wahlkabine.at bekommt mit WahlSwiper Konkurrenz, die durch Usability à la Tinder punkten will. Das kostenlose Non-Profit-Produkt (App und Web) wurde von 60 Freiwilligen kreiert.
Nach rechts swipen heißt Ja, nach links swipen Nein. Dieses vielfach kopierte Prinzip der Dating-App Tinder wird auch bei der Online-Wahlhilfe Wahlswiper genutzt. In Deutschland gestartet wird das kostenlose Wahlhilfe-Service (Web, iOS und Android) für die anstehende Europawahl nun auch in mehreren weiteren EU-Ländern ausgerollt. „Wir wählen länderübergreifend ein gemeinsames Parlament. Von daher ist es nur logisch, dass wir unsere Wahlhilfe als gemeinsame App auch in vielen EU-Ländern anbieten“, sagt Projektleiter Matthias Bannert.
„Soll der Euro als gemeinsame Währung abgeschafft werden?“
In Österreich kooperierte die dahinterstehende Berliner Digital-Agentur MOVACT dazu mit der Uni Salzburg. Mehr als 60 Freiwillige sind insgesamt an dem Non-Profit-Projekt beteiligt. Zu beantworten sind 35 Fragen, darunter etwa: „Sollte die EU langfristig zu einem föderalen Bundesstaat werden?“, „Soll der Euro als gemeinsame Währung abgeschafft werden?“ und „Sollen deutschsprachige Südtiroler zusätzlich eine österreichische Staatsbürgerschaft bekommen können?“.
WahlSwiper: Herausfinden, wie man in Italien wählen würde
Gefragt werden in allen teilnehmenden Länder 30 identische und fünf länderspezifische, aber europarelevante Fragen. Die Fragen sind in der jeweiligen Landessprache formuliert. Zusätzlich gibt es alle Fragen auch auf Englisch. Die Nutzer können damit auch herausfinden, welche Parteien sie in anderen EU-Ländern, darunter neben Deutschland etwa Italien, Schweden oder Finnland, wählen würden. In Österreich haben sich alle sieben bundesweit antretenden Parteien beteiligt. Nach dem Swipen erhält der Nutzer für alle Parteien seine prozentuale Übereinstimmung. Weitere Informationen, wie etwa die Begründungen der Parteien zu den Fragen, können nachgelesen werden.
Der European Venture Sentiment Index von Venionaire für das 2. Quartal 2026 zeigt wieder einmal: Es ist anders gekommen, als erwartet. Dabei passen die harten Zahlen aktuell nicht unbedingt mit der Stimmung zusammen.
Der European Venture Sentiment Index von Venionaire für das 2. Quartal 2026 zeigt wieder einmal: Es ist anders gekommen, als erwartet. Dabei passen die harten Zahlen aktuell nicht unbedingt mit der Stimmung zusammen.
„Für das zweite Quartal könnten die Vorzeichen kaum schlechter stehen“, zitierte brutkasten Venionaire im April zur Veröffentlichung des European Venture Sentiment Index für das erste Quartal. Doch – wie so oft – kam es dann doch anders. Die im ersten Quartal durch den Angriff der USA auf den Iran hervorgerufene Krise schlug sich nämlich – anders als etwa die Krise nach Beginn des Ukraine-Kriegs – nicht auf die Risikokapital-Volumina nieder.
Die Zahlen sahen laut Venionaire-Analyse im zweiten Quartal nämlich gut aus: Die Gesamtinvestitionen am europäischen Risikokapitalmarkt nahmen weiter zu und erreichten mit 29 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Weiters konnte auch die reine Deal-Anzahl um rund fünf Prozent auf 965 Deals gesteigert werden.
Dennoch sind die für den quartalsweisen Index befragten Investor:innen nicht in Jubelstimmung. Der Indexwert liegt mit 4,8 knapp unter der neutralen Marke 5. Er ist damit besser als der Wert im Vorquartal und besser als der für das Quartal erwartete Wert (siehe Grafik), aber immer noch nicht positiv. Auch die Erwartung für das kommende Quartal ist mit 4,4 wieder schlechter. „Die Zahlen zeichnen ein positiveres Bild als die Stimmung. Investor:innen sind weiterhin zurückhaltend und warten mit Investments“, analysiert Berthold Baurek-Karlic, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Venionaire Capital AG.
(c) Venionaire Capital
Man erkenne eine leichte Stabilisierung, so Baurek-Karlic weiter zum Index-Wert. „Zwar erwarten Investor:innen mehr Aktivität und Wettbewerb im dritten Quartal, doch die großen Sorgen rund um geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheit sind aber weiterhin da.“ Es verwundere also nicht, dass der erwartete Index-Wert lediglich 4,4 betrage. Investor:innen würden kurzfristig ohne verlässlichen Ausblick auf die kommenden Quartale agieren, meinen die Analysten von Venionaire Capital.
DeepTech im Vorteil
Und langfristig könnte sich eine Veränderung der Investitionskriterien abzeichnen, erwarten die Analysten. Effizienz und Produktdifferenzierung würden zunehmend als Grundvoraussetzungen gelten. In den Mittelpunkt rücke stattdessen die Frage, ob ein Unternehmen über einen dauerhaft verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil verfüge. „Investoren hinterfragen verstärkt, ob KI-basierte Produkte tief in Infrastruktur und Arbeitsabläufen verankert sind oder lediglich auf bestehenden Basismodellen aufsetzen. Geschäftsmodelle, deren Kernfunktion kurzfristig von einem großen KI-Anbieter in dessen Plattform integriert werden könnte, werden entsprechend kritischer bewertet“, so Baurek-Karlic.
Davon würden insbesondere Bereiche mit höheren technologischen und physischen Eintrittsbarrieren profitieren, darunter DeepTech, Biotechnologie, Hardware, Robotik und fortschrittliche Fertigung. „Vielleicht stehen wir vor einem goldenen Zeitalter der DeepTech-Unternehmen“, mutmaßt der Venionaire-Gründer.
Größte Runden und stärkste Länder
Diese Erwartungen würden sich in den Top-Investments des zweiten Quartals widerspiegeln: Mit Eurowind Energy (2,3 Mrd. US-Dollar, Energie- und Abfallwirtschaft), Isomorphic Laboratories (2,1 Mrd. US-Dollar, KI-Biotechnologie) und Stegra (1,6 Mrd. US-Dollar, erneuerbare Energien) seien die größten Finanzierungsrunden an Unternehmen gegangen, die nicht einfach vom Markt verdrängt werden können. Im europäischen Risikokapital-Länderranking führte einmal mehr das Vereinigte Königreich (12,3 Mrd. US-Dollar) überlegen vor Deutschland (3,6 Mrd. US-Dollar) und – überraschend dank Eurowind Energy – Dänemark (3 Mrd. US-Dollar).
(c) Venionaire Capital
Und wie geht es weiter? Baurek-Karlic analysiert: „Der Risikokapitalmarkt befindet sich momentan im Wandel. Investor:innen sind bereit, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen, wollen dafür aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Auch im dritten Quartal werden es etabliertere Unternehmen mit einem felsenfesten Geschäftsmodell leichter haben.“
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