15.01.2019

Wiener Startup Danube wagt mit AI-Tool einen Blick in die Zukunft

Die beiden Gründer der äußerst erfolgreichen österreichischen Chemie-Lernapp "Waltzing Atoms" Philipp Wissgott und Klemens Senn haben mit Danube ein neues AI-Vorhersage-Tool entwickelt. Im Wiener Motto am Fluss präsentierten sie heute, Dienstag, Danube am Beispiel einer Live-Vorhersage für die Rückrunde der deutschen Bundesliga. Das Tool soll künftig unter anderem im Bereich des Recruitings zur Anwendung kommen.
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Danube
(c) Danube

In einer Zeit von Big Data ist es oft schwierig bei der Flut an Daten den Überblick zu behalten. Die beiden Gründer des Wiener AI-Startups Danube Philipp Wissgott und Klemens Senn – auch bekannt als Macher der Chemie-Lernapp „Waltzing Atoms“ – vergleichen es mit der Verschmutzung von Ozeanen, da auch das „Datenmeer“ voller unnötiger Informationen sei. Dies führe dazu, dass Prognosen, die auf AI-basieren, oftmals ungenau seien. Mit einem neu entwickelten AI-Vorhersage-Tool, das die Gründer heute Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Wiener Motto am Fluss der Öffentlichkeit präsentierten, wollen sie Prognosen künftig vereinfachen. Das Tool könnte künftig auch im Bereich des Recruitings von Mitarbeitern zur Anwendung kommen.

+++ Wiener Startup “Waltzing Atoms” will digitales Klassenzimmer möglich machen +++ 

Kaum Daten benötigt

Bei Danube handelt es sich aus technischer Sicht um ein AI-Vorhersage-Tool, das auf einem multidimensionalen Sortierungsalgorithmus aufbaut. Wie Wissgott und Senn erläutern, begann die Entwicklung von Danube vor zirka sechs Monaten, mit der Idee unfaire Beispiele der Mathematik-Zentralmatura zu erkennen. Dabei sei laut dem Gründer-Duo sehr schnell klar geworden, dass sich die Technologie auch in den Bereichen Sport, Recruiting von Mitarbeitern, sowie in der Entwicklung von Produkten in der Industrie einsetzen lasse. „Wir waren am Anfang selbst von der Anzahl der Anwendungen überrascht“, so Senn, der für technische Umsetzung von Danube verantwortlich ist.

Künftige Anwendungsfelder

Wie Wissgott und Senn betonen, könne die Plattform von jedem ganz einfach über den Webbrowser verwendet werden. Als Test empfehlen die Gründer einfach selbst eine Excel-Tabelle hochzuladen, die beispielsweise Daten von Sportereignissen beinhaltet. Demnach können Nutzer mit Danube in kürzester Zeit vorhersagen, welche Fußballmannschaft das nächste Match gewinnt. Die Basisversion ist kostenlos. Mit dem Tool lassen sich jedoch nicht nur Sportereignisse vorhersagen, sondern es hätte auch im Human-Ressource-Bereich oder der Industrie einen Mehrwert, so die Gründer.


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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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