09.03.2020

ROSTdelete: Zu hohe Nachfrage führte zu Zusammenbruch

Diese Woche treten Robert Lehmkuhl und sein Sohn Frank mit ROSTdelete bei Die Höhle der Löwen auf. Das Produkt sorgte schon 2013 erstmals für Aufsehen. Damals war man den Bestellmengen nicht gewachsen.
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Robert und Frank Lehmkuhl präsentieren ROSTdelete bei
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer: Robert und Frank Lehmkuhl präsentieren ROSTdelete bei "Die Höhle der Löwen"

ROSTdelete wandelt Rost nicht um, es entfernt ihn – auf diese Feststellung legt das Unternehmen ROLE ROSTdelete aus Nordrhein-Westfalen Wert. Damit sticht das Produkt, das aus einer Mischung aus Holzstoffen, Verdicker und Obstsäuren besteht, keine chemischen Zusatzstoffe enthält und sogar kompostierbar ist, unter den gängigen Anti-Rost-Produkten am Markt hervor. Entwickelt und patentiert wurde sie Paste, die innerhalb einiger Stunden Einwirk-Zeit Rost porentief entfernt, 2013 vom heute 64-jährigen Robert Lehmkuhl. Zusammen mit seinem Sohn Frank ist der Erfinder diese Woche bei „Die Höhle der Löwen“ zu sehen.

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ROSTdelete sorgte schon 2013 für Aufsehen

Mit dem Auftritt versuchen die Gründer nun etwas, für das sie vor einigen Jahren noch nicht bereit waren: die Paste groß rauszubringen. Denn bereits nach dem Start 2013 sorgte ROSTdelete für Aufsehen. „Es war, als ob die Menschheit auf dieses Produkt gewartet hätte“, sagt Robert Lehmkuhl gegenüber der Regionalzeitung seines Heimatorts, „Allgemeine Zeitung“. Sogar die BILD berichtete im Regionalteil damals über das Produkt – mit ein Grund dafür, dass die Nachfrage durch die Decke ging.

200 Liter pro Tag reichten bei Weitem nicht aus

Und darauf war der Erfinder nicht vorbereitet. Rund 200 Liter der Paste konnte er damals pro Tag anrühren. Nachdem das bei Weitem nicht reichte, ließ er zügig größere Rührwerke anfertigen. Doch es ging sich nicht mehr aus. „Trotzdem ist hier nach drei Monaten alles zusammengebrochen“, erzählt Lehmkuhl der „Allgemeinen Zeitung“. Auch mit Unterstützung durch Familie und Bekannte habe er die Bestellmengen nicht mehr abarbeiten können. Das habe sogar einen „gesundheitlichen Warnschuss“ nach sich gezogen.

Gut für „Die Höhle der Löwen“-Ausstrahlung vorbereitet

Vor der Ausstrahlung des Auftritts bei „Die Höhle der Löwen“ ist ROSTdelete nun aber entsprechend vorbereitet. Sowohl für Produktion und Logistik als auch für Online-Shop und Marketing holte man sich inzwischen professionelle Partner – eine Überlastung, wie 2013, soll sich nicht wiederholen. Die Sendung, für die die Lehmkuhls eigens ein altes verrostetes Auto ins VOX-Studio mitbrachten, kann also kommen.

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Manuel Prohaska ist Gründer von MPC² | (c) LA-Cinematics / MPC²

Es ist eines dieser Themen, mit denen sich Normalverbraucher:innen im Alltag zwar nicht beschäftigen, die aber letztlich indirekt alle betreffen: Korrosionsprüfung. Oder sehr vereinfacht gesagt: Rohre müssen leckagefrei sein und bleiben, vor allem dort, wo nicht nur sinnbildlich mit Hochdruck gearbeitet wird.

Doch die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit kritischer Komponenten bei bestehenden Anlagen ist mit dem derzeitigen Standard-Prozedere schwierig bis schlicht unmöglich. „Die regelmäßige Korrosionsprüfung ist in manchen Märkten und Anwendungen verpflichtend, kann jedoch verlässlich nur im Labor durchgeführt werden. Dazu müssen Bauteile ausgebaut werden, was teilweise einfach nicht möglich ist. Daher behilft man sich oft mit separaten ‚Qualifizierungsstücken‘, vor allem während der Fertigung der Komponenten. Und dann dauert die Überprüfung im Labor mindestens eine, oftmals bis zu sechs Wochen“, sagt Manuel Prohaska, Gründer des steirischen Startups MPC².

Korrosionsprüfung direkt vor Ort in Stunden statt Wochen

Mit dem patentierten System „Corrosion Ray“ arbeiten er und sein Team an einer Lösung. „Wir versuchen, die Korrosionsprüfung zu revolutionieren, indem wir sie zum Kunden bringen, anstatt der Kunde die Proben zu uns ins Labor“, sagt Prohaska. Mit dem mobilen Gerät lassen sich Rohre und insbesondere deren Schweißnähte ohne Beschädigung direkt vor Ort prüfen. „Wir nutzen dazu elektrochemische Methoden und liefern Ergebnisse, die qualitativ und vor allem quantitativ Laborergebnissen entsprechen“, so der Gründer.

Nicht nur die Überprüfungszeit lasse sich damit von Wochen auf Stunden reduzieren. „Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Wir sparen mit der Methode im Vergleich zur konventionellen Auslagerungsprüfung 99 Prozent der Energie, brauchen kaum Chemikalien und deutlich weniger Wasser“, sagt Prohaska. Für Kunden sei aber der finanzielle Aspekt am entscheidendsten. „Bei großen Anlagen bedeutet ein Tag Ausfall sechs- bis siebenstellige Einbußen“.

„Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit“

Prohaska weiß sehr genau, wovon er spricht. In seinen früheren beruflichen Stationen baute der studierte Werkstoff- und Korrosionswissenschaftler nicht nur genau die fachliche Expertise auf, die er jetzt mit MPC² umsetzt. Als Geschäftsführer von Betrieben mit mehreren Hundert Mitarbeiter:innen lernte er auch die betriebswirtschaftliche Seite genau kennen.

(c) LA-Cinematics / MPC²

Aktuell befindet sich „Corrosion Ray“ aber noch im fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Die Technologie dahinter nicht: Schon jetzt setzen mehrere Stahlkonzerne, Komponenten-Hersteller und Chemie-Riesen, die auch die Zielgruppe für das neue System sind, auf die bestehenden Korrosionsprüfungs-Angebote von MPC² – teilweise mit sechsstelligen Auftragseingängen. „Wir haben einen speziellen Prüfstand, mit dem wir unsere Methode auch mit konventionellen Korrosionsprüfungen vergleichen. Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit, als mit den alten Methoden, die lange dauern und gleichzeitig relativ ungenau sind“, so Prohaska.

Mit Predictive Maintenance auf den Weltmarkt

Momentan ist das Angebot mit diesem Prüfstand noch der lukrativste Geschäftsbereich des Unternehmens. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis 2035 will MPC² auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz anwachsen. Davon soll „Corrosion Ray“ laut Plan 65 bis 70 Prozent bringen. Technologisch soll dann der Bereich Predictive Maintenance im Zentrum stehen. „Wir können Kunden schon jetzt sehr genau sagen, wo es in ein paar Jahren Probleme beim Material geben wird. Mit den Daten, die wir jetzt dazu sammeln, wollen wir diese Lebensdauer-Vorhersage mit Hilfe von KI künftig noch deutlich präziser machen“, erklärt Prohaska.

Um diese Ziele umzusetzen, will das vierköpfige Team in einem ersten Schritt 600.000 Euro Investment-Kapital aufnehmen, mit dem die Kleinserienfertigung von „Corrosion Ray“ aufgebaut werden soll. „Wir halten schon jetzt Ausschau nach strategischen Investoren. Noch wichtiger werden die, wenn es in einigen Jahren an die große Produktion geht“, sagt der Gründer. Dann sei auch eine größere Kapitalrunde geplant.

aws als größter Fördergeber – „sonst wären wir nicht so weit gekommen“

Bislang finanziert sich das Unternehmen aus den eigenen Umsätzen und aus Förderungen. Dank der hohen Auftragseingänge werden kommendes Jahr die Unternehmenseinnahmen erstmals den Förderbetrag übersteigen. Dennoch sei man noch auf die Fördergelder angewiesen. „Den mit Abstand größten Anteil beim Fördervolumen hatten die Programme aws Preseed und aws Seedfinancing – Deep Tech“, erzählt Prohaska. „Das war extrem wichtig, sonst wären wir nicht so weit gekommen.“ Dabei betont der Gründer auch das Service: „Wenn man etwas gebraucht hat, waren sie immer da.“


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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ROSTdelete: Zu hohe Nachfrage führte zu Zusammenbruch

  • ROSTdelete wandelt Rost nicht um, es entfernt ihn – auf diese Feststellung legt das Unternehmen ROLE ROSTdelete aus Nordrhein-Westfalen Wert.
  • Entwickelt und patentiert wurde sie Paste, die innerhalb einiger Stunden Einwirk-Zeit Rost porentief entfernt, 2013 vom heute 64-jährigen Robert Lehmkuhl.
  • Mit einem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ versuchen die Gründer nun etwas, für das sie vor einigen Jahren noch nicht bereit waren: die Paste groß rauszubringen.
  • Denn bereits nach dem Start 2013 sorgte ROSTdelete für Aufsehen – rund 200 Liter der Paste, die damals pro Tag produziert werden konnten, reichten bei Weitem nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen.
  • Vor der Ausstrahlung des Auftritts bei „Die Höhle der Löwen“ ist ROSTdelete nun aber entsprechend vorbereitet.

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