22.05.2025
NEUSTART IN TIROL

Aus der I.E.C.T. Summer School wird das Hermann Hauser Frontier Lab

Nach dem Aus der I.E.C.T. Summer School startet in Tirol ein neues Programm für DeepTech-Gründer:innen: das „Hermann Hauser Frontier Lab“.
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Bei der Investors Academy unter anderem dabei: Hermann Hauser.
(c) I.E.C.T. Hermann Hauser.

Noch im April hieß es „Goodbye and see you soon“, als sich die I.E.C.T. Summer School nach zehn Jahren verabschiedete. Schon damals war klar: Statt eines endgültigen Schlussstrichs bedeutete das Aus den Start in ein neues Kapitel. (brutkasten berichtete).

Dieses Kapitel beginnt nun: „Hermann Hauser hat mit der I.E.C.T. Summer School ein starkes unternehmerisches Erbe in Tirol hinterlassen. Um dieses Erbe fortzuführen, führen die Standortagentur Tirol und Onsight Ventures das Format in neuer Form weiter“, teilt das Team mit.

Erfahrene Mentor:innen

Das neue „Hermann Hauser Frontier Lab“ richtet sich an ambitionierte DeepTech-Gründer:innen. Es sei ein hochkarätiges Programm für jene, „die bereit sind, transformative Unternehmen zu skalieren, ihre Umsetzung zu optimieren und an der Grenze zwischen Wissenschaft und Unternehmertum zu bauen“, heißt es auf der Website des Frontier Labs.

Die Premiere des Programms findet vom 8. bis 12. September 2025 in Tirol statt. Aufgenommen werden 20 bis 30 Startups – die Bewerbungsphase läuft bereits. Hermann Hauser wird während des gesamten Programms persönlich vor Ort sein – ebenso wie erfahrene Mentor:innen aus der Frontier-Tech-Szene und aus dem Umfeld der Universität Cambridge. Besonders sei das Format, weil es „über Fundraising-Pitches und Networking-Events“ hinausgehe. Man stelle sich bewusst auch den „unbequemen Wahrheiten, die den Unterschied zwischen Erfolg und Stagnation ausmachen, insbesondere für DeepTech-Gründer:innen, die aus der Wissenschaft kommen“.

Das Erbe

Die I.E.C.T. Summer School galt als eines der renommiertesten Programme zur Förderung wissenschaftsbasierter Startups im deutschsprachigen Raum. Seit der Gründung im Jahr 2015 nahmen laut Veranstalter über 300 DeepTech-Gründer:innen aus rund 43 Ländern teil. Viele der Alumni gründeten später erfolgreiche Unternehmen im Bereich DeepTech oder Life Sciences.

Hinter der Summer School steckt Hermann Hauser, österreichisch-britischer Unternehmer und DeepTech-Investor. Er ist unter anderem an Startups wie dem Tiroler Quanten-Startup ParityQC, Anyline, byrd und Easelink beteiligt.

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Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs | (c) Helge Bauer
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Laut internationaler Energieagentur wird sich der weltweite Stromverbrauch der Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Das entspricht etwas mehr als dem gesamten Stromverbrauch Japans heute. Während die EU ein verpflichtendes Nachhaltigkeits-Label entwirft, um den Energie- und Wasserverbrauch der Branche einheitlich bewerten zu können, arbeitet man in Österreich bei Silicon Austria Labs an energieeffizienter KI und Rechen-Hardware.

Stromsparen mittels Chip-Bausteinen und optimierten KI-Modellen

Bei Silicon Austria Labs arbeitete man schon 2025 an einer effizienteren KI, wie brutkasten berichtete. Nun soll Energie mittels Hardware-Beschleunigern gespart werden, also mit Chip-Bausteinen, die KI-Berechnungen mit wesentlich geringerem Energieaufwand ausführen als herkömmliche Prozessoren. So entwickelt das Silicon Austria Labs für das europäische Projekt ISOLDE im Rahmen des Chips Joint Undertaking energieeffiziente Beschleuniger.

„Unsere Stärke liegt darin, KI dort effizient zu machen, wo sie tatsächlich rechnet, im Chip und im Datacenter“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs. „Wir entwickeln Hardware und Verfahren, die dieselbe Rechenleistung mit deutlich weniger Energie erbringen. Das ist die Grundlage, damit KI in Europa nachhaltig wachsen kann.“

Zudem optimiert Silicon Austria Labs KI-Modelle so, dass sie Daten nicht in große Rechenzentren senden, sondern direkt auf den jeweiligen Geräten laufen, wie etwa Haushaltsgeräten, Sensoren oder Satelliten. Auch an einem energieeffizienten „föderierten Lernen“ wird bei Silicon Austria Labs geforscht. Bei dem Prozess wird KI trainiert, ohne dabei sensible Daten zusammenzuführen.

Energiesparende Elektronik für ein unabhängiges Europa

Laut Silicon Austria Labs geht es bei der Forschung nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um die technologische Unabhängigkeit Europas. Durch selbst entwickelte energieeffiziente Chips und Verfahren sei man weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern. „Energieeffiziente Elektronik ist ein Standortvorteil für Österreich und Europa“, sagt Hirschl. „Wer die sparsamste Technologie beherrscht, macht sich unabhängiger und verbindet Digitalisierung mit Klimazielen.”

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