„Wir brauchen wieder Zuversicht in Europa – und zwar jetzt.“

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Im brutkasten-Studiotalk diskutieren Stefan Schneider (Deutsche Bank) und Gerald Resch (Bankenverband Österreich) die wirtschaftlichen Perspektiven für 2026 und die aktuellen Herausforderungen für Europa, Deutschland und Österreich.

Im Fokus stehen die Folgen der US-Politik unter Donald Trump, die geopolitische Lage, Inflation, Wettbewerbsfähigkeit sowie der Fachkräftemangel. Beide betonen die Notwendigkeit struktureller Reformen, einer aktiven europäischen Wirtschaftspolitik und mehr Zuversicht. Zudem wird die Bedeutung von künstlicher Intelligenz und die zukünftige Finanzmarktentwicklung beleuchtet.


Um diese Themen geht es im Studio-Talk:

1. Rückblick auf Donald Trumps Politik & globale Auswirkungen

  • Trump hat zentrale Wahlversprechen rasch umgesetzt (Zollpolitik, „America First“, Migration).
  • Rückzug der USA aus europäischer NATO-Verantwortung verstärkt europäische Verteidigungs- und Fiskalmaßnahmen (z. B. deutsches Aufrüstungspaket).
  • Internationale Politik überlagert zunehmend die Bedeutung der Notenbankpolitik.

2. Rolle der Notenbanken & geldpolitische Lage

  • Zinssenkungszyklen von FED & EZB weitgehend abgeschlossen.
  • 2026 wird geldpolitisch ein „ruhiges“ Jahr erwartet.
  • Fokus der Märkte verschiebt sich von Geldpolitik zu Geopolitik, Fiskal- und Zollpolitik.

3. Österreich: Inflation & Standort-Wettbewerbsfähigkeit

  • Österreich weiterhin über EU-Durchschnitt bei Inflation (Prognose 2025: ~3,5%).
  • Ursachen: hohe Energiepreise, teurer Dienstleistungssektor, gestiegene Arbeitskosten.
  • Österreich braucht nationale Reformen (keine „Ausrede“ Richtung EZB).
  • Hohe Lohnkosten vs. geringe Unternehmensgewinne schwächen den Standort.
  • Appell an Regierung, Sozialpartner und Bevölkerung: Zuversicht, Konsum und Investitionen stärken.

4. Deutschland: Wirtschaftslage & Reformbedarf

  • Deutschland wächst seit 5 Jahren praktisch nicht – einzig Staatsausgaben steigen.
  • Probleme: steigende Lohnkosten, geringer Wettbewerb, strukturelle Herausforderungen (v. a. Automobilindustrie).
  • Demografie & Fachkräftemangel erhöhen Lohndruck besonders im Dienstleistungssektor.
  • Globaler Trend: Rückgang des „billigen Imports“ (u. a. China, Osteuropa), zunehmende Protektionismus → strukturell höhere Inflation erwartet.
  • Neue Regierung bringt große Fiskalpakete, aber Reformen bleiben aus → sinkendes Vertrauen der Wirtschaft.

5. Europa im internationalen Vergleich

  • Fehlende politische Führung & Handlungsfähigkeit innerhalb der EU.
  • Deutschland und Frankreich wichtige, aber derzeit schwache Impulsgeber.
  • Europa reagiert zu viel, agiert zu wenig – Bedarf an strategischer Wirtschaftsausrichtung.
  • Themen, die Priorität brauchen: Energie, Wirtschaft, Fachkräfte, Wettbewerbsfähigkeit.

6. Fachkräftemangel in D & AT

  • Demografisches Problem vergleichbar in beiden Ländern.
  • Migration muss sachlich getrennt betrachtet werden: Flucht vs. Arbeitsmigration.
  • Hindernisse: Sprache, fehlende Willkommenskultur, fehlende strategische Fachkräftepolitik.
  • Industrie und Wirtschaft fordern seit Jahren konkrete Maßnahmen.

7. Künstliche Intelligenz & Europas Zukunftschance

  • In den USA bereits starker KI-Investitionsboom (Cloud, Rechenzentren, Infrastruktur).
  • KI kann langfristig Wachstum um ~0,25 Prozentpunkte pro Jahr steigern.
  • Europa stark in Forschung, aber schwach in Kommerzialisierung → Regulatorik & fehlende Daten ein Bremsfaktor.
  • Resch optimistisch: Europa hat noch Chancen, wenn Datenzugang verbessert wird und Innovation gefördert wird.

8. Finanzmärkte & Anlagetendenzen

  • Deutsche Bank eher optimistisch für Aktienmärkte.
  • Weniger attraktiv: Anleihen, da Zinsen ihren Tiefpunkt erreicht haben und Risiken für steigende Renditen bestehen.
  • Globale Fiskalpakete erhöhen langfristig Emissionen und damit Zinsniveau.

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