01.04.2026
BAUBRANCHE

constrct: Wiener Startup will Baustoffbeschaffung digitalisieren

Neue EU-Vorgaben erhöhen den Druck auf Bauunternehmen, ihre Beschaffung datenbasiert zu organisieren. Das Wiener Startup constrct will dafür die digitale Infrastruktur liefern. Zudem läuft ein Pilotprojekt mit Würth.
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Das Gründerteam von constrct: Christoph Oswald und Michael Ramel. | © Dina Grojer

Auf Baustellen wird noch immer telefoniert, gemailt und nachdokumentiert. Bestellungen laufen über Zurufe, Lieferscheine werden fotografiert, später im Büro abgelegt oder händisch übertragen. Was lange funktioniert hat, gerät zunehmend unter Druck – nicht nur wegen Effizienz, sondern auch wegen Regulierung.

Mit der neuen EU-Bauprodukteverordnung (Construction Products Regulation, CPR), die seit 2025 gilt und ab 2026 schrittweise Anwendung findet, dürften sich die Anforderungen an Bauunternehmen deutlich verschärfen. Künftig sollen Leistungs- und Emissionskennzahlen über einen digitalen Produktpass maschinenlesbar verfügbar und vergleichbar sein.

Für viele Unternehmen könnte das ein Problem werden: Die Beschaffung von Baumaterialien läuft in der Praxis noch weitgehend analog. Das führt oft zu Doppelarbeit, Abstimmungsaufwand und Fehleranfälligkeit.

Daten als neue Währung der Baustelle

Genau hier setzt das Wiener Startup constrct an. Die Software will die Beschaffung von Baumaterialien durchgängig digital abbilden – von der Bestellanforderung bis zur Lieferung. Bestellungen, Lieferscheine und Produktdaten werden miteinander verknüpft, sodass eine durchgehende Datenspur entsteht. Derzeit arbeitet das Startup auch an einer mobilen App, die die Nutzung direkt auf der Baustelle erleichtern soll.

Statt auf komplexe ERP-Integrationen zu setzen, soll die Plattform weitgehend ohne aufwändige Schnittstellenprojekte auskommen. Nur bei digitalen Lieferscheinen sei eine strukturierte Datenübergabe notwendig. Wenn selbst das nicht möglich ist, erfolgt der Austausch laut Unternehmen über standardisierte Mail-Templates. Das würde bedeuten, dass bestehende Systeme nicht grundlegend umgebaut werden müssten. 

Mit Blick auf die kommenden regulatorischen Anforderungen könnte die Bedeutung strukturierter Daten deutlich steigen. Constrct verknüpft Bestell- und Lieferdaten mit Produktinformationen sowie Nachhaltigkeitskennzahlen. Diese Datenbasis könnte nicht nur für regulatorische Zwecke relevant werden, sondern auch für größere Bauprojekte und ESG-orientierte Finanzierungen an Bedeutung gewinnen.

Vom Baustellenalltag zur Gründung

Die Idee hinter constrct stammt von Co-Founder Michael Ramel. Er wuchs in einer Bauunternehmerfamilie auf und war früh auf Baustellen unterwegs. Organisation, Materialbestellungen und Abstimmungen erlebte er aus nächster Nähe. Den technischen Gegenpart fand er im Softwareentwickler Christoph Oswald. Gemeinsam gründeten sie 2024 constrct, das heute mit einem fünfköpfigen Team an der Weiterentwicklung der Plattform arbeitet.

Erste Partner und Investoren

Mit Rhomberg Ventures ist ein Investor aus der Baubranche an dem Startup beteiligt. Unter anderem ist auch WU Ignite Ventures beteiligt (brutkasten berichtete). Zudem läuft ein Pilotprojekt mit Würth: Dabei sollen auf Lieferantenseite Lagerbestände und Preise in Echtzeit in den Bestellprozess einfließen. Das würde es ermöglichen, Verfügbarkeiten direkt zu sehen und Preisänderungen automatisch zu berücksichtigen.

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Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz © Andritz Group

Allein in Österreich könnten zukünftig rund 220.000 Tonnen davon besser verwertet werden. Bisher scheitert eine echte Kreislaufwirtschaft jedoch an der Praxis: „Wirkliches Faser-zu-Faser-Recycling, also sprich aus Abfällen wirklich wieder ein Kleidungsstück zu machen, das liegt im Bereich von 1% und weniger“, zieht Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, im Gespräch ernüchternde Bilanz. Der Großteil der Altkleider wird deponiert oder verbrannt.

Vorhersage statt bloßer Materialbestimmung

Hier setzt die neue Technologie „teXscan“ an, die Andritz gemeinsam mit der französischen Tochtergesellschaft Laroche entwickelt. Während bestehende Nahinfrarot-Systeme lediglich die reine Materialzusammensetzung bestimmen können, soll die neue Lösung erstmals die konkrete Rezyklierfähigkeit zerstörungsfrei vorhersagen.

„Die Innovation dabei ist, dass man erstmals nicht nur Farbe oder Zusammensetzung messen, sondern eine Vorhersage treffen kann, wie gut etwas recycelbar ist.“, so Waupotitsch. Das System ordnet den Textilien einen Score von 0 bis 100 zu, der auf Kriterien wie der Faserlänge und dem Kurzfaseranteil basiert. Waupotitsch betont jedoch im Gespräch, dass es sich hierbei um „keinen industriellen Standard“, sondern primär um eine „Entscheidungshilfe“ für Sortier- und Recyclingbetriebe handelt.

Der teXscan © Andritz

Bislang nur weiße Baumwolle identifizierbar

Bislang beschränkt sich die Analysefähigkeit des Prototyps ausschließlich auf weiße Baumwollfasern. Die größte Herausforderung im Massenmarkt stellen jedoch Mischgewebe und gefärbte Stoffe dar, die den Großteil heutiger Fast Fashion ausmachen. Andritz plant, bis Ende des Jahres verlässliche Aussagen über farbige Baumwolle zu treffen; Mischgewebe sollen als nächstes folgen.

Aktuell existiert das System als Tischgerät. Um industriell relevant zu werden, soll die Technologie zu Handheld-Geräten oder vollautomatisierten Online-Sensoren für Förderbänder weiterentwickelt werden, erklärt der Textil-Recycling-Experte.

teXscan als strategischer „Door Opener“

„Recycling von Textilien steht im Wettbewerb mit extrem günstigen Frischfasern“, merkt Waupotitsch im Gespräch an. Man müsse das gesamte wirtschaftliche System beachten und vorsichtig sein sich in dieser Hinsicht nicht selbst zu belügen, denn „unterm Strich muss es sich auch rechnen“, so der Experte. Zudem fehlen in Europa flächendeckende, genormte Sammelsysteme, wie man sie vom Altpapier kennt.

Für den Technologiekonzern ist der Scanner ohnehin nicht das primäre Endprodukt sondern eine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Andritz versteht sich als Maschinen- und Anlagenbauer. Das Messgerät soll vielmehr als „Door-Opener“ fungieren, um letztlich großskalierte mechanische und chemische Recyclinganlagen zu vertreiben.

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