14.02.2020

Wie die Digitalisierung die Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung verändert

Wie wird die Digitalisierung den Berufsstand der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer verändern und welche Chance ergeben sich für die Branche? Diese Frage wurde im Rahmen des zweiten Digitalisierungs-Symposiums der Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) diese Woche in Wien diskutiert.
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Steuerberatung
(c) KSW | Roland Beranek, BMD, Christoph Amon, BOXit, Alexandra Nussbaumer, KSW, Christoph Prieler, Abacus, Peter Brunmayr, Datev, Klaus Hübner, KSW, Clemens Wasner, EnliteAI, Werner Sattlegger, Art of Life, Franz Glechner, RZL (v.l.n.r.)

Die Digitalisierung lässt keine Branche unberührt, auch nicht die der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Prozesse in Kanzleien werden zunehmend digitalisiert und automatisiert. So ist beispielsweise das Scannen von analogen Belegen mit OCR-Technologie für die automatisierte Rechnungserkennung mittlerweile weit verbreitet. 

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Die Digitalisierung geht allerdings noch viel weiter, denkt man an Anwendungsfelder, die durch Artificial Intelligence (AI) bereits möglich sind bzw. in Zukunft ermöglicht werden. Dies umfasst beispielsweise die AI-gestützte Auswertung von Verträgen oder die Logik unterstützte Stichprobenauswahl. Die Branche befindet sich im Umbruch und das Berufsbild der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer wird sich in den nächsten Jahren massiv verändern. 

Digitalisierungs der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung

Die rasant voranschreitende Digitalisierung der Branche hat die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) zum Anlass genommen und veranstaltet derzeit österreichweit sogenannte Digitalisierungs-Symposien. Am Dienstagabend fand unter dem Titel „The Next Step“ in Wien im Studio 44 das mittlerweile zweite Symposium statt.

(c) KSW | KSW-Präsident Klaus Hübner hielt die Eröffnungsrede

Den Anfang machte KSW-Präsident Klaus Hübner, der auf die Chancen der Automatisierung verwies. In Sachen Digitalisierung sei laut Hübner die österreichische Branche gut aufgestellt, dennoch müsse den Steuerberatern bewusst werden, dass sich das Berufsbild in den nächsten Jahren verändern wird. “Der Steuerberater wird immer mehr zu einem IT-Berater”, so Hübner. Zudem betonte er, dass 95 Prozent der heimischen KMU bei Beratungsleistungen am ehesten auf ihren Steuerberater vertrauen. Dieses Vertrauen schafft für die Branche enorme Chancen, die allerdings nur genutzt werden können, wenn die Branche in Sachen “Digitalisierung” am Zahn der Zeit bleibt.

Keynote zu Artificial Intelligence

Im Anschluss hielt Clemens Wasner, Gründer und CEO vom Wiener AI-Startup EnliteAI, eine Keynote zum Thema Artificial Intelligence (AI). Wasner gab einen Ausblick, welche Effekte AI auf die heimische Volkswirtschaft haben wird und ging spezifisch auf die Chancen für die Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung ein. In diesem Zusammenhang zog er auch einen Vergleich zu anderen Branchen. 

(c) KSW | Clemens Wasner hielt eine Keynote zu Künstlicher Intelligenz in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung

Im Vergleich zu anderen Branchen, wie beispielsweise dem Gesundheitsbereich, sei die Digitalisierung in der Finanzbranche bereits weit vorangeschritten. Ein Vorteil: Im Vergleich zur Industrie, die in den nächsten Jahren erst kostspielig mit IoT-Hardware versorgt werden muss, liegen in der Finanzbranche bereits viele Daten digitalisiert vor.

Dennoch gebe es laut Wasner Bereiche, in denen die Technologie an ihre Grenzen stößt. Als Beispiel führte der AI-Experte die Anomalieerkennung bei Kreditvergaben an. Als ein neues Themenfeld, das Kanzleien künftig verstärkt in Angriff nehmen könnten, nannte er KYC-Prozesse.

Panel-Diskussion: Startups, Data-Pooling und HR

Der Kern des Digitalisierung-Symposiums bildete eine Panel-Diskussion in der Branchenvertreter mit Softwareanbietern, sowohl etablierten wie Startups, über die Zukunft des Berufsstandes diskutierten.

(c) KSW | Das Panel beim Digitalisierungs-Symposium

Konsens bestand darüber, dass sich das Berufsbild in den nächsten Jahren radikal wandeln wird. Mitarbeitern werden zunehmend nicht nur IT-Fähigkeiten, sondern aufgrund der immer stärker nachgefragten Beratungsleistungen auch soziale Kompetenzen abverlangt. Daher sei die Digitalisierung nicht nur eine rein technologische, sondern auch eine HR-Frage. Die digitale Transformation in den Kanzleien könne demnach nur gelingen, sofern auch die Mitarbeiter mit ins Boot geholt werden. 

Zudem wurde über international einheitliche technologische Standards diskutiert. Im Gegensatz zu den USA würden in Europa immer noch Insellösungen zur Anwendung kommen. Auch sei die Branche von einem weltweiten Rechnungsformat noch weit entfernt, so der Tenor.

Übereinstimmung bestand unter den Diskutanten auch darin, dass unter den einzelnen Stakeholdern ein stärkerer Austausch stattfinden muss. Als Beispiel wurden Methoden wie Data-Pooling angeführt, die in anderen Branchen, bereits zur Anwendung kommen. Zudem könnte die Zusammenarbeit mit Startups intensiviert werden, um gemeinsame Innovationen voranzubringen.


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© refurbed

Der Marktplatz für generalüberholte Produkte refurbed erweitert sein Sortiment um eine neue Sparte: Vor Kurzem startete auf der Plattform die Kategorie für Musikinstrumente mit knapp 1.000 Akustik- und E-Gitarren von Marken wie Fender Japan, Tokai oder Greco.

Damit dehnt das Wiener Unternehmen sein Geschäftsmodell nach Smartphones, Laptops, E-Bikes und Kinder-Equipment auf ein weiteres Produktsegment aus. Nach Angaben des Wiener Scaleups entwickelte sich das Segment bereits in einer Testphase zur am schnellsten wachsenden Kategorie der Firmengeschichte.

Aufbereitung durch Spezialpartner

Die angebotenen Instrumente stammen von spezialisierten Partnerunternehmen, die gebrauchte Gitarren „in der Regel“ von Privatpersonen beziehen, technisch prüfen, reinigen und instand setzen, teilt das Unternehmen per Aussendung mit. Verschleißteile wie Schalter, Buchsen oder Potentiometer würden bei Bedarf ausgetauscht werden und neue Saiten aufgezogen.

Für Käufer:innen gelten dabei wie bei den elektronischen Produkten auch mindestens zwölf Monate Garantie sowie ein 30-tägiges Rückgaberecht. Die durchschnittliche Preisersparnis gegenüber Neuware liegt laut Unternehmen bei 15 Prozent.

„Musikinstrumente sind dafür gebaut, Generationen zu begleiten. Trotzdem landen unzählige hochwertige Instrumente ungenutzt in Kellern oder auf Dachböden“, erklärt Peter Windischhofer, Co-Gründer und CEO von refurbed. Mit dem Einstieg in das neue Segment wolle man zeigen, „dass Refurbishment heute weit mehr leisten kann als bei klassischer Unterhaltungselektronik“.

Jedes Instrument erhält vor dem Verkauf ein professionelles Refurbishment. © refurbed

Schrittweiser Ausbau der Kategorie

In den kommenden Wochen soll das Angebot zunächst um Effektpedale und Verstärker erweitert werden. Im Anschluss ist die Aufnahme von Synthesizern sowie klassischen Instrumenten wie Geigen und Trompeten vorgesehen. Langfristig verfolgt refurbed das Ziel, sämtliche Musikinstrumente und musikbezogene Produkte auf seinem Marktplatz anzubieten.

„Unser Ziel ist es, immer mehr Produktkategorien für die Kreislaufwirtschaft zu erschließen und nachhaltigen Konsum dort möglich zu machen, wo ihn viele bislang noch nicht erwartet hätten“, so Peter Windischhofer zur Sortimentsstrategie von refurbed.

Laut Unternehmensangaben entwickelte sich die neue Kategorie bereits in der Testphase zum bislang erfolgreichsten Launch der Firmengeschichte und wachse aktuell doppelt so schnell wie das restliche Sortiment.

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