14.09.2020

Die Höhle der Löwen: Po, Drogen und autofressende Marder

In dieser Folge von "Die Höhle der Löwen" ging es um die Vertreibung von Mardern, eine schöne Hinterseite und ein neues Handyschutzhüllen-System, das Händlern viele Sorgen ersparen soll. Zudem irritierte ein Startup so manchen Löwen mit einem "Drogen-Witz".
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Die Höhle der Löwen, Höhle der Löwen, DHDL, PoBeau, Maschmeyer, Dümmel, Wöhrl, Williams, Kofler, Glagau, Rosberg
(c)TVNOW / Bernd-Michael Maurer -Sandy Glückstein (r.) präsentierte mit "PoBeau" Masken für den Po für Hautprobleme.
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  • In dieser Folge von "Die Höhle der Löwen" stellten die Brüder Bilal (30) und Adil Zafar (25) ihr Startup richtiggutbewerben.de vor.
  • Nach der Vorführung mit Po-Model Silke rief die Pobeau-Gründerin zur "Povolution".
  • Gymbutler präsentiert einen Silikonring für Getränke, der auf alle Metalloberflächen angebracht werden kann.
  • Gomago möchte Marder auf tierfreundliche Art und Weise vertreiben
  • Den Abschluss der dritten Folge der "Höhle der Löwen" bildeten die Gründer von GreenMNKY, die über ihr GreenMNKY System Händlern über 90 Prozent Verpackungsmüll einsparen.

Am Anfang von „Die Höhle der Löwen“ – die immer Montags um 20.15 Uhr bei VOX sowie jederzeit auf Abruf über TVNOW.at zu sehen ist – stellten die Brüder Bilal (30) und Adil Zafar (25) ihr Startup richtiggutbewerben.de vor. Während seines BWL-Studiums an der Universität Düsseldorf hat Bilal bei verschiedenen Firmen gejobbt, musste aber feststellen, dass dies bei vielen seiner Kommilitonen nicht der Fall war: „Ich habe angefangen, bei den Bewerbungen zu helfen. Und die Leute waren sogar bereit, mir Geld dafür zu bezahlen“, sagt er.

86 Prozent der Kunden werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen

So war die Idee geboren. Gemeinsam mit seinem Bruder entwickelte er eine Online-Plattform, die Branchen-Experten und Bewerber auf der Suche nach ihrem Traumjob zusammenbringen soll. Den Erfolg können die beiden Gründer mit Zahlen belegen: „Unsere Idee hat letztes Jahr 700.000 Euro eingebracht. Und 86 Prozent unserer Kunden werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen“, sagt Bilal.

Zwei Millionen Euro Umsatz

Bisher wurden vom Startup über 15.000 Bewerbungen für ganz Deutschland geschrieben. Der Umsatz beträgt zwei Millionen Euro. Um ihr Unternehmen und vor allem die Internationalisierung voranzubringen forderte das Team 100.000 Euro für zehn Prozent Anteile an ihrem Unternehmen.

Der Lottoschein, der einen Job brachte

Handelsprofi Ralf Dümmel fühlte sich nach dem Pitch zurückerinnert und erzählte von der „lustigsten“ Bewerbung, die er je erhalten habe. Ein Anwärter hat ihm einen ausgefüllten Lotto-Schein geschickt und dazu geschrieben: „Herr Dümmel, ob sie mit diesem Schein einen Sechser haben, kann ich nicht garantieren. Mit mir aber haben sie ihn.“ Der ehemalige Bewerber arbeitet heute noch für den Löwen.

Höhle der Löwen, richtiggutbewerben.de
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Bilal (l.) und Adil Zafar aus Düsseldorf erschufen mit richtiggutbewerben.de eine Plattform für fertige Bewerbungen von Branchenexperten.

Multi-Investor Carsten Maschmeyer empfand ein mitgebrachtes Bewerbungsschreiben als „zu dick“ aufgetragen, während sich Beauty Queen Judith Williams und Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg von den Zahlen des Startups beeindruckt zeigten.

Das weiße Säckchen

Allerdings irritierte der Gründer, nachdem Ralf Dümmel ausgestiegen war, die gesamte Höhle der Löwen mit dem Vergleich, dass ihre Marge von 70 Prozent bei einer Bewerbung so hoch sei, wie beim Drogenhandel. Bilal wedelte bei seiner Aussage sogar mit einem kleinem Plastik-Baggy, das mit einer weißen Substanz gefüllt war. Später stellte sich heraus, es handelte sich um Zucker.

Kein F1-Weltmeister fürs Duo

Rosberg erklärte darauf, dass er kein gutes Gefühl habe. Alle Zahlen klängen zu gut, und dann noch „Drogen im Fernsehen“. Der Gründer wollte die Situation noch retten, indem er meinte, es sei nur als Scherz gedacht gewesen – es half nichts. Rosberg war raus. Auch Williams ging. Sie verstand nicht, warum die Gründer bei solchen Erfolgszahlen des Unternehmens Löwen bräuchten.

Kurz danach ging auch Familien-Unternehmerin Dagmar Wöhrl. Damit blieb Carsten Maschmeyer über, der selbst bei der Recruiting-App Talentcube involviert ist.

„Blöder Witz“

Der Investor vergab Bilal den „blöden Witz“, da er auch als junger Mann „ähnlich drauf gewesen sei“. Und bot 100.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung. Zudem stellte er eine symbiotische Kooperation mit Talentcube in Aussicht. Die Gründer kamen mit einem Gegenangebot zurück: 15 Prozent für die gebotene Summe. Der Löwe schlug zu. Deal für richtiggutbewerben.de.

Shakira & JLo als Trendsetter?

Die nächste in der Höhle der Löwen war Sandy Glückstein. Sie spezialisiert sich auf den Po, der ihrer Meinung nach derzeit das Trend-Körperteil schlechthin sei, „wenn man sich Jennifer Lopez, Kim Kardashian oder Shakira anguckt.“ Die promovierte Soziologin und hauptberufliche Unternehmensberaterin hat deshalb mit PoBeau pflegende Masken für den Po kreiert.

Zwei Millionen Euro Bewertung

Im Sortiment des Startups befinden sich Produkte gegen Pickel, zur Straffung, aber auch zum Bleachen. Damit ihre Idee nicht zu einem Nischenprodukt verkommt, sucht die Gründerin ein Investment in Höhe von 200.000 Euro und bietet dafür zehn Prozent ihrer Unternehmensanteile.

Eine „Povolution“ in der Höhle der Löwen

Nach der Vorführung mit Po-Model Silke rief die Gründerin zur „Povolution“ auf und stellte sich dem Diskurs. Mit ihrer witzig-charmanten Art machte die Unternehmensberaterin und Organisationsökonomin eine gute Figur.

Zu hohe Bewertung bei zu wenig Verkauf

Allerdings meinte Dümmel „die Bewertung ist fürn Arsch“ – bei bisher knapp 250 verkauften Masken. Er stieg aus. Glückstein argumentierte, wie viele Gründer vor ihr, mit dem Marktpotential, was aber Konzernchef Nils Glagau nicht gelten ließ. Auch er verabschiedete sich als potentieller Investor.

Das manipulierte Bild

Als Maschmeyer auf das Foto zu sprechen kam, dass zwei Po-Hälften zeigte – eine unbehandelte und eine behandelte, kam heraus, dass das Bild nachbearbeitet wäre. Die falsche „vorher-nachher“-Reklame störte den Löwen derart, dass er ging.

Wöhrl und Williams kritisierten danach, dass die Gründerin ihr Produkt bereits am Markt habe, aber klinische Tests erst ausstehen. Die Familienunternehmerin stieg aus. Williams hingegen meinte, das Produkt beeindrucke sie nicht sehr, aber sie hoffe die Gründerin wiederzusehen, wenn sie unternehmerisch weiter sei. Kein Deal für PoBeau.

Oh Marder, oh Marder…

Beim nächsten Gründer in der Höhle der Löwen, Klaus Skottki, begann alles vor sieben Jahren mit einer Marderplage auf dem heimischen Dachboden. Den Auszug aus dem Haus bereits im Sinn, kam ihm die Idee zu Gomago, einer Art Duftspender für Haus und Auto, der die Tiere durch ein künstliches Pheromon fernhält, ohne dem Tier zu schaden.

Probleme beim Vertrieb

Zwar liege bei dem Produkt die Fehlerquote bei Null, wie der Gründer erklärte, jedoch ließ der Vertrieb im Online-Shop zu wünschen übrig. Daher forderte der 70-Jährige 80.000 Euro für 20 Prozent an seiner noch zu gründenden GmbH.

Gomago, Höhle der Löwen
(c) Frank W. Hempel – Klaus Skottki hat mit „GOMAGO“ einen Marderschutz für Haus und Auto erfunden, der das Tier nicht verletzt.

Unter der Motorhaube und im Haus

Das Vertreibungsmittel wird in der Dose, die sich in einem Säckchen befindet, unter der Motorhaube angehängt und verdunstet dort. Für den häuslichen Gebrauch gibt es statt einer 50 Milliliter Flasche eine 100 Milliliter-Variante, die als Einzelprodukt 25 Quadratmeter abdeckt.

Der Marder-Traummann in der Höhle der Löwen

Judith Williams bezeichnete den Gründer als ihren Traummann. Sie erzählte von ihren schrecklichen Erlebnissen mit Mardern, während Skottki darauf hinwies, dass Kammerjäger manchmal Mittel ausstreuen, die Mardern die Pfoten verätzen. Er fände das schrecklich, deshalb habe er nach einer anderen Variante gesucht, die keine Tiere verletzt.

Erstes Angebot für Anti-Marder-Duft

Medien-Profi Georg Kofler machte gleich ein Angebot und bot die 80.000 Euro für 20 Prozent Anteile. Für Maschmeyer war das Produkt „zu klein“, und er stieg aus. Danach brillierte der Gründer mit Zahlen: 2018 mussten Autoversicherer Schäden mit einem Volumen von 72 Millionen Euro regulieren.

„Liebe aus, raus“

Dennoch stieg Judith Williams schweren Herzens aus – gute Düfte wären ihr Metier. Sie sagte: „Die Liebe ist aus – und ich bin raus“. Ihr folgte Glagau, was Ralf Dümmel über ließ. Der bot das gleiche wie Kofler. Skottki entschied sich für den norddeutschen Handelsexperten. Deal für Gomago.

Silikon fürs Fitnessstudio

Den vorletzten Auftritt in der „Höhle der Löwen“ absolvierten Maximilian Sander (26) und Tim Bormann (25), die im Fitnessstudio ein Problem erkannt haben: Viele Sportler stellen ihre Getränke auf dem Boden oder auf dem Fitnessgerät ab, so stehen die Flaschen und Becher häufig im Weg oder kippen um und verschütten ihren Inhalt. Um das zu verhindern, haben die Schulfreunde den Gymbutler entwickelt. Dabei handelt es sich um einen flexiblen Silikonring, den man um fast jede Flasche wickeln kann und der dank eines starken Magneten auf jedem Metall hält.

Bis zu zweieinhalb Kilogramm Gewicht

Der „Halter“ kann ein Gewicht bis zu 2,5 Kilogramm tragen und wurde auch für andere Bereiche konzipiert, wie etwa Werkstatt oder Haushalt. Die Gründer forderten 100.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung an ihrer Firma.

Nicht für alle Geräte

Nach einer kurzen humoristischen Einlage mit einem menschlichen Butler, der einem das Getränk reicht, stellten die Gründer ihren Silikonring vor. Glagau warf ein, dass manche Geräte, wie das Laufband, integrierte Getränkehalter hätten. Er fragte auch, ob es so schlimm sei, wenn man Flaschen am Boden abstelle.

Gymbutler
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Maximilian Sander (r.) und Tim Bormann hofften auf einen Löwen für ihren „Gymbutler“, einen Getränkehalter fürs Fitnessstudio.

Die Gründer argumentierten, dass Leute, die trainieren, angewiesen wären viel zu trinken. Und auch bei komplizierten Haltungen leicht an das Getränk kommen sollten.

Erste Absage in der Höhle der Löwen

Wöhrl fehlte die Fantasie, wie man das Gerät skalieren könnte und war raus. Die Gründer ließen nicht nach und meinten, sie hätten großes Potential in vielen Märkten.

Zweiter und dritter Löwe weg

Die Argumentation wirkte bei Kofler nicht. Auch ihm fehlte es an dem Glauben an das Produkt. Er und auch Rosberg gingen als nächste. Dümmel und Glagau probierten daraufhin den Silikonring persönlich aus.

Ein Problemlöser ohne Zukunft?

Glagau mochte die beiden Gründer, war aber schlussendlich nicht ganz überzeugt und ging dahin. Ralf Dümmel war bis zu diesem Zeitpunkt verdächtig ruhig gewesen. Dann nannte er den Gymbutler einen Problemlöser, den er für verschiedene Bereiche sehe. Jedoch wäre ein nachhaltiges Wirtschaften sehr schwer. Kein Deal für Gymbutler.

Höhle der Löwen, GreenMNKY
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Ziya Orhan hat gemeinsam mit Co-Founder Oliver Klingenbrunn mit GreenMNKY ein System aus Datencloud, App und Foliencutter entwickelt, welches die modellspezifische Konfektionierung von Handyfolien auf Anfrage ermöglicht.

Den Abschluss der dritten Folge der „Höhle der Löwen“ bildeten die Gründer von GreenMNKY. Ziya Orhan (42) aus Aschaffenburg und Oliver Klingenbrunn (48) aus Lohr am Main. Der Mobilfunkshop-Besitzer und der Berater kennen sich seit acht Jahren. Das Problem: „Um jedem Kunden eine Panzerfolie zu verkaufen, muss ich ein Riesenlager haben. Ansonsten ist der Kunde weg und kommt nie wieder“, berichtet Ziya. Dieses umweltschädliche und kostenintensive Ärgernis möchte das Startup lösen, durch ein eigenes System.

Ein System aus der (Daten) Cloud

Das GreenMNKY „Screen Protection Cutting System“ kann in zehn Sekunden und dank der in der App hinterlegten Datencloud für jedes beliebige Modell die passende Handy-Schutzfolie ausschneiden. So entstehe aus einem Rohling der perfekte Handyschutz.

Auch Tablets und Smartwatches schützen

Die Gründer betonen, dass sie nicht nur Smartphones schützen, sondern auch Tablets, Smartwatches und Kopfhörer. Zudem spart das GreenMNKY System über 90 Prozent Verpackungsmüll ein.

300.000 Euro privat investiert

Bereits 300.000 Euro hat Ziya aus eigener Tasche investiert. Nun hoffen die beiden Gründer auf ein weiteres Investment der Löwen in Höhe von 400.000 Euro und bieten im Tausch 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

200.000 Euro Umsatz

Den Löwen gefiel diese b2b-Ansatz, der viele Sorgen von Handyshop-Besitzern auflösen würde. Auch der Umsatz von 200.000 Euro stach positiv hervor. Dümmel und Wöhrl stiegen jedoch aus, da sie sich beide nicht als die richtigen Investoren sahen.

Kofler nannte die Gründer ein Paradebeispiel und lobte den Mut, das ganze Ersparte in die Idee zu stecken. Dennoch ging auch er, weil es sich nicht um sein Metier handelte.

Begeisterte Löwen

Maschmeyer und Glagau hatten sich in der Zwischenzeit still beraten. Und waren hin und weg, als sie hörten, dass der Gründer seinen alten Job aufgegeben habe, um sich ganz auf GreenMNKY zu konzentrieren. Die Löwen testeten die Folie auf ihre Stabilität und machten schlussendlich das Angebot von 400.000 Euro für 24 Prozent. Deal für GreenMNKY.


Dominik Meisinger

Crypto Weekly #10: Musks Rückzieher, Buterins Spende – und der Internet Computer

Außerdem: Ein Ethereum-Rekordhoch sowie Updates von Blockpit und Bitpanda. Das waren diese Woche die wichtigsten News und Kursbewegungen in der Krypto-Welt.
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Telsa und Bitcoin
Foto: SValeriia/Adobe Stock

Medial am meisten für Aufsehen gesorgt hat diese Woche wohl wieder Telsa-CEO Elon Musk. Daneben knackte Ether erneut eine runde Marke – und Ethereum-Gründer Vitalik Buterin tätigte eine nicht ganz alltägliche Spende. Außerdem platzierte sich mit dem Internet Computer Token (ICP) ein neuer Token gleich an seinem ersten Handelstag in den Top 10 der größten Kryptowährungen. Und das ist noch nicht alles, was diese Woche in der Krypto-Welt passiert ist. Zu Beginn, wie immer, ein Blick auf…

…die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): ~ 50.340 Dollar / -11 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche
  • Ethereum (ETH): ~4.000 Dollar / +6 %
  • Binance Coin (BNB): ~600 Dollar / -4,5 %
  • Dogecoin (DOGE) / ~0,53 Dollar / -11 %
  • Cardano (ADA) / ~1,9 Dollar / +9 %
  • XRP: ~ 1,4 Dollar / -14 %
  • Internet Computer (ICP): ~ 310 Dollar
  • Polkadot (DOT) / ~41 Dollar / +5%
  • Uniswap (UNI) / ~39 Dollar / -3 %

Alle Daten stammen von Coinmarketcap und sind am Stand von Freitagnachmittag.

Bitcoin-Kurs nach Musk-Tweet unter 50.000 Dollar

Es kam ein bisschen aus dem Nichts, als Tesla-CEO Elon Musk in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf Twitter eine Bilddatei mit einer Stellungnahme postete: Tesla werde ab sofort keine Zahlungen mehr in Bitcoin akzeptieren – weil man Bedenken wegen den Umweltauswirkungen des Bitcoin-Minings habe. Die eigenen Bitcoin-Bestände in der Bilanz wolle man aber behalten, hieß es weiter.

Tesla hatte erst Mitte März angekündigt, in den USA Bitcoin-Zahlungen beim Autokauf zu akzeptieren. Der Bitcoin-Kurs reagierte recht deutlich – und fiel in den Stunden nach Bekanntwerden der Nachricht von rund 54.500 Dollar bis auf 46.980 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang März. Im weiterer Folge setzte dann eine leichte Erholung ein, am Freitagnachmittag stand der Kurs wieder über der 50.000-Dollar-Schwelle.

Symbolwirkung von Tesla-Schritt wichtiger als tatsächliche Auswirkungen

Was Musk und Tesla zu der Ankündigung veranlasst hat, bleibt offen. Dass der hohe Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining Musk nicht bekannt war, als das Unternehmen 1,5 Mrd. Dollar in die Kryptowährung steckte, kann wohl ausgeschlossen werden. Die praktischen Auswirkungen des Schritts werden auch eher gering sein, da Bitcoin wahrscheinlich nur in Einzelfällen von Kunden für den Kauf eines Teslas genutzt worden war. Die Symbolwirkung des Schritts ist aber durchaus nicht zu unterschätzen: Nach einer Reihe von Schritten, mit denen US-Unternehmen die Bitcoin-Adaption vorangetrieben haben, folgt nun erstmals ein Schritt zurück – und das noch dazu von einem Unternehmen, das in dieser Hinsicht als großer Hoffnungsträger galt.

Auch wenn Musks Begründung vorgeschoben ist – Ähnliches könnten wir in den nächsten Jahren öfter hören. Nicht nur, weil das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit immer stärker steigt – die Kriterien Environment, Social, Governance (ESG) gewinnen in der Finanzbranche auch regulatorisch zunehmend an Relevanz. Wenn man davon ausgeht, dass sich Bitcoin in den nächsten Jahren als Asset für institutionelle Anleger etablieren kann, muss man damit rechnen, dass auch genau diese damit verbundene Diskussion häufiger aufkommen wird.

Quo vadis, Elon?

Was Musk angeht, war für viele vor allem der abschließende Satz in seiner Stellungnahme interessant: Dass Tesla sich nämlich Kryptowährungen ansehe wolle, die einen geringeren Stromverbrauch hätten. Projekte, die den Proof-of-Work-Mechanismus verwenden und auf Mining basieren, fallen damit weg. Dazu zählt eigentlich auch die von Musk gepushte Meme-Kryptowährung Dogecoin (DOGE) – was er dann am Freitag direkt ansprach: Man arbeite mit Doge-Entwicklern daran, die Effizienz der Transaktionen zu verbessern, dies sei „potenziell vielversprechend“, schrieb Musk auf Twitter.

Für die Aussage musste Musk wieder Kritik einstecken, so belehrte ihn etwa der Krypto-Fondsmanager Ari Paul von BlockTower Capital umgehend: „Elektrizität wird nicht für das Verarbeiten von Transaktionen verwendet. Es wird benutzt, um das Netzwerk zu sichern. Doge ist Proof-of-Work, das bedeutet, es ist mit den selben grundlegenden Dynamiken konfrontiert wie Bitcoin. Es verbraucht derzeit weniger Elektrizität, weil es weniger sicher ist“.

Bereits jetzt gibt es aber einige Kryptowährungen, die den deutlich weniger energieintensiven Proof-of-Stake-Ansatz nutzen – etwa Cardano oder Polkadot. Das Ethereum-System plant für das nächste Jahr mit dem lang erwarteten Upgrade auf Ethereum 2.0 den Umstieg.

Ethereum über 4.000 Dollar, Vitalik spendet Meme-Coins

Apropos Ethereum. Die Ethereum-Kryptowährung Ether hat am Montag erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 4.000 Dollar überschritten – nur eine Woche, nachdem der Kurs erstmals über die 3.000 Dollar gestiegen war. Im Wochenverlauf legte der Kurs noch bis auf 4.362 Dollar zu. Zuletzt kam er wieder etwas zurück auf rund 4.000 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt er damit rund 450 Prozent im Plus. In den vergangenen 30 Tagen beläuft sich der Kurszuwachs auf 70 Prozent.

Auch Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin geriet diese Woche in die Schlagzeilen: Er verkaufte mehrere Meme-Coins, die zu diesem Zeitpunkt einen Wert von 1,5 Mrd. US-Dollar hatten, und spendete die Einnahmen an einen Covid-19-Hilfsfonds für Indien. Diese Coins waren Buterin ohne seine Zustimmung auf seine öffentliche Wallet geschickt worden – wohl als Marketing-Aktion der Erschaffer der Coins. Betroffen waren unter anderem Shiba Inu (SHIB) oder Dogelon (ELON) – Dogecoin-Klone, die etwas vom DOGE-Hype abgekommen wollen. Deren Kurse brachen nach Buterins Verkäufen ein.

Was ist ein Internet Computer Token und warum ist er 40 Mrd. Dollar wert?

Durchaus beachtlich war diese Woche auch das Handelsdebüt des Tokens mit dem schönen Namen Internet Computer (ICP). Gleich an seinem ersten Handelstag platzierte er sich unter den Top 10 der größten Kryptowährungen der Welt. Zwischenzeitlich hatte er dabei sogar eine Marktkapitalisierung von 90 Mrd. Dollar erreicht. Im weiteren Wochenverlauf pendelte er sich dann bei rund 40 Mrd. Dollar ein, womit allerdings der Top-10-Rang gut abgesichert war.

Das Projekt sieht sich in seinem Pitch Deck als die dritte große Blockchain-Innovation nach Bitcoin und Ethereum. Analyst Mati Greenspan von Quantum Economic nannte die postulierten Ziele des Unternehmens „extrem ambitioniert“ und das ist wohl noch zurückhaltend ausgedrückt. „Ähnlich wie Cardano ohne Adaption in der wirklichen Welt kürzlich in die Höhe geschossen ist, scheint es nun auch bei ICP zu passieren, nur weit schneller“, sagt Greenspan weiter. Als Grund macht er aus, dass der Token nahtlos auf mehreren großen Plattformen wie Binance, Coinbase Pro und Huobi gestartet sei. Mehr dazu sowie zu den Hintergründen des Projekts in unserem Artikel.

Blockpit wächst stark, Bitpanda plant institutionelles Angebot

Abschließend noch zwei Updates von österreichischen Unternehmen, die wir diese Woche erhalten haben: Blockpit-CEO Florian Wimmer hat in einem Interview mit dem brutkasten Einblicke in die aktuellen Wachstumszahlen des vor allem für seine Krypto-Steuersoftware bekannten Startups gegeben – und die können sich sehen lassen. Kürzlich ist das Linzer Unternehmen auch in Frankreich und Spanien gestartet.

Einige interessante Einblicke gewährten uns auch die Bitpanda-Gründer und CEOs Eric Demuth und Paul Klanschek, als sie am Montag beim Brutkasten-Finance-Talk in unserem Studio zu Gast waren: Neben einer ganzen Reihe von Fragen aus der Community zu „Bitpanda Stocks“ sprachen sie dabei über ihr geplantes Angebot für institutionelle Investoren: Solche Angebote seien in Europa „noch sehr stiefmütterlich behandelt“, sagte Demuth, was Bitpanda ändern wolle. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir hier eine ähnliche Entwicklung sehen werden wie in den USA in den letzten zwei Jahren, dass immer mehr Corporates und Fonds in den Sektor reingehen“, sagte der Bitpanda-Gründer weiter. Mehr dazu – und warum man auf Bitpanda irgendwann vielleicht auch Immobilien handeln wird können, in unserem Artikel.


Disclaimer: Die Bitpanda GmbH ist mit 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

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