19.08.2025
LAUNCH

Bitpanda launcht DeFi Wallet – bald mit Treueprogramm

Bitpanda launcht seine angekündigte DeFi Wallet. Die Self-Custodial-Wallet erlaubt es Nutzenden, Vermögenswerte in Blockchain-Netzwerken zu handeln, zu verdienen und zu verwalten. Zudem soll bald ein Treueprogramm ausgerollt werden.
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Bitpanda
Bitpanda Headquarter in Wien | Foto: Bitpanda GmbH

Die DeFi Wallet verkörpert den „nächsten Schritt in der Web3-Expansion“. Das schreibt Bitpanda in einer heutigen Pressemeldung. Die neue Wallet eignet sich als Zugang zu dezentralen Finanzen sowohl für Anfänger:innen als auch für Fortgeschrittene im Web3.

Schon Ende Jänner dieses Jahres hat der Broker seine Bitpanda Web3 Produktsuite angekündigt – brutkasten berichtete. Auch damals kommunizierte man, dass die Web3-Suite des Brokers eine Non-Custodial-Smart-Wallet – die nun gelaunchte – sowie ein Launchpad umfassen soll. Dafür konnte auch Fußball-Business-Experte Oliver Kahn, selbst Krypto-Enthusiast der ersten Stunde, als Werbe-Botschafter gewonnen werden.

Bitpanda-CEO Demuth kündigte Launch schon für Mai an

Im März dieses Jahres machte CEO und Gründer Eric Demuth erneut auf das entstehende Web3-Spektrum des Brokers aufmerksam. Damals in einem kurzen LinkedIn-Video, wobei der Launch der Decentralized-Finance-Wallet für den 21. Mai angedacht war.

Außerdem kündigte der CEO an, dass die beiden Token Bitpanda Ecosystem Token (BEST) und Pantos (PAN) zum neuen Token Vision (VSN) zusammengeführt werden. Dies wurde Mitte Juni für den darauffolgenden Monat Juli angekündigt – brutkasten berichtete.

DeFi Wallet mit acht Blockchains

Nun hat sich schlussendlich der angekündigte Wallet-Launch materialisiert. „Aufgrund von Verzögerungen im Prozess mit dem Apple App Store hat der Release etwas länger gedauert als ursprünglich geplant gedauert. Wir freuen uns aber, dass wir nun live gehen können“, heißt es von Bitpanda auf brutkasten-Nachfrage.

Die neue DeFi Wallet des Brokers soll es Nutzenden möglich machen, Vermögenswerte in Blockchain-Netzwerken zu handeln, zu verdienen und zu verwalten. All das soll über eine App passieren, heißt es vonseiten des Brokers.

Bei der DeFi Wallet handelt es sich um eine Self-Custodial-Wallet: Die privaten Schlüssel für die Kontrolle von Token liegen beim User und über die Wallet kann man Token dann im Web3 gegen andere tauschen. Die Wallet soll über 5.000 Token und zur Zeit über acht Blockchains unterstützen, darunter Ethereum, Solana, Polygon, BNB Chain, Avalanche, Optimism, Base und Arbitrum.

Die Wallet wird dabei vollständig in das bestehende Bitpanda-Ökosystem integriert, schreibt der Broker in einer Pressemeldung. Nutzenden sei es damit möglich, Vermögenswerte zwischen ihrem Bitpanda-Konto und der DeFi Wallet zu verschieben.

Treueprogramm soll Engagement fördern

Das war jedoch nicht der letzte Streich im Web3, meint der Broker. In den kommenden Wochen soll Bitpanda ein „Web3-natives Treueprogramm“ starten, das auf dem Vision (VSN)-Token basieren wird. Dabei soll es Nutzenden möglich sein, Punkte durch „On-Chain-Aufgaben“ sammeln zu können. Mit dem Erfüllen diverser Aufgaben wie Trading oder Staking würden Punkte gesammelt, die zu einem Ranking zwischen DeFi-Wallet-Nutzer:innen führen. Bitpanda bezeichnet diese Maßnahme als „Belohnung für sinnvolles Engagement“. Zu erwarten seien dabei „exklusive Vergünstigungen und frühzeitiger Zugang zu zukünftigen Bitpanda-Produkten“.

Ziel dieser Maßnahmen sei es überdies, das Web3 „für alle nutzbar zu machen“. „Leider hat Web3, obwohl es eigentlich dazu gedacht war, Menschen zu stärken, allzu oft dazu geführt, dass sie ausgeschlossen wurden. Das ändern wir heute“, wird Co-CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad in einer Aussendung zitiert.

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Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash
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Bereits seit der Veröffentlichung des Ministerialentwurfs zu einer neuen Paketsteuer im Mai trifft diese in der öffentlichen Diskussion auf Kritik. Vorgesehen ist eine Abgabe von zwei Euro pro zugestelltem Paket, die ab dem 1. Oktober 2026 von großen Online-Handelsplattformen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro eingehoben werden soll. Nachdem das vorparlamentarische Begutachtungsverfahren zum Gesetzesentwurf am 26. Mai 2026 offiziell geendet hat, geht die Vorlage im nächsten Schritt in die Debatte und finale Abstimmung im Nationalrat.

Mit den prognostizierten Einnahmen von jährlich rund 280 Millionen Euro will die Bundesregierung die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanzieren. Zudem wolle man den lokalen stationären Handel gegenüber den internationalen E-Commerce-Riesen stärken, so die Argumentation. Und auch der Umweltschutzaspekt wird seitens der Regierung ins Treffen geführt. Diese Begründung lassen viele Kritiker:innen aber nicht gelten.

Dobrocka: „wird nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben“

Auch unter Gründer:innen heimischer Startups und Scaleups im Logistik-Bereich, die für brutkasten erreichbar waren, herrscht breite Ablehnung gegenüber der Paketabgabe. Dabei ist es nicht die Zielsetzung, die kritisiert wird. „Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert über Maßnahmen zu diskutieren, die den österreichischen Markt vor einer Flut an ausländischen Sendungen schützen und österreichische Unternehmer stärken. Aber diese Maßnahme tut das nicht“, meint etwa Petra Dobrocka, Co-Founderin und CCO des Wiener Logistik-Scaleups byrd. „Selbst wenn ein heimischer Händler die Ware in Österreich verpackt und mit der österreichischen Post an einen österreichischen Kunden schickt: Sobald der Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon läuft, greift die Steuer.“ Die Maßnahme werde letztlich „nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben.“

Braith: „Emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen“

Ähnlich argumentiert auch Storebox-Co-Founder und CEO Johannes Braith. Er führt zusätzlich eine ökologische Perspektive ins Treffen. „Wir brauchen aus meiner Sicht weniger Symbolpolitik und mehr intelligente Steuerung. Wenn Politik Lenkungswirkung ernst meint, dann sollte sie emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen und nicht pauschal jede Form des Versandhandels verteuern“, so der Gründer. Das Gesetz unterscheide nämlich zu wenig zwischen emissionsintensiven und emissionsarmen Zustellmodellen. Klassische Haustürzustellung sei ineffizient und verursache Retourenverkehr und Parkdruck, meint Braith und führt Click-&-Collect-Modelle mit gebündelter Anlieferung ins Treffen, wie sie auch sein Unternehmen umsetzt.

Weiß: EU-Regelung statt „Alleingang“

Georg Weiß, Co-Founder und CEO des Wiener Logistik-Scaleups Quivo, würde in dem Zusammenhang lieber eine europäische Lösung sehen. „Auf EU-Ebene gibt es ja auch Vorschläge, etwa Zölle für Kleinpakete unter 150 Euro einzuführen, um den europäischen Markt vor Billigprodukten zu schützen. Das halte ich für die sinnvollere Maßnahme, als aus Österreich heraus einen Alleingang zu machen und eine Zwei-Euro-Paketgebühr einzuführen“, so der Gründer gegenüber brutkasten.

AustrianStartups: Nachteile für Startups und Scaleups befürchtet

Kritik an der Paketsteuer kommt auch von AustrianStartups. „Wer Österreich als Innovationsstandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Vertriebskanäle innovativer Unternehmen im E-Commerce belasten. In der aktuellen Form würde der Entwurf vor allem Startups, Scaleups und KMUs treffen, die über Plattformen verkaufen oder aus Österreich versenden“, meint man dort. Auch befürchtet man potenzielle Probleme für Scaleups in der Branche, weil ein gleitender Übergang bei der Umsatzschwelle fehle: „Für Scaleups, die gerade die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, bedeutet das einen abrupten Kostenschock in genau der Phase, in der sie skalieren wollen.“

Kaminski: „Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll“

Zudem hebt AustrianStartups eine besondere Problematik im Secondhand- und Refurbishment-Bereich hervor und zitiert dazu refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski: „Bei einem refurbishten iPhone beispielsweise ist der Produktpreis zwar relativ hoch, aber die Marge für Refurbisher ist sehr gering. So eine Abgabe kann nicht einfach weitergegeben werden. Das Resultat: Preise im Reuse-Bereich steigen, neue Billigwaren nicht. Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Falls die Abgabe kommt, braucht es zwingend eine Ausnahmeregelung für Secondhand und Refurbished.“

AustrianStartups forderte daher bereits im Mai „eine Rücknahme des Entwurfs in seiner aktuellen Form“. Sollte dies nicht passieren jedenfalls aber eine „Prüfung eines EU-weiten Rahmens statt eines österreichischen Alleingangs“ und eine Ausnahmeregelung für Secondhand, Refurbished und Reuse.

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