Fintech Week Vienna: Das sind die Trends im Payment-Sektor

Derzeit findet vom 18. bis zum 24. November in Wien die Fintech Week Vienna statt. Im Rahmen der Panel-Diskussion "Future of Payments" diskutierten Experten über aktuelle Trends im Paymentsektor.
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FinTech Week
(c) Martin Pacher
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Was sind die Zukunftstrends im Payment-Sektor? Welche aktuellen Herausforderungen müssen FinTechs sowie Banken derzeit bewältigen? Diese Fragen wurden am Montagnachmittag im Rahmen Fintech-Week Vienna von einem Experten-Panel im Talent Garden in Wien diskutiert.

+++ zum Fokus-Channel: FinTech +++ 

FinTech Kooperationen

Unter den Experten war unter anderem Klaus Kumpfmüller, Vorstandsmitglied der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA). Im Rahmen des Panel zog er Bilanz über die Tätigkeit der Kontaktstelle FinTech, die vor drei Jahren in der FMA eingerichtet wurde. Sie berät FinTechs in rechtlichen Belangen, wie Konzessionspflicht, Prospektpflicht, Compliance oder Geldwäschevorschriften. Wie Kumpfmüller erläutert, seien seit der Gründung der Kontaktstelle rund 200 Geschäftsmodelle von Experten der FMA begleitet worden, wobei der überwiegende Teil aus dem Payment-Sektor stamme.

Im Payment-Sektor zeichne sich laut Kumpfmüller ein eindeutiger Trend ab: „Wir bemerken immer mehr, dass FinTechs bewusst ihre Geschäftsmodelle auf Kooperationen mit etablierten Banken auslegen.“ Als Grund führte er die vereinfachte Skalierbarkeit an.

Großen Aufholbedarf sieht er allerdings in der einheitlichen Umsetzung der PSD2-Richtlinie innerhalb der Europäischen Union. Demnach würden derzeit in den einzelnen Mitgliedstaaten keine einheitlichen Onboarding-Prozesse stattfinden.

Diskussion um Apple Pay

Christian Pirkner, Gründer und CEO von Bluecode, thematisierte im Rahmen des Panels einen unlängst bekanntgewordenen deutschen Gesetzesentwurf, der das Geschäftsmodell von Apple bei seiner Bezahlplattform Apple Pay torpedieren könnte. Demnach könnte Apple dazu gezwungen werden, Banken und Zahlungsdiestleistern direkten Zugang zum NFC-Chip der iPhones zum kontaktlosen Bezahlen zu gewähren. Aktuell funktioniert dies nur über die Apple-Pay-Funktion, wofür Drittanbieter eigene Vereinbarungen mit dem US-Konzern abschließen müssen. Auf europäischer Ebene gebe es laut Pirkner dahingehend bereits zahlreiche Beschwerden.

Finanzbildung

Am Panel war unter anderem Goran Maric, CEO von Three Coins vertreten. Das Social-Impact-Unternehmen hat sich auf Finanzbildung spezialisiert und möchte insbesondere unter Jugendlichen zu einer offenere Kommunikation rund um das Thema Geld beitragen. Dahingehend hat Three Coins gemeinsam mit Pädagogen eine Reihe an Finanzbildungsmethoden erarbeitet. Teil dessen ist unter anderem der sogenannten Financial Fit Test. Goran betonte, dass in Bezug auf Krypto-Assets in der Gesellschaft noch große Aufklärungsarbeit nötig sei.

Herausforderungen für Banken

Gastgeber des Panels war die UniCredit Bank Austria AG. Als deren Vertreter erläuterten Robert Zadrazil, CEO UniCredit Bank Austria, und Finja Kütz, Chief Transformation Officer bei der UniCredit Group, die aktuellen Herausforderungen, die Banken derzeit im Payment-Sektor zu bewältigen haben. Wie Kütz argumentierte, verändere sich derzeit der Zahlungsverkehr aufgrund des Konsumverhaltens der Endkunden massiv. Hier müssen klassische Banken Schritt halten können, um nicht das Interface mit den Kunden zu verlieren.

Zadrazil betonte, dass Banken die neue Entwicklungen im Payment-Sektor nicht als Bedrohung wahrnehmen sollten. Seine Bank sehe die aktuellen Entwicklungen als Chance, um die gesamte Bankengruppe weiterzuentwickelnden. Eine Strategie dahingehend sei definitiv die Kooperation mit FinTechs zu forcieren, so Zadrazil.


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Sara Grasel

Julius Raab Stiftung: Viele Jugendliche haben „zum Teil sogar falsches Bild von Wirtschaft“

Martha Schultz und Christoph Robinson von der Julius Raab Stiftung im großen Doppel-Interview.
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Christoph Robinson und Martha Schultz von der Julius Raab Stiftung © Tim Walker
Christoph Robinson und Martha Schultz von der Julius Raab Stiftung © Tim Walker

Die Julius Raab Stiftung konzentriert sich als Think Tank und mit ganz konkreten Initiativen auf Entrepreneurship Education, Financial Literacy und unternehmerische Innovation. Seit 2019 ist mit Martha Schultz eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen Österreichs Präsidentin. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stiftung, Christoph Robinson, spricht sie im Interview über die Wirtschaftskrise, Schulbildung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Frau Schultz, ihre Unternehmensgruppe ist ein Schwergewicht in der österreichischen Tourismusbranche – ein Bereich, der von der Krise besonders hart getroffen wurde. Kann man als großes Unternehmen auf solche Krisen vorbereitet sein? Wie und wann hat das Krisenmanagement bei Ihnen eingesetzt?

Martha Schultz: Auf das Ausmaß wie jenes der Corona-Pandemie war wohl keine Branche im Detail vorbereitet. Natürlich haben wir umgehend reagiert, als sich abzeichnete, dass sich die Lage zuspitzen wird und haben die Unternehmen in vielerlei Hinsicht darauf vorbereitet. Ein Kern des Krisenmanagements war, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin ein sicheres Gefühl am Arbeitsplatz zu geben – sei es bezüglich der Gesundheit, aber auch, dass sie wussten, sie werden ihren Arbeitsplatz behalten. Deshalb haben wir auf die Möglichkeit der Kurzarbeit zurückgegriffen, um gemeinsam diese Herausforderung durchtauchen zu können. 

Bereits vor dem Beginn der Pandemie hatten wir einen großen Anspruch an Hygiene in unseren Betrieben. Darauf sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – vor allem in den Hotels – speziell geschult. Wir haben die behördlichen Vorgaben dahingehend immer streng eingehalten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig getestet. Unsere Gäste wurden laufend informiert, wie wir mit den Vorsichtsmaßnahmen umgehen: vor der Anreise, während des Aufenthalts und auch danach.

Was hat der Schultz Gruppe in der Coronazeit besonders geholfen?

Martha Schultz: Das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dabei der Zusammenhalt des Teams. Außerdem der offene Dialog mit ihnen. Was zudem Motivation gegeben hat, war das positive Feedback und Zuspruch der Gäste. Und dann natürlich der Rückhalt der Familie. 

Wo waren die größten Hürden?

Martha Schultz: Die oftmals fehlende Planungssicherheit, die uns seitens der Regierung immer recht kurzfristig entzogen wurde. Wir haben Verantwortung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber und das funktioniert nur, wenn es diese Planbarkeit gibt.  

Die aktuelle Krise trifft auch Kleinunternehmer in bestimmten Branchen besonders hart. Die Julius Raab Stiftung fokussiert unter anderem auf “Entrepreneurship Education” – welchen Raum nimmt da das Thema Resilienz ein bzw. wie kann man Jungunternehmer auf Krisenzeiten vorbereiten?

Christoph Robinson: Wir widmen uns als Julius Raab Stiftung seit einiger Zeit dem Thema der Entrepreneurship Education oder breiter dem Thema der Wirtschafts- und Finanzkompetenz, welche auch für mehr Resilienz wesentlich ist. Wenn der Grundstock dafür bereits in jungen Jahren gelegt wird, kann man darauf aufbauen und diese Kompetenzen können dazu beitragen, auf schwierige Phasen besser vorbereitet zu sein und diese auch eher zu meistern. 

Außerdem haben wir im Herbst 2019 die Studie zu Innovation & Resilienz veröffentlicht, bei der wir 60 österreichische familiengeführte Welt- und Europamarktführer gemeinsam mit der FH Campus 02 unter die Lupe genommen haben. Es interessierte uns herauszufinden, was diese „Hidden Champions“ so innovativ, resilient und damit eben auch so erfolgreich macht und was man von ihnen lernen kann. Es gibt dafür strukturelle Gründe, die hinter den Erfolgen stehen, unter anderem langfristiges Denken, eine bewusste Innovationspolitik und auch Themen wie die Unternehmenskultur oder die Höhe der F&E-Quote. Einer der Befragten eines oberösterreichischen Familienunternehmens hat es für mich ganz klar auf den Punkt gebracht, was für mehr Resilienz wichtig ist, egal ob in Politik oder Wirtschaft: „Wir denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen!“  

Wie hat sich die Bedeutung von Wirtschafts- und Finanzkompetenz in dieser sehr speziellen Wirtschaftskrise verändert und wie steht Österreich grundsätzlich in diesen Bereichen da?

Christoph Robinson: Das Bewusstsein für dieses Thema ist in den letzten Jahren sicherlich stark gestiegen und es gibt in Österreich zahlreiche tolle Initiativen, die in diesem Bereich aktiv sind. Gerade in jüngster Zeit wurden mit der Innovationsstiftung für Bildung, der MEGA Bildungsstiftung oder der Stiftung für Wirtschaftsbildung auch einige neue Player ins Leben gerufen, die die Wirtschafts- und Finanzbildung noch weiter stärken. Und das ist auch notwendig, denn es gibt in Österreich noch viel Luft nach oben und entscheidend ist, das Thema breit und flächendeckend zu verankern. Daher ist es besonders erfreulich, dass von Seiten des Bildungsministeriums mehr in Richtung Entrepreneurship Education unternommen wird und das Finanzministerium an einer Finanzbildungsstrategie, auch über den Schulbereich hinaus, arbeitet.

In welchen Bereichen gibt es Ihrer Erfahrung nach die größten Mängel in Sachen ökonomischer Bildung?

Christoph Robinson: In einer Studie der Wiener Börse aus dem Jahr 2017 gaben nur 8% der Befragten an, dass sie sich in Wirtschafts- und Finanzfragen sattelfest fühlen und 77% meinten, dass in Österreichs Schulen zu wenig Finanzwissen vermittelt wird. Laut einer weiteren Studie des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien verfügen die befragten Jugendlichen am Ende der Sekundarstufe I oft über ein unvollständiges und zum Teil sogar falsches Bild von Wirtschaft. Dabei stehen viele Jugendliche mit 15 Jahren vor ersten weitreichenden Zukunftsentscheidungen und beginnen bereits ihr erstes Geld zu verdienen. Aber dieses Thema ist für alle Altersgruppen höchst relevant, wenn wir zum Beispiel auch an die Altersvorsorge denken. Wir sind davon überzeugt, dass Wirtschafts- und Finanzkompetenz wesentlich für mehr Freiheit und Selbstbestimmung eines jeden Einzelnen ist.

Darüber hinaus geht es aber eben auch um die Entrepreneurship Education, also das unternehmerische Denken und Handeln: das Erkennen von Chancen und Möglichkeiten, das Nützen dieser und auch das Vertrauen diesen nachgehen zu können und zu dürfen. Unternehmerisches Denken ist für alle – egal ob Unternehmer oder nicht – wichtig und kann zu einem gelingenden Leben beitragen. Zusammen mit der Initiative for Teaching Entrepreneurship versuchen wir auch eine Idee aus unserem Policy Paper umzusetzen: In Pilotschulen der Sekundarstufe I soll Entrepreneurship Education in einem fächerübergreifenden, projektorientierten Unterricht zwischen Werken und Geographie & Wirtschaftskunde vermittelt werden und wir freuen uns über jede interessierte Schule. 

Was leistet die Julius Raab Stiftung noch in diesem Bereich?

Christoph Robinson: Jährlich bieten wir die Digi Play Days an, die Kindern und Jugendlichen aber auch Pädagoginnen und Pädagogen und allen Interessierten innovative und digitale Mittel und Wege in die Hand gibt, um sie zu Hause oder im Unterricht einzusetzen. Die vergangenen Digi Play Days haben wir am 8. April zusammen mit den EDU|days, einer Tagung für Lehrende, gemeinsam abgehalten. Neben einer Keynote und einer Expo haben wir den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei durch die Edu-Tech-Anbieter in 10 Workshops konkrete Ideen und Anwendungsmöglichkeiten für den Schulunterricht liefern können. Im Bereich der Wirtschafts- und Finanzkompetenz haben der Erste Financial Life Park und die Initiative for Teaching Entrepreneurship beispielsweise Workshops abgehalten.

Die Coronazeit war mit daheim arbeiten, Kinder betreuen und unterrichten vor allem für Frauen eine enorme Belastung und hat zahlreiche Frauen auf ihrem beruflichen Weg ausgebremst. Was kann man daraus für die nächste Krise lernen, wie kann man das beim nächsten Mal besser machen?

Martha Schultz: Ja, das stimmt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gesellschaftlichen Schlüsselthema entwickelt und die Corona-Krise hat erneut die große Bedeutung der Kinderbetreuung gezeigt. Es sind leider meist immer noch die Frauen, die den schwierigen Spagat zwischen Beruf und Familie zu meistern haben. Dazu ist durch die Corona-Krise dann auch noch Home-Office und Home-Schooling gekommen. Wir sagen: Es braucht eine flächendeckende, qualitätsvolle, leistbare und flexible Kinderbetreuung – vom Neusiedlersee bis zum Bodensee. In meiner Funktion als Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft setze ich mich für einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag ein. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich problemlos zu ermöglichen, muss die Kinderbetreuung uneingeschränkt funktionieren. Das ist entscheidend, denn nur wenn sich Eltern darauf verlassen können, können sie ihre Karriere weiter planen – Mütter und Väter.

Auch in der Julius Raab Stiftung werden wir uns im Sinne des Stiftungswertes „Chancengerechtigkeit“ diesem Thema widmen und demnächst eine Studie zur Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung präsentieren, mit der wir aufzeigen möchten, welche Best-Practice Länder und Modelle es gibt und was wir von diesen lernen können. 

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