07.05.2021

wunderbad.eu: Vom PC-Nerd zum Badezimmerprofi

Aus der Leidenschaft für das Verkaufen von Produkten hat Ashkan Keyhan Rad in den vergangenen 18 Jahren ein erfolgreiches E-Commerce-Business hochgezogen. Mit wunderbad.eu und stilform.de begeistert er nicht nur Heimwerker, die ihre Badezimmer zu Wellness-Oasen umgestalten wollen, sondern auch renommierte 5-Sterne Hotelketten.
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Ashkan Keyhan Rad, Gründer von wunderbad.eu und stilform.de © Friedrich Jansenberger/www.digitalimage.at

Ashkan Keyhan Rad liebt es, Produkte zu verkaufen. Dass daraus einmal ein erfolgreiches Geschäftsmodell entstehen würde, hat er anfangs selbst nicht gedacht, wie er im Gespräch mit dem brutkasten schildert. „Ich war ein absoluter PC-Nerd und habe mit 16 Jahren meine Leidenschaft für den Ein- und Verkauf von Computerzubehör auf der Vorgängerplattform von ebay entdeckt. Das war aber anfangs nur ein Hobby für mich“, so der heute 36-Jährige. Beim Hobby ist es aber nicht geblieben – und aus der Leidenschaft wurde dann doch ein Business.

Erst PC-Teile, dann Modeschmuck

Mit Unterstützung der WKÖ hat Ashkan im Alter von 18 Jahren seine erste Firma gegründet und neben der Schule aus der eigenen Wohnung heraus über seinen eigenen Onlineshop PC-Kühler, LED-Beleuchtung für PC-Gehäuse und weitere Nischenprodukte in diesem Segment an Endverbraucher und auch erste Händler verkauft. „Umsatz und Gewinnmargen waren nicht sehr hoch, aber es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und war ein guter Einstieg, um zu lernen, was es braucht, einen Onlineshop erfolgreich zu betreiben“, so der Unternehmer. Angst vor dem Scheitern hatte er dabei nie. „Ich war zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es funktioniert und habe mich auch dann nicht aus der Ruhe bringen lassen, als mir klar wurde, dass so ein Onlineshop auch Kosten verursacht.“ Um sein Business weiter voranzubringen, studierte Ashkan Informatik und war auf der Suche nach einer weiteren Einnahmequelle. Durch Zufall hat er das Potenzial von Modeschmuck erkannt, kurzerhand zahlreiche Artikel aus China geordert und dann hierzulande über Marktplätze wie ebay oder Amazon weiter verkauft. „So ist es mir gelungen, ein gewisses Kapital aufzubauen, das mir dann den Weg für die Zukunft geebnet hat.“

Zufallstreffer Badezimmermöbel

Nach Abschluss des Studiums reiste er aus Neugierde nach China, um das Land kennenzulernen, in dem so viele Waren für die unterschiedlichsten Branchen produziert werden. „Ich hab mir vor Ort einige Großhandelsmärkte angesehen und mit dem Geld, das ich bisher verdient habe, einfach alles eingekauft, was günstig war, hochwertig ausgesehen und in einen kleinen 20 Fuß Container hineingepasst hat.“ Ein konkretes Konzept hatte Ashkan damals nicht – auf seiner Einkaufstour haben ihn Hausschuhe genauso begeistert wie Barstühle, Home Interieur-Produkte, Badezimmermöbel oder Armaturen. Zurück in Österreich gestaltete sich der Verkauf dieser Produkte im Internet aber holpriger als gedacht – lediglich die Badezimmermöbel haben voll eingeschlagen. Ein großes Glück, wie Ashkan heute sagt: „Das hat mich damals gerettet, denn das Geld war knapp und ich wusste plötzlich ganz genau, wo die Reise hingehen soll.“ Und wieder hat er sich alles selbst beigebracht, Installateurhandbücher verschlungen und sich alles angeeignet, was es braucht um mit den chinesischen Produzenten gut verhandeln zu können.

Einblick in das Sortiment der Premiummarke Stilform. © Stilform

E-Commerce-Erfolgskonzept

Ein Engagement, das sich ausgezahlt hat, denn seit 2002 betreibt Ashkan mit wunderbad.eu einen der führenden Onlineshops für Badezimmer für Endverbraucher und hat mit der Marke Stilform ganz ohne Fremdkapital eine Premiumbrand für das B2B-Segmententwickelt. Das Ziel damals lautete: Luxuriöse Badezimmerprodukte für jedermann zugänglich zu machen. Im Sortiment tummelt sich von Duschsystemen und Armaturen über Badmöbel, Badewannen und Duschwände bis hin zu Badkeramik und Produkten für Haus & Garten alles was man für die Gestaltung eines schönen Badezimmers braucht. Dabei setzt Ashkan als Alleinstellungsmerkmal auf eigene Designs und qualitativ hochwertige Materialien zu einem ansprechenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Artikel von bekannten Brands der Mitbewerber führt er nicht. Produziert wird mittlerweile in Lohnherstellung in Europa in Italien, Deutschland, Polen und der Türkei. Mit Logistikzentren in Salzburg und Bayern (Dtl.) ist eine rasche Lieferung der rund 400 SKU’s im Shop in ganz Europa sichergestellt – vieles ist meist auf Lager verfügbar. Als Ergänzung zum Onlineshop gibt es zudem einen Schauraum in der Argentinierstraße im 4. Wiener Gemeindebezirk. Wichtigster Markt ist allerdings Deutschland mit einem Umsatzanteil von 70 Prozent. Apropos Umsatz: 2020 konnte das Unternehmen mit drei festangestellten Mitarbeitern 1,4 Millionen Euro erwirtschaften. Dabei begeistert das Unternehmen Heimwerker genauso wie große bekannte 5-Sterne-Hotelketten, Bauunternehmer und Installateure. Angesprochen auf seine Zukunftspläne steht für Ashkan noch die Expansion in den mittleren Osten oder die USA auf der Agenda. In den Vereinigten arabischen Emiraten ist bereits eine überschaubare Anzahl an Produkten von Stilform erhältlich, Lieferstart in den USA ist im Juni.

Authentisch sein

„Ich habe in den vergangenen 18 Jahren viel erlebt, aus meinen Fehlern gelernt und mittlerweile ein stabiles Business im E-Commerce-Bereich aufgebaut. Dieses Wissen gebe ich auch gerne an Startups und Gründer weiter“, so Ashkan. Seine wichtigsten Ratschläge: authentisch sein, in die Sichtbarkeit seiner Produkte investieren und Storybuilding betreiben. Wer nur das schnelle Geld vor Augen hat, wird es seiner Ansicht nach im E-Commerce-Business nicht schaffen.

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Christoph Schmidt (dritter v. l.) wird Präsident des neu gegründeten Bundesverbandes Energiespeicher Österreich. (c) BMWET

Österreich erzeugt zunehmend mehr erneuerbaren Strom, als das System in Echtzeit aufnehmen kann, heißt es von Seiten des neu gegründeten Bundesverbandes Energiespeicher Österreich. Das Problem: Überschussstrom werde zu Niedrigstpreisen exportiert, während man in anderen Phasen auf Importstrom angewiesen ist. Energiespeicher, wie jener in Nickelsdorf im Burgenland, sollen eine Lösung sein, indem sie Energieüberschüsse speichern und das Netz bei Bedarf stabilisieren.

Um die Energiespeicher in ihrer Entwicklung voranzutreiben, wurde mit dem Bundesverband Energiespeicher Österreich eine eigenständige Interessenvertretung geschaffen, die als Partner von Politik und Regulierungsbehörden auftreten soll.

Geschäftsführer von Bloch3 S als Präsident

Die Funktion des Präsidenten nimmt Christoph Schmidt ein. Als Geschäftsführer von Bloch3 S, der Speichersparte der Blochberger Gruppe, bringt er mehr als 15 Jahre Erfahrung in Energie- und Infrastrukturunternehmen mit. Schmidt ist unter anderem auch als ehemaliger Geschäftsführer des Vienna Airport Conference & Innovation Center bekannt.

Der Verband repräsentiert mehr als 35 Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Speicherbetrieb, Projektentwicklung, Energiewirtschaft, Technologie, Infrastruktur, Finanzierung und Vermarktung. Darunter fallen: EVN Naturkraft, BE Energy GmbH, Blackvolt Energy, Bloch3, Püspök, Electrify, Enspired, Contour Global, Enrail, Metaplan, Amarenco, Impeto und Hello Energy.

Ziel: Überwindung von Hemmnissen

Von Seiten des Verbands wird kritisiert, dass Energiespeicher in Österreich aktuell wie „Endverbraucher“, wie beispielsweise Haushalte oder Industriebetriebe, behandelt werden und dadurch doppelte Netzentgelte anfallen. Obwohl sie den Strom nicht selbst verbrauchen, sondern ihn für das Stromnetz zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben, blockiert diese finanzielle Doppelbelastung laut Verband aktuell geplante Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro.

Um diesen Investitionsstau aufzulösen, fordert der Bundesverband die rechtliche Anerkennung von Speichern als essenzielle Netzinfrastruktur und will nun darauf drängen, dass auf Basis des neuen Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) diese regulatorischen Hürden in der Praxis endgültig abgebaut werden.

„Wir fordern keine Förderungen – wir fordern faire Spielregeln. Wenn Österreich die regulatorischen Hürden beseitigt, werden private Unternehmen die nötigen Milliarden investieren. Das Ergebnis: niedrigere Energiekosten, mehr Versorgungssicherheit und ein stärkerer Wirtschaftsstandort“, so Christoph Schmidt.

Österreich als Energiestandort

Als potenzieller Vorreiter für erneuerbare Energien in Mitteleuropa bringe Österreich beste Voraussetzungen mit. Der Bundesverband setzt sich dafür ein, dieses Potenzial durch einen einheitlichen nationalen Plan nutzbar zu machen. So sollen langfristig eine verlässliche Energieversorgung, wirtschaftliche Stärke und nationale Unabhängigkeit im Energiesektor gesichert werden.

Eine aktuelle Ausarbeitung belege laut Verband das Potenzial: Ein konsequenter Speicherausbau könne Österreich jährlich bis zu 4,1 Milliarden Euro an vermeidbaren Systemkosten einsparen. Haushalte würden von einer Entlastung von rund 200 Euro pro Jahr profitieren.

„Jede Kilowattstunde, die wir intelligent speichern, ist eine Kilowattstunde weniger Abhängigkeit von Gaslieferungen und geopolitischen Risiken. Energiespeicher sind keine Technologiefrage – sie sind eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit und eine nationale Chance“, appelliert Schmidt.

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