02.07.2021

WKÖ: So sieht das Zukunftsprogramm „Wirtschaft.Wachstum.Wohlstand“ aus

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat heute mit ihrem Wachstumsprogramm Strategien für den wirtschaftlichen Aufschwung vorgestellt. Definiert wurden fünf Handlungsfelder.
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Wirtschaftskammer
v.l.n.r.: Isabell Claus, Managing Director thinkers.ai, stv. WKÖ-Generalsekräterin Mariana Kühnel, WKÖ-Präsident Harald Mahrer, WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf, Thomas Gangl, CEO Borealis
© Verena Moser

Das heute präsentierte Zukunftsprogramm der WKÖ trägt den Namen „Wirtschaft.Wachstum.Wohlstand“ und ist in einem gemeinsamen Prozess mit Wirtschaftsvertretern, Experten aus der Wissenschaft und Stakeholdern entstanden. Dabei wurden auf Basis von Stärken-Schwächen-Analysen und anhand von internationalen Best-Practice-Beispiele konkrete Maßnahmen und Forderungen für die fünf Handlungsfelder „Kapital & Investitionen“, „Menschen & Arbeitsplatz“, „Digitalisierung & Innovation“, „Technologie & Umwelt“, sowie „Internationalisierung & Märkte“ erarbeitet, um den Standort Österreich zu stärken. Je mehr Maßnahmen umgesetzt würden, desto höher stünden die Chancen, sich nachhaltig zu einem globalen Zukunftsmodell zu entwickelt, hieß es seitens der WKÖ-Spitze.

Grundlagen für den Aufschwung schaffen

WKÖ-Präsident Harald Mahrer erklärte: „Der Aufschwung ist schneller da als manche geglaubt haben. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass das Wachstum anhält und gleichzeitig die beste Basis für die digitale und ökologische Transformation zu schaffen.“ Er gehe von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass Österreich in zehn Jahren eine der Top-Wirtschaftsnationen sei. Um die Grundlagen für anhaltendes Wachstum zu schaffen, habe man nun die bekannten Forderungen gebündelt auf den Tisch gelegt. Im Fokus stünden Themen wie Kapitalaufbau für mehr Eigenkapital, eine Fachkräfteoffensive, Entlastung des Faktors Arbeit, das Vorantreiben der digitalen Transformation bei KMU oder die Sicherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch einen technologieoffenen Rechtsrahmen. WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf betont: „Klar ist für uns: Für nachhaltiges Wirtschaften braucht es nicht Verbote von gestern, sondern Technologien von morgen – dafür wollen wir den Weg ebnen.“ Für Mariana Kühnel, stv. WKÖ-Generalsekretärin, sind Innovationen der Turbo für Wachstum, weshalb Innovationskapital unbedingt gesichert werden müsse: „Wir haben jetzt die Chance, die digitale Transformation gezielt für den Aufschwung zu nutzen. Österreichs Wirtschaft hat die besten Voraussetzungen, um im internationalen Wettbewerb mit Qualität und technologischem Vorsprung zu punkten.“

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
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Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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