23.03.2026
NACH 10 MIO. IM VORJAHR

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

Anfang 2025 hatte das Wiener Quanten-Startup Zerothird seine Zehn-Millionen-US-Dollar-Seed-Finanzierungsrunde verkündet. Nun folgt ein weiteres - nicht genau beziffertes - Investment.
/artikel/zerothird-wiener-quanten-startup-holt-investment-mit-verbund-x-im-lead
Die zerothird-CEOs Felix Tiefenbacher & Rupert Ursin © zerothird
Die zerothird-CEOs Felix Tiefenbacher & Rupert Ursin © zerothird

Das Thema ist mittlerweile weithin bekannt: Mit dem Quantencomputing werden viele der momentan genutzten IT-Security-Mechanismen nahezu wirkungslos. Heutige Verschlüsselungssysteme können potenziell in Sekunden von Quantencomputern geknackt werden. Noch ist die Technologie nicht so weit. Angreifer:innen würden aber bereits heute sensible Daten speichern, um sie zu entschlüsseln, sobald leistungsstarke Quantencomputer verfügbar sind, warnt man beim Wiener Startup Zerothird und bringt den Begriff HNDL – harvest now, decrypt later – ins Spiel.

Spin-off vom Nobelpreisträger-Institut

Das Unternehmen ist ein Spin-off des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation der Uni Wien, an dem auch Nobelpreisträger Anton Zeilinger tätig ist. Er schuf mit seiner Arbeit die Grundlagen für verschränkungsbasierte Verschlüsselung. Das zerothird-Team hat in diesem Feld wiederum in jahrelanger Forschung eine neue Security-Technologie entwickelt. Sie soll eine höhere Sicherheitsgarantie sowie neue Einsatzmöglichkeiten in realen Netzwerken kritischer Infrastruktur liefern.

Zehn-Millionen-Euro-Seed-Runde 2025, bereits mehrfacher Einsatz in der Praxis

Bereits Anfang 2025 machte zerothird mit einem Seed-Investment über nicht weniger als zehn Millionen US-Dollar auf sich aufmerksam – brutkasten berichtete. In der Zwischenzeit kann man bereits einen erfolgreichen kommerziellen Langzeittest mit der Erste Bank vorweisen und wird dieses Jahr in leitender Funktion im Rahmen des EU-Konsortiums QUAPITAL die erste quantensichere Verbindung zwischen Wien und Frankfurt am Main aufbauen (brutkasten berichtete). Nun verkündete zerothird ein weiteres Investment.

Verbund X Ventures übernimmt Lead in neuerlicher Runde

Der genaue Betrag wurde diesmal nicht genannt, aufgrund der in der vorigen Runde investierten Summe ist jedoch von einem Investment in Millionenhöhe auszugehen. Den Lead übernimmt dabei Verbund X Ventures, die Corporate-Venture-Capital-Einheit des größten heimischen Energie-Anbieters Verbund. Außerdem sind Sparring Capital (Co-Lead der Seed-Runde), KGAL sowie „andere namhafte Investoren“ in der aktuellen Runde dabei.

„Als Betreiber kritischer Infrastruktur essenziell, bei der quantensicheren Datenübertragung voranzugehen.“

„Mit Verbund X Ventures gewinnen wir einen starken Lead-Investor für unsere aktuelle Seed+-Runde, der strategische Relevanz, Infrastrukturverständnis und langfristige Perspektive ideal verbindet“, heißt es in einem Statement der beiden zerothird-CEOs Felix Tiefenbacher und Rupert Ursin. Und Verbund-CEO Michael Strugl kommentiert: „Mit zerothird investieren wir in eine Schlüsseltechnologie für die Sicherheit der europäischen Infrastruktur. Als Betreiber kritischer Infrastruktur ist es für VERBUND essenziell, bei der quantensicheren Datenübertragung voranzugehen.“

„Klares Bekenntnis zur Stärkung technologischer Souveränität“

Franz Zöchbauer, Managing Director von Verbund X, bringt in seinem Statement auch das Thema Digitale Souveränität ins Spiel: „Wir sehen in zerothird ein Team mit herausragender technologischer Exzellenz und starker kommerzieller Expertise. Dass wir diese Finanzierungsrunde als Lead-Investor der Seed+-Runde gemeinsam mit starken Bestands- und Neuinvestoren anführen, unterstreicht unser klares Bekenntnis zur Stärkung technologischer Souveränität in Europa“. Man wolle gezielt das Portfolio im Bereich der Cybersicherheit für kritische Infrastruktur erweitern, heißt es vom Energieanbieter.

Deine ungelesenen Artikel:
24.09.2026

MPC²: Warum Stahlkonzerne und Chemie-Riesen auf ein steirisches Startup setzen

Das Leobener Startup MPC² will mit seiner portablen Korrosionsprüfung den Weltmarkt erobern und wird dabei auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Wir sprachen mit Gründer Manuel Prohaska.
/artikel/mpc%c2%b2-warum-stahlkonzerne-und-chemie-riesen-auf-ein-steirisches-startup-setzen
24.09.2026

MPC²: Warum Stahlkonzerne und Chemie-Riesen auf ein steirisches Startup setzen

Das Leobener Startup MPC² will mit seiner portablen Korrosionsprüfung den Weltmarkt erobern und wird dabei auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Wir sprachen mit Gründer Manuel Prohaska.
/artikel/mpc%c2%b2-warum-stahlkonzerne-und-chemie-riesen-auf-ein-steirisches-startup-setzen
Manuel Prohaska ist Gründer von MPC² | (c) LA-Cinematics / MPC²

Es ist eines dieser Themen, mit denen sich Normalverbraucher:innen im Alltag zwar nicht beschäftigen, die aber letztlich indirekt alle betreffen: Korrosionsprüfung. Oder sehr vereinfacht gesagt: Rohre müssen leckagefrei sein und bleiben, vor allem dort, wo nicht nur sinnbildlich mit Hochdruck gearbeitet wird.

Doch die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit kritischer Komponenten bei bestehenden Anlagen ist mit dem derzeitigen Standard-Prozedere schwierig bis schlicht unmöglich. „Die regelmäßige Korrosionsprüfung ist in manchen Märkten und Anwendungen verpflichtend, kann jedoch verlässlich nur im Labor durchgeführt werden. Dazu müssen Bauteile ausgebaut werden, was teilweise einfach nicht möglich ist. Daher behilft man sich oft mit separaten ‚Qualifizierungsstücken‘, vor allem während der Fertigung der Komponenten. Und dann dauert die Überprüfung im Labor mindestens eine, oftmals bis zu sechs Wochen“, sagt Manuel Prohaska, Gründer des steirischen Startups MPC².

Korrosionsprüfung direkt vor Ort in Stunden statt Wochen

Mit dem patentierten System „Corrosion Ray“ arbeiten er und sein Team an einer Lösung. „Wir versuchen, die Korrosionsprüfung zu revolutionieren, indem wir sie zum Kunden bringen, anstatt der Kunde die Proben zu uns ins Labor“, sagt Prohaska. Mit dem mobilen Gerät lassen sich Rohre und insbesondere deren Schweißnähte ohne Beschädigung direkt vor Ort prüfen. „Wir nutzen dazu elektrochemische Methoden und liefern Ergebnisse, die qualitativ und vor allem quantitativ Laborergebnissen entsprechen“, so der Gründer.

Nicht nur die Überprüfungszeit lasse sich damit von Wochen auf Stunden reduzieren. „Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Wir sparen mit der Methode im Vergleich zur konventionellen Auslagerungsprüfung 99 Prozent der Energie, brauchen kaum Chemikalien und deutlich weniger Wasser“, sagt Prohaska. Für Kunden sei aber der finanzielle Aspekt am entscheidendsten. „Bei großen Anlagen bedeutet ein Tag Ausfall sechs- bis siebenstellige Einbußen“.

„Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit“

Prohaska weiß sehr genau, wovon er spricht. In seinen früheren beruflichen Stationen baute der studierte Werkstoff- und Korrosionswissenschaftler nicht nur genau die fachliche Expertise auf, die er jetzt mit MPC² umsetzt. Als Geschäftsführer von Betrieben mit mehreren Hundert Mitarbeiter:innen lernte er auch die betriebswirtschaftliche Seite genau kennen.

(c) LA-Cinematics / MPC²

Aktuell befindet sich „Corrosion Ray“ aber noch im fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Die Technologie dahinter nicht: Schon jetzt setzen mehrere Stahlkonzerne, Komponenten-Hersteller und Chemie-Riesen, die auch die Zielgruppe für das neue System sind, auf die bestehenden Korrosionsprüfungs-Angebote von MPC² – teilweise mit sechsstelligen Auftragseingängen. „Wir haben einen speziellen Prüfstand, mit dem wir unsere Methode auch mit konventionellen Korrosionsprüfungen vergleichen. Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit, als mit den alten Methoden, die lange dauern und gleichzeitig relativ ungenau sind“, so Prohaska.

Mit Predictive Maintenance auf den Weltmarkt

Momentan ist das Angebot mit diesem Prüfstand noch der lukrativste Geschäftsbereich des Unternehmens. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis 2035 will MPC² auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz anwachsen. Davon soll „Corrosion Ray“ laut Plan 65 bis 70 Prozent bringen. Technologisch soll dann der Bereich Predictive Maintenance im Zentrum stehen. „Wir können Kunden schon jetzt sehr genau sagen, wo es in ein paar Jahren Probleme beim Material geben wird. Mit den Daten, die wir jetzt dazu sammeln, wollen wir diese Lebensdauer-Vorhersage mit Hilfe von KI künftig noch deutlich präziser machen“, erklärt Prohaska.

Um diese Ziele umzusetzen, will das vierköpfige Team in einem ersten Schritt 600.000 Euro Investment-Kapital aufnehmen, mit dem die Kleinserienfertigung von „Corrosion Ray“ aufgebaut werden soll. „Wir halten schon jetzt Ausschau nach strategischen Investoren. Noch wichtiger werden die, wenn es in einigen Jahren an die große Produktion geht“, sagt der Gründer. Dann sei auch eine größere Kapitalrunde geplant.

aws als größter Fördergeber – „sonst wären wir nicht so weit gekommen“

Bislang finanziert sich das Unternehmen aus den eigenen Umsätzen und aus Förderungen. Dank der hohen Auftragseingänge werden kommendes Jahr die Unternehmenseinnahmen erstmals den Förderbetrag übersteigen. Dennoch sei man noch auf die Fördergelder angewiesen. „Den mit Abstand größten Anteil beim Fördervolumen hatten die Programme aws Preseed und aws Seedfinancing – Deep Tech“, erzählt Prohaska. „Das war extrem wichtig, sonst wären wir nicht so weit gekommen.“ Dabei betont der Gründer auch das Service: „Wenn man etwas gebraucht hat, waren sie immer da.“


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Zerothird: Wiener Quanten-Startup holt Investment mit Verbund X im Lead