Zasta: Digitaler Steuerberater holt Geld zurück – allerdings mit je nach Fall divergierender prozentueller Gebühr
Zasta von Michael Potstada und Jörg Südkamp möchte als digitaler Steuerberater dafür sorgen, dass mehr Personen das ihnen zustehende Steuergeld zurückholen. Ohne großen Aufwand, wie sie betonen.
Apps sind dazu da bestimmte Dinge einfacher zu gestalten. Dies dachten sich Michael Potstada und Jörg Südkamp. Beide haben Zasta entwickelt, eine Web-Applikation fürs Smartphone, die man getrost als digitalen Steuerberater bezeichnen kann. Und über den Browser aufgerufen wird.
Vollmacht nötig für Zasta-Service
Die Registrierung auf der Webseite soll in drei Minuten abgeschlossen sein. Danach müssen User persönliche Daten und Steuer-ID abgeben, sowie eine digitale Vollmacht für eine Partner-Steuerberater von Zasta unterzeichnen. Anschließend erfolgt eine Prüfung, ob und wieviel Steuergeld zurückgeholt werden kann. Drei Tage später erhält der Nutzer ein Angebot mit dem Ergebnis der Steuerberechnung, sowie einer Gebührenforderung für den Steuerexperten.
Steuerrückzahlung ohne große Mühe möglich
Erst wenn man dieses Angebot annimmt, muss man den geforderten Betrag bezahlen, ansonsten entstehen keine Kosten. Allerdings fällt eine prozentuelle Gebühr für den rückerstatteten Betrag an, die laut „Reviews“ von Usern zwischen 20 und 30 Prozent liegen kann. „Matthias Drecoll, Senior Online Marketing Manager dazu: „Die Nutzung von Zasta ist für den User kostenlos. Die Gebühr des Steuerberaters wird für jeden Steuerfall individuell ermittelt und richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) und dem Steuerberatungsgesetz (StBerG).“ Nach der Zustimmung werden die beim Finanzamt abgerufenen Informationen bestätigt und es können weitere Ausgaben hinzugefügt werden. Dafür müssen die entsprechenden Belege einmal mit dem Handy abfotografiert werden.
Keinen Finger rühren?
Die meisten Daten holt sich der Dienst jedoch direkt beim Finanzamt, sodass Zasta-User theoretisch die Steuererklärung anfertigen lassen können, ohne überhaupt ein Dokument hochgeladen zu haben. Der Steuerberater prüft, was absetzbar ist und sendet die Steuererklärung, nach Freigabe, direkt ans Finanzamt.
Zasta versucht mit seine digitalen Steueridee am Montag Abend in der „Höhle der Löwen“ die Jury von einem Investment zu überzeugen. Weiters mit dabei: MyEy, bikuh, Nao (Qinao) und BeerBag.
Diamens gewinnt den S&B Award 2026, Duramea holt den brutkasten-Sonderpreis
Zehn forschungsbasierte Business-Ideen traten beim S&B Award 2026 des Rudolf Sallinger Fonds gegeneinander an. In einer feierlichen Award Ceremony wurden nun die Sieger-Teams prämiert.
Diamens gewinnt den S&B Award 2026, Duramea holt den brutkasten-Sonderpreis
Zehn forschungsbasierte Business-Ideen traten beim S&B Award 2026 des Rudolf Sallinger Fonds gegeneinander an. In einer feierlichen Award Ceremony wurden nun die Sieger-Teams prämiert.
Beim S&B Award 2026 wurden vielversprechende Spinoffs prämiert | (c) Hannes Winkler
„Nächstes Jahr haben wir die 100 voll“, sagt Elisabeth Mayerhofer. Sie moderierte auch dieses Jahr die Vergabe des S&B Awards des Rudolf Sallinger Fonds – gemeinsam mit Philipp Horvath. Mit 100 meint Mayerhofer Finalisten-Spinoffs, die beim Award gegeneinander antreten. Stand 2026 gab es bislang nämlich 99 davon – der Award wurde nun zum zehnten Mal vergeben.
Prominente Alumni
Welchen Impact der S&B Award hat, erläuterte nicht nur die frühere Casinos-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner, die als langjährige Vorsitzende des Kuratoriums des Rudolf Sallinger Fonds im vorigen Jahrzehnt den entscheidenden Anstoß zu dessen Schaffung gegeben hatte. Auch prominente Alumni kamen bei der Award Ceremony zu Wort.
Bettina Glatz-Kremsner (m.) erzählte Moderatorin Elisabeth Mayerhofer (r.), wie alles begann | (c) Hannes Winkler
„Das Preisgeld hat uns damals die Finanzierung eines entscheidenden Patents ermöglicht und die Aufmerksamkeit, die wir bekommen haben, war gerade in der Anfangsphase enorm wichtig“, erzählt Cubicure-Gründer Robert Gmeiner, der mit seinem Spinoff im 3D-Druck-Bereich die erste Ausgabe des Awards gewonnen hat und mittlerweile auf einen 79 Millionen Euro schweren Exit zurückblickt.
Das auf Lieferketten-Monitoring spezialisierte KI-Unternehmen Prewave, das mittlerweile zu den größten Scaleups des Landes zählt, holte sich beim Antritt 2018 zwar nicht den Sieg. Profitiert habe man aber dennoch sehr – sowohl von der Sichtbarkeit als auch von der Nachschärfung des eigenen Modells und Pitchs im Rahmen der Bewerbung, erzählt Co-Founder und CEO Harald Nitschinger. Sein Tipp an die aktuellen Finalist:innen: „Think big!“
Die Alumni Harald Nitschinger (l.) und Robert Gmeiner (m.) gaben den Finalist:innen Tipps aus ihrer Erfahrung | (c) Hannes Winkler
Es ist ein Ratschlag, den sich die Forscher:innen hinter den zehn diesjährigen Finalisten-Projekten – brutkasten berichtete im Vorfeld – gewiss zu Herzen nehmen. Denn zwar sind sie mit ihren Spinoffs mitunter noch in einer sehr frühen Phase, doch die forschungsbasierten Produkte haben denkbar großes Potenzial.
„Furchtbare“ Auswahl aufgrund durchwegs hoher Qualität
Entsprechend schwer war die Auswahl für die Jury, bei der Ceremony vertreten durch Rudolf Dömötör (WU Wien), Gertraud Leimüller (winnovation) und Josef Glössl (BOKU). Juryvorsitzender Dömötör verriet mit einem Augenzwinkern: „Es war furchtbar! Also nicht die Projekte, sondern bei dieser enormen Qualität einen Sieger zu ermitteln,“ und doch habe es, wie immer, nur einen geben können.
Rudolf Dömötör fungierte als Juryvorsitzender | (c) Hannes Winkler
Hauptpreis für Diamens
Den Hauptsieg und damit ein Preisgeld von 20.000 Euro holte sich schließlich das JKU-Linz-Spinoff Diamens (brutkasten berichtete bereits mehrmals). Das HealthTech-Startup entwickelt eine neue, nicht-invasive Diagnose-Methode für Endometriose, an der weltweit rund 190 Millionen Frauen leiden. Der Weg zum Award-Sieg sei ein spannender Prozess gewesen, sagt Co-Founderin und CEO Marlene Rezk-Füreder gegenüber brutkasten: „Die Jury war sehr kompetent und hat nicht die Fragen gestellt, die man sonst immer bekommt.“ Mit dem Preisgeld habe man bereits einen konkreten Plan: „Wir werden damit unser zweites Patent einreichen, um unsere Technologie weiter schützen zu können.“
Das Gründerinnen-Team von Diamens (v.l.n.r.): Clara Ganhör, Angelika Lackner, Marlene Rezk-Füreder und Eva Scharnagl | (c) Hannes Winkler
brutkasten-Sonderpreis für Duramea
Auch dieses Jahr vergab brutkasten einen Sonderpreis über 5.000 Euro Medienvolumen, dessen Sieger per Online-Voting ermittelt wurde. Diesen holte sich das TU-Graz-Spinoff Duramea, das eine Membran-Technologie für die effiziente Erzeugung von grünem Wasserstoff entwickelt. „Wir wollen damit grünen Wasserstoff günstiger machen, als Wasserstoff, der aus Erdöl produziert wird“, erklärt Gründer Sebastian Rohde. Vom S&B Award habe man sich vor allem Sichtbarkeit versprochen. Auch wie man die zusätzliche Sichtbarkeit über das brutkasten-Medienvolumen einsetzen wolle, verrät Rohde bereits: „Wir sind aktuell noch sehr gut durch Förderungen finanziert. Aber mit der weiteren Entwicklung werden wir früher oder später auch auf Investorensuche gehen.“
Duramea vertreten durch Jean Claude Koffi (2.v.l.) und Sebastian Rohde (2.v.r.) holte sich den brutkasten-Sonderpreis | (c) Hannes Winkler
Sonderpreis von Onsight Ventures für Cairos
Und noch ein weiterer Sonderpreis wurde dieses Jahr vergeben – von Onsight Ventures rund um Tech-Pionier und Investor Hermann Hauser. Das Siegerteam erhält ein Ticket für das Hermann Hauser Frontier Lab im Oktober in Graz. Den Preis holte sich das Montanuniversität-Leoben-Spinoff Cairos, das ein Verfahren zur Herstellung von erneuerbarem synthetischen Erdgas entwickelt. „Unser nächstes großes strategisches Ziel ist die erste kommerzielle Anlage und dafür werden wir Kapital brauchen. Da wird uns die Teilnahme am Hermann Hauser Frontier Lab definitiv weiterhelfen“, kommentiert Co-Founder Martin Peham gegenüber brutkasten.
Cairos von Andreas Krammer (2.v.l.) und Martin Peham (2.v.r.) sicherte sich den Sonderpreis von Onsight Ventures | (c) Hannes Winkler
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