12.08.2025
SKALIERUNG

Revo Foods holt sich 1,6 Mio. Euro über Crowdinvesting

Das Wiener Startup Revo Foods holt sich über eine Crowdinvesting-Kampagne frisches Kapital von rund 1,6 Millionen Euro.
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Gründer Robin Simsa | (c) Revo Foods

Vegane Fisch-Alternativen aus dem 3D Drucker – das war vor zehn Jahren für viele noch unvorstellbar. Spätestens zu seiner Gründung 2020 machte es Revo Foods einer breiteren Masse zugänglich. Das Wiener Startup brachte seither pflanzliche Alternativen zum Lachsfilet, Oktopus oder auch Fleischalternativen auf den Markt.

Zuletzt sorgte Revo Foods mit einer Vertriebskooperation in den USA für Schlagzeilen: Gemeinsam mit dem slowenisch-amerikanischen Startup Juicy Marbles gelang ein erfolgreicher Produkteintritt auf dem US-Markt (brutkasten berichtete). Nun möchte man die Skalierung der patentierten 3D-Drucker-Technologie vorantreiben und sammelte dafür rund 1,6 Millionen Euro in Crowdinvesting-Kampagne.

Beteiligung soll sich mindestens verfünffachen

Über die deutsche GreenTech-Investitionsplattform FunderNation beteiligten sich insgesamt 212 Privatpersonen an der Kampagne. Das Finanzierungsziel lag bei maximal zwei Millionen Euro. Anleger:innen erwarten laut Unternehmensprognose eine jährliche Rendite zwischen 39 und 59 Prozent – wobei es sich allerdings nicht um garantierte Zinsen handelt. 

Bis zum Laufzeitende am 30. April 2030 könnte sich das eingesetzte Kapital verfünf- bis verachtfachen. Die aktuelle Unternehmensbewertung gibt Revo Foods mit rund drei Millionen Euro an.

Skalierung der Produktion

In den vergangenen Monaten sei die Nachfrage nach Revo-Foods-Produkten stark gestiegen, heißt es vom Unternehmen selbst. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, will man mit dem Crowdinvestment die Produktion nun skalieren.

“Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Skalierung unserer erprobten Technologie voranzutreiben und die wachsende Nachfrage zu bedienen. Durch geringere Produktionskosten, höhere Effizienz und weitere Produkte planen wir, ab 2026 profitabel zu sein”, so Simsa. 

Mit dem Crowdinvestment möchte Revo Foods seine Mission weiterführen. Mit den pflanzlichen Alternativen möchte das Startup nämlich “ein Lebensmittelsystem schaffen, das ohne Ausbeutung funktioniert”, kommentiert Simsa auf LinkedIn. “Wir spüren die Herausforderungen der gesamten Food-Tech-/Alt-Protein-Branche. Aber wir sind hier, weil wir an unsere Mission glauben”.

Letztes Crowdinvesting mit 1,3 Mio. Euro abgeschlossen

Bereits Anfang 2024 hatte Revo Foods eine Crowdinvesting-Kampagne gestartet – mit dem Ziel, 1,5 Millionen Euro einzuwerben. Damals beteiligten sich 365 Investor:innen mit insgesamt knapp 1,3 Millionen Euro. Das Geld floss in die erste Phase der Skalierung, die im Sommer 2024 abgeschlossen werden sollte.

“Obwohl wir definitiv unsere Schwierigkeiten haben (jeden Tag eine neue), bleiben wir stark, weil wir als Team agieren. Schritt für Schritt setzen wir schnell um und verbessern unsere Prozesse. Das ist der Grund, warum wir mit dem bisher eingesammelten Kapital – das im Vergleich zu anderen Food-Tech-Startups eher bescheiden ist – an diesen Punkt gekommen sind”, so Simsa. 

In den vergangenen sieben Monaten hat das Startup sieben neue Produkte auf den Markt gebracht, darunter El Blanco und Prime Cut. Die Oktopus-Alternative The Kraken wurde kürzlich außerdem neu gelauncht. Damit ist man kürzlich auch expandiert: In Deutschland sind Revo-Foods-Produkte inzwischen in vier Rewe-Regionen und vier Edeka-Regionen gelistet.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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