04.04.2022

Wie die Startup-Szene in Russland auf den Ukraine-Krieg reagiert

In der aktuellen Folge von Editor's Choice ist Gründer Daniil Klubov vom Wiener Startup Tolstoy zu Gast. Der gebürtige Russe hat in Österreich die Initiative "Russen gegen Krieg" ins Leben gerufen und sammelt Spenden für Menschen, die sich aktuell auf der Flucht befinden. Zudem gibt er einen Einblick, welche Auswirkungen der Krieg auf die Startup-Szene in Russland hat.
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Seit mittlerweile über einem Monat herrscht Krieg in der Ukraine. Bisher haben mehrere Millionen Menschen das Land verlassen und befinden sich aktuell auf der Flucht. Um die Menschen mit humanitärer Hilfe zu versorgen, hat Daniil Klubov vom Wiener Startup Tolstoy die Initiative „Russen gegen Krieg“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Mitstreitern sammelt Klubov Spenden in der russischen Community, um Menschen auf der Flucht zu unterstützen.



Klubov ist gebürtiger Russe und lebt seit mittlerweile mehr als zehn Jahren in Österreich. Mit seinem in Wien gegründeten Startup-Tolstoy möchte er Europas größte pflanzliche Restaurant-Kette aufbauen. Auch mit Hilfe seines Startups hat er bereits über 400 kostenlose Mahlzeiten an Flüchtlinge aus der Ukraine ausgegeben.

Zudem ist er auch eng mit der Startup-Szene in Russland vernetzt und gibt einen Einblick, wie diese auf den Krieg in der Ukraine reagiert – angefangen von talentierten Fachkräften, die das Land verlassen, bis hin zu aktuellen Entwicklungen für die VC-Landschaft.

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v.l. Jakob Zenz und Paul Nimmerfall | Foto: EcoNetix

Econetix begründet den Schritt mit der Bedeutung der britischen Hauptstadt für den CO2-Handel. London sei das weltweit bedeutendste Zentrum der CO2-Märkte und neben Genf Heimat der größten Rohstoffhändler und Finanzinstitute. Mit dem neuen Büro positioniere man sich unmittelbar im Ökosystem des wichtigsten Kundensegments, heißt es in der Aussendung.

„London ist der Ort, an dem CO₂-Zertifikate gehandelt, bewertet und strukturiert werden. Wer im regulierten Emissionshandel ernsthaft mitspielen will, muss hier präsent sein. Dieses Büro ist ein konsequenter nächster Schritt, um unsere Beziehungen zur Trading-Community auszubauen und unsere Position als Marktführer weiter zu festigen“, wird Gründer Jakob Zenz zitiert.

Umsatzplus von mehr als 700 Prozent

Laut Econetix folgt die Eröffnung auf ein starkes Wachstumsjahr. Der Umsatz sei im Jahresvergleich um mehr als 700 Prozent gestiegen, absolute Zahlen nennt das Unternehmen in der Aussendung allerdings nicht. Als Treiber führt Econetix drei regulatorische Entwicklungen an, die voneinander zu unterscheiden sind.

  • Erstens CORSIA, das Kompensationssystem der internationalen Luftfahrt: Airlines müssen dort Emissionen oberhalb eines festgelegten Basiswerts mit zugelassenen CO2-Zertifikaten ausgleichen. Das erzeuge laut Econetix eine wachsende, compliance-getriebene Nachfrage.
  • Zweitens das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS), der regulierte CO2-Markt der Europäischen Union. Die Europäische Kommission habe bekräftigt, dass sie CO2-Märkte als zentrales Instrument einer kosteneffizienten Dekarbonisierung betrachte, heißt es in der Aussendung.
  • Drittens internationale Zertifikate nach Artikel 6 des Pariser Abkommens. Hier habe die Kommission Offenheit gegenüber hochwertigen internationalen Zertifikaten auf dem Weg zum Klimaziel 2040 signalisiert. Ob und in welchem Umfang solche Zertifikate in den EU-ETS selbst einfließen sollen, dazu macht die Aussendung keine Angaben.
Die EcoNetix-Gründer in London | (c) EcoNetix

„Wir haben Econetix genau für diesen Moment aufgebaut und unser Wachstum spricht für sich. London verschafft uns die Nähe zu unseren Kunden, die unser Geschäft jetzt erfordert“, so Mitgründer Paul Nimmerfall.

ESC und SK Rapid als Referenzen

Econetix entwickelt und verwaltet nach eigenen Angaben Kohlenstoffprojekte in Afrika, Europa und dem Nahen Osten. Im Vorjahr hatte das Unternehmen seine Seed-Finanzierung auf insgesamt 4,5 Millionen Euro erweitert (brutkasten berichtete). Im März 2026 übernahm Econetix im Auftrag des ORF die CO₂-Bilanzierung und Kompensation beim Eurovision Song Contest (brutkasten berichtete). Seit der Saison 2026/27 ist das Unternehmen zudem offizieller Sustainability Partner von SK Rapid Wien, die Partnerschaft läuft bis 2029/30 (brutkasten berichtete).

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