01.08.2022

Eine österreichische Reaktion auf das amerikanische Abtreibungsgesetz

Die Entscheidung des amerikanischen Supreme Court über das Abtreibungsgesetz schlägt nach wie vor hohe Wellen. Neben großen Konzernen reagieren auch kleinere Initiativen weltweit auf die Entwicklungen.
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Die Initiatorinnen des Projekts
Die Initiatorinnen des Projekts "My Uterus-My Choice" (v.l.): Hannah Maylou und Sofia Surma © My Uterus - My Choice

Die Entscheidung des US-amerikanischen Obersten Gerichtshof, das verfassungsmäßige Recht auf Abtreibungen bundesweit zu kippen hat Ende Juni 2022 hohe Wellen geschlagen. Die Auseinandersetzung mit der Thematik hat nicht nur im Land selbst, sondern auch globale Auswirkungen gezeigt – so auch in Österreich. 

Viele Unternehmen in den USA positionierten sich schnell nach Bekanntwerden der Supreme Court-Entscheidung klar zu den Veränderungen, die dem Land bzw. einigen Bundesstaaten bevorstehen. So würden Firmen wie Tesla, Microsoft, Condé Nast, Levi Strauss, Netflix, PayPal, Airbnb, Starbucks, Reddit und JP Morgan Chase die Reisekosten ihrer Mitarbeiterinnen übernehmen, sollten diese für eine Abtreibung in einen anderen Bundesstaat reisen müssen. 

Österreichische Gründerinnen werden aktiv

Reaktionen auf die Entwicklungen in den USA zeigen sich auch in der österreichischen Startup-Szene. “Im Jahre 2022 haben solche Gesetze nichts verloren und gerade deshalb erschüttert uns die aktuelle Lage umso mehr und so stand schnell fest, dass wir gemeinsam dringend ein Projekt zu diesem Thema auf die Beine stellen wollen”, meint Influencerin Hannah Maylou. Gemeinsam mit Startup-Gründerin Sofia Surma (Vulva Shop) hat sie das Projekt „My Uterus – My Choice“ ins Rollen gebracht, das die Thematik rund um Abtreibung in Form von nachhaltig produzierten Produkten im öffentlichen Raum sichtbar machen soll. 

Durch ein Verbot von Abtreibungen werde Frauen nicht der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen im allgemeinen, sondern speziell der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen verwehrt, betonen Sofia Surma und Hannah Maylou. Dabei verweisen sie nicht zuletzt auf die Tatsache, dass Abtreibungen auch in Österreich und Deutschland noch illegal und lediglich unter gewissen Bedingungen straffrei sind.

“Es ist besonders wichtig, gerade jetzt, laut und sichtbar für das Recht über den eigenen Körper aufzustehen. Sexuelle und reproduktive Gesundheit sind ein Grundstein für die Gleichberechtigung der Geschlechter”, meint Surma ergänzend. Mit dem Verkauf von Taschen, T-Shirts und Postkarten solle das Ziel verfolgt werden, ungewollt schwangere Menschen in prekären Lebenslagen zu unterstützen. Nach erfolgreichem Abschluss der aktuell laufenden Crowdfunding-Kampagne soll der Verkauf starten und die Erlöse an einen ehrenamtlichen Verein gehen. 

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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