04.10.2017

Wenn Mitarbeiter sich langweilen: Gründe und Gegenmaßnahmen

Langeweile am Arbeitsplatz ist unter Unternehmens-Mitarbeitern ein verbreitetes Problem. Das schadet aber nicht nur den Mitarbeitern selbst, sondern dem gesamten Betrieb. Ein Experte erklärt, was man dagegen tun kann.
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(c) pathdoc - fotolia.com: Langweile unter Mitarbeitern schadet auf vielen Ebenen.

Jedes Unternehmen, egal ob Startup oder Corporate, träumt von engagierten, energetischen Mitarbeitern. Die Realität dürfte aber eher konträr aussehen – zumindest wenn man der Arbeitsmarktstudie des Personalvermittlers Robert Half Glauben schenkt. Ihr nach denkt die überwältigende Mehrheit der Manager (78 Prozent), dass sich ihre Mitarbeiter bei der Arbeit langweilen.

Lanweile schadet dem Unternehmen

„Gelangweilte Mitarbeiter scheinen ein weitverbreitetes Problem in den Unternehmen zu sein“, sagt Robert Szvetecz, Senior Manager bei Robert Half. „Eine kurzzeitige ruhigere Phase gibt es immer wieder und ist auch förderlich für die Kreativität und zum Durchschnaufen. Dauerhafte Langeweile ist aber ein Problem. Sie schadet dem Arbeitnehmer, genauso wie dem Unternehmen.“
Die Hauptgründe für die Langeweile sehen die befragten Führungskräfte in zu geringer Abwechslung und in der Unterforderung bei den zugeteilten Arbeiten (je 31 Prozent). Dicht darauf folgen zu viele oder schlecht organisierte Meetings (30 Prozent). Mehr als ein Viertel der Manager (27 Prozent) sieht Arbeit, die an sich reizlos ist, als Ursache für die Eintönigkeit.

Redaktionstipps

Aber: „Mit geringem Aufwand könnten einige Ursachen für die Langeweile beseitigt und so die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöht werden“, sagt Szvetecz. Um die Langeweile zu bekämpfen und dadurch die Produktivität zu steigern, schlägt er drei Maßnahmen vor:

  1. Gelangweilte Mitarbeiter sollten das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und den Wunsch nach Veränderung äußern. Dabei lösen konkrete Vorschläge für eine gezielte Weiterbildung, eine neue Herausforderung oder eine andere Tätigkeit innerhalb des Unternehmens, am schnellsten das Problem.
  2. Finden sich keine Möglichkeiten, die Arbeit abwechslungsreicher zu gestalten oder sich intern neuen Herausforderungen zu stellen, sollte ein Jobwechsel in Betracht gezogen werden. Mitarbeiter sollten einen Jobwechsel nicht prinzipiell ausschließen, sondern als gleichberechtigte Lösung in Betracht ziehen.
  3. Jeder sollte sich fragen: Warum bin ich gelangweilt? Warum finde ich meine Arbeit nicht interessant? Liegt es an Unterforderung oder gibt es andere Gründe? Was fehlt mir, um eine spürbare Verbesserung herbeizuführen?
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Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Gernot Hofer CEO von der Invest AG | © Schütze Public Results, Ines Strohmayer

TTech zählt zu den wenigen europäischen Anbietern, die sicherheitskritische Steuerungs- und Vernetzungslösungen für hochsensible Einsatzbereiche entwickeln: von Raumfahrtelektronik über den autonomen Betrieb von Fahrzeugen und Maschinen bis zu industriellen Echtzeitsystemen und kritischer Infrastruktur. Mit dem Einstieg der Invest AG, hinter der als Leadinvestor die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich steht, bekommt das Unternehmen nun einen österreichischen Kapitalgeber an Bord. Zum Kaufpreis und zur Bewertung machen die Beteiligten in der Aussendung keine Angaben.

„Wir sehen es als unsere Verantwortung, dass Spitzentechnologie aus Österreich auch in österreichischer Hand bleibt. Mit TTTech investieren wir in ein Unternehmen, das beweist, dass heimisches Know-how international gefragt ist, und wir wollen sicherstellen, dass diese Kompetenz auch langfristig hier verankert bleibt“, sagt Gernot Hofer, CEO der Invest AG.

Souveränität als gemeinsames Ziel

Auch TTTech-CEO und Mitgründer Georg Kopetz stellt die Beteiligung in den Kontext der technologischen Souveränität Europas: „Innovative Technologie aus Österreich, die in marktfähigen Produkten weltweit zum Einsatz kommt, leistet einen wichtigen Beitrag zu Europas technologischer Souveränität sowie zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit, gerade in einer Zeit, in der diese Frage politisch wie wirtschaftlich immer wichtiger wird.“ Mit der Invest AG habe man einen Partner, der dieses Ziel teile, das Geschäftsmodell verstehe und den weiteren Ausbau der globalen Marktposition unterstütze.

Gerald Aichhorn, Aufsichtsrat der Invest AG und Beteiligungsvorstand der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, nennt TTTech „ein Paradebeispiel dafür, welche technologische Substanz in Österreich vorhanden ist“. Gerade bei sicherheitskritischen Technologien zähle Kontinuität mehr als kurzfristiger Erfolg.

Von der Mondmission bis zum Energiemarkt

Zuletzt sorgte TTTech mit der NASA-Mondmission Artemis II für Schlagzeilen: Im April 2026 flog erstmals seit 53 Jahren wieder eine Crew um den Mond, mit Technologie von TTTech an Bord der Orion-Kapsel. Seit über 20 Jahren bringt das Unternehmen österreichische Technologie ins All. Mit der gemeinsam mit der NASA und internationalen Unternehmen erprobten Netzwerktechnologie TTEthernet hat TTTech einen internationalen Standard für hochzuverlässige Datennetzwerke geprägt, der heute unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und im Artemis-Programm zum Einsatz kommt.

Zu den zentralen Wachstumsfeldern zählt neben Luft- und Raumfahrt auch der Energiesektor: Mit TTTech Zyne, dem 2025 gemeinsam mit Verbund gegründeten Joint Venture, adressiert das Unternehmen den dezentralen Energiemarkt und dessen Herausforderungen durch volatile Preise und erneuerbare Energien. Im KI-Bereich konzentriert sich TTTech auf die sichere Einbindung in kritische autonome Systeme.

Für Aufsehen sorgte Anfang 2025 zudem der Verkauf der Tochter TTTech Auto an den niederländischen Chiphersteller NXP um 625 Millionen US-Dollar. brutkasten berichtete damals auch über die Hintergründe des Deals.

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