28.10.2022

Gratis Parken: So macht es das Mobility-Startup ummadum möglich

Nutzer:innen der nahallo-Mitfahrplattform des österreichischen Startups ummadum erhalten ab sofort in der P+R-Anlage Wiener Neustadt kostenlose und reservierte Parkplätze.
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ummadum
Bürgermeister Klaus Schneeberger, Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und VOR Geschäftsführer Wolfgang Schroll freuen sich über das Angebot in der P+R-Anlage Wiener Neustadt West | (c) Franz Gleiß

Bereits im Frühling ging das österreichische Mobility-Startup ummadum eine Kooperation mit dem Verkehrsverbund Ostregion (VOR) ein. Im Projekt nahallo wurde dabei die Organisation von Fahrgemeinschaften über die ummadum-App mit der Bereitstellung eines kostenlosen fixen Parkplatz in einer Park & Ride-Anlage kombiniert – damals in einem Pilotversuch in Korneuburg.

Nun wird das Angebot in Wiener Neustadt weiter ausgebaut, wie VOR am Freitag bekannt gab. „Mit nahallo Korneuburg haben wir im Frühjahr erfolgreich einen ersten Schritt gesetzt, nun weiten wir das Projekt auf Wiener Neustadt und Umgebung aus“, so Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko.

Gratis Parken für die nahallo-Community

Wer sich über die nahallo-Community Wiener Neustadt zu Mitfahrgemeinschaften zusammenschließt, bekommt den ganzen Tag reservierte Parkplätz in der P+R-Anlage Wiener Neustadt West. Diese sind laut VOR gratis. Zudem gibt es sowohl für Fahrer:in als auch Mitfahrer:in Belohnungen, die bei teilnehmenden Partner:innen eingelöst werden können. Pendler:innen müssen hierfür nur die kostenlose ummadum-App herunterladen, die Community auswählen und Fahrten anbieten bzw. nach Mitfahrten suchen.

VOR und ummadum möchten Planbarkeit bieten

In der P+R-Anlage Wiener Neustadt West können nahallo-Fahrgemeinschaften einen von insgesamt fünf Stellplätzen kostenlos buchen. Die Stellplätze sind dann den ganzen Tag reserviert, wodurch neben dem gratis Parken mehr Planbarkeit gewährleistet werden soll.

Punkten möchte das Projekt zudem durch eine Garantie, wie VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll ergänzt: „Einer der Vorteile von nahallo ist die Garantie, vom Bahnhof nachhause zu gelangen, selbst, wenn die Fahrgemeinschaft abgesagt wird. Sagt der Fahrer bzw. die Fahrerin die Fahrt bis eine Stunde vor der geplanten Abfahrt ab, dann können Mitfahrende anstatt der ausgefallenen Fahrt über die ummadum-App beim Vertragspartner Taxi 330 auf Kosten von VOR bestellen“. Ob und wann weitere Park&Ride-Anlagen folgen, steht allerdings noch nicht fest.


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Deepentix
© tecnet equity - (v.l.) Investor Kambis Kohansal Vajargah, Endri Deliu, Morteza Amini und Altan Nar (alle Deepentix) sowie Peter Buchinger (tecnet equity).

Das NÖ-Startup Deepentix hat eine Enterprise-KI-Plattform entwickelt, die Unternehmen dabei unterstützen soll, aus Dokumenten wie Studien, Patenten oder internen Berichten einen sogenannten Wissensgraphen aufzubauen – ein Netzwerk aus Fakten und ihren Beziehungen. Dadurch lassen sich Antworten einer Künstlichen Intelligenz bis zum exakten Satz im Ursprungsdokument zurückverfolgen. Gerade in stark regulierten Branchen sei dies entscheidend, weil Aussagen jederzeit belegt und geprüft werden müssen.

Deepentix: Unternehmensdaten in Graphen überführen

Zielgruppe sind etwa Unternehmen in Branchen wie Pharma, Medizintechnik, Versicherungen oder Banken, die täglich mit großen Mengen an Studien, Patenten, Normen und internen Berichten arbeiten. Klassische generative KI liefere dazu zwar schnelle Antworten, könne deren Herkunft jedoch oft nicht lückenlos belegen. Genau hier möchte Deepentix ansetzen und unstrukturierte Unternehmensdaten in einen Wissensgraphen überführen – im Sinn einer nachvollziehbaren Wissensbasis für KI-Anwendungen.

„Wenn Mitarbeitende einer KI blind vertrauen müssen, weil sie deren Antworten nicht überprüfen können, ist das gerade in sensiblen Bereichen ein echtes Risiko. Genau dieses Vertrauensproblem lösen wir, indem wir jede Antwort bis zu ihrem Ursprung im Dokument sichtbar machen“, erklärt Morteza Amini, Mitgründer und CEO von Deepentix.

Mehrere Sprachmodelle

Der Aufbau von Wissensgraphen erfolge Deepentix nach häufig im Rahmen aufwendiger Beratungsprojekte oder über standardisierte Lösungen, die sich nur begrenzt auf einzelne Fachbereiche zuschneiden lassen. Bei Unternehmen, die ihre sensiblen Daten selbst kontrollieren und gleichzeitig präzise Ergebnisse benötigen, stoße dieser Ansatz oft an seine Grenzen. Aus diesem Grund entwickelte das Startup kein Beratungsprojekt für einzelne Kunden, sondern ein Werkzeug, mit dem Unternehmen Wissensgraphen selbst erstellen, betreiben und an ihre Anforderungen anpassen können.

Dabei setzt die Plattform nicht auf ein einziges großes KI-Modell aus der Cloud, sondern auf mehrere kleine, spezialisierte Sprachmodelle, die gezielt auf einzelne Fachbereiche wie Pharma oder Banken trainiert werden. Dadurch sollen die Ergebnisse präziser werden, während die Modelle bei Bedarf direkt auf den eigenen Servern der Unternehmen betrieben werden können.

Dafür gab es nun eine Pre-Seed-Finanzierung in sechsstelliger Höhe, an der sich tecnet equity, der internationale Frühphaseninvestor Rockstart sowie der Business Angel Kambis Kohansal Vajargah beteiligt haben. Das frische Kapital soll vor allem in Forschung und Entwicklung sowie in den Ausbau erster Pilotprojekte in regulierten Branchen fließen.

Deepentix baut Wissensnetz

„Wir verstehen uns nicht als Berater, die für einzelne Kunden ein Wissensnetz bauen, sondern als Technologieanbieter, der Unternehmen die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und Modelle gibt“, so Amini weiter. „Mit tecnet equity, Rockstart und Business Angel Kambis Kohansal Vajargah haben wir Partner an Bord, die den Weg von Deep-Tech-Startups aus erster Hand kennen. Das gibt uns nicht nur Kapital, sondern auch Zugang zu Netzwerk und Erfahrung, um in dieser Phase die richtigen Schritte zu setzen.“

Peter Buchinger, Investment Associate bei tecnet equity, ergänzt: „Uns hat neben der Technologie vor allem das stark aufgestellte Gründerteam von Deepentix überzeugt. Die Kombination aus wissenschaftlichem Hintergrund und Erfahrung in internationalen Unternehmen war ausschlaggebend, in dieser frühen Phase zu investieren.“

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