28.07.2017

Wirtschaftsministerium: „9 Punkte Plan“ für die Blockchain

Der Hype um die Blockchain-Technologie nimmt weiter Fahrt auf. Das Wirtschaftsministerium präsentierte dazu vor kurzem die Plattform Blockchain Austria und einen "9 Punkte Plan für Österreich".
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„Wir müssen schnell sein. Wer zögert, hat verloren!“ warnt Wirtschaftsminister Harald Mahrer auf der Website der neuen Plattform Blockchain Austria. Dazu wird auf der Seite die passende Statistik geliefert: Das World Economic Forum prognostizierte demnach, dass schon im Jahr 2025 insgesamt zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts mit Hilfe der Blockchain-Technologie abgewickelt werden. „Wenn wir uns heute nicht mit derartigen Technologien beschäftigen, tun es andere“, heißt es abschließend.

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Experten aus mehreren Teilbereichen beteiligt

Genau diese Beschäftigung mit dem Thema wollen Minister Mahrer und das Wirtschaftsministerium (BMWFW) nun forcieren. Denn es gebe kein sichereres oder transparenteres System, um Daten zu verwalten, schreibt Mahrer. Für die Plattform Blockchain Austria wurden einige ausgewiesene Experten unterschiedlicher Teilbereiche als Partner gefunden. So sind etwa Blockchainhub Graz, die Forschungseinrichtung SBA Research und die Anwaltskanzlei Stadler Völkel beteiligt. Die Plattform verfolgt mehrere (mehr oder weniger) konkrete Ziele. Dazu wird mit einem „9 Punkte Plan für Österreich“ eine Reihe von Vorschlägen vorgelegt:

1. Durchführung von Pilotprojekten & Einrichtung von Sandboxes: Es sollen „Leuchtturmprojekte“ gefördert werden. Für sie soll ein geschützter Regulierungsrahmen („Sandbox“) geschaffen werden.

2. Förderung von bestehenden Aktivitäten der Zivilgesellschaft: Bereits bestehende Infrastruktur soll finanziell unterstützt und die Organisation und Dokumentation von Konsortien bei einer existierenden oder neuen Institution sichergestellt werden.

3. Interdisziplinäre nachhaltige Forschungseinrichtungen: Es sollen permanente Forschungsplattformen an verschiedenen Universitäten eingerichtet werden. Diese sollen einen weiteren „Brain-Drain“ aus Österreich verhindern.

4. Systematische Ausbildung von Fachkräften: Lehrgänge, Postgraduate Studiengänge und einschlägige Kurse für betroffene Fachkräfte sollen erarbeitet werden.

5. Blockchain Informationsplattform: Es soll eine zentrale Plattform zur Koordination der Wissensweitergabe von und für lokale und nationale Experten geschaffen werden. Sie soll die Informationsströme der momentan vielen kleinen Interessensgemeinschaften zusammenführen.

6. Austrian Krypto-Report: Es soll ein „ausführliches und vollständiges dynamisch wachsendes Nachschlagewerk“ geschaffen werden. Das soll die Informationsweitergabe erleichtern und die internationale Sichtbarkeit erhöhen.

7. Bürgerservice für Blockchain-Themen und Kryptowährungen: Es soll ein „Bürgerservice“ eingerichtet werden, das Expertenwissen von einer zentralen Stelle gebündelt weitergibt und als Sprachrohr für Blockchain-Angelegenheiten und Kryptowährungen dient.

8. Austrian Blockchain Cluster (ABC): Alle „nötigen Akteure“, sowohl aus dem öffentlichen als auch dem privaten Bereich sollen vernetzt werden. Damit soll Wissen vor allem im Bereich Kryptorecht generiert werden. Die „ABC–Gruppe“ ist als „finanziell und organisatorisch unabhängige Einrichtung“ angedacht, die mit Politik und Verwaltung zusammenarbeitet.

9. Institutionelle Task Force: Eine interdisziplinäre Taskforce von Politik und Verwaltung soll den Counterpart zum unabhängigen Cluster bilden. Dieser sollen Vertreter von Bund, Ländern und Kammern, aber auch Experten und Corporates angehören. Das BMWFW will dabei den Lead übernehmen.

Umsetzung könnte an politischer Situation scheitern

Wie viel Chance auf Umsetzung der „9 Punkte Plan“ hat, ist gerade knapp vor der Nationalratswahl freilich fraglich, handelt es sich dabei doch nur um eine Art Positionspapier. Gerade die von Minister Mahrer eingemahnte schnelle Umsetzung von Maßnahmen könnte an der politischen Situation scheitern. So sind von der mehr oder weniger geplatzten rot-schwarzen Koalition vor der Wahl im Oktober kaum noch Beschlüsse zu erwarten. Hinzu kommt die derzeitige Sommerpause des Nationalrats, die notwendige schnelle Gesetzesänderungen ohnehin verunmöglicht. Natürlich wären einige Punkte, etwa jene zu Informationsplattformen und -Netzwerken, auch ohne Nationalratsbeschluss realisierbar. Doch auch hierfür wäre letztendlich die Zusammenarbeit politischer Akteure mit Teilen der Verwaltung notwendig. Wie in vielen Bereichen bleibt also für das Gros des vorgelegten Plans abzuwarten, wie sich die neue Regierung nach der Wahl im Oktober positioniert und welche Akteure dann am Ruder sind.

+++ Harald Mahrer über Österreich als Startup-Land +++

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vor 8 Stunden

Startup Navigator: Wichtige Anlaufstellen für Startups erstmalig bundesweit zusammengefasst

Am Unternehmensserviceportal des Bundes gibt es ab sofort mit dem Startup Navigator eine neue Orientierungshilfe für Gründungsinteressierte und Startups.
/startup-navigator/
Aws
Bewerbungen sind ab sofort online möglich | (c) AdobeStock

Wer in Österreich in ein Startup gründen möchte, sollte sich zunächst einen Überblick über die passenden Unterstützungsprogramme verschaffen. Bei der Vielzahl an Angeboten, Förderungen und Veranstaltungen, die Startup-Unternehmer:innen bei der Gründung eines Startups unterstützen, handelt es sich in der Regel um kein leichtes Unterfangen. Abhilfe soll künftig der neue Startup Navigator schaffen, der Gründer:innen am Unternehmensserviceportal des Bundes eine neue Orientierungshilfe bietet.

Startup Navigator bietet Überblick

Beim Startup Navigator handelt es sich im Prinzip um eine regelmäßig aktualisierte Webseite am Unternehmensserviceportal des Bundes, auf der die wesentlichen Anlaufstellen für Startups zusammengefasst sind. Dies umfasst sowohl Angebote auf Bundesebene und in den jeweiligen Ländern. Es ist jeweils kurz beschrieben, welcher Tätigkeit die Anlaufstelle dient und welche wesentlichen Unterstützungsleistungen sie bietet. Die Anlaufstellen sind jeweils auch mit Kontaktmöglichkeiten versehen.

„Erstmals sind diese nun bundes- und bundesländerübergreifend auf einer Informationsseite zusammengefasst. Mit dem Startup Navigator können sich alle Interessierten an einem Ort im Internet rasch einen Überblick über das weitreichende und umfangreiche Angebot für Startups in Österreich verschaffen“, so Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher über das neue Angebot.

(c) Screenshot USP

Der Startup Navigator ist laut dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) in enger Abstimmung mit zahlreichen Service Providern des österreichischen Startup-Ökosystems entstanden. Die Sammlung versteht sich als „erster Aufschlag“ und soll laufend ergänzt werden. Hinweise und Ergänzungen zur Webseite sind erwünscht, so das BMAW in einer Aussendung.

Plattform vermittelt Wissen

Zudem werden über den Startup Navigator allgemeine Erklärungen zu den Themen Finanzierung und Förderung geboten. Hintergrundinformationen sollen darüber hinaus für eine bessere Orientierung für Startup-Gründer:innen sorgen. So werden etwa Fragen beantwortet, welche Finanzierung in welcher Wachstumsphase eines Startups in Frage kommt. Weiters gib es eine Übersicht aller Community-Netzwerkstellen, Hinweise zu Veranstaltungen und Startup-Wettbewerben sowie Programmen zur Internationalisierung. Eine Auflistung von Co-Working Spaces in den Bundesländern soll wiederum die Suche nach passenden Büroräumlichkeiten erleichtern.


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