11.07.2025
EXPANSION

WeAreDevelopers: 2026 erstmals auch World Congress in den USA

In Wien gestartet, in Berlin etabliert - nun setzt WeAreDevelopers mit seinem World Congress den Schritt über den Atlantik. Dazu kooperiert man mit dem US-Unternehmen Docker, das Tools für Developer anbietet.
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Die vier WeAreDevelopers-Gründer beim World Congress 2025 in Berlin (vlnr.) Benjamin Ruschin, Markus Wagner Thomas Pamminger und Sead Ahmetović | (c) WeAreDevelopers
Die vier WeAreDevelopers-Gründer beim World Congress 2025 in Berlin (vlnr.) Benjamin Ruschin, Markus Wagner Thomas Pamminger und Sead Ahmetović | (c) WeAreDevelopers

2015 fand erstmals die WeAreDevelopers Conference in Wien statt. Schon 2017 reklamierte das Wiener Unternehmen für sich, das Event sei die größte Entwickler-Konferenz Europas. 2018 wurde dann aus der „Conference“ der „World Congress“, zu dem damals Apple Co-Founder Steve Wozniak kam. Und 2019 erfolgte die Verlegung des Events nach Berlin, wo es seitdem jährlich stattfindet. Nun folgt der nächste geografische Schritt: 2026 soll es – zusätzlich zu jenem in Berlin – einen WeAreDevelopers World Congress North America geben.

Docker will als Co-Host von Kombination aus Tech-Konferenz und Festival profitieren

Das wurde gestern im Rahmen des World Congress 2025 in Berlin verkündet – der genaue Austragungsort wurde noch nicht genannt. WeAreDevelopers kooperiert dazu mit dem US-Unternehmen Docker, das von 20 Millionen Entwickler:innen weltweit genutzte Tools im Bereich Containertechnologie anbietet.

Docker veranstaltete bislang seine eigene, auf Containertechnologie fokussierte „DockerCon“. Als Co-Host des World Congress North America will das Unternehmen auch vom speziellen Charakter des Event-Formats als Kombination aus Tech-Konferenz und Festival profitieren. Ziel sei „die Rückkehr eines wirklich mitreißenden und community-getriebenen Events nach Nordamerika“.

Der geplante WeAreDevelopers World Congress North America wurde gestern beim World Congress in Berlin verkündet | (c) WeAreDevelopers
Der geplante WeAreDevelopers World Congress North America wurde gestern beim World Congress in Berlin verkündet | (c) WeAreDevelopers

WeAreDevelopers World Congress North America soll größtes Developer-Event des Kontinents werden

Man erwarte, damit das größte Developers-Only-Event des Kontinents zu schaffen, heißt es von den beiden Unternehmen. Die Besucherzahl für den aktuellen World Congress in Berlin wird von WeAreDevelopers mit mehr als 15.000 angegeben – bei mehr als 500 Speaker:innen.

Erst kürzlich waren gemeinsam mit der Rückkehr von Co-Founder Benjamin Ruschin zu WeAreDevelopers als Executive Chairman auch ambitionierte Wachstumsziele kommuniziert worden. Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen eine Millionenfinanzierung verkündet. Das Geschäftsmodell stützt sich primär auf die auf Developer fokussierte Karriere-Plattform – die Events sollen entsprechend Aufmerksamkeit generieren.

„Bauen das inklusivste und wirkungsvollste Entwickler-Event in den USA auf“

Mehr Details zum für September 2026 geplanten Nordamerika-Event sollen spätestens Anfang kommenden Jahres bekanntgegeben werden – der World Congress 2026 in Berlin ist bereits für Juli fixiert. „Wir freuen uns, unser charakteristisches Format nach Nordamerika zu bringen – mit namhaften Rednern, Live-Coding und der Art von Hallway-Gesprächen, die echte Innovationen hervorbringen“, kommentiert WeAreDevelopers-Co-Founder und -CEO Sead Ahmetović. „Zusammen mit Docker bauen wir das inklusivste und wirkungsvollste Entwickler-Event in den USA auf.“

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(c) Ruiz Cruz
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Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.

Strategiearbeit im Fokus

Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.

(c) Ruiz Cruz

Mehr Role Models?

Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”

Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Frage des Budgets?

Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”

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Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.

Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.

Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen

Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.

Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.

Verbündete in der Politik?

Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.

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