06.10.2025
ÜBERNAHME GEPLANT

Welser Startup Reploid steigt bei Herosan ein und wagt Schritt in B2C-Markt

Das Welser Startup Reploid beteiligt sich am steirischen Petfood-Unternehmen Herosan Healthcare. Für nächstes Jahr ist eine komplette Übernahme vorgesehen.
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l.n.r.: Conny Pint und Daniel Taurer (CEOs von Herosan) und Philip Pauer. © Reploid

Mitte des Jahres machte ein Welser Startup mit einem für Österreich ungewöhnlichen Schritt auf sich aufmerksam: Nur vier Jahre nach der Gründung wagte Reploid den Gang an die Wiener Börse (brutkasten berichtete). Zwei Monate später folgte eine Partnerschaft mit dem deutschen Lebensmittelkonzern Premium Food Group (ehemals Tönnies). Ziel der Kooperation: den Nährstoffkreislauf in der Lebensmittelproduktion nachhaltiger gestalten.

Die Technologie von Reploid nutzt Abfälle aus der Lebensmittelindustrie und verarbeitet sie mithilfe der Larven der Schwarzen Soldatenfliege zu Dünger, Futtermitteln und weiteren wertvollen Produkten. Mit der nun bekanntgegebenen Beteiligung an Herosan will das Unternehmen seine Strategie fortsetzen und seine Wertschöpfungskette in Richtung Endkund:innen erweitern.

Komplette Übernahme geplant

Herosan Healthcare produziert Futtermischungen auf Basis von Hanf, Insektenprotein und Pilzkomponenten und adressiert damit den Markt für gesunde und nachhaltige Heimtierernährung.

Die Beteiligung von Reploid erfolgt in zwei Phasen: Bereits heuer übernimmt das Unternehmen mehr als 30 Prozent der Anteile, für 2026 ist über eine notariell vereinbarte Option die Aufstockung auf 100 Prozent geplant. Reploid will Herosan in den kommenden Jahren zu einem der führenden Tierfuttermittelproduzenten Europas entwickeln, heißt es in einer Presseaussendung.

Ausbau der Wertschöpfungskette

Mit dem Einstieg in das österreichische Petfood-Unternehmen erweitert Reploid sein Beteiligungsportfolio um einen weiteren Player im Markt für nachhaltige Tiernahrung. Gleichzeitig baut das Startup seine Wertschöpfungskette in Richtung Endkund:innen weiter aus.

„Mit der Beteiligung an Herosan setzen wir unsere Strategie fort, nachhaltige Wertschöpfungsketten entlang der Proteinwirtschaft aufzubauen“, erklärt Gründer Philip Pauer. „Wir sehen in dieser Partnerschaft enormes Potenzial, um gemeinsam einen europäischen Champion im Bereich nachhaltiger und hochinnovativer Tiernahrung auszubauen. Damit schaffen wir nicht nur ein starkes wirtschaftliches Fundament, sondern leisten auch einen weiteren aktiven Beitrag für Umwelt, Gesellschaft und Tierwohl.“

Durch die Beteiligung verbindet Reploid seine industrielle Insektenverwertung mit einem wachsenden Absatzmarkt – jenem der Heimtierernährung. Das Unternehmen erwartet dadurch ein zusätzliches, wachstumsstarkes Marktsegment, das direkt an seine Kernkompetenzen in der Proteinproduktion anschließt.

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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