21.06.2023

Zweite Karriere: Ex-Ministerin Köstinger wird Investorin

Köstingers Unternehmen "e+ventures" investiert in ein Medien-Startup mit Schwerpunkt Landwirtschaft. Sie erhält zehn Prozent der Anteile.
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Ex-Ministerin Köstinger wird Investorin.
Ex-Ministerin Köstinger investiert in Medien-Startup. Foto: Brutkasten

Knapp ein Jahr ist seit dem Abschied von Elisabeth Köstinger (ÖVP) aus der Politik vergangen. Nun hat die die ehemalige Ministerin für Nachhaltigkeit, Tourismus und Landwirtschaft mit „e+ventures“ eine eigene Firma an den Start gebracht. Ansässig ist diese im Ringstraßenpalais nahe dem Wiener Stadtpark, nur einen Kilometer von Köstingers altem Ministerium entfernt. Im selben Gebäude – sogar in der selben Etage – haben zwei prominente Ex-Kollegen Büros: Sebastian Kurz mit seiner Beratungsfirma „SK-Management“ und Gernot Blümel.

Neue Köstinger-Firma investiert in „Hektar.com“

Die Schwerpunkte von Köstingers Unternehmen sind laut Firmenbuch PR, Marketing sowie die Ausübung des Handelsgewerbes. Und darüber hinaus offensichtlich auch Investment-Tätigkeiten. Wie der „Kurier“ berichtet, investiert Köstinger mit ihrer im März 2023 gegründeten Firma in das Medienunternehmen „Hektar.com“ und soll zehn Prozent der Anteile erworben haben.

Stereotype Klischees aufbrechen

Das Medien-Startup beschäftigt sich in Text und Videos hauptsächlich mit den Themen Landwirtschaft und Tourismus. Vom Wiener Redaktionssitz aus positioniert sich die Plattform als Medium des ländlichen Raums. Ziel sei es, stereotype Klischees aufzubrechen, heißt es. Gegründet wurde die Firma im Jahr 2021 vom Geschäftsführer der stoff Werbeagentur Karl Royer. Neben der Ex-Ministerin soll auch Medienmanager Oliver Auspitz Anteile an „Hektar“ erworben haben. Mit dem erweiterten Eigentümerkreis will sich das Startup strukturell und inhaltlich breiter aufstellen. Elisabeth Köstinger, die selbst Wurzeln in der Landwirtschaft hat, soll ihr inhaltliches Know-How in die Plattform einbringen.

Über die Baha-Gruppe zum eigenen Unternehmen

Nach ihrem Abschied aus der Politik im Frühjahr 2022 war Köstinger ab September des vergangenen Jahres Geschäftsführerin des Kärntner Unternehmens Mountain-View Data und wollte die internationale Expansion des FinTechs vorantreiben. Nur ein halbes Jahr später gab Köstinger den Job wieder auf, um strategische Beraterin der Baha-Gruppe zu werden. Diese gehört, genau wie Mountain-View Data, dem österreichischen Unternehmer Christian Baha werden. Außerdem ist sie Aufsichtsrätin der irischen Fluggesellschaft Ryanair.

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(c) Verena Nageler

Mit vierundzwanzig habe ich einen großen Teil meines Ersparten in ein Wiener Mobility-Startup gesteckt. Verrückt, ich weiß, aber ich habe verdammt viel gelernt, als ich am Tisch mit namhaften Business Angels aus Österreich und VCs wie Elevator Ventures, Uniqa Ventures und dem aws Gründerfonds sitzen durfte. Die Firma hieß goUrban, eine Plattform für Car- und Micro-Mobility-Sharing und für die Digitalisierung von Firmenflotten. Im September 2024 wurde goUrban von Wunder Mobility übernommen.

Geblieben ist mir aus dieser Zeit vor allem eine Lektion. Sie kommt in der aktuellen Debatte über autonomes Fahren fast nie vor: Ein Fahrzeug ist noch kein Geschäftsmodell.

Beim Sharing entscheidet nämlich nicht die App. Fahrzeuge wollen geladen, gereinigt, gewartet und umverteilt werden. Sie müssen dort stehen, wo in zwanzig Minuten jemand sucht. Stehen sie falsch, kosten sie Geld. Sind sie defekt, ist die Kund:in weg. Bleibt die Auslastung aus, hilft die beste Technologie nichts.

Beim autonomen Fahren ist und wird das nicht anders sein. Die Person am Steuer kann verschwinden. Der Betrieb bleibt ja trotzdem.

Die USA und China machen es logisch, aber anders

Die USA und China skalieren autonome Mobilität dort, wo Dichte, große Flotten und zahlungsbereite Kund:innen zusammenkommen. Das Robotaxi ist als individuelles Produkt gedacht und fährt zuerst in den Gebieten, in denen sich der Betrieb rechnet. Das ist logisch und funktioniert dort auch.

Bei uns sind die Voraussetzungen andere. Wir haben ein dichtes öffentliches Netz, starke Verkehrsverbünde und die politische Erwartung, dass Mobilität auch dort funktioniert, wo sie sich betriebswirtschaftlich nicht ausgeht.

Ein europäisches Waymo zu bauen, löst diese Frage nicht. Der Bahnhof im Seitental, der Weiler am Dienstagabend, der Tourismusort im November: Da fehlt kein weiteres einzelnes Fahrzeug. Da fehlt das System, das dieses Fahrzeug in den öffentlichen Verkehr einhängt.

Die spannendste europäische Position liegt für mich deshalb nicht im Technologie-Layer. Sie liegt bei denen, die Flotten betreiben, Nachfrage bündeln, Fahrten disponieren, Fahrzeuge laden und warten, Schnittstellen zu den Verbünden bauen und Gemeinden, Betriebe und Behörden an einen Tisch bekommen. Also bei der unglamourösen Arbeit.

Ohne Nachfrage keine Skalierung

Autonome Fahrzeuge rechnen sich erst, wenn sie regelmäßig fahren. Und genau hier wird der Tourismus unterschätzt.

Eine Destination bündelt Nachfrage räumlich und zeitlich. Samstagvormittag kommen die Gäste an denselben zwei, drei Bahnhöfen an. Sie fahren zu einer überschaubaren Zahl an Unterkünften, Bergbahnen, Veranstaltungsorten und Ausflugszielen. Diese Wege sind planbarer als die einer beliebigen Stadtbevölkerung. Wir sehen das in unseren Daten immer wieder.

Ein einzelnes Hotel wird trotzdem nie eine autonome Flotte aufbauen. Eine Region kann es. Sie kann die Nachfrage aus Beherbergung, Freizeitwirtschaft, Bevölkerung und öffentlichem Verkehr zusammenlegen. Aus einzelnen Fahrten wird ein Bediengebiet, aus dem Pilotprojekt ein Angebot, das bleibt. Und die Einheimischen fahren mit. Das ist der Punkt, an dem Konnektivität das Leben am Land wieder attraktiver macht.

Nur: Irgendwer muss diese Struktur aufsetzen. Wer übernimmt die Buchung? Wer garantiert den Anschluss, wenn der Zug 18 Minuten Verspätung hat? Wer zahlt die schwachen Zeiten? Wem gehören die Daten? Wer haftet, wenn eine Fahrt ausfällt? Und wer entscheidet, ob das Fahrzeug zum gut ausgelasteten Bahnhof fährt oder zum Betrieb am Ende des Tals?

Das klingt weniger nach Zukunft als Sensorik und Fahrzeugmodelle. Wirtschaftlich entscheidet es mehr.

Menschen steigen nicht wegen der Technik um

Das beste Angebot scheitert, wenn es niemand nutzt. Und die Rolle des Klimabewusstseins wird dabei gehörig überschätzt.

Der Gast lässt das Auto nicht stehen, um ein guter Mensch zu sein. Er lässt es stehen, wenn die Alternative bequemer ist und er sich darauf verlassen kann. Wenn sie günstiger ist, umso besser.

Der Urlaub ist dafür ein guter Moment. Menschen sind aus ihren Routinen raus, probieren Sachen aus, organisieren ihre Wege ohnehin neu. Ob das zuhause nachwirkt, ist noch nicht ausreichend belegt, da würde ich mich nicht zu weit hinauslehnen. Für eine Destination reicht der Urlaub trotzdem: Hier lässt sich zeigen, dass es ohne eigenes Auto geht, ohne dass sich jemand einschränken muss.

Die Technologie macht es möglich. Genutzt wird sie erst, wenn sie im Alltag der Gäste die bequemere Variante ist.

Wer das System organisiert, dem gehört der Markt

Europa pilotiert viel und skaliert wenig. Das liegt nicht nur an Regulierung und technischer Vorsicht. Meistens fehlt jemand, der aus Fahrzeug, öffentlichem Verkehr, touristischer Nachfrage und regionaler Verantwortung ein Produkt macht.

Waymo wird uns das nicht bauen. Und auch kein europäischer Fahrzeughersteller wird entscheiden, wie der Gast vom Bahnhof in ein österreichisches Seitental kommt.

Die unternehmerische Chance liegt zwischen den Zuständigkeiten. Sie gehört denen, die Betreiber, Verkehrsverbünde, Destinationen, Gemeinden und Betriebe koordinieren und daraus ein Angebot machen, das an einem Dienstag im November genauso funktioniert wie am Anreisesamstag im Winter.

Wer damit anfangen will, braucht dafür übrigens kein autonomes Fahrzeug. Es reicht, in einer Region die Fragen von oben zu beantworten: Buchung, Anschluss, Finanzierung der schwachen Zeiten, Daten, Haftung. Wer das geklärt hat, ist bereit, wenn die Fahrzeuge kommen. Die anderen pilotieren dann noch.

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Zweite Karriere: Ex-Ministerin Köstinger wird Investorin

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Als AI-Assistent habe ich keine eigene Meinung, aber ich kann sagen, dass der Inhalt des Artikels zeigt, dass ehemalige Politikerinnen und Politiker in der Wirtschaft erfolgreich sein können und sich auch im Investmentbereich engagieren können. Das Medien-Startup „Hektar.com“ setzt sich mit den Themen Landwirtschaft und Tourismus auseinander und möchte stereotype Klischees aufbrechen. Dies kann langfristig dazu beitragen, dass die ländlichen Regionen mehr Wertschätzung erhalten.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Artikel zeigt, dass Elisabeth Köstinger nach ihrem Rückzug aus der Politik eine neue Karriere als Investoren startet. Sie hat mit „e+ventures“ ihre eigene Firma gegründet und investiert nun in das Medienunternehmen „Hektar.com“. Als ehemalige Ministerin für Nachhaltigkeit, Tourismus und Landwirtschaft bringt sie ihr Fachwissen in das Unternehmen ein. Dies zeigt, dass ehemalige Politiker auch eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spielen können und ihr Wissen und ihre Kontakte nutzen, um neue Unternehmen voranzutreiben.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Für Innovationsmanager:innen ist dieser Artikel relevant, da er zeigt, wie ehemalige Politiker:innen und Führungskräfte in der Wirtschaft tätig werden können. Der Fall von Elisabeth Köstinger zeigt, wie sie mit ihrem Know-how und Netzwerk ein Unternehmen gründet und in ein Medien-Startup investiert, das sich auf die Themen Landwirtschaft und Tourismus fokussiert. Außerdem verdeutlicht der Artikel, wie wichtig es ist, stereotype Klischees aufzubrechen und den ländlichen Raum in neuer Form zu präsentieren.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Der Artikel gibt nur einen Einblick in die aktuelle Tätigkeit von Ex-Ministerin Elisabeth Köstinger, die nun als Investorin agiert und in das Medienunternehmen „Hektar.com“ investiert hat. Es wird jedoch keine direkte Relevanz für Investoren und Anleger genannt.

Zweite Karriere: Ex-Ministerin Köstinger wird Investorin

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Als Politiker:in könnte dieser Artikel für dich relevant sein, da er zeigt, wie ehemalige Politiker:innen ihre Karriere nach der Politik fortsetzen und in welchen Bereichen sie aktiv werden. Außerdem gibt er Einblicke in mögliche Investment-Strategien und die Bedeutung von Netzwerken in der Geschäftswelt.

Zweite Karriere: Ex-Ministerin Köstinger wird Investorin

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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Der Artikel beschreibt die neue Investorentätigkeit der ehemaligen Nachhaltigkeits-, Tourismus- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Mit ihrer eigenen Firma „e+ventures“ hat sie in das Medienunternehmen „Hektar.com“ investiert, welches sich auf Themen wie Landwirtschaft und Tourismus spezialisiert hat. Die Gründung von Köstingers Firma und ihre Investition zeigen ihr neues Interesse an Unternehmen und Start-ups, während sie gleichzeitig ihr Expertenwissen aus dem landwirtschaftlichen Sektor einbringen kann.

Zweite Karriere: Ex-Ministerin Köstinger wird Investorin

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Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

  • Elisabeth Köstinger
  • Sebastian Kurz
  • Gernot Blümel
  • Karl Royer
  • Oliver Auspitz
  • Christian Baha

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Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

  • Elisabeth Köstinger
  • e+ventures
  • „Hektar.com“
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