03.04.2026
COMMUNITY

Was Andreas Tschas mit seinem neuen Netzwerk „Conxious“ vorhat

Mit "Conxious“ ruft Andreas Tschas ein neues Netzwerk für Führungspersönlichkeiten und Gründer:innen ins Leben, bei dem vertrauensvolle Kooperationen im Mittelpunkt stehen. Wir haben mit ihm über die langfristige Vision und die ersten konkreten Projekte der Community gesprochen.
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Andreas Tschas Gründer von Conxious | (c) Luisazzoe | StudioZucker

Andreas Tschas hat schon mehrfach bewiesen, dass er erfolgreich schlagkräftige Communitys aufbauen kann. Als Co-Founder von Pioneers wurde er zu einem der bekanntesten Köpfe der heimischen Startup-Szene. Nach dem Exit an startup300 war er die treibende Kraft bei seinem nächsten großen Wurf: dem Wiener Climate-Tech-Startup Glacier. Im Mai 2025 gab Tschas jedoch seinen operativen Rückzug bei Glacier bekannt, das fortan von seinem langjährigen Wegbegleiter Rainhard Fuchs weitergeführt wurde (brutkasten berichtete). Nach einigen ruhigeren Monaten tritt der Community-Builder nun mit einem neuen Projekt namens Conxious wieder ins Rampenlicht.

Vertrauen als Wirtschaftsfaktor

Im Kern ist Conxious laut Eigendefinition eine kuratierte Mitglieder-Community für Gründer:innen und Führungspersönlichkeiten, die „Unternehmen aus innerer Klarheit heraus führen, statt sich von externem Druck treiben zu lassen, um dadurch bessere Entscheidungen zu treffen, klarer zu führen und langfristig erfolgreichere Unternehmen aufzubauen“.

(c) Luisazzoe | StudioZucker

Die Idee dazu entspringt Tschas’ persönlicher Beobachtung der Startup- und Businesswelt: Er habe festgestellt, dass viele Unternehmer trotz großen äußeren Erfolgs oft ausbrennen. „Ich kenne viele Gründer, die in der Startup-Welt extrem erfolgreich waren – und trotzdem nicht erfüllt sind.“ Zudem rauben toxische Dynamiken laut Tschas vielen Organisationen ihre Kraft: „Ich glaube, dass fünfzig, teilweise siebzig Prozent der Energie im Arbeitsalltag verloren gehen – durch fehlendes Vertrauen, interne Politik und Ego-getriebene Entscheidungen.“

Conxious schafft dafür kleine, bewusst kuratierte Formate, in denen echte Gespräche entstehen, Vertrauen aufgebaut wird und daraus konkrete Zusammenarbeit, bessere Entscheidungen und neue Projekte hervorgehen. Das Ziel ist dabei nicht persönliches Wachstum um seiner selbst willen, sondern bessere Entscheidungen, stärkere Zusammenarbeit und Unternehmen, die langfristig gesünder funktionieren.

150 Mitglieder und 4.000 Euro Jahresbeitrag

Um diese Qualität zu sichern, ist die Community bewusst auf 150 Mitglieder begrenzt. Die Membership liegt aktuell bei 4.000 Euro pro Jahr. „Ein Drittel der Plätze vergeben wir bewusst über Scholarships. So stellen wir sicher, dass nicht das Kapital entscheidet, wer Teil von Conxious wird, sondern Haltung, Qualität und der Beitrag zur Community.“

Die ersten 50 Gründungsmitglieder stehen bereits fest. Die Bandbreite zeigt, wen Conxious anzieht: TTTech-Mitgründer Georg Kopetz, Business Angel Hansi Hansmann, Eversports-Gründer Hanno Lippitsch, die ehemalige Strabag-Vorständin Annette Scheckmann sowie Health-Tech-Gründerin Bianca Gfrei. Neben Unternehmer:innen und Investor:innen gehören auch Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Kreative zur Community. Bewusst, denn Tschas glaubt, dass die besten Ideen dort entstehen, wo unterschiedliche Welten aufeinandertreffen.

(c) Luisazzoe | StudioZucker

Physisch verortet sich Conxious in Wien: Am Otto Wagner Areal plant die Community, künftig einen 3.200 Quadratmeter großen Pavillon anzumieten. Bereits jetzt gibt es dort einen Memberspace, den Mitglieder für Workshops und den inhaltlichen Austausch nutzen können.

Aus der Community sind bereits in den ersten Monaten Investments, Kooperationen und Partnerschaften entstanden. Für Tschas ist das kein Zufall: Vertrauen sei der Hebel, den andere Netzwerke schlicht nicht hätten. Zudem präge das direkte Umfeld die eigene Entwicklung maßgeblich: „Du bist das Produkt der fünf Menschen, mit denen du dich umgibst.“

Erste Projekte von Conxious

Aus dem Netzwerk sollen konkrete Initiativen hervorgehen. Ein erstes Vorhaben ist ein Bildungsprojekt mit dem Namen „Schule des Lebens“. Es soll zeigen, wie eine kleine, stark vernetzte Community eine Wirkung erzielt, die weit über Conxious hinausgeht.

Während die Kerngruppe geschlossen bleibt, gibt es vereinzelte Formate für ein breiteres Publikum, wie das „Conxious Picnic“ für 300 Teilnehmer:innen, das im Herbst stattfinden wird. Das langfristige Ziel für Conxious formuliert Tschas sehr klar: Eine der einflussreichsten Communities Österreichs zu werden. Das soll aber nicht durch bloße Lautstärke passieren, sondern weil hier Entscheidungen auf Basis von echtem Vertrauen getroffen werden – nicht auf Basis von Angst oder Ego.

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Bitpanda-Co-CEO Christian Trummer und RBI-CEO Michael Höllerer | © Sabine Klimpt
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2024 war es noch eine Pionier-Leistung: Damals integrierte die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien das Krypto-Angebot von Bitpanda direkt in ihr Online-Banking (brutkasten berichtete) und war damit nach Unternehmensangaben die erste traditionelle Bank in der EU mit so einem Angebot.

Bitpanda gewann seitdem bekanntlich mit seiner B2B-Schiene Bitpanda Enterprise (früher Bitpanda Technology Solutions) zahlreiche bekannte Banken auf mehreren Kontinenten als Kunden für solche Integrationen. In Österreich erfolgte indessen die noch nicht abgeschlossene Erweiterung auf andere Raiffeisen-Landesbanken, zuletzt diesen August jene in Salzburg.

Mehr als 18 Millionen Kund:innen in elf Märkten

Nun gelang Bitpanda Enterprise wieder ein größerer Coup: Die Raiffeisen Bank International will das Service in ihren Tochterbanken im CEE-Raum anbieten, wo sie in elf Märkten aktiv ist. Die Banken der Gruppe haben gemeinsam mehr als 18 Millionen Kund:innen. Die Umsetzung erfolge schrittweise und werde an die jeweiligen Anforderungen und Rahmenbedingungen der lokalen Märkte angepasst, heißt es in einer Aussendung.

Höllerer: „Nachfrage nach Krypto-Assets wächst in unseren Märkten kontinuierlich“

„Die Nachfrage nach Krypto-Assets wächst in unseren Märkten kontinuierlich. Mit einem starken und etablierten Partner schaffen wir die Voraussetzungen, um diesem Bedarf zu entsprechen“, kommentiert der neue RBI-CEO Michael Höllerer. Er war bis vor Kurzem Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien und 2024 als solcher auch für die damals erste Bitpanda-Integration verantwortlich.

Neu in seiner Rolle als Co-CEO ist auch Bitpanda-Co-Founder Christian Trummer. Er meint, man schaffe eine Infrastruktur, „die über Institutionen, Märkte und Ländergrenzen hinweg“ funktioniere. „Ich bin stolz darauf, dass wir den in Österreich gemeinsam entwickelten Ansatz nun zu einer Partnerschaft ausbauen, die Millionen von Menschen in Zentral- und Osteuropa Zugang zu digitalen Assets ermöglichen kann“, so Trummer.

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