✨ AI Kontextualisierung
Es ist ein Paukenschlag für den Startup-Standort Österreich: Wie gestern kommuniziert wurde, übernimmt der italienische App-Entwickler Bending Spoons das Paschinger PetTech-Scaleup Tractive. Nachdem bereits vor wenigen Monaten Gerüchte über einen Exit mit Bewertung im Milliardenbereich die Runde machten, kann zumindest vermutet werden, dass dieser Deal der bislang größte Exit der österreichischen Startup-Geschichte war und zumindest im hohen neunstelligen Bereich liegt.
Von Milliarden-Gerüchten und dreistelligen Millionenbeträgen
Der Tractive-Verkauf ist der jüngeste in einer Reihe mutmaßlicher Rekorde. 2024 sicherte sich die dänische Novo Holdings die Mehrheit am Tiroler Life-Science-Unternehmen Single Use Support – ein Deal der ebenfalls aufgrund von Gerüchten zunächst als möglicher Milliarden-Exit gehandelt wurde, später aber offiziell im hohen dreistelligen Millionenbereich bestätigt wurde.
Besonders das Boom-Jahr 2021 bleibt auch als historisches Exit-Jahr in Erinnerung: Damals ging der E-Mobility-Software-Spezialist has.to.be für 250 Millionen Euro an ChargePoint – bis heute der größte heimische Exit mit konkret bekannter Summe. Im selben Jahr kaufte Canva das Wiener KI-Startup Kaleido AI für nicht konkret genannten, aber definitiv neunstelligen Betrag. Außerdem ging Hansi Hansmanns erste Startup-Beteiligung, das vom Österreicher Bernhard Niesner gegründete EdTech Busuu, für 385 Millionen Euro an Chegg – das Scaleup hatte seinen Hauptsitz allerdings in London.
Der Multiplikator-Effekt für den Standort Österreich
Die Bedeutung dieser Exits geht weit über die reinen Kaufsummen hinaus. Große Exits wirken in einem Startup-Ökosystem wie ein Schwungrad: Kapital und Know-how fließen zurück in den Markt. Und nicht nur die Gründer:innen selbst sondern auch Business Angels und Fonds nutzen das Geld aus Exits für weitere Investments.
Ein frühes Beispiel dafür ist der 140-Millionen-Euro-Exit von Paysafecard im Jahr 2013. Co-Founder Michael Altrichter nutzte das Kapital und seine Erfahrung in der Folge, um als einer der aktivsten Business Angels Österreichs zahlreiche neue Startups zu finanzieren.
Ein ähnlicher, bis heute spürbarer Effekt ging 2015 vom 220-Millionen-Euro-Verkauf von Runtastic an Adidas aus: Das Gründerteam rund um Florian Gschwandtner tritt seither als schlagkräftiges Investoren-Kollektiv unter dem Namen 8eyes auf. Gleichzeitig brachte der Exit damals unter anderem Business-Angel-Legende Hansi Hansmann einen Kapitalschub, der wieder genutzt wurde. Auch die Köpfe hinter dem HealthTech mySugr (2017 an Roche verkauft) investieren ihr Wissen und Kapital heute wieder in die nächste Generation von heimischen Gründer:innen.
Der Tractive-Exit könnte nun die nächste Welle an wertvollem Re-Investment in den Standort Österreich auslösen. An Bord waren nicht nur die Runtastic-Gründer sondern auch hier unter anderem Hansi Hansmann. Und Tractive-Gründer Michael Hurnaus war bereits vor dem Exit als Angel-Investor tätig.
Die größten heimischen Exits im Überblick
Hinweis: Da bei einigen Deals Stillschweigen über den exakten Kaufpreis vereinbart wurde, sind Schätzwerte entsprechend markiert.
| Jahr | Startup | Käufer | Summe (Offiziell / Schätzung) | brutkasten-Artikel |
| 2026 | Tractive | Bending Spoons | Bis zu Milliardenbereich (Schätzung) | Zum Artikel |
| 2024 | Single Use Support | Novo Holdings | Hoher dreistelliger Millionenbereich | Zum Artikel |
| 2021 | has.to.be | ChargePoint | € 250 Mio. | Zum Artikel |
| 2015 | Runtastic | Adidas | € 220 Mio. | Zum Artikel |
| 2015 | Shpock | Schibsted | ~€ 200 Mio. (Bewertung) | Zum Artikel |
| 2017 | mySugr | Roche | € 70 – 200 Mio. (Schätzung) | Zum Artikel |
| 2024 | Ecosio | Vertex | 180 Mio. Euro | Zum Artikel |
| 2025 | Finmatics | Visma | Neunstellig („größter österreichischer KI-Startup-Exit“) | Zum Artikel |
| 2021 | Kaleido AI | Canva | € 150 Mio.+ (Schätzung, „neunstellig“) | Zum Artikel |
| 2013 | Paysafecard | Skrill | € 140 Mio. | Zum Artikel |






