03.05.2019

WahlSwiper: Europawahl-Hilfe à la Tinder

wahlkabine.at bekommt mit WahlSwiper Konkurrenz, die durch Usability à la Tinder punkten will. Das kostenlose Non-Profit-Produkt (App und Web) wurde von 60 Freiwilligen kreiert.
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Urheberrecht EU Parlament - Wahlswiper - Klimanotstand
(c) European Parliament

Nach rechts swipen heißt Ja, nach links swipen Nein. Dieses vielfach kopierte Prinzip der Dating-App Tinder wird auch bei der Online-Wahlhilfe Wahlswiper genutzt. In Deutschland gestartet wird das kostenlose Wahlhilfe-Service (Web, iOS und Android) für die anstehende Europawahl nun auch in mehreren weiteren EU-Ländern ausgerollt. „Wir wählen länderübergreifend ein gemeinsames Parlament. Von daher ist es nur logisch, dass wir unsere Wahlhilfe als gemeinsame App auch in vielen EU-Ländern anbieten“, sagt Projektleiter Matthias Bannert.

+++ Kommentar: Ganz Europa braucht die Entschlossenheit von Notre-Dame +++

„Soll der Euro als gemeinsame Währung abgeschafft werden?“

In Österreich kooperierte die dahinterstehende Berliner Digital-Agentur MOVACT dazu mit der Uni Salzburg. Mehr als 60 Freiwillige sind insgesamt an dem Non-Profit-Projekt beteiligt. Zu beantworten sind 35 Fragen, darunter etwa: „Sollte die EU langfristig zu einem föderalen Bundesstaat werden?“, „Soll der Euro als gemeinsame Währung abgeschafft werden?“ und „Sollen deutschsprachige Südtiroler zusätzlich eine österreichische Staatsbürgerschaft bekommen können?“.

WahlSwiper: Herausfinden, wie man in Italien wählen würde

Gefragt werden in allen teilnehmenden Länder 30 identische und fünf länderspezifische, aber europarelevante Fragen. Die Fragen sind in der jeweiligen Landessprache formuliert. Zusätzlich gibt es alle Fragen auch auf Englisch. Die Nutzer können damit auch herausfinden, welche Parteien sie in anderen EU-Ländern, darunter neben Deutschland etwa Italien, Schweden oder Finnland, wählen würden. In Österreich haben sich alle sieben bundesweit antretenden Parteien beteiligt. Nach dem Swipen erhält der Nutzer für alle Parteien seine prozentuale Übereinstimmung. Weitere Informationen, wie etwa die Begründungen der Parteien zu den Fragen, können nachgelesen werden.

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Lebensstimmen
Der Fabertar | © Lebensstimmen/Screenshot

Vor rund einem Monat gab das Grazer Startup Lebensstimmen den Einstieg von Motorsportlegende Helmut Marko als Investor bekannt – brutkasten berichtete. Nun präsentierte man seine KI-basierte Plattform und hat dabei weitere prominente Unterstützung.

Lebensstimmen als Vorsorge

Das von Markus Pinter, Philipp Berkessy und Lukas Stern gegründete Startup versteht sich als ein Vorsorgeprodukt, das zu Lebzeiten abgeschlossen wird und für den Tod und darüber hinaus wirkt. Menschen können zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können.

Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“.

Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell. Die rechtliche Architektur der Plattform wurde gemeinsam mit Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte entwickelt. Technologiepartner ist BLCKs AI.

Fabertar schenkt Worte her

Neben Marko unterstützt nun auch Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, Lebensstimmen in Fragen von Trauer und Abschied mit einem neuartigen Angebot. Mit dem „Fabertar“ präsentiert das Startup einen gemeinsam mit ihm entwickelten und klar als KI gekennzeichneten Trauerredner. Dieser soll keine Seelsorge ersetzen, sondern Worte schenken, wo sie gewünscht werden oder wo kein Redner verfügbar ist.

„Ich begleite viele Menschen im Abschied. Oft ist das, was ungesagt bleibt, am schwersten. Wenn Technik hilft, liebevolle Worte zu bewahren, dient sie dem Menschen und dem Trost. Genau das ist der Gedanke hinter dem ‚Fabertar‘. Er soll niemanden ersetzen“, sagt Faber.

Marktstart Anfang 2027

Und Lebensstimmen-Geschäftsführer Berkessy ergänzt: „Jeder Mensch hat Worte, die bleiben sollen. Mit Lebensstimmen machen wir Vorsorge erstmals persönlich, digital und rechtssicher. Heute beginnt eine neue Abschiedskultur, und sie beginnt in Österreich.“

Nach der offiziellen Vorstellung der Plattform, der dazugehörigen Lebensstimmen-Produkte und dem aktuellen Launch der Website erfolgt in einem nächsten Schritt. Der Marktstart ist für Q1 2027 geplant und soll sowohl österreichweit als auch global erfolgen.

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