29.01.2020

WWW-Erfinder Tim Berners-Lee bei WeAreDevelopers World Congress

Nach Steve Wozniak im Jahr 2018 gelingt WeAreDevelopers für den World Congress 2020 der nächste herausstechende Speaker-Coup: World Wide Web-Erfinder Tim Berners-Lee wird im Mai in Berlin als Keynote-Speaker auftreten.
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WWW-Erfinder Tim Berners-Lee tritt am WeAreDevelopers World Congress 2020 auf
(c) Henry Thomas: WWW-Erfinder Tim Berners-Lee tritt am WeAreDevelopers World Congress 2020 auf

Der WeAreDevelopers World Congress findet dieses Jahr zum vierten Mal statt – zum zweiten Mal in Berlin. Die Veranstalter – das Wiener Unternehmen WeAreDevelopers – reklamieren mit dem 10.000-Besucher-Event die Position des „größten Developer-Events der Welt“ für sich. Schon in den Vorjahren machte man mit zahlreichen namhaften Speakern auf sich aufmerksam – besonderes Highlight war der Auftritt von Apple-Co-Founder Steve Wozniak im Jahr 2018 (damals noch in Wien). Dieses Jahr landet man mit World Wide Web-Erfinder Tim Berners-Lee einen weiteren herausstechenden Speaker-Coup.

+++ Führungsspitze von WeAreDevelopers stellt sich neu auf +++

Tim Berners-Lee „blickt auf nächste, neue, unvorstellbare Zukunft“

Dieser wird am ersten von zwei Kongresstagen, konkret am 28. Mai, eine Keynote halten und an einem moderierten Gespräch teilnehmen.  Dabei werde er „über sein Erfindung sprechen und wie er sie verbessern möchte“, heißt es in einer Aussendung. Er werde seine Vision eines sicheren und offenen Webs skizzieren, „das der Menschheit wieder dient“. Die Veranstalter kommentieren: „Als Sir Tim Berners-Lee das World Wide Web erfand, sah er eine Zukunft, die sich niemand anders hätte vorstellen können und die unser Leben für immer verändern würde. Jetzt blickt er auf unsere nächste, neue, unvorstellbare Zukunft“.

CSS-Erfinder und Doom-Designer am WeAreDevelopers World Congress

Das diesjährige Motto des WeAreDevelopers World Congress ist „Create. Apply. Disrupt.“ In den zwei Tagen wird es mehr als 250 Vorträge und mehr als 80 Workshops zu den Themen Front- & Backend, Quantum Computing, Cloud, Internet-of-Things, DevOps, AI, Robotics & Mobility, Blockchain, Testing & Security geben. Neben Tim Berners-Lee streichen die Veranstalter CSS-Erfinder Håkon Wium Lie als besonderes Speaker-Highlight heraus. Weitere Größen, die einen Auftritt haben werden sind Scott Hanselman, Partner Program Manager, Microsoft, Brenda Romero, Game Designer (e.g. Wizardry, Def Jam), Jimmy Song, Instructor, Programming Blockchain, John Romero, Game Designer (e.g. Doom, Quake, Wolfenstein 3D), Jeff Atwood, Autor, Coding Horror, Alexandra Waldherr, 18-jährige Expertin für Quantum Computing und Eric Steinberger, CEO & AI Researcher, Climate Science.

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Cécile Deterre (Co-Founderin von Blue Planet Ecosystems) und Renaud Viot (CEO und Co-Founder des Startups Lynxia) führen La French Tech Vienna als Co-Präsident:innen | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Im Foyer der französischen Botschaft in Wien läuft an diesem Abend ein Gast auf vier Beinen über den Marmorboden. Auf seinem Rücken sitzt ein Kamerakopf, daneben ragt eine Funkantenne hervor. Im Hintergrund stehen drei Flaggen: die französische, die europäische und die österreichische.

Der Hausherr hält es an diesem Abend betont analog. „Ich muss sagen, meine Rede wurde nicht von ChatGPT geschrieben, sondern von Menschen“, sagt Botschafter Matthieu Peyraud zur Begrüßung. Dann wird er grundsätzlich: Technologische Souveränität lasse sich nur auf europäischer Ebene erreichen, kein Mitgliedstaat schaffe das allein.

Der Anlass für Roboter und Rede am 8. Oktober: der offizielle Start von La French Tech Vienna, laut Peyraud der ersten French-Tech-Community in Österreich. Sie ist Teil von La French Tech, einem Netzwerk mit nach eigenen Angaben mehr als 100 Communities in Frankreich und weltweit, das großteils von Freiwilligen getragen wird.

Zwei Jahre Pilotphase

Neu ist die Initiative nicht. Sie lief zuvor unter dem Namen French Startups Vienna. Peyraud bezeichnet diese Phase in seiner Rede als „eine Art Pilotprojekt“. Seit rund zwei Jahren bringt sie französische und österreichische Gründer:innen, Forschende und Investor:innen zusammen.

Der französische Botschafter Matthieu Peyraud eröffnete am 8. Oktober den offiziellen Start von La French Tech Vienna in der Botschaft in Wien. Seine Botschaft: Technologische Souveränität gelingt nur auf europäischer Ebene. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

„Wir haben sehr klein angefangen, nur mit französischsprachigen Leuten, die mehr über Tech sehen und hören wollten“, sagt Renaud Viot im Gespräch mit brutkasten. Er ist Co-Präsident von La French Tech Vienna und CEO des Startups Lynxia. Er versteht die Initiative als Community: Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht österreichischen wie französischen Startups offen. „Wir verlangen nur, dass die Leute entweder neugierig auf Tech sind oder bereit, ihr Wissen über Tech zu teilen“, sagt er. Das Kernformat sind regelmäßige Events.

Souveränität als Leitthema

Inhaltlich steht der Abend im Zeichen technologischer Souveränität. Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Cybersicherheit, Halbleiter und Dateninfrastrukturen seien zu strategischen Gütern geworden, sagt Peyraud. Frankreich und Österreich hätten starke Forschungseinrichtungen wie das französische CNRS und das AIT Austrian Institute of Technology. Die gemeinsame Herausforderung sei, wissenschaftliche Exzellenz in globale Technologieführerschaft zu übersetzen. Zu oft gelinge es europäischen Innovationen nicht, im Tempo und in der Größe der internationalen Konkurrenz zu skalieren.

Als Beleg dafür, dass es anders geht, nennt der Botschafter Mistral AI. Die Übernahme des Linzer Startups Emmi AI durch Mistral AI zeige, wie Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Expertise bündeln. Sie unterstreiche zudem die technologische Stärke Österreichs.

„Noch nicht so sehr am Radar“

Wo es konkret hakt, schildert Arnaud Béasse. Der Managing Director von 1764 Advisory kümmert sich in der Community um die Investorenbeziehungen. „An erster Stelle möchte ich Investoren mit Startups verbinden“, sagt er im Gespräch mit brutkasten. Das gelte in beide Richtungen. Österreicher:innen nach Frankreich zu bringen, habe bisher sehr gut funktioniert. Die größere Aufgabe sei nun der umgekehrte Weg: französische Investor:innen auf das aufmerksam zu machen, was in Österreich entsteht. Das sei bei ihnen „noch nicht so sehr am Radar“.

Das österreichische Deep-Tech-Startup iono Robotics aus Linz hat mit dem WORKMATE den ersten humanoiden Arbeitsroboter „Made in Austria“ entwickelt. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Béasse nennt dafür mehrere Gründe. Größere Fonds würden oft mit Teams aus Deutschland auf Österreich schauen. „Das genügt nicht“, sagt er. Dazu komme bei manchen Venture-Capital-Fonds die Angst vor der Sprachbarriere. Bei Business Angels sei diese Hürde noch höher.

Seine Rolle sieht Béasse deshalb nicht nur im Vermitteln von Kontakten. Es gehe darum, Investor:innen auch beim Ökosystem und bei der Kultur zu begleiten. Aus französischer Sicht sehe man in Europa zuerst Spanien, Italien, Deutschland und die Benelux-Länder. Österreich müsse man erst aus dem Schatten von Deutschland und der Schweiz holen.

Acht Startups aus Frankreich und Österreich pitchten vor dem Publikum in der französischen Botschaft, abgestimmt wurde per Smartphone. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Chancen sieht er bei Corporate Venture Capital. Französische Konzerne seien in Österreich vertreten. Hier gebe es derzeit viele Innovationen in den Bereichen Defense und Dual Use, die für solche Gruppen interessant seien.

ABA will Brücke zwischen den Ökosystemen schlagen

Auf österreichischer Seite ist die Austrian Business Agency (ABA) eingebunden. Verena Gruber, Director Western Europe, ist außerordentliches Mitglied im Board der Community. Als Standortagentur der Republik sei die ABA dafür da, französische Startups dabei zu unterstützen, die Chancen in Österreich zu entdecken, sagt sie im Gespräch mit brutkasten. Mit La French Tech Vienna habe man nun „ein tolles Tool“, um Verbindungen herzustellen, bei Investments ebenso wie bei Kooperationen mit Corporates. Am Tag nach dem Launch standen laut Programm Besuche bei der ABA, der Wirtschaftsagentur Wien und ecoplus sowie eine Führung durch die AI Factory Austria (AI:AT) auf dem Plan.

Die Initiative ist noch sehr jung. Als Beispiel dafür, was möglich ist, nennt auch Gruber den Emmi-AI-Deal. Er zeige die Kompetenz Österreichs bei Industrial AI. „Das ist eine Nische, worauf wir uns auch sehr stark konzentrieren können“, sagt Gruber. Damit könne Österreich auch einen Beitrag zur europäischen Souveränität bei Technologie leisten.

Acht Startups auf der Bühne

Nach den Reden pitchen acht Startups, das Publikum stimmt per Smartphone ab. Aus Frankreich kommen Proxima, VirtualBrowser, PleIAs und Manabou, aus Österreich Cyberaci, Eustella, Prop Corn und Ablatic. Sechs der acht ordnet die Event-Website dem Thema Souveränität zu, von europäischen Sprachmodellen bis Cybersecurity.

Manche der französischen Startups sehen laut Renaud Viot einen Market Fit mit Österreich, andere suchen einen Partner vor Ort, wieder andere haben hier bereits Kund:innen. Die beiden Ökosysteme seien einander ähnlich, beide seien stark bei Spinoffs und in der Forschung. Gemeinsam könne man einander „zu Partnern statt zu Konkurrenten“ machen, sagt Viot.

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WWW-Erfinder Tim Berners-Lee bei WeAreDevelopers World Congress

Der WeAreDevelopers World Congress findet dieses Jahr zum vierten Mal statt – zum zweiten Mal in Berlin. Die Veranstalter – das Wiener Unternehmen WeAreDevelopers – reklamieren mit dem 10.000-Besucher-Event die Position des „größten Developer-Events der Welt“ für sich. Schon in den Vorjahren machte man mit zahlreichen namhaften Speakern auf sich aufmerksam – besonderes Highlight war der Auftritt von Apple-Co-Founder Steve Wozniak im Jahr 2018. Dieses Jahr landet man mit World Wide Web-Erfinder Tim Berners-Lee einen weiteren herausstechenden Speaker-Coup. Dabei werde er „über sein Erfindung sprechen und wie er sie verbessern möchte“, heißt es in einer Aussendung. Neben Tim Berners-Lee streichen die Veranstalter CSS-Erfinder Håkon Wium Lie als besonderes Speaker-Highlight heraus.

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