Starker Jahresbeginn: Tal bei Investmentvolumen in Österreich vorerst überwunden
Die ersten zwei Monate des Jahres 2026 brachten gleich mehrere achtstellige Finanzierungsrunden für österreichische Startups und Scaleups und damit bereits etwa so viel Gesamtvolumen, wie im gesamten ersten Halbjahr 2025.
Vier heimische Startups holten sich 2026 bislang achtstellige Investments (vlonru.) die Founder-Teams von Aviloo, nyra health, Flinn und Neoh | (c) Aviloo / nyra health / Flinn / Neoh
„Absturz bei Finanzierungsvolumen: ‚Entwicklung des Startup-Standorts auf der Kippe'“ – so titelte brutkasten zur Veröffentlichung des „EY Start-up Barometer“ für Österreich für das erste Halbjahr 2025. Ein Gesamtvolumen von gerade einmal hochgerechnet 110 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres bedeutete einen Rückgang um rund 65 Prozent im Vergleich zum bereits schwachen ersten Halbjahr 2024 und den niedrigsten Halbjahreswert seit 2019.
Auch die Entwicklung im Rest des Jahres blieb bescheiden. Zum Jahresende 2025 kam EY auf ein Gesamtvolumen von 253 Millionen Euro und damit einen Rückgang um 56 Prozent im Jahresvergleich. Dabei sorgte allein ein 50-Millionen-Euro-Investment für refurbed als positiver Ausreißer für mehr als ein Drittel der Summe, die im zweiten Halbjahr noch dazu kam. Die Interpretation dieser Zahlen war erwartbar negativ. Bei EY sprach man von einem „strukturellen Warnsignal“.
Nicht international erklärbar
Dominant war angesichts der Zahlen auch eine Standort-Diskussion. Denn mit globalen bzw. internationalen Entwicklungen ließ sich der Rückgang im vergangenen Jahr nicht erklären. Nicht nur weltweit gab es von 2024 auf 2025 – vor allem getrieben durch KI-Megainvestments – einen gar nicht geringen Anstieg beim Investmentvolumen. Die Schätzungen der Analyse-Unternehmen liegen hier zwischen 27 und 47 Prozent Steigerung. Auch in Europa stand zumindest ein kleines Plus zu Buche, im Nachbarland Deutschland waren es laut EY-Barometer 19 Prozent.
Befindet sich Österreich also in einer landesspezifischen Abwärtsspirale oder war das Ausbleiben (mehrerer) großer Investmentrunden doch nur eine für die Statistik fatale Momentaufnahme? Die Zahlen aus den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 lassen auf zweiteres hoffen – und vermutlich einige Menschen in der heimischen Startup-Szene aufatmen.
Mehrere signifikante Kapitalrunden in den ersten zwei Monaten 2026
Denn auf Basis der bislang in diesem Jahr öffentlich gemachten Kapitalrunden, über die brutkasten berichtete (zum Investment-Ticker), kann gesagt werden: Das Volumen des gesamten ersten Halbjahres 2025 ist jetzt nach zwei Monaten vielleicht bereits übertroffen, zumindest aber fast erreicht. Ausschlaggebend dafür ist nicht eine einzelne große Runde, sondern gleich mehrere signifikante Investments.
Angeführt wird die Statistik aktuell vom niederösterreichischen Batteriediagnose-Startup Aviloo, das sich 30 Millionen Euro holte, gefolgt vom Wiener HealthTech nyra Health mit 20 Millionen Euro, dem Wiener MedTech Flinn mit 17 Millionen Euro (20 Mio. US-Dollar) und dem Wiener AR-Deeptech-Startup Vitrealab mit 9,4 Millionen Euro (11 Millionen US-Dollar). Eine gewisse Unbekannte ist das Investment der Familie Ferrero, die hinter dem gleichnamigen italienischen Süßwaren-Riesen steht, in das Wiener Scaleup Neoh, von dem aber bekannt ist, dass es sich um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag handelte. Hinzu kommt eine ganze Reihe „kleinerer“ Millioneninvestments und sechsstelliger Kapitalrunden.
Statistische Unsicherheit, aber klarer Aufwärtstrend
Gerade bei im Jänner verkündeten Finanzierungsrunden kann freilich nicht ausgeschlossen werden, dass sie tatsächlich bereits im Vorjahr abgeschlossen wurden. Eine Reihe von nicht konkret bezifferten Investments, allen voran jenes von Neoh, machen eine genaue Feststellung des Gesamtvolumens auf Basis der brutkasten-Berichterstattung ohnehin unmöglich. Auch etwaige nicht kommunizierte Kapitalrunden könnten das tatsächliche Volumen ändern – aber nur nach oben hin. Fest steht jedenfalls: Ein Aufwärtstrend ist klar erkennbar. Das Tal beim Investmentvolumen ist für den Moment definitiv überwunden. Ob es weiter bergauf geht, oder das nächste Tal schon bald bevorsteht, bleibt natürlich abzuwarten.
Die 6 häufigsten Rechtsfallen für Startups im ersten Geschäftsjahr
Im ersten Geschäftsjahr konzentrieren sich Gründer:innen meist voll auf Produkt und Wachstum – rechtliche Risiken werden dabei leicht unterschätzt. Doch Rechtsfehler können schnell existenzgefährdend werden. brutkasten sprach dazu mit Rechtsschutz-Experte Gerd Plank von ERGO Versicherung AG.
Die 6 häufigsten Rechtsfallen für Startups im ersten Geschäftsjahr
Im ersten Geschäftsjahr konzentrieren sich Gründer:innen meist voll auf Produkt und Wachstum – rechtliche Risiken werden dabei leicht unterschätzt. Doch Rechtsfehler können schnell existenzgefährdend werden. brutkasten sprach dazu mit Rechtsschutz-Experte Gerd Plank von ERGO Versicherung AG.
In der Gründungsphase steht das operative Geschäft an erster Stelle: Produkte werden entwickelt, Marketingkampagnen gestartet und erste Kund:innen akquiriert. Rechtliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Absicherung rücken dabei mitunter in den Hintergrund. Dabei können nicht nur unbedachte Versäumnisse, sondern sogar unverschuldete Konflikte junge Unternehmen rasch in finanzielle Schieflagen bringen.
“Ich mache ja nichts falsch”
„Ein häufiger Satz von Gründerinnen und Gründern lautet: Was soll schon passieren? Ich mache ja nichts falsch“, sagt Rechtsschutz-Experte Gerd Plank von der ERGO Versicherung. Doch im Unternehmensalltag geraten Firmen keineswegs nur durch eigenes Fehlverhalten in juristische Auseinandersetzungen. Plank verdeutlicht das an einem Praxisbeispiel aus dem Strafrechtsschutz: „Auch wenn ein Geschäftspartner etwas falsch macht, etwa bei der Verrechnung, kann ein Unternehmen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.“ In Österreich gebe es jährlich rund 540.000 Ermittlungsverfahren bei den Staatsanwaltschaften, denen lediglich 28.000 Verurteilungen gegenüberstehen. „Das bedeutet, dass 95 Prozent der Verfahren eingestellt werden oder mit einem Freispruch enden – die immensen Anwalts- und Verteidigungskosten von oft 10.000 bis 20.000 Euro muss man ohne Rechtsschutzversicherung dennoch selbst tragen“, so Plank.
Rechtsschutz-Experte Gerd Plank | (c) ERGO Versicherung
Auch bei zivilrechtlichen Auseinandersetzungen würden Gründer:innen das finanzielle Risiko unterschätzen. „Schon wenn man einen vermeintlich kleinen Streitwert von 500 Euro einklagt, liegen die Gesamtkosten in der ersten Instanz bereits bei rund 1.600 Euro. Kommen weitere Verhandlungen hinzu, ist man rasch bei 6.000 Euro“, führt Plank aus. Da ein Großteil der Gerichtsverfahren mit einem Vergleich enden würden, blieben beide Parteien häufig auf ihren eigenen Anwaltskosten sitzen. „In Österreich liegt der häufigste bestrittene Wert bei 10.000 Euro. Die Gesamtkosten bei diesem Streitwert erreichen schnell 20.000 Euro“, so der Experte. Ohne Absicherung verzichten Startups daher oft auf berechtigte Forderungen, um Prozesskosten zu vermeiden – was im Einzelfall existenzbedrohende finanzielle Auswirkungen haben kann.
Die 6 häufigsten Rechtsfallen
Um solche Szenarien zu verhindern, sollten Gründer:innen die typischen Stolpersteine der ersten Monate kennen. Gerd Plank fasst im Gespräch mit brutkasten die sechs häufigsten Rechtsfallen zusammen – und zeigt auf, wie sich Startups mit dem passenden Rechtsschutz davor schützen können.
1. Mündliche Vereinbarungen und undokumentierte Vertragsänderungen
In der Startphase regiert oft das Prinzip Vertrauen. Verträge werden mündlich geschlossen oder vereinbarte Leistungen nachträglich per Handschlag abgeändert. „Einer der wichtigsten Punkte, bei denen es später zu Streitigkeiten kommt, sind undokumentierte Änderungen an Verträgen“, warnt Plank. Kommt es zu Uneinigkeiten über den Leistungsumfang oder Zahlungen, stehe Aussage gegen Aussage. Der Kunde bestreite etwa Zusatzleistungen, und das Startup bleibe auf den Kosten sitzen.
Wie der Rechtsschutz hilft: Der D.A.S. Firmen-Rechtsschutz der ERGO Versicherung unterstützt Gründer:innen durch juristische Erstberatung und Vorab-Vertragsprüfungen zu günstigen Konditionen. Zudem bietet ERGO für Jungunternehmer:innen einen besonderen Vorteil: Den Entfall der üblichen Wartefristen. „Kommt ein Unternehmen nach Abschluss eines größeren Auftrags zu uns, besteht im Premium-Rechtsschutz für Streitigkeiten aus dem Vertrag sofort Versicherungsschutz“, hebt Plank hervor.
2. Offene Rechnungen nicht konsequent eintreiben
Zahlen Kunden ihre Rechnungen nicht, zögern junge Firmen oft, rechtliche Schritte einzuleiten – aus Sorge um die Kundenbeziehung oder aus Angst vor hohen Prozesskosten. Dies führt rasch zu massiven Liquiditätsengpässen. „Laut KSV1870-Statistik kommen 30 bis 40 Prozent der Insolvenzen in Österreich dadurch zustande, dass Kund:innen Rechnungen nicht bezahlen und die Unternehmer nicht die finanziellen Mittel haben, um ihre Forderungen gerichtlich durchzusetzen“, erläutert Plank.
Wie der Rechtsschutz hilft: Das Forderungsmanagement der ERGO Versicherung übernimmt den Inkassoprozess. „Durch unser Know-how erreichen wir eine Eintreibungsquote von rund 80 Prozent“, führt der Experte aus. Ein Netzwerk aus 600 spezialisierten Partneranwält:innen vertritt Betroffene an allen 115 Bezirksgerichten in Österreich und in weiteren Instanzen. „Außergerichtliche Lösungswege dauern im Schnitt ein halbes Jahr, während ein Gerichtsprozess im Schnitt bis zu dreieinhalb Jahre in Anspruch nehmen kann“, betont Plank.
3. Fehler bei der Mitarbeiterbeschäftigung
Bei der Einstellung des ersten Personals passieren häufig Fehler. Ein Klassiker ist die fehlerhafte Einstufung von Arbeitskräften. „Der typische Fall ist, dass eine Person als freier Dienstnehmer oder Selbstständiger bezeichnet wird, obwohl die tatsächlichen Arbeitsbedingungen für ein Angestelltenverhältnis sprechen“, so Plank. Stellt die Sozialversicherung bei einer Nachprüfung eine Scheinselbstständigkeit oder Fehler bei Kollektivvertragsgehältern fest, drohen Nachzahlungen im fünfstelligen Bereich.
Wie der Rechtsschutz hilft: Gründer:innen werden präventiv bei Dienstverträgen beraten, im Streitfall übernimmt der Firmen-Rechtsschutz im Rahmen des vereinbarten Versicherungsschutzes die Vertretungs- und Prozesskosten. „Mit fachkundiger juristischer Beratung lassen sich Kollektivvertragsentlohnungen, Arbeitszeiten und Sonderzahlungen von Anfang an korrekt regeln“, erklärt Plank.
4. Vernachlässigter Schutz von Marken, Software und IP
Viele Startups bringen innovative Produkte, Softwarelösungen oder Marken auf den Markt, ohne ihr geistiges Eigentum ausreichend abzusichern oder finanziell verteidigen zu können. „Wenn etwa ein Vertragspartner Daten weitergibt oder Ideen kopiert, werden Prozesse nach dem Immaterialgüterrecht extrem teuer“, gibt Plank zu bedenken. Ohne Rechtsbeistand fehlen jungen Firmen meist die Mittel, sich gegen finanzstarke Nachahmer zur Wehr zu setzen.
Wie der Rechtsschutz hilft: Der Premium-Rechtsschutz deckt komplexe Auseinandersetzungen im Immaterialgüterrecht ab. „Diese Streitigkeiten abzusichern ist entscheidend, da Rechtsstreitigkeiten um das geistige Eigentum hohe Streitwerte aufweisen“, betont der ERGO-Experte. ERGO stellt spezialisierte Partneranwält:innen bereit und übernimmt im Rahmen des vereinbarten Versicherungsschutzes die anfallenden Kosten.
5. Mangelhafte AGB und unzulässige Klauseln
Insbesondere im E-Commerce und beim Vertrieb an Endverbraucher greifen Gründer:innen häufig auf fehlerhafte oder ungeprüfte Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) zurück. Werden Informationspflichten, Rücktrittsrechte oder Gewährleistungsbestimmungen missachtet, hat das teure Konsequenzen. „Wenn AGB unzulässige Klauseln enthalten, können sich Kunden darauf berufen und Zahlungen verweigern“, erklärt Plank.
Wie der Rechtsschutz hilft: Der D.A.S. Firmen-Rechtsschutz von ERGO bietet Unternehmern die Möglichkeit, Vertragswerke und AGB von spezialisierten Anwält:innen zu günstigen Konditionen prüfen zu lassen. „Es ist essenziell, sich von Anwält:innen im Vorfeld beraten zu lassen, ob die erstellten Klauseln rechtlich gültig sind, bevor man Angebote am Markt platziert“, rät Plank.
6. Überschreitung der Gewerbeberechtigung
In der Praxis bieten Startups nicht selten Leistungen an, die über den Umfang ihres eingetragenen Gewerbescheins hinausgehen. „Man muss wirklich darauf achten, dass man nur innerhalb jener Gewerbeberechtigungen arbeitet, die tatsächlich eingetragen sind“, mahnt Plank. Wird die Gewerbeberechtigung überschritten, drohen Verwaltungsstrafverfahren, die im schlimmsten Fall mit einem Gewerbeentzugsverfahren einhergehen.
Wie der Rechtsschutz hilft: Der Rechtsschutz für Gewerbeentzugsverfahren schützt Unternehmer vor den finanziellen Folgen von Verwaltungsstrafverfahren. „Auch bei drohendem Gewerbeentzug bieten wir die entsprechende rechtliche Absicherung und Vertretung“, führt Plank aus.
Aktionsangebot: ERGO Blue Weeks
Aktuell bietet die ERGO Versicherung im Rahmen der „Blue Weeks“-Aktion besondere Konditionen für den D.A.S. Firmen-Rechtsschutz. Bei einem Vertragsabschluss bis 31. Jänner 2027 sparen Unternehmen bis zu fünf Monatsprämien.
Zusätzlich profitieren Jungunternehmer:innen im ersten Geschäftsjahr von einem Bonus – bis zu 20 Prozent auf die Prämienhöhe. Nähere Informationen erhalten Sie bei einer persönlichen Beratung mit den Rechtsschutzexperten der ERGO Versicherung.
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