23.03.2017

Die schwierige Suche nach den IT-Experten

Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, umso gefragter werden IT-Experten. Derzeit übersteigt die Nachfrage das Angebot. Beim WeAreDevelopers-Roundtable wurde dieses Problem diskutiert.
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(c) lassedesignen - fotolia.com: IT-Experten sind gefragt.

Die IT-Abteilung – lange war sie in vielen Unternehmen nur dann wirklich präsent, wenn Computer plötzlich abstürzten, der Drucker streikte oder das E-Mail-Postfach überlastet war. In Notsituationen war es gut, dass es IT-Experten gab, ansonsten wusste niemand so genau, was sie in ihren oft dunklen und kühlen Keller-Zimmern mit flimmernden Bildschirmen und Kabelgewirr am Boden eigentlich taten. Und es interessierte auch die wenigsten.

IT-Experten sind gefragt

Mit zunehmender Digitalisierung hat sich in den letzten Jahren auch der Status von IT-Mitarbeitern stark verändert. Kaum eine andere Berufsgruppe ist so gefragt. Beim WeAreDevelopers-CIO-Roundtable diskutierten Experten am Donnerstag über die Probleme und Möglichkeiten bei der IT-Mitarbeiter-Akquise. „Die IT durchdringt heute alle Geschäftsbereiche“, sagte Walter Fraißler, CIO von Verbund Services. „IT-Experten sind nicht mehr nur in IT-Abteilung gefragt.“

Ausbildung von klein auf

Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften steigt also, das Angebot ist immer noch gering. Das liege unter anderem dran, dass der IT-Bereich in vielen Schulen zu kurz käme: „Da wird der Informatik-Unterricht oft irgendeinem Lehrer umgehängt“, meinte Vladimir Mlynar, CTO von Axians. Außerdem sei die Ausbildung zu anwendungszentriert, meinte Andreas Dangl, Geschäftsführer von Fabasoft. Weil alles immer schnell gehen müsse, schaffe man es darüber hinaus nicht, internationale Standards zu etablieren und die vorhanden Ressourcen sinnvoll zu bündeln.

Redaktionstipps

Die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau

Im öffentlichen Sektor könnte das vor allem in den kommenden 15 bis 20 Jahren werden, wenn die Babyboomer-Generation in Pension geht und ein Wissenstransfer zur Nachfolgegeneration stattfinden muss. Generell werden an zukünftige IT-Mitarbeiter hohe Ansprüche gestellt: Nicht nur programmieren sollen sie könne – auch Daten Analyse, Kommunikationsstärke und soziale Kompetenz steht auf dem Anforderungsprofil. „Im Prinzip suchen wir die eierlegende Wollmilchsau“, sagte Christina Wilfinger, Sales Manager bei Microsoft Österreich. Geht es nach Sead Ahmetovic von WeAreDevelopers, sei vor allem die Fähigkeit, querdenken zu können, entscheidend.

Teamwork ist entscheidend

„Alle Ansprüche kann eine einzelne Person gar nicht erfüllen“, meinte Mario Koplmüller, Recruiting Partner und IT-Teamleiter bei epunkt. Es sei wichtiger, ein Team zusammenzustellen, dessen Gesamtleistung größer ist als die Summe der Einzelleistungen. Dabei komme es vor allem auf ausreichend Diversität innerhalb des Teams an, erklärte auch Friedrich Schmoll, CIO des Umweltbundesamts. Laut Philipp Belcredi, der die Veranstaltung moderierte, mache es insofern auch Sinn, in die Weiterentwicklung von Softskills der Mitarbeiter zu investieren.

Joggen gegen Kündigung

Hat man einmal die passenden IT-Mitarbeiter gefunden, gilt es, sie möglichst zu behalten. Um die Fluktuation möglichst gering zu halten, veranstaltet etwa Paul Kleinrath, Geschäftsführer von SIGNON Österreich regelmäßige Events für seine Mitarbeiter, wie etwa gemeinsame Joggingrunden. Außerdem rät er, genügend Präsenz an Ausbildungsstätten zu zeigen, um auf junge Talente aufmerksam zu werden.

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(c) Standortagentur Tirol

Im Juli wird auf der Streif Golf gespielt. Wo im Jänner die Weltelite mit bis zu 140 km/h in den Zielhang rast, wird jetzt am Grün geputtet, dahinter staffeln sich die Kitzbüheler Alpen in ein sattes Grün, wie es nur der Tiroler Sommer hinbekommt. Im Rasmushof, direkt im Zielgelände, ging es an zwei Tagen allerdings nicht um Hundertstel, sondern um Dekaden: um die Frage, wovon Österreich in zwanzig Jahren leben wird.

Beim Business Angel Summit 2026 im Rasmushof Hotel Kitzbühel trafen am 9. und 10. Juli nationale und internationale Investor:innen auf zwölf ausgewählte österreichische Startups. Das von der Standortagentur Tirol und Austria Wirtschaftsservice (aws) organisierte Event ist die größte Veranstaltung dieser Art in Westösterreich und brachte heuer bereits zum zwölften Mal Kapital, Know-how und Gründungsgeist zusammen.

(V.l): Bernhard Sagmeister (aws), Alexander Pekarsky und Elisabeth Brunner (Thyra Imaging), Doris Müller und Bernhard Müller (Startup M-Chem) und Lisa Spöck (Standortagentur Tirol) beim 12. Business Angel Summit in Kitzbühel | (c)  Standortagentur Tirol

Der inhaltliche Bogen des Programms: Mit schönen Bergen allein wird sich der Wohlstand dieses Landes künftig nicht halten lassen, es braucht Innovation. Und dafür braucht es jene Spezies, die sich einmal im Jahr in Kitzbühel trifft: Business Angels, die dort investieren, wo Banken abwinken und Fonds noch nicht hinschauen, nämlich in der frühesten, riskantesten Phase eines Startups.

Boris Nemsic über den Wirtschaftsstandort

Den Auftakt machte die Standortfrage. Ob Europa den Anschluss verloren habe, ob wir, wie es ein Moderator zitierte, schlicht „fucked“ seien? Ex-Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic, der Europas Mobilfunkindustrie einst an der Weltspitze erlebte, antwortete: „Wir sind frei, wir sind reich, wir sind eigentlich sehr erfolgreich.“ Die entscheidende Frage laute: „Was machen wir daraus?“ Als Hauptproblem benannte er die Regulierung und das Tempo: Die EU stocke ihre Technologie-Budgets erst ab 2028 auf, während relevante KI-Modelle im Abstand weniger Monate erscheinen. Sein Fazit: „No, we are not fucked yet, weil das ist das Vorspiel.“

Ex-Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic | (c) Standortagentur Tirol

„Beware the AI Wash“: Platz warnt vor der Blase

Tricentis-Co-Founder Wolfgang Platz widmete seine Keynote dem „KI-Tsunami aus Investorensicht“, von Deep Blue über AlphaFold bis zur Gegenwart. Seine Botschaft: Bei Startups, die sich als AI-Companies verkaufen, sei rund ein Drittel „nur Marketing, nur Schmäh“, nur sieben Prozent hätten ein echtes KI-Produkt. Auch auf Unternehmensseite sei die Bilanz ernüchternd. Laut einer MIT-Untersuchung holen nur fünf Prozent der Firmen, die massiv in KI investieren, tatsächlich etwas heraus. Sein Appell an die Angels: „Beware the AI Wash.“

Tricentis-Co-Founder Wolfgang Platz | (c) Standortagentur Tirol

Platz beschrieb zudem einen aus seiner Sicht überhitzten Markt, in dem sich das KI-Ökosystem gegenseitig finanziere und Bewertungen von den Umsätzen entkoppelt seien, samt persönlicher Konsequenz: Für 2027, wenn große Tech-Börsengänge ihre Sperrfristen verlieren, rechnet er mit Abverkaufswellen.

Zwölf Startups am Business Angel Summit

Die zwölf ausgewählten Startups deckten eine Bandbreite von GreenTech bis MedTech ab. Darunter Serwas: Das Startup entwickelte ein System, das Serverleistung bereitstellt und die dadurch entstandene Abwärme zum Heizen von Gebäuden nutzt. Eine Pilotanlage ist seit Frühjahr 2026 im Amraser Schwimmbad in Innsbruck installiert und soll durch die Wärmerückgewinnung sieben Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Beim Business Angel Summit 2026 trafen am 9. und 10. Juli nationale und internationale Investor:innen auf zwölf ausgewählte österreichische Startups | (c) Standortagentur Tirol

Außerdem mit dabei ist in diesem Jahr das österreichische Spin-off Thyra Imaging, das mit Unterstützung einer aws Preseed-Förderung und der MedUni Wien eine Methode zur frühen Detektion von Neuroinflammation über das Auge entwickelt hat. „Die Netzhaut ist ein direktes Fenster ins Gehirn – das ist die Grundlage unserer Technologie. Wir können Zellen und Mikrostrukturen sichtbar machen, die mit herkömmlicher Bildgebung unsichtbar bleiben. Unser Ziel ist es, neurologische Erkrankungen wie Alzheimer früher zu erkennen – nicht-invasiv und in wenigen Sekunden“, erklärt Mitgründerin Elisabeth Brunner.


Disclaimer: brutkasten war beim Business Angel Summit 2026 in Kitzbühel vor Ort. Die Übernachtungskosten wurden zum Teil von der Austria Wirtschaftsservice (aws) getragen.

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