25.06.2025
AUSZEICHNUNG

Vello Bike: Wiener Rad-Startup holt Eurobike Award in zwei Kategorien

Das Wiener Rad-Startup Vello Bike gewinnt beim Eurobike Award 2025 - und das gleich in zwei Kategorien.
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Das Founder-Team von Vello Bike: Valerie Wolff und Valentin Vodev. | © Vello Bike

Knapp 25 Kilogramm. So viel wiegt das angeblich weltweit leichteste E-Cargo-Bike des Wiener Startups Vello Bike. Damit reiht sich das Unternehmen in die Reihe der aufstrebenden heimischen Fahrradmarken ein, neben Namen wie woom oder paul&ernst. Das bestätigt nicht nur ein Listicle von brutkasten, sondern nun auch der Eurobike Award 2025.

Der Eurobike Award zählt zu den wichtigsten internationalen Auszeichnungen der Fahrradbranche. Die rund 300 eingereichten Produkte werden unter anderem nach Design, Funktion, Nachhaltigkeit und Markttauglichkeit bewertet. Vello Bike konnte gleich mit zwei Produkten überzeugen.

Zwei Auszeichnungen

Eines der prämierten Produkte ist – wenig überraschend – das bereits erwähnte E-Cargo-Bike „Vello SUB Titan“. Das Startup rund um die Gründer Valentin Vodev und Valerie Wolff brachte es 2022 auf den Markt. Es ist nicht nur besonders leicht, sondern soll gleichzeitig eine Transportlast von bis zu 210 Kilogramm aushalten. In der offiziellen Pressemitteilung beschreibt das Startup sein Modell als „ein besonders leichtes und zugleich robustes System für den urbanen Lastenrad-Alltag“.

Auch mit dem Zubehör-Set „Sub 360° Reflective Accessories“ konnte Vello Bike die Jury überzeugen. Dazu zählen unter anderem der „Sub Cocoon“ sowie rundum reflektierende Cargo Bags. Das Zubehör ist auf mehr Sicherheit im Straßenverkehr ausgelegt und soll den Transport per Fahrrad im urbanen Raum komfortabler machen.

Das „Sub Cocoon 360° Reflective“ von Vello Bike. | © Leonardo Ramirez

„Unsere Mission ist es, nachhaltige Mobilität so leicht, sicher und intuitiv wie möglich zu machen“, sagt Co-Founderin Wolff. „Der Eurobike Award für beide Innovationen bestätigt, dass wir mit hochfunktionalen Details wie dem Titanrahmen, der wartungsfreien 3X3-Schaltung und dem rundum reflektierenden Cocoon einen echten Mehrwert für Familien und Pendler:innen schaffen.“

Nachhaltigkeit im Fokus

Bekannt wurde das 2017 gegründete Unternehmen zunächst durch seine faltbaren, leichtgewichtigen Fahrräder. 2022 sprach Co-Founderin Wolff im Gespräch mit brutkasten über das Geschäftsmodell, Profitabilität und Wachstum (zum Artikel). Im vergangenen Jahr folgte eine Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) – brutkasten berichtete.

Vello Bike verfolgt einen klaren Nachhaltigkeitsansatz: Verwendet werden hochwertige, reparierbare Materialien wie Titan oder Chromoly-Stahl. Die modularen Fahrräder seien zudem auf einfache Upgrades, Anpassungen und Reparaturen ausgelegt. So soll Kreislaufwirtschaft mit langlebigem Design und hoher Funktionalität verbunden werden.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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