22.12.2025
KRYPTO-BUSINESS

Coinfinity: Grazer Bitcoin-Broker holt MiCAR-Lizenz

Mit Coinfinity holt sich der zweite heimische Bitcoin-Only-Anbieter die geschäftsentscheidende MiCAR-Lizenz der EU.
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Coinfinity-Co-Founder Max Tertinegg | Collage, Foto: Coinfinity
Coinfinity-Co-Founder Max Tertinegg | Collage, Foto: Coinfinity

Bitpanda holte sich seine bereits im April (und hatte zu dem Zeitpunkt schon zwei andere), ByBit zog im Mai nach, Cryptonow im Oktober und 21Bitcoin sowie KuCoin im November – die Rede ist von einer MiCAR-Lizenz der heimischen Finanzmarktaufsicht FMA. MiCAR steht für „Markets in Crypto Assets Regulation“ – eine Verordnung der EU, die das Geschäft mit Kryptowerten in der Union klar regeln soll. Nur, wer eine Lizenz hat, darf seit diesem Jahr (mit Übergangsfrist) in dem Bereich tätig sein – dafür dann gleich in sämtlichen Ländern der Europäischen Union.

Coinfinity: Voller Fokus auf Bitcoin für Private und Unternehmen

Rechtzeitig vor Jahresende holte sich nun auch einer der ältesten heimischen Bitcoin-Player seine MiCAR-Lizenz: Coinfinity aus Graz. Das 2014 gegründete Unternehmen hat sich ganz und gar der größten, ältesten und bekanntesten Kryptowährung Bitcoin verschrieben. „Wir glauben, dass Bitcoin als globales Geldsystem unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft entscheidend verändern wird, hin zu einer integrativen und verantwortungsvollen Welt. Einer Welt, die fairer und nachhaltiger ist. Unsere Mission ist es, Bitcoin möglichst verständlich und einfach für alle zugänglich zu machen“ – so die Selbstbeschreibung des Bitcoin-Brokers.

Coinfinity richtet sich mit seinem Angebot nicht nur an Privatpersonen, sondern auch an Unternehmen – Details im Video-Talk aus dem März. Nach dem Salzburger Startup 21Bitcoin ist das Grazer Unternehmen der zweite heimische Bitcoin-Only-Anbieter, der sich die MiCAR-Lizenz der FMA holt.

Co-Founder Tertinegg: „Die MiCAR-Zulassung war mit enormem Aufwand verbunden“

Nun wolle man die Vorteile der obligatorischen Lizenz auch nutzen, um die Expansion innerhalb der EU voranzutreiben, heißt es von Coinfinity in einem Blog-Beitrag. In einer Aussendung kommentiert Co-Founder und Geschäftsführer Max Tertinegg: „Die MiCAR-Zulassung war mit enormem Aufwand verbunden – wir haben viele Monate intensiv daran gearbeitet, alle rechtlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen zu erfüllen. Mit der Zulassung ist nun der Weg frei, unser Bitcoin-Angebot in ganz Europa weiterzuentwickeln – sicher, technologisch verlässlich und kundenorientiert.“

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Alice Hristov (Mitte) bei der Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Jugend Innovativ 2026
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Über zehn Millionen Menschen weltweit leiden an Parkinson. Das Kernsymptom Tremor, ein unkontrolliertes Zittern, wird bisher fast ausschließlich punktuell bei Arztterminen erfasst. „Der Arzt ist komplett auf die subjektive Einschätzung vom Patienten angewiesen“, erklärt Entwicklerin Alice Hristov im brutkasten-Gespräch. Weil verfälschte Momentaufnahmen oft zu ungenauen Medikationen führen, möchte die Wiener HTL-Schülerin diese Datenlücke mit TremoCup schließen.

TremoCup Prototyp @ Alice Hristov

Diskrete Messung beim Trinken

TremoCup ist ein kompaktes Sensormodul, das auf die Unterseite einer handelsüblichen Tasse montiert wird. Während der Nutzung misst das System die Bewegungen im Alltag. Ein integrierter Bandpassfilter lässt dabei nur Frequenzen zwischen 4 und 12 Hertz durch, um gezielt den Tremor zu erfassen und andere Alltagsbewegungen verlässlich auszublenden. „So ähnlich wie bei Noise-cancelling“, zieht Alice den technischen Vergleich.

Die Daten werden per Bluetooth an eine selbst entwickelte Smartphone-App übermittelt, die Verlaufsgrafiken anzeigt und PDF-Berichte für das Arztgespräch generiert. Aus Datenschutzgründen verbleiben alle Daten lokal und symmetrisch verschlüsselt auf dem Endgerät. In einer bereits durchgeführten Befragung von 20 Pflegeheimbewohnerinnen gaben 75 Prozent an, dass ihnen dieser lokale Datenschutz besonders wichtig sei.

Vom Freizeitprojekt auf die internationale Bühne

Die Entwicklung des Systems begann als Freizeitprojekt neben dem Unterricht an der HTBLVA Spengergasse, die in der Vergangenheit schon mehrmals beeindruckende Schüler:innen-Projekte hervorgebracht hat. „Wenn ich lange gesessen bin und es am Ende nach dem Testen funktioniert, das war der größte Erfolg für mich“, so Hristov über die intensive Entwicklungsphase.

Der Aufwand hat sich ausgezahlt: Beim diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend Innovativ holte TremoCup den 1. Preis in der Kategorie „ICT & Digital“, der mit 2.500 Euro dotiert ist. Das Preisgeld soll direkt in das Projekt zurückfließen: „Das wird wieder reinvestiert in TremoCup. Patente sind nicht billig, falls ich ein Patent bekomme.“

Regulatorische Prüfung und Markteintritt

Als nächste Schritte sind eine klinische Validierung in neurologischen Praxen sowie Förderanträge bei AWS und FFG geplant. Zudem steht die finale regulatorische Einordnung an. Aktuell wird das System vorläufig als Klasse-I-Medizinprodukt eingestuft.

Der angedachte Verkaufspreis soll zwischen 80 und 150 Euro pro Einheit liegen. Im September 2026 wird Hristov ihr Projekt zudem beim 37. European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Kiel präsentieren.

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