird und damit auch weiterhin ein wichtiger Teil der Rechtsvorsorge für die Wirtschaft und die Bevölkerung bleiben wird“, so Umfahrer.

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Geteilte Führung sorge für mehr Entlastung, verbesserte Life-Work-Integration, höhere Arbeitszufriedenheit und Diversität. Ein Modell mit Bühnenteilung und eingesparten Ressourcen.
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Duale Führung, 2 Chefs, geteilte Führung
(c) PwC Österreich/ABZ*AUSTRIA/Industriellenvereinigung - Claudia Mischensky, IV-Vize-Generalsekretärin, Marion Koidl von ABZ*AUSTRIA und Nadia Arouri, PwC Österreich.

Jahrzehnte lang hat sie sich stabil gehalten. Ein Chef, fixe Arbeitszeiten und tagein tagaus immer der gleiche Weg, mit beinahe den gleichen Anforderungen im Büro. Dann kam: die Digitalisierung, die sich erst wirklich vorstellte, als die Pandemie zuschlug. Es folgten, „Remote Work“, die Viertagewoche, „Quiet Quitting“ und das Infragestellen der jahrelang propagierten Mantras „Leistung lohnt sich“ und „Geht’s der Wirtschaft gut, …“. Nun zeigt sich ein weiterer Trend der Arbeitswelt, der von der heimischen Gesellschaft angenommen zu werden scheint: „Duale Führung“.

Duale Führung führt zu Potentialen für Unternehmen

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie, neuen gesellschaftlichen Herausforderungen sowie eben jenen geänderten Anforderungen an die Arbeitswelt 4.0 zeigt sich laut einer PwC-Umfrage eine klare Tendenz zu dualen Führungsmodellen – bei denen sich zwei Führungskräfte die Verantwortung aufteilen und gemeinsam als Vorgesetzte einer Organisationseinheit gleichberechtigt vorstehen.

Der Großteil (68 Porzent) der befragten dualen Führungskräfte erachtet das geteilte Führungssetting als sehr empfehlenswert bzw. empfehlenswert. Dieses ermögliche nicht nur selbst eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wirke sich positiv auf ihre Gesundheit aus, sondern erschließe auch für Unternehmen immense Potentiale.

„Traditionelle Modelle neu denken“

Ausgehend davon würde auch die Mehrheit (65 Prozent) der befragten Einzel-Führungskräfte eine duale Führung in Erwägung ziehen. Das sind die Kernergebnisse der erstmals in Österreich qualitativ und quantitativ durchgeführten Studie „Duale Führung“ von PwC Österreich und ABZ*AUSTRIA, mit Unterstützung der Industriellenvereinigung.

„Duale Führung wird für die heimische Chefetage immer attraktiver und beliebter“, erklärt Nadia Arouri, Leiterin des People & Culture Consulting Teams bei PwC Österreich. „Neben dem ‚War for Talent‘, ESG-Vorschriften mit strengeren Frauenquoten sowie den veränderten Anforderungen jüngerer Generationen stellt auch die Epidemie der Einsamkeit einen wesentlichen Treiber des Modells dar. Traditionelle Führungsmodelle müssen neu gedacht werden, um Sinn bzw. Purpose als zentralen Kompass in diesen disruptiven Zeiten nutzen zu können. Das Konzept an sich ist nicht neu, jedoch war der Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen nicht nur auf Mitarbeiter:innen-, sondern auch auf Führungsebene noch nie so groß wie jetzt.“

Aktuell übt die Mehrheit (zwei Drittel) der befragten Führungskräfte ihre Funktion derzeit noch allein aus, aber bei 19 Prozent wurde bereits über die Einführung des dualen Modells nachgedacht.

Faktoren für „Duale Führung“: Kompetenzbündelung und Vertrauen

„Geteilte Führung geht mit geteilter Verantwortung und doppelter Kompetenzbündelung einher. Deshalb können zwei Führungskräfte mit den Herausforderungen agiler Arbeitswelten effizienter umgehen“, sagt Marion Koidl, Leiterin der Organisationsberatung bei ABZ*AUSTRIA und Initiatorin der Studie. „Zudem erweist sich das Modell als geeignete Maßnahme für das Generationen-Management – eine erfahrenere und eine Nachwuchsführungskraft können gegenseitig vom Wissensaustausch profitieren.“

Die Studie bekräftigt auch, dass die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber durch das Angebot von dualen Führungsmodellen steige; um rund durchschnittlich 33 Prozent, wie es heißt. Dies könne unter anderem auf die verbesserte Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben zurückgeführt werden.

Aufseiten der Führungskräfte werden vor allem Entlastung, eine verbesserte Life-Work-Integration und Kompetenzbündelung als Vorteile genannt. Als deutlicher Mehrwert für das Unternehmen kristallisieren sich zudem die Perspektivenvielfalt, hochwertigere Entscheidungen sowie die Arbeitgeberattraktivität heraus. Die Befragten gaben an, dass diese positiven Faktoren langfristig Einsparungen im Ausmaß von rund 26 Prozent der Ressourcen bzw. Kosten einbringen.

Als die wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein duales Führungsmodell werden gegenseitiges Vertrauen (26 Prozent), offene und transparente Kommunikation (22 Prozent) sowie die Fähigkeit, sich „die Bühne teilen zu können“ (20 Prozent) genannt. Die erfolgreiche Implementierung erfordere ein gutes „Matching“ zwischen den Führungspersonen sowie regen Austausch.

Diversität in der Führungsebene

„Mit dieser Studie stehen uns erstmals evidenzbasierte Daten zur Verfügung, die zeigen, dass der Abstimmungsaufwand durch die duale Führung nur minimal um 16 Prozent steigt. Wir zeigen, dass duale Führung funktioniert, branchenunabhängig, und dass es durch die Kombination der unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten auch zur Perspektivenvielfalt und dadurch zu Diversität innerhalb des Unternehmens kommt“, so Koidl weiter.

Und auch Claudia Mischensky, IV-Vize-Generalsekretärin ergänzt mit einem Fokuswechsel auf die Leadership-Ebene: „Wir wissen, dass Diversität einen positiven Effekt auf den Unternehmenserfolg hat. Unterschiedliche Lösungsansätze machen ein Unternehmen innovativer, resilienter und flexibler. Auch in der Führungsetage muss Diversität gelebt werden. Neue Führungsmodelle können aus Sicht der Industrie für das Führungsteam selbst, aber vor allem für die Unternehmen große Vorteile bringen.“

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