03.07.2018

Wiener Börse: Steigerung des Aktienumsatzes um 3,7 Prozent

Der Bericht für das erste Halbjahr 2018 der Wiener Börse liegt vor. Im Umsatzvergleich mit anderen europäischen Börsen belegt die Wiener Börse nun Platz elf.
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Wiener Börse
(c) Wiener Börse. Die Wiener Börse spielt im europäischen Vergleich nun im Mittelfeld.

Die Wiener Börse konnte ihr Handelsvolumen mit Aktien im ersten Halbjahr 2018 auf 37,06 Milliarden Euro steigern. Verglichen zum Vorjahreszeitraum ist dies eine Steigerung um 3,7 Prozent, wo das Volumen 35,72 Milliarden Euro betrug. Gemessen am Umsatz vor fünf Jahren ergibt sich daraus sogar eine Steigerung um 50 Prozent. Damit sichert sich die Wiener Börse Platz elf unter den insgesamt 22 europäischen Börsen. Insbesondere hervorzuheben ist der äußerst umsatzstarke Monat Juni mit 157,27 Millionen Euro. Als die dominantesten Segmente erwiesen sich prime market und global market.

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Wiener Börse CEO Boschan: „Bemühungen tragen Früchte“

„Wir haben intensiv an der Marktqualität gearbeitet, um die Wiener Börse als internationale Drehscheibe zu stärken“, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse. „Das erste Halbjahr stand auch ganz im Zeichen der Vernetzung. Es ist uns gelungen, Wien sichtbar zum Branchen-Knotenpunkt zu machen. Die europäische Börsenwelt traf sich hier mehrmals in den letzten Wochen, um über Entwicklungen und Zukunftspotenziale zu sprechen. Das zeigt, dass unsere aktiven Bemühungen Früchte tragen. Davon profitieren Unternehmen, Anleger und insgesamt der Standort.“

Die stärksten Aktien und Handelsteilnehmer

Mit 7,04 Milliarden Euro war die Erste Group Bank AG die umsatzstärkste österreichische Aktie. Danach folgen OMV AG mit 4,87 und die Raiffeisen Bank International AG mit 3,92 Milliarden Euro. Auf Platz vier und fünf schließlich kommen voestalpine AG mit 3,72 und Andritz AG mit 2,15 Milliarden Euro. Überdies sind für über 85% des Handelsvolumens an der Wiener Börse Internationale Börsenmitglieder verantwortlich. So hatte Morgen Stanley mit 12,63 Prozent den größten Umsatzanteil im ersten Halbjahr 2018. Hiernach reihen sich Merrill Lynch (8,58 Prozent), J.P. Morgan (7,58 Prozent), sowie Raiffeisen Centrobank (6,71 Prozent) und Société Générale (6,4 Prozent) ein.

Wiener Börse
(c) Wiener Börse. Info-Grafik zu den aktuellen Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2018.

ATX verliert, Verbund AG legt kräftig zu

Wie auch andere europäische Indizes sank der ATX. Er verlor dementsprechend 4,8 Prozent. Jedoch gab es viele Aktien im prime market Segment, die dem Abwärtstrend des ATX trotzten. So war die Verbund AG die größte Kursgewinnerin und konnte einen Kursanstieg von 37,5 Prozent seit Jahresbeginn verzeichnen. Hierauf folgen Valneva SE mit 32,73 Prozent und Schoeller-Bleckmann AG mit 21,53 Prozent.


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Das Flatwise-Gründertrio (v.l.) Marc Lindorfer, Edwin Schneider und Johannes Reichl © Flatwise

Wenn es nach Johannes Reichl, Edwin Schneider und Marc Lindorfer geht, ist Immobilienverwaltung bis heute vor allem eines: kleinteilig, zeitintensiv und von manuellen Abläufen geprägt. Genau hier wollen die drei Linzer mit ihrem Startup Flatwise ansetzen. Das Gründerteam entwickelt eine Software, die zentrale Aufgaben von Vermieter:innen, von Mietanpassungen über Betriebskostenabrechnungen bis zur Vorbereitung von Steuerunterlagen, mithilfe von KI-Agenten automatisieren soll. Bereits vor dem offiziellen Marktstart setzen laut Angaben des Startups Vermieter:innen mit insgesamt mehr als 3.000 Wohnungen auf die Plattform.

Von der Pilot- zur Marktphase

Das Team, das erst im August 2026 eine GmbH gegründet hat, hat sein Produkt in den vergangenen Monaten eng mit den ersten 100 Pilotnutzer:innen weiterentwickelt, mit Feedback, Interviews und echten Kund:innendaten, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview erklärt. Der Ansatz unterscheide sich damit von klassischen Proptech-Lösungen, die bestehende Prozesse lediglich digitalisieren: „Wir wollen Immobilienverwaltung nicht nur digitalisieren, sondern grundlegend neu denken. Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können. Vermieter:innen können durch die Software von Flatwise professionell vermieten, ohne dabei selbst Fachexpert:innen sein zu müssen“, so Reichl.

KI-Agenten im Einsatz

Konkret möchte Flatwise KI dort einsetzen, wo Verwaltungsprozesse sinnvoll automatisiert oder unterstützt werden können. Dazu zählen für das Team unter anderem die Vorbereitung und Berechnung von Mietanpassungen, die Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen sowie die strukturierte Aufbereitung von Finanz- und Steuerinformationen. Der KI-Agent verbindet dabei unterschiedliche Daten und Prozessschritte innerhalb der Software, bereitet relevante Informationen auf und unterstützt Vermieter:innen bei der weiteren Bearbeitung.

Der Weg zum Ökosystem

Im Schnitt verwaltet ein:e Flatwise-Nutzer:in laut Unternehmen aktuell rund zehn Wohnungen. Für Reichl zeigt sich dabei ein klares Bild der Branche: „Der Markt ist extrem fragmentiert, es gibt viele Anbieter, die eigentlich zusammenhängen müssten, aber kaum vernetzt sind.“

Dieses Nebeneinander will Flatwise auflösen und sich schrittweise zu einem Ökosystem entwickeln, das Vermieter:innen, Mieter:innen und Dienstleister:innen auf einer Plattform zusammenbringt. „Wir glauben daran, dass gute Vermieter:innen das Wohnen für alle besser machen. Flatwise soll es einfacher machen, gut zu vermieten“, heißt es dazu vom Gründungsteam.

Enterprise-Lösung in Arbeit

Flatwise richtet sich an Vermieter:innen mit Beständen zwischen einer und hundert Immobilien. Mittlerweile hätten sich aber auch Hausverwaltungen und Bestandshalter:innen mit deutlich größeren Portfolios gemeldet. Deshalb entwickelt Flatwise momentan ein Enterprise-Modell, das künftig gezielt auf die Anforderungen größerer Bestandshalter:innen und Hausverwaltungen eingehen soll, wie der Mitgründer im Interview erklärt.

Wachstum vorerst ohne Angels oder VCs

Trotz bestehender Investmentangebote will das Team bei der Finanzierung vorerst auf Förderungen und den eigenen Cashflow setzen. Rund 20 Angebote von Angels und Venture-Capital-Geber:innen sind laut Reichl bereits eingegangen. Aufgegriffen werden sollen sie frühestens, wenn erste Umsätze stehen. Für eine geplante Wachstumsphase ist jedoch in der ersten Jahreshälfte 2027 eine Finanzierungsrunde angedacht. Unterstützung erhält das Gründerteam zudem im Inkubatorprogramm von tech2b durch ein Advisory Board aus Immobilienexpert:innen und erfahrenen Unternehmer:innen.

Wissen als Türöffner

Um neue Kund:innen zu erreichen, setzt Flatwise zusätzlich auf einen eigenen Immobilienratgeber mit aktuell rund 160 Artikeln, der komplexe Themen rund um Immobilien und Wohnen laienverständlich aufbereitet. Bereits mehrere tausend Personen sollen die Inhalte monatlich lesen. Für Reichl ist das ein wichtiger Kanal, um Vertrauen aufzubauen und so langfristig neue Nutzer:innen für die Plattform zu gewinnen.

Im kommenden Jahr will Flatwise nach eigenen Angaben marktführend in Österreich werden. Mittelfristig ist auch eine internationale Expansion, etwa nach Deutschland, angedacht. Ein konkreter Zeitpunkt steht laut Reichl aber noch nicht fest.

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