03.10.2022

Woran Startup-Finanzierungsrunden scheitern: Diese Fehler solltest du unbedingt vermeiden

Benjamin Ruschin ist Managing Partner von Big Cheese Ventures. Dort berät und unterstützt er Startups bei der Durchführung von Finanzierungsrunden und M&A-Transaktionen. In seinem Gastkommentar gibt er Tipps, die Gründer:innen bei Finanzierungsrunden beachten sollten.
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Benjamin Ruschin gibt Tipps zu Startup-Finanzierungsrunden © Katharina Schiffl
Benjamin Ruschin gibt Tipps zu Startup-Finanzierungsrunden © Katharina Schiffl
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Ich kann mich noch sehr genau an mein erstes Treffen mit dem besagten Business Angel erinnern, im Jahr 2017. Ein fleißiger Self-Made Unternehmer mit dutzenden Beteiligungen und einer Reputation für die er sich nicht schämen muss. In den Konzern-Chefetagen bestens vernetzt und von der Politik hofiert – mit der damaligen Bundeskanzlerin war er per Du („Angie“). Ich nahm mir vor, ihn als Business Angel für unser Startup zu akquirieren. Ich bat zwei gemeinsame Kontakte darum, uns zu vernetzen und eine Empfehlung für mein Startup und meine Person auszusprechen.

„Die Tinte war noch nicht trocken, da floss schon das Geld.“

Ein paar Tage später saß ich im 6:30 Uhr Zombie-Flieger von Wien nach Berlin um ihn zu treffen. Ich war aufgeregt und war absichtlich eine Stunde zu früh schon am vereinbarten Treffpunkt. Unser Treffen dauerte keine 20 Minuten. „Erzähl“, sagte er mir, „was macht ihr?“ – und ich erzählte. Mein Pitch dauerte circa drei Minuten. „Find ich gut. Wie viel braucht ihr?“, fragte er. „Uns fehlen noch 300k“. „Passt, machen wir.“ Die Tinte war noch nicht trocken, da floss schon das Geld. Der Investor gab uns eine Zusage auf Basis eines sehr kurzen Gesprächs. Weder hatte er einen Finanzplan gesehen, noch hatte ich ihm ein Pitchdeck übermittelt. Er nahm keine Founder Due Diligence vor, hatte nur mich und nicht meine Co-Founder kennengelernt. Keine schwierigen Fragen, keine Forderung eines umfassenden Marktüberblicks. Keine Überprüfung von Saldenlisten, Verträgen oder sonst was. Die Entscheidung kam aus dem Bauch heraus und der Investor hat mir zu 100 Prozent vertraut. Nice!

Wie wirkt sich die Krise auf Startup-Investor:innen aus?

Spulen wir vor ins Jahr 2022. Gibt es solche Situationen noch? Klar. Aber das ist wirklich die Ausnahme. Die Zeiten haben sich geändert: Die goldenen Zeiten des Kapitalmarkts sind vorbei, Aktienmärkte haben eine starke Korrektur erlebt, die Inflation bewegt sich in zweistellige Sphären, Energie- und Rohstoffpreise sind explodiert, Lieferketten sind belastet, Covid schwirrt noch immer umher, der Krypto-Winter hat uns kalt erwischt und in der Ukraine herrscht ein bitterer Krieg.

Investor:innen, deren Ziel es ist, das eigene Vermögen oder das Vermögen dritter bestmöglich zu veranlagen, erleben turbulente Zeiten. Business Angels, Family Offices, Multi-Family-Offices, VC-Fonds wie auch Private Equity Fonds fahren durch schwierige Gewässer. Die Angst vor den Auswirkungen der verschiedenen Krisen auf unsere Gesellschaft, Wirtschaft, Sicherheit und Politik sind groß. Das “Dry Powder“, also das nicht-veranlagte Kapital, häuft sich an. Die Wunden der letzten Monate bzw. Jahre klaffen noch. „Minus 20 Prozent? Ah, da bist du ja eh noch gut dabei.“ Es gibt viele Expert:innen mit Kristallkugeln und vermeintlich qualifizierten Prognosen. Jedoch treffen die wenigsten Prognosen ein. Cash is King. Besser die Liquidität horten und abwarten, was passiert. „Wait and see“ lautet die Devise für viele.

Was bedeutet dies für Startups und Startup-Investor:innen?

Schwierige Gewässer. Es braucht Bridge-Runden. Keiner möchte eine Runde unter der avisierten Bewertung durchführen, geschweige denn eine Down-Round erleben. Die Durchführung von Finanzierungsrunden gestaltet sich als schwierig – ganz egal in welcher Phase sich das Startup befindet (Pre-Seed, Seed, Series A/B/C). Ein paar exemplarische (anonym gehaltene) Beispiele:

  • Das Single Family Office, welches normalerweise siebenstellige Tickets investiert, hat die Handbremse angezogen. Dieses Jahr wird defacto gar nicht investiert. Die Investment Manager sind gefrustet, Boni wird’s dieses Jahr keine geben.
  • Auch die Angel Investorin, die letztes Jahr noch zwei dutzend Tickets in der Größenordnung von €300-500k vergeben hat, investiert dieses Jahr gar nicht oder kaum. Auch die bestehenden Portfolio-Startups bekommen keine Bridge-Finanzierungen, einige gehen pleite. Sie hat ihre Liquidität Großteils in Krypto angelegt. Das hat weh getan. Dann kamen noch ein paar unvorhergesehene Kostenblöcke dazu. Deshalb wird dieses Jahr nicht investiert, weder in neue Startups, noch in bestehende Portfolio-Startups.
  • Der Partner eines VC Fonds schwärmt vom FOMO der letzten Jahre: Wenn sie wirklich wo investieren wollten, haben sie die konkurrierenden VC-Fonds überboten, es gab wohl mehr als nur ein paar Bieterverfahren – keiner wollte den Zug verpassen wenn ein wirklich spannender Deal am Tisch lag. Heute sagt uns der VC Fonds-Partner, auf die Frage ob sie aktuell Startup-Investments tätigen: „Ja, wir investieren noch. Aber wir sind halt super vorsichtig.“ Es sind jedenfalls deutlich weniger Investments als noch im Vorjahr. Man schaut vor allem auf das bestehende Portfolio, empfiehlt ihnen Bridge-Runden mit Wandeldarlehen umzusetzen um Down-Rounds zu vermeiden.

Woran scheitern Finanzierungsrunden?

Noch nie war ein perfektionistisches Manövrieren so wichtig, um Startup-Finanzierungsrunden erfolgreich umzusetzen. Fehler vermeiden. Don’t f*** it up. Eine zweite Chance gibt’s nicht. Ich versuche in diesem Beitrag die größten Fehler bei Startup-Finanzierungsrunden zusammenzufassen, die mir in der letzten Zeit untergekommen sind. Mein Ziel: Ich will dir helfen, diese Fehler bei den Finanzierungsrunden deines Startups zu vermeiden. Der Einfachheit halber treffe ich folgende Annahmen: Dein Startup hat in den letzten Monaten eine gute Performance hingelegt, die wichtigen KPIs haben sich positiv entwickelt, du erfüllst die wichtigsten Voraussetzungen (ESOP-Pool, Founder haben saubere Vesting-Verträge, Gesellschaftsvertrag ist sauber) und du strebst eine Seed-Runde in Höhe von €1 Million an.

1. Das Fundraising startet zu spät

Wenn du deine Finanzierungsrunde mit einer ordentlichen Bewertung durchführen willst, geh von einem sechsmonatigen Fundraising-Prozess aus. Viele Gründer:innen starten mit dem Fundraising zu einem Zeitpunkt, wo der Runway nur noch wenige Wochen beträgt. Keine gute Idee – wirklich nicht! Alles dauert immer länger als du glaubst, unvorhergesehene Dinge passieren. Starte deinen Fundraising-Prozess zumindest sechs Monate bevor dir (konservativ gerechnet) das Geld ausgeht.

2. Deine Bewertung ist zu hoch

Die Gier ist ein Hund. Viele Finanzierungsrunden scheitern daran, dass Gründer:innen mit überzogenen Unternehmensbewertungen in den Markt gehen und keine Investor:innen finden die bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Vor allem wenn du eine beschränkte Runway hast und dir die Zeit davon läuft, ist es ratsam, eine marktkonforme Bewertung aufzurufen, die sich an deinen KPIs (z.B. Umsatz-Multiple) bzw. an den Bewertungen vergleichbarer Startups in deiner Branche und Region orientiert.

Leider machen viele Gründer:innen aber genau diesen Fehler – weil sie gierig werden und so wenig verwässern wollen wir möglich. Sie pokern, indem sie eine Bewertung aufrufen, die weder durch das Marktumfeld noch durch ihre KPIs gerechtfertigt ist. Und sie scheitern daran – verwässern dann um 100 Prozent wenn ihr Startup gegen die Wand fährt.

„Im Endeffekt hängt alles vom Faktor Zeit ab.“

Ich vergleiche das gerne mit dem Verkauf einer Immobilie. Man kann eine Eigentumswohnung zu einem absurd hohen Preis inserieren, 30 Prozent über dem Quadratmeterpreis des Angebots am Markt. Vielleicht findet sich jemand der genau solch eine Wohnung sucht und bereit ist, einen inflationären Preis dafür zu zahlen. Aber es ist eben mit dem Risiko behaftet, dass sich kein Käufer (Investor!) findet. In Wirklichkeit hängt alles vom Faktor Zeit ab. Wenn du liquide bist und es für dich kein Problem ist, drei Jahre zu warten bis du die Wohnung verkaufst, dann klappt es ja vielleicht.

Wenn du eine beschränkte Runway hast und dir die Zeit davon läuft, ist es ratsam, eine marktkonforme Bewertung aufzurufen, die sich an deinen KPIs und den Bewertungen vergleichbarer Startups orientiert. Auf die Probleme, die entstehen können wenn ein Investor feststellt, dass er oder sie einen viel zu hohen Preis bezahlt hat,  gehe ich jetzt nicht weiter ein. Dass es schwierig wird bei einer darauffolgenden Finanzierungsrunde die Bewertung nochmals zu steigern und eine Downround zu verhindern wenn die gegenständliche Bewertung besonders hoch war – insbesondere wenn die Bewertung in der nächsten Finanzierungsrunde auf einem ARR-Multiple und nicht mehr auf Basis eines in der Zukunft liegenden Vorhabens basiert – solltest du auch berücksichtigen. Meine Empfehlung: Ruf‘ eine marktkonforme Bewertung auf. Vor allem in einer Zeit wie der jetzigen, wo Investor:innen besonders zurückhaltend sind. Es ist besser, einen etwas kleineren Kuchen zu haben (also etwas mehr Anteile abzugeben) als gar keinen Kuchen mehr zu haben (wenn die Finanzierungsrunde nicht zustande kommt).

3. Übermütige Founder (Overconfidence)

Keiner hat etwas gegen ein motiviertes Founder-Team. Motivation ist gut und wichtig. Es liegt jedoch ein schmaler Grad zwischen Motivation und Übermut – oft mündet eine besonders ausgeprägte Motivation in Übermut. Denk an die Fabel von Ikarus: Du fühlst dich unschlagbar. Dein Produkt ist geil. Du verfällst dem Medienrausch. Noch eine Pressemeldung. Noch ein Interview in einem Medium, das eigentlich keiner liest… aber deine Oma findet’s cool. Fast jede Gründerin und jeder Gründer erlebt früher oder später den Zustand der „Overconfidence“ – das ist auch der Zustand in dem das Selbstbild verzerrt wird und der Fokus von den KPIs wegwandert und dorthin wandert wo er keinen Mehrwert für das Startup stiftet.

Oft mündet der Übermut in übermutigen Finanzplänen, in denen die Gründer:innen völlig überzogene, nicht-erreichbare Revenue Forecasts in den Raum stellen. Investor:innen erwarten von Foundern, dass sie zwar ambitioniert, aber dennoch realistisch in die Zukunft blicken. Sie spüren den Übermut und wissen aus ihrer Erfahrung, dass dem Übermut der Fall folgt. Zeig, dass du motiviert bist und alles dafür tun wirst um dein Startup zum Erfolg zu führen – aber bleib mit deinem Mindset und deinen finanziellen Forecasts im Bereich des Machbaren.

4. Zu viel Storytelling, zu wenige Fakten

Heiße Luft produzieren können viele. Die Nebelmaschine ist schnell in Gang gesetzt. Ein professionelles Design, hübsche Folien, eine rhetorisch begabte Gründerin bzw. Gründer mit ausgezeichneten Präsentationsfähigkeiten – das macht schon viel aus und ist wichtig. Aber die Zahlen, die Fakten, die Marktrecherche müssen stringent sein und mit realistischen Annahmen hinterlegt werden. Wir alle wissen, ein Businessplan kann schnell mal in die eine oder andere Richtung gehen, man muss nur eine Schraube drehen und schon sehen die Zahlen ganz anders aus. Eine Marktrecherche kann sehr oberflächlich oder sehr tiefgreifend sein. Einen wichtigen Konkurrenten kann man schnell mal übersehen und damit einen großen Fehler begehen.

Bevor du mit dem Outreach an Investor:innen sprichst, lass deine Annahmen, dein Produkt, deine avisierte Zielgruppe, deine Marktanalyse, dein Geschäftsmodell, deinen Finanzplan und deinen Pitch von erfahrenen Startup-Gründer:innen und Investor:innen mit dem notwendigen Branchenwissen hinterfragen. Deine auserwählten Sparringspartner sollen den „advocatus diaboli“ spielen und dich dorthin bringen, dass du deinen Plan wirklich auf die Probe stellst und alles korrigierst was vor deinem Investor-Outreach korrigiert werden muss.

Nichts nervt eine Investorin mehr als eine Gründerin, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat und dadurch die Zeit der Investorin verschwendet. Sorge dafür, dass dein Fundament steht und du auch auf besonders schwierige Fragen reagieren kannst. Ich empfehle auch, ein internes FAQ-Dokument zu erstellen, in dem du die schwierigsten Fragen auflistest (auch on-the-go, nach jedem Investor-Termin) und diese schriftlich beantwortest, sie immer wieder aktualisierst und beantwortest.

5. Die Leichen werden unter den Tisch gekehrt

Wir stellen von Natur aus gerne die positiven Themen in den Vordergrund und lassen die weniger positiven Themen unter den Tisch fallen. So geht es auch den meisten Gründer:innen, wenn sie in die Investor:innentermine hineingehen. Alles Gute und Schöne wird mit großer Begeisterung präsentiert. Aber der Streit mit der Co-Founderin, das anhängige Gerichtsverfahren, der Umsatzeinbruch aufgrund des Wegfalls eines Vertriebskanals, die soeben erhaltene Absage einer Förderstelle, die offenen Rechnungen in Kombination mit dem aktuellen Firmenkontostand – das wird unter den Tisch gekehrt.

Fakt ist: Früher oder später werden deine Investor:innen von diesen „Red Flags“ erfahren, ganz egal ob das vor oder nach ihrem Investment passiert. Je früher du die unschönen Themen auf den Tisch legst – ich empfehle dafür gleich das erste Gespräch – und je besser du erklärst, wie du mit diesen Themen umgehen wirst (oder noch besser: bereits umgehst!), in welcher Reihenfolge, mit welchen Methoden und mit welchen Deadlines, desto besser. Lege deine Keller-Leichen sofort auf den Tisch und beweise der Investorin, dass du diese Themen proaktiv in Angriff nimmst. Drehe es zum positiven, indem du Vertrauen auf Seiten der Investorin schaffst (du hast nichts zu verstecken, bist ehrlich und aufrichtig) und indem du aufzeigst, dass du mit schwierigen Situationen gut umgehen kannst und die Herausforderungen die sich dir stellen konsequent in Angriff nimmst.

6. Kommunikation nicht stringent

Die Kommunikation zwischen Gründer:innen und potenziellen Investor:innen spielt sich auf mehreren Ebenen ab:

  • Direkte Kommunikation: Zum einen gibt es die direkte Kommunikation zwischen einer Gründerin und der Investorin – in Calls oder persönlichen Terminen, in E-Mails oder ggf. WhatsApp- oder LinkedIn-Nachrichten. Hier ist die Rhetorik, das Storytelling, die Präsentationsfähigkeit der Gründerin ausschlaggebend.
  • Investor-Unterlagen: Zum anderen nimmt stellt die Gründerin dem Investor Informationen zur Verfügung: Die Website des Startups, das Pitchdeck, der Finanzplan, wie auch Verträge und weitere Unterlagen wie z.B. Saldenlisten, Jahresabschlüsse, usw.

Nachdem sich über den Lauf der Zeit, und auch währende einer Finanzierungsrunde Dinge ändern können – Wordings, Forecasts, Zahlen, Produkt-Beschreibungen, Positionierung des Startups, usw. – ist es wichtig, dass alle Unterlagen ein und dieselben Informationen kommunizieren. Häufig habe ich erlebt, dass z.B. ein Pitchdeck vom Wording aufgrund einer überarbeiteten Positionierung neu geschrieben wurde, die Website aber noch die alte Positionierung des Startups abgebildet hat. Oder dass die Forecasts im Finanzplan aktualisiert, jedoch nicht im Pitchdeck entsprechend angepasst wurden. Wenn so etwas passiert, kann es die Investorin verwirren und einen unprofessionellen Eindruck vermitteln. Dies gefährdet das Vertrauen von Seiten der Investorin in die Gründerin. Aus diesem Grund ist es Essenziell, dass alle Kommunikationsaktivitäten zu jedem Zeitpunkt auf einander abgestimmt sind und ein und dieselben Informationen und Wordings kommunizieren.

7. Fehlende Schlaganzahl beim Investor-Outreach

Wie viele Investor:innen habt ihr für eure aktuelle Runde schon kontaktiert? Fünf? Sieben? Ouch! Eine Finanzierungsrunde ist ein Sales-Prozess. Der Erfolg – also das Closing der Runde – hängt zum einen von deiner Überzeugungskraft, deinem Einsatz, deiner Reflektion, deinen Plänen und Unterlagen ab. Aber es hängt eben auch davon ab, ob du die richtigen Investor:innen kontaktierst und wie viele Investor:innen du ansprichst. Fünf oder sechs Investor:innen anzusprechen kann schon funktionieren. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass die erste Investorin den eine Gründerin kontaktiert hat das ganze Ticket genommen hat. So etwas ist aber eher die Ausnahme und passiert wirklich nur ganz selten. Wenn du von einer Conversion-Rate von fünf Prozent ausgehst (Kontaktaufnahme vs. Closing), dann musst du 20 Investor:innen kontaktieren um eine Investorin bzw. einen Investor ins Boot zu holen. Mach eine ordentliche Recherche, welche Investor:innen zu deinem Startup passen (auf Basis ihres Track-Records, Branchen-Fokus, usw.) und kontaktiere ausreichend viele Investor:innen um unter der Annahme einer fünf Prozent Konvertierungsrate deine Finanzierungsrunde erfolgreich abzuschließen.

Ein Einfaches Rechenbeispiel:

  • Finanzierungsbedarf: €500k
  • Durchschnittliche Ticket-Size: €100k ausgehst
  • Anzahl benötigter Investorinnen: Fünf (5x €100k)
  • Annahme der Conversion-Rate: 5 Prozent
  • Ergebnis: Du musst unter diesen Annahmen 100 Investorinnen ansprechen um deine Finanzierungsrunde zu closen.

Die Conversion-Rate hängt natürlich von vielen Faktoren ab, auch von der Auswahl der Investorinnen, der Art wie du sie kontaktierst, und die oben genannten Faktoren (Qualität deines Pitchdecks, Businessplans, usw.) – aber ich empfehle dir, von nicht mehr als fünf Prozent auszugehen. Wenn es dann am Ende 10 Prozent gewesen sind, umso besser.

8. Founder holt sich keine professionelle Hilfe für das Fundraising

Ist Fundraising eine Kernkompetenz die jede Gründerin inne haben muss? Darf man mit Profis arbeiten, die das Founder-Team bei der Durchführung einer Finanzierungsrunde unterstützen? Und was werden die Investorinnen darüber denken?

Diese Fragen kommen immer wieder auf. Fundraising ist anstrengend, kostet Zeit und Nerven. Fundraising erfordert von einer Gründerin, dass sie sich stark aus ihrem operativen Tagesgeschäft herausnimmt und mindestens 50% ihrer Zeit mit dem Fundraising-Projekt verbringt. Ich habe kürzlich auf einem VC-Event eine Gründerin kennengelernt, die seit drei Jahren nichts anderes tut als für ihr Startup fundzuraisen. Ich habe auch Gründerinnen kennengelernt, die ihre eigenen Mitarbeiter nicht kennen, ihre Prozesse nicht beherrschen, keinen Fokus mehr auf Sales, Hiring und andere wichtigen Themen haben. Sie verlieren dadurch den Zugang zu ihrer eigenen Firma. Weil sie 50 Prozent, 70 Prozent oder mehr Prozent ihrer Zeit nur noch mit Fundraising verbringen. Kann man machen. Muss nicht unbedingt schlecht sein. Aber du solltest dir bewusst sein, dass du die Möglichkeit hast, dir externe Firepower für deine Fundraising-Runde zu holen, wenn du der Auffassung bist, dass es für dich und dein Startup Sinn macht.

Ist Fundraising eine Kernkompetenz die jede Gründerin inne haben muss? Nein. Genauso wie man sich eine PR-Agentur für die Öffentlichkeitsarbeit ins Boot holen sollte (weil die im täglichen Austausch mit den relevanten Journalistinnen steht und deren Daily Business die PR ist), oder sich ein Call-Center für die Terminierung von Sales-Calls aufgleist, darf man sich auch an Profis wenden, dessen Daily Business die Umsetzung von Fundraising-Runden ist.

Was denken die Investor:innen wenn man sich einen Partner ins Boot holt, der einen dabei unterstützt? Diese Frage habe ich schon des Öfteren gestellt bekommen. Was werden die Investoren denken? Die Frage ist berechtigt, aber ich beantworte sie wie folgt: Wenn eine Gründerin sich dazu entscheidet, sich professionelle Hilfe von außen zu holen, um einen wichtigen Prozess professioneller, besser, erfolgreicher und schneller umzusetzen, dann sollte sie es auch tun. Wenn es darüber hinaus dazu führt, dass die Gründerin mehr Zeit für ihre Hauptaufgabe hat – nämlich das führen ihrer Mitarbeiter, das Herbeiführen neuer Schlüsselkräfte für das Unternehmen, den Vertrieb und das Marketing anzukurbeln, die firmeninterne Kultur zu verbessern – und darüber hinaus auch noch Fehler beim Fundraiing vermeidet und wertvolle Multiplikatoren in den Gesellschafterkreis holt, dann ist das ein Win-Win für alle. Es ist ein Win für die Gründerin, für ihre Mitarbeiter, für die Gesellschafter und für die zukünftigen Investorinnen.

Was umfasst eine Fundraising-Runde wenn man sie vom Anfang bis zum Ende
begleitet? Kurz zusammengefasst:

  • Investor-Unterlagen vorbereiten (vorrangig Pitchdeck & Finanzplan)
  • Transaktionsstruktur ausarbeiten (Wandeldarlehen? Equity Round? Incentives
    für die ersten Investoren, die einsteigen? Bewertung?)
  • Red Flags beseitigen (Cap-Table aufräumen; Vertragswerk optimieren; ESOP-Pool
    aufsetzen; Founder Vesting-Verträge finalisieren; interne Probleme lösen; etc.)
  • Investor-Shortlist ausarbeiten (welche Investorinnen sprechen wir an?)
  • Nachfassen & Terminierung der Investor-Gespräche
  • Vorbereitung des Founder-Teams für die Investor-Gespräche (Devil’s Advocate,
    Pitch trainieren, interne Q&As aufbereiten und proben)
  • Begleitung der Investoren-Gespräche
  • Begleitung der Due Diligence & Verhandlungen bis hin zum Closing

Können Business Angels diese Leistungen erbringen? Ich kenne wenige Business Angels die einen Fundraising-Prozess umfassend, wie hier detailliert, begleiten. Warum? Weil die besonders aktiven Angels:

  • Wenn sie Full-Time Angels sind entweder so viele Beteiligungen haben, dass sie ihre Zeit auf dutzende Startups aufteilen müssen und somit pro Startup maximal Zeit für einen Termin pro Monat haben;
  • Ihre Zeit in der Regel zwischen einer operativen Management-Aufgabe in einem Unternehmen bzw. einer operativen Investoren-Rolle z.B. im Immobiliensektor und ihren Startup Verpflichtungen aufteilen müssen;
  • Das Angel-Investing als ein Unterfangen betrachten, bei dem sie den Gründern ihrer Portfolio Startups zwar bei Bedarf mit Door-Opening und/oder Rat und Tat zur Seite stehen, jedoch keine Rollen einnehmen die einen enormen Energie- und Zeitaufwand erfordern, wie es bei der Begleitung einer Finanzierungsrunde der Fall ist.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, sich eine Person bzw. Firma ins Boot zu holen, die Finanzierungsrunden hauptberuflich begleitet und dessen Daily Business des Umsetzen von Finanzierungsrunden ist. Falls du Angels kennst, die das zuvor genannte Leistungsspektrum zur Gänze abbilden, schreib mir bitte wer sie sind. Wir sind immer wieder auf der Suche nach tatkräftigen Angels die mit anpacken wollen.

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Der Startup-Hub Tabakfabrik in Linz © Tabakfabrik Linz Peter Hofstaetter

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Jung, zufrieden und KI-affin

Ein Blick auf die Ergebnisse des Austrian Startup Monitor 2025 zeigt: Mit seinen 442 Startup-Gründungen seit 2015 liegt Oberösterreich mit 12 Prozent aller Gründungen österreichweit zwar weit hinter dem dominanten Hub Wien (46,5 Prozent), aber nahezu gleichauf mit der zweitplatzierten Steiermark (12,4 Prozent). Während das Bundesland beim Anteil an Scaleups (9,1 Prozent) oder Spinoffs (15,9 Prozent) an sämtlichen Gründungen und noch mehr beim Gründerinnen-Anteil (7,4 Prozent) nicht an die heimischen Spitzenreiter herankommt, stechen drei Statistiken positiv hervor:

  • 37% – Oberösterreich hat laut Austrian Startup Monitor 2025 mit 37 Prozent der Gründer:innen, die bei der erstmaligen Gründung unter 25 Jahre alt waren, eine im Vergleich (Österreich-Schnitt: 25,6 Prozent) sehr junge Founder-Community.
  • 74% – 74 Prozent der oberösterreichischen Startups nennen KI als für sie wichtigste Schlüsseltechnologie — auch das ist ein Spitzenwert innerhalb Österreichs, knapp vor Wien (72,7 Prozent).
  • 7,2 Punkte – Kein anderes Bundesland kommt in der Frage nach dem Standort auf eine so hohe Weiterempfehlungsrate: Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt Oberösterreich mit durchschnittlich 7,2 Punkten österreichweit auf Platz eins und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2.

Startups und Scaleups: Die Aushängeschilder

Oberösterreich brachte schon eine ganze Reihe großer Startups und Scaleups hervor. Bei manchen liegt der Exit mittlerweile lange zurück, etwa bei Dynatrace oder Runtastic, bei anderen wie Agilox ein paar Jahre, bei Tractive ist er erst kürzlich (in Rekordhöhe) erfolgt. Wieder andere, etwa der von Analysten milliardenbewertete Spezialist für Sicherheitslösungen Loxone oder das Spacetech Peak Technology, sind der Scaleup-Phase bereits entwachsen und haben sich endgültig als große Player am Weltmarkt etabliert. Es gibt aber auch einige aktive „heiße Eisen“ — rechts vier herausragende Beispiele.

Storyblok

Die Storyblok-Founders Alexander Feiglstorfer und Dominik Angerer. © Storyblok

Mit mehreren Mega-Investments, zuletzt einer 80-Millionen-US-Dollar-Runde im Jahr 2024, steht Storyblok aus Linz auf der exklusiven Liste der heimischen „Soonicorns“ und ist damit das Scaleup-Aushängeschild Oberösterreichs. Mit seinem Headless-CMS kann das Scaleup Referenzen wie Netflix, Tesla und Adidas vorweisen.

neoom

Zu den herausstechenden Scaleups Oberösterreichs zählt auch das auf Energielösungen spezialisierte Unternehmen neoom aus Freistadt. Auf sich aufmerksam machte es mit mehreren achtstelligen Investmentrunden, darunter eine 25-Millionen-Euro-Series-B-Runde 2023. Der Außenumsatz ist laut Unternehmensangaben indes neunstellig.

Walter Kreisel ©neoom

hello again

Entstanden im Runtastic-Umfeld ist hello again aus Leonding längst selbst eine Größe. Das Scaleup ist Marktführer im DACH-Raum bei Kundenbindungs-Apps und erreicht über diese mehr als 16 Millionen Endnutzer:innen. Unter den mehr als 1.000 Unternehmenskunden sind etwa Deichmann, Müller und Klipp.

Franz Tretter © hello again

Blockpit

Und noch einmal Linz: Blockpit hat mit seinem Steuer-Tool erfolgreich eine Nische im gigantischen Krypto-Markt besetzt, die vor allem in der EU von Bedeutung ist. Das Linzer Scaleup ist in seinem Bereich Marktführer im DACH-Raum und hat seine Lösung bei Playern wie Bitpanda und Bybit EU integriert.

Florian Wimmer © Blockpit

Vielseitiges Ökosystem

Wer in Oberösterreich ein Startup gründet, kann neben den bundesweiten Angeboten auf eine ganze Reihe von landesspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Viele davon, etwa der Tech-Inkubator tech2b, der Co-Working-Anbieter Tech Harbor, der auch umfassende Werkstattflächen bereitstellt, und der Kreativwirtschafts-Spezialist creative region, haben gemeinsam mit den oberösterreichischen Unis und FHs, der Wirtschaftskammer und weiteren Playern eine zentrale Anlaufstelle geschaffen: hub’ert. Dort können Startups die passende Unterstützung bzw. die passenden Unterstützungen für ihr Business finden.

Oberösterreichische Startups profitieren nicht nur von der Fülle an einzelnen Angeboten, sondern auch von der Vernetzung zwischen diesen. Dabei spielt — wie sollte es anders sein? — auch die Industrie eine entscheidende Rolle, zum Beispiel über Pier4 von tech2b, das Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Und wer etwa im MedTech-Inkubator von tech2b ist, findet damit bereits Anschluss an den Medizintechnik-Cluster Oberösterreich.

Teil dieses Ökosystems, wenn auch nicht Teil von hub’ert, ist auch die Startrampe der Sparkasse Oberösterreich mit Sitz in der Linzer Tabakfabrik. Sie bietet unter anderem einen Accelerator, Workspace und Beratung bei Businessplänen und Finanzierung.

Finanzierung

Wer in Oberösterreich Kapital für sein Startup braucht, wird sowohl bei öffentlichen als auch privaten Geldgebern fündig. Mit Business Upper Austria hat auch Oberösterreich eine landeseigene Förderstelle; und mit dem OÖ Gründerfonds und dem Landes-VC OÖ HightechFonds zwei weitere Finanzierungsvehikel.

Auf privater Seite sind es vor allem erfolgreiche Gründer:innen, die über ihre Vehikel als Investor:innen agieren. Heraus stechen hier die Runtastic-Gründer mit ihrer gemeinsamen Investmentgesellschaft 8eyes, aber etwa auch Tractive-Gründer Michael Hurnaus, der schon vor seinem Rekord-Exit (siehe Abschnitt zu Exits) als Business Angel agierte. Mit startup300 nahm zudem das bislang wohl ambitionierteste heimische Angel-Netzwerk seinen Ausgang in Linz, zog sich aber bereits vor einigen Jahren schrittweise wieder zurück.

Auch Österreichs nach Assets under Management größter Private-Equity-Investor hat seinen Sitz in Oberösterreich: die Invest AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sie hat ein breites Portfolio unterschiedlicher Unternehmen, wobei Startup-Finanzierungen in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.

Der monumentale Knotenpunkt

Was hub’ert auf der organisatorischen Ebene ist, ist die Tabakfabrik Linz auf der physischen: Nicht alle, aber viele Fäden des oberösterreichischen Startup-Ökosystems laufen in der ehemaligen Fabrik zusammen — wo sonst in der Industriestadt? Auf den nicht weniger als 80.000 Quadratmetern Nutzfläche haben nicht nur zahlreiche Ökosystem-Player, sondern auch eine große Zahl an Startups ihren Sitz. Auch das einstmals denkbar ambitionierte Projekt startup300 wählte die Tabakfabrik als Hauptquartier — und betreibt hier heute unter anderem noch den Co-Working-Bereich factory300.

© Tabakfabrik Linz Peter Hofstätter

Spinoff-Schmieden und Österreichs jüngste Uni

Mit der IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) hat Österreichs jüngste öffentliche Universität ihren Sitz in Linz. Neben einem neuen inhaltlichen Fokus auf digitaler Transformation und neuen Wegen in der Lehre setzt die IT:U von Beginn an auch auf eine Spinoff-Strategie. Dabei kann sie in Oberösterreich durchaus auf ein starkes Ökosystem aufbauen: Sowohl die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) als auch die FH Oberösterreich können jeweils eine ganze Reihe erfolgreicher Spin-offs vorweisen. Außerdem setzen beide stark auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft. Besonders deutlich wird das im Softwarepark Hagenberg: Dort betreibt die JKU Forschungsinstitute und die FH OÖ ihren IT-Lehr-Standort und den Coworking- und Inkubationsspace Bytewerk. Dabei werden Synergien mit dem außeruniversitären Comet-Zentrum Software Competence Center Hagenberg und mehreren Konzernen und großen Playern am Standort gelebt.

KI-Forschung von Weltrang

Wer die oberösterreichische Universitätslandschaft durch die Innovationsbrille betrachtet, kommt an KI-Koryphäe Sepp Hochreiter nicht vorbei. Der gebürtige Bayer gilt mit seiner Arbeit über Long Short-Term Memory (LSTM) als einer der globalen Wegbereiter der modernen KI. Bereits seit 2006 lehrt er an der JKU und leitet dort das Institut für Machine Learning. Bei der Lehre belässt Hochreiter es aber nicht: Mit dem Spinoff NXAI arbeitet er an der nächsten KI-Grundlage „xLSTM“ (Extended Long Short-Term Memory). Die ist wiederum Basis für spezialisierte KI-Modelle, die die globalen Größen in der jeweiligen Nische übertreffen. Der Schwerpunkt ist dabei — auch hier zeigt sich das oberösterreichische Ökosystem — Industrial AI. In diesem Feld bewegt sich auch das NXAI-Spinout Emmi AI, das mit seinem Exit an den französischen KI-Riesen Mistral dieses Jahr für Aufsehen sorgte.

Doch auch abseits der JKU entstehen in Oberösterreich KI-Startups, etwa das Linzer Unternehmen Straion, das dieses Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschloss. Die Plattform des Startups stellt sicher, dass KI-generierter Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen einhält und damit „enterprise-ready“ ist.

Katrin Freihofner, Straion

Das Exit-Bundesland

Der oben erwähnte Verkauf von Emmi AI an Mistral um kolportierte mehr als 300 Millionen Euro war spektakulär — ist aber bei Weitem nicht der einzige große oberösterreichische Startup-Exit. Ebenfalls dieses Jahr gelang dem Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive mit dem Verkauf an die italienische Bending Spoons um kolportierte 900 Millionen US-Dollar der vermutlich größte Übernahmedeal der heimischen Startup-Geschichte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte der Exit von Runtastic an Adidas um 220 Millionen Euro maßgeblich zum ersten großen Startup-Hype in Österreich beigetragen. Die vier Runtastic-Gründer — Florian Gschwandtner, René Giretzlehner, Christian Kaar und Alfred Luger — wurden danach nicht nur über ihre Beteiligungsgesellschaft 8eyes selbst zu wichtigen Ökosystem-Playern: Tractive etwa wurde von Gschwandtner mitgegründet; bei Scaleups wie hello again waren die vier Gründer von Beginn an als Investoren an Bord.

  • 300 Mio. € – Verkauf von Emmi AI an Mistral
  • 900 Mio. $ – Verkauf von Tractive an Bending Spoons
  • 220 Mio. € – Exit von Runtastic an Adidas

Alte, neue und große Player

Als Industrie-Bundesland beheimatet Oberösterreich bekanntlich Größen wie voestalpine, Miba, KTM, FACC, Lenzing, Greiner oder Engel — um nur ein paar zu nennen. Einige davon sind längst ins Ausland verkauft, haben aber nach wie vor ihren Sitz in Oberösterreich. Hinzu kommen internationale Riesen wie BMW und Siemens, die im Bundesland konzernweit wichtige Standorte betreiben.

Doch auch Tech-Größen sind in Oberösterreich zu finden. In der Schnittmenge zwischen Industrie- und Tech-Unternehmen befindet sich Keba, das mit seinen Lösungen für industrielle Automatisierung zu den globalen Playern im Feld zählt und dabei massiv auf KI setzt — mehr dazu in der Coverstory mit Keba-CEO Christoph Knogler. So wie Keba stammt ebenfalls aus Linz das international erfolgreichste IT-Unternehmen mit Wurzeln in Österreich: Dynatrace. Seinen formellen Sitz hat der Observability-Weltmarktführer, bei dem Co-Founder Bernd Greifeneder nach wie vor CTO ist, zwar schon lange in den USA; der weltweit größte Standort ist jedoch in der Stahlstadt und wurde erst dieses Jahr mit einem neuen Campus erheblich ausgebaut.

Über Industrie und IT hinaus hat Oberösterreich noch ein drittes Aushängeschild: die Ars Electronica. Was 1979 als Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft begann, ist heute eine vierteilige Institution aus Festival, Prix, dem Museum Ars Electronica Center und dem Futurelab. Letzteres ist für das Innovationsökosystem das relevanteste Element: Das Labor entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Prototypen und Zukunftskonzepte und schlägt damit die Brücke zurück zur Industrie. Linz trägt seit 2014 den Unesco-Titel „City of Media Arts“.

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AI Summaries

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