Grow F sucht wieder die vielversprechendsten weiblich geführten Startups Europas
Am Demo Day am 21. Jänner präsentieren sich die zehn Teilnehmer-Startups von Grow F, dem Accelerator von Female Founders. Und der nächste Call läuft bereits.
Mehr als 90 Prozent der VC-Investments in Europa gehen an rein männliche Teams. Grow F, der Accelerator von Female Founders, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Zahl zu senken und weiblich geführte Startups beim Fundraising zu unterstützen.
Die jüngsten Erfolge des Programms sehen vielversprechend aus: Die 39 Alumni haben bisher mehr als 6,5 Millionen Euro Kapital aufgenommen und regelmäßig weitere Erfolge zu verkünden. Mehr als 200 Arbeitsplätze wurden im Portfolio geschaffen und es können namhafte Kunden wie Netflix, Adidas und Google vorgewiesen werden. „Wir sind unglaublich stolz auf das, was unsere Startups erreichen“, sagt Lena Hödl, Leiterin des Accelerators.
Grow F – Der Demo Day
Am 21. Jänner ist es soweit und die zehn Startups des vierten Batches präsentieren sich vor einer internationalen Investoren-Community. „Gemeinsam mit dem brutkasten holen wir die vielversprechendsten weiblich geführten Startups Europas auf die Bühne“, so Lisa-Marie Fassl, CEO von Female Founders. „Mehr als 300 Investorinnen und Investoren aus unserem internationalen Netzwerk sind bereits angemeldet und viele unserer Partnerinnen und Partner werden auch während des Demo Days einen Beitrag liefern“.
Startups aus fünf Ländern präsentieren sich vor dem Publikum – aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Frankreich und den USA. Die Unternehmen sind in ganz unterschiedlichen Branchen aktiv, wie ClimateTech, Media & Content und Consumer – es gibt jedoch einen Überhang an Enterprise SaaS Pitches. „Dies ist auch im Dealflow unsere stärkste Gruppe und wir sehen, dass sie in unserem InvestorInnen-Netzwerk auf großes Interesse stößt“, so Fassl.
Interessierte können sich noch bis zum 21.01. HIER ein gratis Ticket über Hopin.
Grow F – Das Programm
Für den fünften Durchgang sucht Female Founders aktuell nach den vielversprechendsten early-stage Startups aus ganz Europa. Teams mit mindestens einer weiblichen Mitgründerin können sich noch bis Ende Jänner für das digitale Programm bewerben. Grow F bietet rund 45 Stunden online Workshops, mit einem Fokus auf Investment Readiness, sowie Persönlichkeitsentwicklung der Gründerinnen.
Gut die Hälfte aller Grow F Sessions dreht sich um den Investmentprozess. „Wir wollen hier mit den Mythen rund um den Investmentprozess aufräumen und starten ganz am Anfang. Mit welcher Zeitspanne muss ich rechnen? Wie finde ich die richtigen Investorinnen und Investoren? Wie komme ich an diese heran? Welche Dokumente muss ich wie vorbereiten?“, erklärt Lena Hödl. „Unser Programm ist super hands-on und wir bringen unser Netzwerk von führenden VCs und Business Angel-PartneriInnen zusammen, um unsere Teilnehmerinnen bestmöglich auf den Fundraising Prozess vorzubereiten“. In den vergangenen Durchgängen von Grow F sprachen Expertinnen und Experten von Creandum, Balderton, Dawn, Speedinvest, Atomico und viele weitere Risikokapitalgeberinnen und -geber. „Nachdem wir die Grundlagen bearbeitet haben, gehen wir in die Tiefe und diskutieren zu Investors Relations, Term Sheets und vielem mehr“ so Hödl.
„Die zweite Säule des Programms dreht sich um Persönlichkeitsentwicklung“, erklärt Nina Wöss, Co-Gründerin von Female Founders. „Das Team steht im Zentrum jedes wirtschaftlichen Erfolges, und sich aktiv um dessen Entwicklung zu kümmern, ist von immenser Bedeutung“. Grow F setzt hier auf den Austausch unter den Gründerinnen selbst und neben Personal Development Sessions, teilen auch erfahrene Gründerinnen wie Josefin Landgard (u.a. KRY) und Jessica Holzbach (Penta) ihre Geschichte. Bewerben können sich interessierte Gründerinnen noch bis 31. Jänner.
Für Unternehmen, die erkannt haben dass Diversität auch im Bereich Startup-Kollaboration und Innovation ein Wettbewerbsvorteil ist, bietet Female Founders Partnerschaften mit Grow F an. Das Programm bietet Services im Bereich Scouting, Acceleration und Positioning im Europäischen Ökosystem und ist dazu mit ersten Partnern in Verhandlung.
An einer Partnerschaft interessierte Corporates melden sich bei [email protected]
Über Female Founders
Female Founders ist die pan-europäische Organisation für unternehmerisch denkende Frauen und alle, die sie unterstützen. Die Welt, in der wir heute leben, steht vor vielen Herausforderungen. Es braucht einen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft und Entrepreneurial Minds werden den Weg in eine vielversprechende Zukunft ebnen. Plus: Es ist endlich an der Zeit, auf die ungenutzte Kreativität, die Leidenschaft und das wirtschaftliche Potential von Frauen zuzugreifen. Mehr Frauen in Schlüsselpositionen, wie zukunftsorientierten Tech Startups, Unternehmensführung und Investment sind der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft.
Über Grow F
Grow F wurde 2019 ins Leben gerufen und findet zweimal jährlich statt. Der Fokus liegt auf der “Investment-readiness” sowie Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnen. Das Programm findet online statt und hosted dabei top SpeakerInnen führender Europäischer Investmentfonds, wie Sitar Teli von Connect Ventures und Ben Blume von Atomico. Weiters erhält jedes Startup Unterstützung von einer/m persönlichen MentorIn über den gesamten Zeitraum von drei Monaten. Zu den Persönlichkeiten, die hands-on Support leisten, zählen Georg Hauer von N26 oder Peter Windischhofer von Refurbed.
Der Accelerator scoutet innovative und skalierbare Ideen, mit einem existierenden MVP/Prototypen und Teams die Unterstützung auf ihrem Weg zur nächsten Fundraising Runde suchen. Das Programm ist offen für alle Verticals, scoutet aber speziell in den Branchen Healthtech, Fintech/Insurtech, Femtech, Deep Tech, Marketplaces/ Platforms, Mobility & Logistics, GovTech und GreenTech.
Startup-Land Oberösterreich: Von der Industrie-Hochburg zum Hightech-Zentrum
Wenn es einem Bundesland gelingt, in der öffentlichen Wahrnehmung einen Gegenentwurf zum dominanten Startup-Hub Wien aufzubauen, dann ist es Oberösterreich: Das Industrie-Bundesland und insbesondere die Hauptstadt Linz fallen auf — sei es durch bekannte Scaleups, spektakuläre Exits, KI-Forschung auf Weltniveau oder die umfassende Infrastruktur für Startups mit der Tabakfabrik Linz als markantem Monument. Wir werfen einen genaueren Blick auf das vielseitige Startup-Land Oberösterreich.
Startup-Land Oberösterreich: Von der Industrie-Hochburg zum Hightech-Zentrum
Wenn es einem Bundesland gelingt, in der öffentlichen Wahrnehmung einen Gegenentwurf zum dominanten Startup-Hub Wien aufzubauen, dann ist es Oberösterreich: Das Industrie-Bundesland und insbesondere die Hauptstadt Linz fallen auf — sei es durch bekannte Scaleups, spektakuläre Exits, KI-Forschung auf Weltniveau oder die umfassende Infrastruktur für Startups mit der Tabakfabrik Linz als markantem Monument. Wir werfen einen genaueren Blick auf das vielseitige Startup-Land Oberösterreich.
Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.
Jung, zufrieden und KI-affin
Ein Blick auf die Ergebnisse des Austrian Startup Monitor 2025 zeigt: Mit seinen 442 Startup-Gründungen seit 2015 liegt Oberösterreich mit 12 Prozent aller Gründungen österreichweit zwar weit hinter dem dominanten Hub Wien (46,5 Prozent), aber nahezu gleichauf mit der zweitplatzierten Steiermark (12,4 Prozent). Während das Bundesland beim Anteil an Scaleups (9,1 Prozent) oder Spinoffs (15,9 Prozent) an sämtlichen Gründungen und noch mehr beim Gründerinnen-Anteil (7,4 Prozent) nicht an die heimischen Spitzenreiter herankommt, stechen drei Statistiken positiv hervor:
37% – Oberösterreich hat laut Austrian Startup Monitor 2025 mit 37 Prozent der Gründer:innen, die bei der erstmaligen Gründung unter 25 Jahre alt waren, eine im Vergleich (Österreich-Schnitt: 25,6 Prozent) sehr junge Founder-Community.
74% – 74 Prozent der oberösterreichischen Startups nennen KI als für sie wichtigste Schlüsseltechnologie — auch das ist ein Spitzenwert innerhalb Österreichs, knapp vor Wien (72,7 Prozent).
7,2 Punkte – Kein anderes Bundesland kommt in der Frage nach dem Standort auf eine so hohe Weiterempfehlungsrate: Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt Oberösterreich mit durchschnittlich 7,2 Punkten österreichweit auf Platz eins und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2.
Startups und Scaleups: Die Aushängeschilder
Oberösterreich brachte schon eine ganze Reihe großer Startups und Scaleups hervor. Bei manchen liegt der Exit mittlerweile lange zurück, etwa bei Dynatrace oder Runtastic, bei anderen wie Agilox ein paar Jahre, bei Tractive ist er erst kürzlich (in Rekordhöhe) erfolgt. Wieder andere, etwa der von Analysten milliardenbewertete Spezialist für Sicherheitslösungen Loxone oder das Spacetech Peak Technology, sind der Scaleup-Phase bereits entwachsen und haben sich endgültig als große Player am Weltmarkt etabliert. Es gibt aber auch einige aktive „heiße Eisen“ — rechts vier herausragende Beispiele.
Mit mehreren Mega-Investments, zuletzt einer 80-Millionen-US-Dollar-Runde im Jahr 2024, steht Storyblok aus Linz auf der exklusiven Liste der heimischen „Soonicorns“ und ist damit das Scaleup-Aushängeschild Oberösterreichs. Mit seinem Headless-CMS kann das Scaleup Referenzen wie Netflix, Tesla und Adidas vorweisen.
neoom
Zu den herausstechenden Scaleups Oberösterreichs zählt auch das auf Energielösungen spezialisierte Unternehmen neoom aus Freistadt. Auf sich aufmerksam machte es mit mehreren achtstelligen Investmentrunden, darunter eine 25-Millionen-Euro-Series-B-Runde 2023. Der Außenumsatz ist laut Unternehmensangaben indes neunstellig.
Entstanden im Runtastic-Umfeld ist hello again aus Leonding längst selbst eine Größe. Das Scaleup ist Marktführer im DACH-Raum bei Kundenbindungs-Apps und erreicht über diese mehr als 16 Millionen Endnutzer:innen. Unter den mehr als 1.000 Unternehmenskunden sind etwa Deichmann, Müller und Klipp.
Und noch einmal Linz: Blockpit hat mit seinem Steuer-Tool erfolgreich eine Nische im gigantischen Krypto-Markt besetzt, die vor allem in der EU von Bedeutung ist. Das Linzer Scaleup ist in seinem Bereich Marktführer im DACH-Raum und hat seine Lösung bei Playern wie Bitpanda und Bybit EU integriert.
Wer in Oberösterreich ein Startup gründet, kann neben den bundesweiten Angeboten auf eine ganze Reihe von landesspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen.
Viele davon, etwa der Tech-Inkubator tech2b, der Co-Working-Anbieter Tech Harbor, der auch umfassende Werkstattflächen bereitstellt, und der Kreativwirtschafts-Spezialist creative region, haben gemeinsam mit den oberösterreichischen Unis und FHs, der Wirtschaftskammer und weiteren Playern eine zentrale Anlaufstelle geschaffen: hub’ert. Dort können Startups die passende Unterstützung bzw. die passenden Unterstützungen für ihr Business finden.
Oberösterreichische Startups profitieren nicht nur von der Fülle an einzelnen Angeboten, sondern auch von der Vernetzung zwischen diesen. Dabei spielt — wie sollte es anders sein? — auch die Industrie eine entscheidende Rolle, zum Beispiel über Pier4 von tech2b, das Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Und wer etwa im MedTech-Inkubator von tech2b ist, findet damit bereits Anschluss an den Medizintechnik-Cluster Oberösterreich.
Teil dieses Ökosystems, wenn auch nicht Teil von hub’ert, ist auch die Startrampe der Sparkasse Oberösterreich mit Sitz in der Linzer Tabakfabrik. Sie bietet unter anderem einen Accelerator, Workspace und Beratung bei Businessplänen und Finanzierung.
Finanzierung
Wer in Oberösterreich Kapital für sein Startup braucht, wird sowohl bei öffentlichen als auch privaten Geldgebern fündig. Mit Business Upper Austria hat auch Oberösterreich eine landeseigene Förderstelle; und mit dem OÖ Gründerfonds und dem Landes-VC OÖ HightechFonds zwei weitere Finanzierungsvehikel.
Auf privater Seite sind es vor allem erfolgreiche Gründer:innen, die über ihre Vehikel als Investor:innen agieren. Heraus stechen hier die Runtastic-Gründer mit ihrer gemeinsamen Investmentgesellschaft 8eyes, aber etwa auch Tractive-Gründer Michael Hurnaus, der schon vor seinem Rekord-Exit (siehe Abschnitt zu Exits) als Business Angel agierte. Mit startup300 nahm zudem das bislang wohl ambitionierteste heimische Angel-Netzwerk seinen Ausgang in Linz, zog sich aber bereits vor einigen Jahren schrittweise wieder zurück.
Auch Österreichs nach Assets under Management größter Private-Equity-Investor hat seinen Sitz in Oberösterreich: die Invest AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sie hat ein breites Portfolio unterschiedlicher Unternehmen, wobei Startup-Finanzierungen in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.
Der monumentale Knotenpunkt
Was hub’ert auf der organisatorischen Ebene ist, ist die Tabakfabrik Linz auf der physischen: Nicht alle, aber viele Fäden des oberösterreichischen Startup-Ökosystems laufen in der ehemaligen Fabrik zusammen — wo sonst in der Industriestadt? Auf den nicht weniger als 80.000 Quadratmetern Nutzfläche haben nicht nur zahlreiche Ökosystem-Player, sondern auch eine große Zahl an Startups ihren Sitz. Auch das einstmals denkbar ambitionierte Projekt startup300 wählte die Tabakfabrik als Hauptquartier — und betreibt hier heute unter anderem noch den Co-Working-Bereich factory300.
Mit der IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) hat Österreichs jüngste öffentliche Universität ihren Sitz in Linz. Neben einem neuen inhaltlichen Fokus auf digitaler Transformation und neuen Wegen in der Lehre setzt die IT:U von Beginn an auch auf eine Spinoff-Strategie. Dabei kann sie in Oberösterreich durchaus auf ein starkes Ökosystem aufbauen: Sowohl die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) als auch die FH Oberösterreich können jeweils eine ganze Reihe erfolgreicher Spin-offs vorweisen. Außerdem setzen beide stark auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft. Besonders deutlich wird das im Softwarepark Hagenberg: Dort betreibt die JKU Forschungsinstitute und die FH OÖ ihren IT-Lehr-Standort und den Coworking- und Inkubationsspace Bytewerk. Dabei werden Synergien mit dem außeruniversitären Comet-Zentrum Software Competence Center Hagenberg und mehreren Konzernen und großen Playern am Standort gelebt.
KI-Forschung von Weltrang
Wer die oberösterreichische Universitätslandschaft durch die Innovationsbrille betrachtet, kommt an KI-Koryphäe Sepp Hochreiter nicht vorbei. Der gebürtige Bayer gilt mit seiner Arbeit über Long Short-Term Memory (LSTM) als einer der globalen Wegbereiter der modernen KI. Bereits seit 2006 lehrt er an der JKU und leitet dort das Institut für Machine Learning. Bei der Lehre belässt Hochreiter es aber nicht: Mit dem Spinoff NXAI arbeitet er an der nächsten KI-Grundlage „xLSTM“ (Extended Long Short-Term Memory). Die ist wiederum Basis für spezialisierte KI-Modelle, die die globalen Größen in der jeweiligen Nische übertreffen. Der Schwerpunkt ist dabei — auch hier zeigt sich das oberösterreichische Ökosystem — Industrial AI. In diesem Feld bewegt sich auch das NXAI-Spinout Emmi AI, das mit seinem Exit an den französischen KI-Riesen Mistral dieses Jahr für Aufsehen sorgte.
Doch auch abseits der JKU entstehen in Oberösterreich KI-Startups, etwa das Linzer Unternehmen Straion, das dieses Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschloss. Die Plattform des Startups stellt sicher, dass KI-generierter Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen einhält und damit „enterprise-ready“ ist.
Katrin Freihofner, Straion
Das Exit-Bundesland
Der oben erwähnte Verkauf von Emmi AI an Mistral um kolportierte mehr als 300 Millionen Euro war spektakulär — ist aber bei Weitem nicht der einzige große oberösterreichische Startup-Exit. Ebenfalls dieses Jahr gelang dem Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive mit dem Verkauf an die italienische Bending Spoons um kolportierte 900 Millionen US-Dollar der vermutlich größte Übernahmedeal der heimischen Startup-Geschichte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte der Exit von Runtastic an Adidas um 220 Millionen Euro maßgeblich zum ersten großen Startup-Hype in Österreich beigetragen. Die vier Runtastic-Gründer — Florian Gschwandtner, René Giretzlehner, Christian Kaar und Alfred Luger — wurden danach nicht nur über ihre Beteiligungsgesellschaft 8eyes selbst zu wichtigen Ökosystem-Playern: Tractive etwa wurde von Gschwandtner mitgegründet; bei Scaleups wie hello again waren die vier Gründer von Beginn an als Investoren an Bord.
300 Mio. € – Verkauf von Emmi AI an Mistral
900 Mio. $ – Verkauf von Tractive an Bending Spoons
220 Mio. € – Exit von Runtastic an Adidas
Alte, neue und große Player
Als Industrie-Bundesland beheimatet Oberösterreich bekanntlich Größen wie voestalpine, Miba, KTM, FACC, Lenzing, Greiner oder Engel — um nur ein paar zu nennen. Einige davon sind längst ins Ausland verkauft, haben aber nach wie vor ihren Sitz in Oberösterreich. Hinzu kommen internationale Riesen wie BMW und Siemens, die im Bundesland konzernweit wichtige Standorte betreiben.
Doch auch Tech-Größen sind in Oberösterreich zu finden. In der Schnittmenge zwischen Industrie- und Tech-Unternehmen befindet sich Keba, das mit seinen Lösungen für industrielle Automatisierung zu den globalen Playern im Feld zählt und dabei massiv auf KI setzt — mehr dazu in der Coverstory mit Keba-CEO Christoph Knogler. So wie Keba stammt ebenfalls aus Linz das international erfolgreichste IT-Unternehmen mit Wurzeln in Österreich: Dynatrace. Seinen formellen Sitz hat der Observability-Weltmarktführer, bei dem Co-Founder Bernd Greifeneder nach wie vor CTO ist, zwar schon lange in den USA; der weltweit größte Standort ist jedoch in der Stahlstadt und wurde erst dieses Jahr mit einem neuen Campus erheblich ausgebaut.
Über Industrie und IT hinaus hat Oberösterreich noch ein drittes Aushängeschild: die Ars Electronica. Was 1979 als Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft begann, ist heute eine vierteilige Institution aus Festival, Prix, dem Museum Ars Electronica Center und dem Futurelab. Letzteres ist für das Innovationsökosystem das relevanteste Element: Das Labor entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Prototypen und Zukunftskonzepte und schlägt damit die Brücke zurück zur Industrie. Linz trägt seit 2014 den Unesco-Titel „City of Media Arts“.
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