In einer Stunde ausverkauft: Revo Foods wirft nächstes Produkt auf US-Markt
Das auf pflanzliche Fisch- und Seafood-Alternativen spezialisierte Wiener Startup Revo Foods setzt in den USA auf eine Vertriebskooperation mit dem slowenisch-amerikanischen Startup Juicy Marbles. Der erste Produktlaunch verlief erfolgreich. Nun geht es weiter.
„Kinda Cod“ – zu deutsch in etwa „so eine Art Kabeljau“ – hieß das erste Produkt, mit dem das Wiener Startup Revo Foods vor etwas mehr als einem Monat auf den US-Markt ging – brutkasten berichtete. Das Unternehmen bietet seine veganen (auf Pilzprotein basierenden) Fisch- und Seafood-Alternativen aus dem 3D-Drucker dabei nicht unter der eigenen Marke an – hierzulande wird die Kabeljau-Filet-Alternative unter dem Namen „Blanco“ vertrieben. Stattdessen produziert man im Rahmen einer Vertriebskooperation für die Marke des slowenisch-amerikanischen Startups Juicy Marbles.
„Wir hatten dort schon länger eine hohe Nachfrage, konnten sie aber bisher nicht bedienen“
Und der Verkaufsstart verlief erfolgreich, wie Revo Foods vermeldet. „Ganze 3.000 Einheiten waren nach Eröffnung im Webshop von Juicy Marbles in nur einer Stunde ausverkauft, und das erste Kundenfeedback überzeugte“, heißt es vom Startup. Gründer und CEO Robin Simsa betont dabei ein weiteres Mal, die Bedeutung der Vertriebskooperation: „Juicy Marbles hat eine starke Marke und ein etabliertes Vertriebsnetz in den USA. Wir hatten dort schon länger eine hohe Nachfrage, konnten sie aber bisher nicht bedienen.“ Die Zusammenarbeit sei für beide Seiten ein Gewinn – „und ein Beweis dafür, dass Kooperationen ein entscheidender Hebel für die Weiterentwicklung der Branche sind“.
Nach „Kinda Cod“ nun auch „Kinda Salmon“
Nach dem Start mit „Kinda Cod“ wirft Revo Foods im Rahmen der Kooperation nun auch eine Variante seines Flagship-Produkts, einer Lachsfilet-Alternative auf Pilzprotein-Basis, auf den US-Markt. Hierzulande gibt es das Produkt unter dem Namen „Filet“ mittlerweile in vier Variationen. In den USA geht man nun mit einer ersten Geschmacksrichtung – rosa Pfeffer und Zitrone – unter dem Namen „Kinda Salmon“ in den Verkauf.
Revo Foods auch in Deutschland auf Expansionskurs – Crowdinvesting bringt Millionenbetrag herein
Und auch in Deutschland geht die Expansion voran. Ab August bzw. September würden auch vier REWE-Regionen und vier EDEKA-Regionen in Österreichs größtem Nachbarland mehrere Produkte von Revo Foods listen, heißt es vom Startup. Schon in den vergangenen Monaten sei die Nachfrage stark gestiegen. Die Vergrößerung der Produktion will man auch mit einer laufenden Crowdinvesting-Kampagne finanzieren, bei der bislang mehr als 1,5 Millionen Euro hereinkamen.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.
fluctus mit End-to-End
„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.
Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.
„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“
Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.
Wettbewerb steigern
„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“
Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.
„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“
Zielgruppen von fluctus
Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.
Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.
Hürden überwunden
Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“
Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.
Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt
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