Viele Startups beginnen mit dem Ziel, aber die wenigsten erreichen es: Eine App bauen, die mit relativ wenig Aufwand viel Geld hereinspült. Dem französischen Developer Jean-Nicolas Mastin ist genau das gelungen. Vor zehn Jahren, mit 25, startete er das Unternehmen Wargraphs, mit dem er unter anderem die App „Porofessor“ herausbrachte. Mit dieser können League of Legends-Spieler:innen ihre Stats im Blick behalten und verbessern. Mastin betreibt das Unternehmen seit Jahren alleine und hat dabei nie externes Kapital aufgenommen. Die App zählt rund 1,25 Millionen täglich aktive User:innen. Das Unternehmen verzeichnete im letzten Geschäftsjahr 12,3 Millionen Euro Umsatz.
25 Millionen Euro sofort, weitere 25 Millionen bei entsprechendem Umsatz
Was kann man mehr wollen? Es bleibt wohl nur mehr der lukrative Exit. Und der gelang Jean-Nicolas Mastin nun. Er verkaufte Wargraphs an das schwedische Gaming-Unternehmen MOBA Networks (kurz für „multiplayer online battle arena“). Die App wird in das größere Angebot eingebunden, der Gründer wird Teil des Teams und bleibt für das Produkt verantwortlich. Und dabei hat er allen Grund, sich weiter zu bemühen. Denn 25 Millionen Euro flossen jetzt sofort bei Abschluss des Deals. Weitere bis zu 25 Millionen Euro zusätzlich sind an die Erreichung von Umsatzzielen in den kommenden zwölf bzw. 24 Monaten gebunden. Die Auszahlung erfolgt teilweise in MOBA-Anteilen, wodurch Mastin stärker an das Unternehmen gebunden werden soll.
Wargraphs-Übernahme als Teil der breiteren MOBA-Strategie
Es ist nicht die erste Akquisition im Gaming-Bereich durch das schwedische Unternehmen. „Die Übernahme steht im Einklang mit unserer Strategie und diversifiziert unser Portfolio. Die Akquisition stärkt nicht nur unsere finanzielle Position, sondern wir glauben auch, dass sie uns Möglichkeiten für weiteres Wachstum bietet“, kommentiert Björn Mannerqvist, CEO von MOBA, in einer Aussendung. „Die Struktur der Transaktion mit der Eigenkapitalkomponente erlaubt es uns außerdem, uns auf das langfristige Wachstum von Wargraphs und MOBA als gemeinsames Unternehmen zu konzentrieren.“
Dreifacher Wiener Schulabbrecher forscht in Harvard an virtuellen KI-Fischen
Drei Mal brach Raphael Suchomel die Schule ab, bevor sich sein Weg plötzlich in eine ganz andere Richtung entwickelte. Heute sitzt der 27-jährige Wiener in Harvard und lässt virtuelle Fische lernen – auf der Suche nach Antworten darauf, was Künstliche Intelligenz von der Natur erfassen kann.
Dreifacher Wiener Schulabbrecher forscht in Harvard an virtuellen KI-Fischen
Drei Mal brach Raphael Suchomel die Schule ab, bevor sich sein Weg plötzlich in eine ganz andere Richtung entwickelte. Heute sitzt der 27-jährige Wiener in Harvard und lässt virtuelle Fische lernen – auf der Suche nach Antworten darauf, was Künstliche Intelligenz von der Natur erfassen kann.
Manche Wege sind direkt und vorgezeichnet – Schule, Bildung, Ausbildung und ein Job in dem Bereich, den man beherrscht. Andere sind von Umwegen gezeichnet, Mühsal und Zeiten, in denen man nicht weiß, wie es genau weitergehen soll. Raphael Suchomels Vita ist eine von den nicht-linearen.
„Plötzlich Mitternacht“
Er hat mit 18 die Schule zum ersten Mal abgebrochen und sich eine Vollzeitstelle gesucht. Der gebürtige Wiener schrieb sich fortan in eine Abendschule ein, brach jene aber – ein mal mit 19 und einmal mit 21 Jahren – wiederholt ab. Doch der Gedanke des endgültigen Aufgebens war keiner und im jungen Mann schlicht nicht vorhanden. So war es dann mit 22 soweit: der vierte Versuch, die Matura nachzuholen, gelang.
„Ich war in einer Abendschule im 21. Bezirk“, erinnert sich der 27-Jährige. „Von neun bis 17 Uhr Vollzeitjob, dann Unterricht bis halb zehn und anschließend noch Training. Und plötzlich war es Mitternacht.“
Zwei Jahre lang bestimmte dieser straffe Rhythmus seinen Alltag. Trotz der Doppelbelastung hielt der heutige Wahl-Hagenberger durch – und schloss die Abendschule schließlich mit ausgezeichnetem Erfolg ab.
Studium in Hagenberg
Es folgte ein Umzug von Wien nach Oberösterreich und der Start des ersten Jahrgangs des damals neu geschaffenen Bachelorstudiums „Artificial Intelligence Solutions“ an der University of Applied Sciences Upper Austria in Hagenberg.
Suchomel gehörte zudem zu den Mitgründern der Young AI Leaders Linz, einer lokalen Community innerhalb der AI-for-Good-Initiative der International Telecommunication Union der Vereinten Nationen. Die Gruppe bringt junge Menschen aus Forschung und Technologie zusammen und organisiert unter anderem Hackathons und Diskussionsveranstaltungen rund um Künstliche Intelligenz.
Nach rund 100 verschickten Mails – die meisten davon blieben unbeantwortet – gelang es Suchomel schließlich, einen Forschungsaufenthalt als Praktikant an der Harvard Medical School zu ergattern. Dort befindet er sich auch heute und forscht an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Neurowissenschaften.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen biologisch fundierte künstliche Agenten. Vereinfacht gesagt, bauen die Forschenden in Harvard virtuelle Tiere im Computer. Diese Tiere bekommen künstliche neuronale Netze und bestimmte Sinneswahrnehmungen und Bewegungsmöglichkeiten, die sich an echten Tieren orientieren. Anschließend lernen sie mit einer Methode namens „Reinforcement Learning“. Dabei wird ihnen nicht jede Handlung vorgegeben. Sie probieren unterschiedliche Verhaltensweisen aus und lernen über Belohnungen und Nachteile selbst, welche Strategien erfolgreich sind.
„Schauen wie sich Agent verhält“
„Wir kennen aus der Biologie die körperlichen Einschränkungen von Fischen“, erklärt Suchomel. „Wir wissen, wie sich Augen im Winkel bewegen, wie schnell sie sind und welche anderen biologischen Einschränkungen es gibt. Und wir statten einen ‚Reinforcement-Learning‘-Agenten mit diesem Wissen aus: Wir simulieren den Körper eines Fisches, sodass er über diesen Körper mit der Umwelt und mit anderen Fischen kommuniziert. Das schicken wir durch eine ‚Reinforcement-Learning‘-Umgebung, simulieren Trajektorien und schauen, wie sich der Agent verhält.“
Die Simulation funktioniert wie ein virtuelles Labor. Forscher können einzelne Sinneskanäle ausschalten, Kommunikationssignale verändern oder die Umwelt der Agenten manipulieren und beobachten, wie sich ihr Verhalten verändert. Damit sollen Hypothesen darüber entwickelt werden, warum bestimmte Verhaltensweisen entstehen und welche Mechanismen dahinterstecken. Solche Hypothesen sollen anschließend gezielter in Experimenten mit echten Tieren überprüft werden können.
Der Vorteil hierbei sei, dass man nicht jedes Verhalten explizit programmieren müsse, sondern durch die Kombination aus Körper, biologischen Einschränkungen, Umwelt und „Reinforcement Learning“ Verhalten entstehen lassen könne, das möglicherweise dem Verhalten echter Fische ähnelt. So soll — und das ist das Ziel — Forschung günstiger und schneller werden, sagt Suchomel. Man könne zudem Variablen besser isolieren und kontrollieren und neuronale Netze viel genauer analysieren. Das wäre bei echten Fischen teilweise sogar viel schwieriger, vor allem wenn man ihr Zusammenspiel mit anderen Fischen untersuchen möchte.
Künstliche und natürliche Intelligenz
Die Harvard Medical School und andere Institute verfolgen seit Längerem das Ziel, KI zu nutzen, um natürliche Intelligenz besser zu verstehen – und umgekehrt auch natürliche Intelligenz für die Entwicklung von KI zu nutzen.
„Dafür gibt es im KI-Bereich viele verschiedene Methoden und Ansätze, die sich an Beobachtungen aus der Natur orientieren. Gleichzeitig gibt es immer mehr Forschung an der Schnittstelle von KI und Biologie, bei der KI-Forscher und Biologen zusammenarbeiten“, sagt Suchomel. „Wenn man beispielsweise genau weiß, wie die Umgebung aussieht, und gleichzeitig die Kommunikation eines Fisches beobachtet, könnte man künftig elektrische Signale interpretieren. So lässt sich etwa erkennen, dass ein bestimmtes Signal ausgesendet wird, weil sich der Fisch bedroht fühlt. Dadurch könnte man nicht nur einzelne Fische, sondern auch die Gruppendynamik analysieren – und besser verstehen, wie sich die Tiere untereinander und in ihrer Umwelt verhalten.“
Suchomels Praktikum in Harvard reicht noch bis Februar, danach führt ihn den Weg nach Belgien an die KU Leuven – eine, wie er sagt „der besten Unis in Europa wenn es um KI geht“. Anschließend möchte er in einen „starken Master“ reinkommen und weiter an KI forschen. Wo das sein wird, sei erstmal zweitrangig: „Hauptsache starke Labs.“
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50 Mio. Euro-Exit für selbstfinanziertes Ein-Mann-Startup
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Als KI habe ich keine persönliche Meinung und kann keine spezifischen gesellschaftspolitischen Auswirkungen aufgrund dieses Artikels nennen. Es geht jedoch um den erfolgreichen Exit eines Ein-Mann-Startups, das ohne externes Kapital auskam und eine beliebte App für Gaming entwickelt hat. Dies kann als inspirierendes Beispiel für Unternehmer und Startups dienen, die nachhaltige und erfolgreiche Geschäftsmodelle aufbauen wollen.
50 Mio. Euro-Exit für selbstfinanziertes Ein-Mann-Startup
AI Kontextualisierung
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Ein französischer App-Entwickler namens Jean-Nicolas Mastin hat sein selbst-finanziertes Unternehmen namens Wargraphs für insgesamt 50 Millionen Euro an ein schwedisches Gaming-Unternehmen namens MOBA Networks verkauft. Die App „Porofessor“ von Wargraphs wird in das Angebot von MOBA Networks integriert und Mastin bleibt Teil des Teams und verantwortlich für das Produkt. Durch den Verkauf von Wargraphs erhielt Mastin sofort eine Zahlung von 25 Millionen Euro und könnte je nach Erreichung von Umsatzzielen in den kommenden zwölf bis 24 Monaten weitere 25 Millionen Euro erhalten. Die Übernahme ist Teil der breiteren MOBA-Strategie, um das Portfolio zu diversifizieren und das Wachstum von Wargraphs und MOBA als gemeinsames Unternehmen zu fördern.
50 Mio. Euro-Exit für selbstfinanziertes Ein-Mann-Startup
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Als Innovationsmanager:in kann dieser Artikel als inspirierendes Beispiel dienen. Er zeigt, dass es möglich ist, auch als Einzelperson ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, ohne externe Finanzierung oder großes Team. Zudem verdeutlicht der Exit von Wargraphs, wie wichtig es ist, frühzeitig an eine Strategie für den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu denken und diese konsequent umzusetzen. Die Übernahme durch MOBA Networks zeigt auch, wie eine strategische Akquisition das Portfolio eines Unternehmens diversifizieren und dessen finanzielle Position stärken kann.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Der Artikel zeigt, dass es selbstfinanzierten Ein-Mann-Startups möglich ist, mit einer erfolgreichen App viel Geld zu verdienen. Im vorliegenden Beispiel hat Wargraphs 12,3 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und wurde für insgesamt 50 Millionen Euro an MOBA Networks verkauft. Diese Übernahme ist Teil einer breiteren MOBA-Strategie und soll weitere Wachstumsmöglichkeiten bieten. Das zeigt, dass auch kleine Startups erfolgreich sein und für einen lukrativen Exit sorgen können. Möglicherweise können solche Unternehmen auch für Investor:innen von Interesse sein.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in könnte dieser Artikel interessant sein, da er zeigt, wie ein Ein-Mann-Startup in der Gaming-Branche ohne externes Kapital erfolgreich sein und schließlich einen lukrativen Exit erzielen konnte. Dies könnte als Beispiel für das Potenzial und die Möglichkeiten von Unternehmensgründungen dienen, insbesondere in der Technologiebranche. Es könnte auch als Anstoß für die Frage dienen, wie die Regierung die Gründung von Startups und die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen fördern kann.
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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Das französische Unternehmen Wargraphs, das von Jean-Nicolas Mastin alleine geführt wurde, hat seine erfolgreiche App „Porofessor“ an das schwedische Gaming-Unternehmen MOBA Networks verkauft. Mastin erhielt sofort 25 Millionen Euro und kann zusätzlich weitere 25 Millionen Euro verdienen, wenn die Umsatzziele in den nächsten zwölf bis 24 Monaten erreicht werden. Die App wird in das Angebot von MOBA Networks integriert und Mastin bleibt Teil des Teams. Diese Akquisition steht im Einklang mit der Strategie von MOBA, das seine Position im Gaming-Bereich stärken und sein Portfolio diversifizieren möchte.